Nicht nur für Vegetarier…

Bio-Produkte liegen langsam auch in Rumänien immer mehr im Trend

Ausgabe Nr. 2667

Der Diplom-Agronom Albert Wilhelm (im Bild in der Lagerhalle der Firma mit einer Flasche Olivenöl aus Spanien) hat die Firma Biogama Distribution vor zehn Jahren gegründet, als es in Rumänien noch keinen Markt für Bio-Produkte gab.                                              Foto: Biogama Distribution

Veganern und Vegetariern sind die Bioprodukte des deutschen Unternehmens Rapunzel Naturkost schon längst bekannt und für umweltbewusste Konsumenten inzwischen auch kein Geheimnis mehr. 1974 gründeten Joseph Wilhelm und Jennifer Vermeulen eine Selbstversorger-Gemeinschaft mit kleinem Naturkostladen auf einem Bauernhof im bayerischen Augsburg. Vor zehn Jahren gründete Albert Wilhelm – der Bruder von Joseph Wilhelm – in Michelsberg die Firma Biogama Distribution, die den Vertrieb der Rapunzel-Produkte in Rumänien übernommen hat. Zur Zeit haben – durch die Corona-Krise bedingt – die Angestellten alle Hände voll zu tun, denn Online-Käufe sind jetzt die beste Alternative.

Mit Andi Bota, dem Manager des rumänischen Unternehmens, sprach über die Firma und diesen Markt die HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.

 

Sie sind zur Zeit sehr beschäftigt.

Das ist eine sehr schwierige Zeit. Wir verkaufen zwar besser, können uns aber darüber natürlich nicht freuen, denn da ist diese traurige Seite. Uns ist auch klar, nach jedem Hoch kommt auch ein Tief… Wir müssen sehen, wie es weiter geht.Weiterlesen

,,Dabei nicht ablassen zu beten“

Mediascher evangelisches Gemeindeleben in Zeiten der Corona-Krise

Ausgabe Nr. 2667

Stadtpfarrer Gerhard Servatius-Depner beim Bezirksgemeindefest 2019.

Die Mediascher evangelische Margarethengemeinde reagiert auf die weltweite Corona-Pandemie und schränkt das Gemeindeleben signifikant ein. Gottesdienste und Veranstaltungen finden bis auf Weiteres nicht statt. Auf diese Weise kommt die Gemeindeleitung dem betreffenden Beschluss des Innenministeriums vom 14. März 2020, zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus, vollumfänglich nach.

Wie das Gemeindeleben in Mediasch auch in diesem Ausnahmezustand stattfindet, erläutert Stadtpfarrer Gerhard Servatius-Depner in einem Interview mit Moni S c h n e i d e r – M i l d.

 

Gottesdienste, Veranstaltungen sowie regelmäßige Treffen und Termine, sind derzeit auf Eis gelegt. Wie geht ihr mit dieser schwierigen Situation um? Welche Herausforderungen seht ihr?

Die größte Herausforderung für mich und uns, als Seelsorger dieser Gemeinde, ist diese erzwungene, überhaupt nicht gewollte oder geplante Isolation und Distanz zu den Menschen! Diese Situation hat uns fast unvorbereitet überrascht. Dabei helfen uns sicher – und noch vielmehr als vorher – die modernen Medien, und zwar, um mit vielen Menschen in Verbindung zu bleiben. Doch die Nähe und das direkte Gespräch fehlen mir sehr. Da wären jetzt in der Passionszeit mehrere Besuche mit Feier des Hausabendmahls geplant. Leider müssen auch diese ausfallen. Gottesdienste und Andachten können in der bisher gewohnten und so selbstverständlichen Weise eine Zeit zwar nicht mehr gefeiert werden. Trotzdem erreichen wir viele. Ich war positiv überrascht, dass nicht wenige Senioren unserer Kirchengemeinde außer WhatsApp auch Facebook nutzen. Wir haben zügig eine neue Facebook-Seite für unsere Kirchengemeinde erstellt und schon begonnen, schriftliche und Video-Andachten zu veröffentlichen. Auch für die kommenden Sonntage wollen wir das tun, möglichst zweisprachig, wie auch in der Kirche aufgenommene, musikalische Andachten. Auch die Konfirmanden werden durch die Medien erreicht, mehr als bisher, ebenfalls erhalten die Schulkinder auf diesem Weg Aufgaben von ihren Lehrern.Weiterlesen

Ein Blick hinter das Tor in den Hof

Zu dem Buch ,,Kleine Erde, Hermannstadt“ von Susanne Thrull

Ausgabe Nr. 2667

Susanne Thrull: Kleine Erde, Hermannstadt, Schiller-Verlag Bonn-Hermannstadt, 2019, 132 Seiten, ISBN 9783946954651.

