Blick von der Lügenbrücke

Ausgabe Nr. 2671

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Das immer noch wie ein Fremdkörper in die Altstadt gepflanzt da stehende ehemalige Bürogebäude (Ende der 1960-er Jahre gebaut) der stillgelegten Independența-Fabrik in der Unterstadt ist von der Eigentümerfirma des gesamten Geländes – SC Casa Albă Independența SA –  saniert worden und soll bald Mieter haben: Den Gerichtshof und das Gericht Hermannstadt, die seit Beginn der Restaurierungsarbeiten am Justizpalast in der Schewisgasse dreimal umgezogen sind.                                Foto: Beatrice UNGAR

Grußwort der in Hermannstadt tätigen Konsuln zum Europa-Tag

Ausgabe Nr. 2671

Der 9. Mai ist der Tag der europäischen Bürger, es ist unser aller Tag, an dem wir gemeinsam dessen gedenken, was uns verbindet und das ist viel. Vor zwei Jahren pflanzten die in Hermannstadt tätigen Konsuln vor den Toren der Stadt junge Eichen, die nun prächtig gedeihen. Vor genau einem Jahr fand ein besonders feierliches Ereignis hier statt, der Europagipfel.

In diesem Jahr steht der Europatag erstmalig im Zeichen einer weltumspannenden Krise. An Feier- oder Gedenkstunden im üblichen Rahmen ist in diesen Wochen nicht zu denken. Das Corona-Virus macht keinen Halt vor nationalen Grenzen und hat sich innerhalb kürzester Zeit auf allen Kontinenten ausgebreitet. Noch sind die Folgen der Krise nicht absehbar und es wird wahrscheinlich Monate, wenn nicht Jahre dauern, bis sie überwunden ist.Weiterlesen

Die Hermannstädter 1510 vor der „bösen Pestilenz“ gerettet

Rigorose Ausgangssperren und Isolierungsmaßnahmen des Arztes Johannes Salzmann / Von Robert OFFNER

Ausgabe Nr. 2671

Johannes Salzmann: Ein nutzliche ordnung und regiment wider die Pestilentz (Wien, 1521)

Soziale Distanzierung widerspricht der Werteordnung und dem Lebensstil des Bürgertums zu Beginn des 21. Jahrhunderts, wie wir die Coronavirus-bedingte Stilllegung (Shutdown) derzeit erleben müssen. In der Grauzone zwischen rationaler Akzeptanz sinnvoller Einschränkungen und innerer Rebellion gegen die Limitierung der Freiheit als der großen Errungenschaft moderner Gesellschaften und der Selbstkontrolle über das eigene Los keimt in den Seelen die Hoffnung auf baldige Besserung und sogar Normalisierung des Lebens.

Nicht anders war es zu Seuchenzeiten längst vergangener Zeiten, etwa vor fünf Jahrhunderten in Hermannstadt. Die Stadt am Zibin, eine florierende siebenbürgisch-sächsische Handwerks- und Handelsstadt im Südosten des Königreichs Ungarn, war in der besonders glücklichen Ausnahmesituation, 1510 eine „böse Pestilenz“ ohne Verluste überstanden zu haben.Weiterlesen

Jubel im virtuellen Raum

FC Hermannstadt Landesmeister in der eLiga 1

Ausgabe Nr. 2671

So kann man die Lockerungen in der Fußballwelt auch sehen.Karikatur: Marian KAMENSKY

Während man derzeit weltweit auf den Fußballfeldern im wahrsten Sinn des Wortes das Gras wachsen hören kann – Ausnahmen bestätigen die Regel – geht es im virtuellen Bereich hoch her. Der als FIFA 20-Videospiel ausgetragene Wettkampf um den Rumänienpokal endete mit dem Sieg der Mannschaft Universitatea Craiova, vertreten durch Mihai Roman. Weiterlesen

Aus der Sicht der Kunst

Der Kunsthistoriker Marius Joachim Tătaru ist tot

Ausgabe Nr. 2671

Marius Tătaru bei der Vernissage der Ausstellung Susanne Schunn im Siebenbürgischen Museum, Mai 2011.Foto: Werner SEDLER

Am 20. April vollendete sich viel zu früh das Leben eines Menschen, zu dessen fachlichem Werdegang und beruflichem Wirken die kunsthistorische Beschäftigung mit Bildwelten als eine überaus bestimmende und wesentliche Konstante gehörte: des Kunsthistorikers und langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeiters des Siebenbürgischen Museums, Marius Joachim Tătaru.Weiterlesen