Das Buch ,,Kleine Erde, Hermannstadt – Bericht über eine Zeit, die es gegeben hat“ von Susanne Thrull, erschienen im Jahre 2019 im Schiller-Verlag Bonn-Hermannstadt, ist eine Biografie ihres Mannes Ralf Thrull, Laborarzt im Ruhestand, und seiner Familiengeschichte in Siebenbürgen. Nun im hohen Norden Deutschlands zu Hause aber tief verbunden mit seiner Heimat Hermannstadt ersucht das Ehepaar Thrull mit aufwendiger Recherche in Archiven die Familiengeschichte zusammen. Weiterlesen

Vorboten der Emanzipation

Buch über Erziehung und Emanzipation in Siebenbürgen erschienen

Ausgabe Nr. 2667

Gruppenbild der Schülerinnen der Haushaltungsschule mit ihrer Lehrerin Christine Schuster.  Foto: Wilhelm AUERLICH/Archiv Konrad KLEIN

Keine Zeit zum Lesen? Jetzt kann man diese Ausrede nicht mehr nutzen. Die Auszeit wegen der Coronavirus-Pandemie eignet sich hervorragend zum Lesen. Ein spannender Roman oder, warum nicht, ein Geschichtsbuch.

Neulich im Verlag der Lucian Blaga-Universität 2019 erschienen ist zum Beispiel in rumänischer Sprache „Educație, emancipare, gastronomie: școlile de fete și asociațiile de femei din Sibiu de la sfârșitul secolului al XIX-lea până la 1948“ von Gudrun-Liane Ittu und Constantin Ittu.Weiterlesen

„Wir müssen flexibel reagieren”

Bilanz 2019 und Vorschau 2020 bei Continental

Ausgabe Nr. 2667

Oswald Kolb (3. V. l.) mit Bürgermeisterin Astrid Fodor (2. V. l.) bei der Werkbesichtigung zum 15. Jubiläum von Continental in Hermannstadt. Foto: Werner Fink

Continental hat 2019 in Rumänien etwa 200 Millionen Euro in neue Gebäude, sowie in innovative Technologien investiert, die u. a.  zu einer umweltfreundlichen Mobilität beitragen sollen.  Rund eine Million Euro investierte das Unternehmen hier in Bildungsprojekte, Programme für Studenten, sowie auch in die Entwicklung der dualen Berufsschule in Rumänien. Gegenwärtig ist die Mitarbeiteranzahl von Continental in Rumänien auf insgesamt  20.000 Angestellte  angewachsen, von denen 4.500 in Hermannstadt beschäftigt werden. Hier wurden 2019 nämlich ca. 32 Millionen investiert, wobei Entwicklung und Produktion hier den Megatrends vernetztes und automatisiertes Fahren in der Automobilindustrie folgen. Welche Herausforderungen es für Continental nun 2020 angesichts des Rückgangs der weltweiten Automobilproduktion und der Corona-Pandemie gibt, teilte Oswald Kolb, der Geschäftsführer der Hermannstädter Niederlassung der Hermannstädter Zeitung mit.Weiterlesen

Bogenlampen und Fallrückzieher im Sand

Neue, unbekannte Sportarten (III) / Von Cynthia PINTER

Ausgabe Nr. 2667

In Schwäbisch Gmünd findet seit mehreren Jahren die European Footvolley League statt. Dieses Jahr soll die fünfte Auflage des Wettbewerbs vom 28. bis 31. Mai organisiert werden.Foto: Playa de Gamundia

Fußball, Basketball, Boxen, Tennis, Schwimmen oder Eishockey. Das sind einige der bekanntesten Sportarten der Welt.

Aber es entstehen immer wieder neue Sportarten. Meistens sind es Abwandlungen alter Sportarten, manchmal aber auch total neue Disziplinen. In dieser Reihe stellen wir einige der im letzten und diesen Jahrhundert erschienenen Sportarten vor.

Heute geht es um Footvolley.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2667

Die Heltauergasse – menschenleer am 17. März d. J.Foto: Mugur Frățilă

Militärischer Erlass Nr. 4 in Kraft getreten

   Bukarest. –  Am 29. März ist der Militärische Erlass Nr. 4 in Kraft getreten.

Rumänien befindet sich laut Gesundheitsminister Nelu Tătaru (PNL) – der den Gesundheitsminister Victor Costache ersetzt hat, nachdem dieser am 26. März demissioniert hat – in der vierten und somit letzten Etappe des Krisenplans, in der mehr als 2.000 Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus registriert wurden. Laut dem Minister rechnen die Behörden mit einer ersten Spitze mit 10.000 Infektionsfällen gegen Mitte bis Ende April. Die 4. Phase bezieht sich vor allem auf das Gesundheitssystem, zum Beispiel wurden weitere 36 Krankenhäuser bestimmt, die Covid-19-Patienten aufnehmen. Das Kreiskrankenhaus und die Kinderklinik in Hermannstadt, sowie das Mediascher Krankenhaus sind sogenannte „Covid-Krankenhäuser”. Asymptomatische, leichte und mittelschwere Fälle sollen daheim behandelt werden. Infizierte Ärzte und Krankenschwestern sollen, wenn möglich, Covid-19-Patienten behandeln. Der Krisenstab der Regierung soll die Beschränkungen verschärfen, falls nötig.

Der Militärische Erlass Nr. 4 lockert ein bisschen die Einschränkungen für Personen über 65 Jahren, die weiterhin für Einkäufe nur zwischen 11 und 13 Uhr die Wohnung verlassen dürfen, jedoch den ganzen Tag für medizinische Versorgung ausgehen dürfen. Auch abends dürfen diese zwischen 20 und 21 Uhr ihre Haustiere ausführen und brauchen keine Erklärung dafür.

Die Bürgermeisterämter müssen in den Wohnblocks Spender mit Desinfektionsmitteln installieren und gemeinsame Räumlichkeiten desinfizieren.

Die Bürger müssen überfüllte Gegenden meiden und dürfen sich in Gruppen von maximal drei Personen fortbewegen – Ausnahme machen die öffentlichen Verkehrsmittel.

Die Preise für elektrische und thermische Energie, Gas, Wasser und Kraftstoff dürfen nicht über das Niveau vom 29. März 2020 angehoben werden.​

Bis zum 1. April wurden in Rumänien 26.609 Tests durchgeführt,  2.460 Personen waren positiv, 252 davon sind genesen und 92 gestorben – mindestens eine Person in Hermannstadt. (RS)

 

WEITERE NACHRICHTENTITEL:

Notrufnummern; In eigener Sache; Tests im Kinderkrankenhaus; Medaillen zur Jahrhundertfeier; Treppenhäuser desinfiziert; Hilfe durch Online-Plattform; Deutschkurse; Programm gekürzt; Geflüsterte Geschichten; Konzerte im Livestream; Plattform für Lokalprodukte; Kunstausstellung im Netz; Alle Gottesdienste fallen aus; Hilfe im Alltag; Ausweis nötig; Forum im Homeoffice; Rumänisches Fernsehen in deutscher Sprache.Weiterlesen

Weitgehende Ausgangssperre

3. Militärischer Erlass bringt neue Maßnahmen und Einschränkungen 

Ausgabe Nr. 2666

Die Triage der Patienten wird in der Hermannstädter Kinderklinik in einem Container durchgeführt, der am Montag, dem 23. März, in den Hof des Krankenhauses gebracht wurde (unser Bild). Kinderärzte bieten zwischen 9 und 14 Uhr, unter 0269-21.79.27 auch telefonische Patienten-Triagen an.  Mehr dazu auf Seite 2.                           Foto: Mugur FRĂȚILĂ

Der 3. Militärische Erlass ist am Mittwoch, dem 25. März, 12 Uhr in Kraft getreten. Rumänien hat zur Zeit über 500 Infektionsfälle mit Covid-19 und ist somit in der gelben Zone. Die Krankenhäuser werden evakuiert, um Platz zu machen, der Ausgang der Personen ist sehr stark eingegrenzt. Weiterlesen

Bodenheizung, Bohrungen, Vitralien

Zwischenbilanz der Renovierungsarbeiten an der evangelischen Stadtpfarrkirche

Ausgabe Nr. 2666

So sah die Nordseite der evangelischen Stadtpfarrkirche vor der Montage der restaurierten Vitralien von außen aus. Zu sehen ist der neue Putz.
Foto: Beatrice UNGAR

Seit zwei Jahren ist die evangelische Stadtpfarrkirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Im März 2018 konnte nämlich nach der erfolgreichen Prozedur zur Beantragung der Mittel für das EU-Projekt mit der effektiven Arbeit begonnen werden. Zur Erinnerung: Der Finanzierungsvertrag wurde 2016 eingereicht und im April 2017 wurde der Vertrag über eine Gesamtsumme von 21.910.483 Lei unterzeichnet. Der Abschluss der Arbeiten war darin für Oktober 2020 vorgesehen, er wurde wegen der Verzögerung durch die archäologischen Arbeiten bis März 2021 verlängert. Die Arbeiten befinden sich jetzt sozusagen auf halber Strecke.Weiterlesen

Über Grippe (Influenza)

Beitrag aus dem Agnethler Wochenblatt vom 25. Februar 1922

Ausgabe Nr. 2666

Über Ersuchen hat Herr Dr. Julius Oberth, Direktor des Schäßburger Komitatsspitales dem Großkokler Botenüber obige Frage einen Aufsatz zur Verfügung gestellt, den wir auch in unserm Blatte zum Abdrucke bringen. Er hat folgenden Wortlaut:

Die Älteren unter uns erinnern sich noch deutlich der großen Grippeepidemie von 1889/90 und 91, die, wie das in der Friedenszeit meist der Fall war, aus Russland kommend, ganz Europa durchzog. Ich war damals Operationszögling an der Klinik Billroth. Fast über Nacht erkrankten mehr als die Hälfte der Assistenten und Operationszöglinge an der Klinik, andere folgten nach, so dass der Betrieb der Klinik nur schwer aufrechterhalten werden konnte. Aber jene Epidemie war relativ unschuldig, hatte kaum 0,1-0,8 % Sterblichkeit. Weiterlesen