Modern eingepackt

Zur DSTT-Aufführung ,,Die menschliche Dummheit“

Ausgabe Nr. 2671

Szenenfoto mit der Regisseurin und Schauspielerin Simona Vintilă (Bildmitte, sitzend), Tatiana Sessler Toami, Radu Brănici, Harald Weisz, Richard Hladik, Daniela Török, Isa Berger und Dana Borteanu (v. l. n. r.).Foto: Ovidiu ZIMCEA

Eine Erzählung von Ion Creangă in deutscher Sprache für die Bühne tauglich zu machen, ist kein leichtes Unterfangen. „Die menschliche Dummheit“ (Prostia omenească) wurde nämlich in einer stark regional gefärbten antiquierten Sprache geschrieben. Simona Vintilă, die für die Regie des Stückes unterschreibt, hat es allerdings verstanden, die Erzählung, die sich in einer dörflichen Gegend abspielt, modern einzupacken. Weiterlesen

Bekannt und beliebt

Mircea Mureșan ist tot

Ausgabe Nr. 2671

Mircea Mureșan (1928-2020).

Der Regisseur Mircea Mureșan, der sowohl den Titel eines Ehrenbürgers von Hermannstadt als auch des Kreises Hermannstadt innehatte, ist am 24. April in Bukarest gestorben.

Der damals dienstälteste lebende rumänische Regisseur Mircea Mureșan wurde 2017 im Rahmen einer Feierstunde in der Juli-Sitzung des Kreisrats mit der Ehrenbürger-Würde des Kreises Hermannstadt ausgezeichnet. Der am 11. November 1928 in Hermannstadt Geborene gewann mit der Verfilmung des Romans „Răscoala“ (Der Aufstand, 1965) von Liviu Rebreanu 1966 den  Debütpreis (Prix de la Premiere Oeuvre) beim Filmfestival in Cannes, wurde für die Goldene Palme nominiert und verbuchte damit den ersten rumänischen Erfolg bei dem berühmten Filmfestival.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2671

Foto: Cynthia PINTER

70. Heimattag auf 2021 verschoben

   München. – Der Bundesvorstand des Verbandes der Siebenbürger in Deutschland hat beschlossen, den diesjährigen Heimattag in Dinkelsbühl abzusagen. Es hätte der 70. Heimattag sein sollen. Nun wird dieser auf Pfingsten 2021 verschoben. In einem diesbezüglichen Schreiben begründete der Bundesvorsitzende Rainer Lehni diesen Beschluss mit den hohen gesundheitlichen Risiken und der Planungsunsicherheit, die sich durch die Corona-Pandemie ergeben haben. Der Beschluss sei mit der Großen Kreisstadt Dinkelsbühl abgesprochen worden. Lehni präzisiert: ,,Mit gutem Gewissen könnten wir unserer älteren Generation, als besonders gefährdete Risikogruppe, die Teilnahme an einem Heimattag in diesem Jahr nicht empfehlen. Sie gilt es besonders zu schützen. Unsere Sorgen gelten jedoch allen Heimattaggästen sowie der gesamten Bevölkerung von Dinkelsbühl, da wir absolut niemanden einem gesundheitlichen Risiko aussetzen dürfen.

Die bisherigen Vorbereitungen waren nicht vergebens. Der diesjährige Mitausrichter, die Regionalgruppe Hermannstadt, Harbachtal und Umgebung des Verbands der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften wird den Heimattag 2021 mitgestalten. Wir sehen uns zu Pfingsten 2021 in Dinkelsbühl.“

 

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Sanierungsarbeiten an der Stadtmauer

Ausgabe Nr. 2670

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Ende September 2019 wurden die Sanierungsarbeiten an der Stadtmauer an der Unteren Promenade/Coposu-Boulevard und an den ,,Hartenecktürme“ genannten Wehrtürmen in der Harteneckgasse/Cetății in Angriff genommen. Das Hermannstädter Bürgermeisteramt veranschlagte dafür 6,65 Millionen Lei aus dem städtischen Haushalt. Unser Bild: Die Wehrtürme sind fertig saniert und jetzt arbeitet die Baufirma EURAS noch an dem letzten Abschnitt der Stadtmauer.                     

Foto: Beatrice UNGAR

„Mehr erreicht, als zu erwarten war“

Unternehmer Andreas Huber vertritt seit 30 Jahren Liqui Moly in Rumänien

Ausgabe Nr. 2670

Der Unternehmer Andreas Huber, seines Zeichens auch Österreichischer Honorarkonsul für Siebenbürgen, (rechts) und sein Sohn Andreas Huber Junior – hier im Schauraum der Liqui Moly-Produkte – teilen sich die Geschäftsführung der Firma Limorom.                          Foto: Werner FINK

Der erfolgreiche Unternehmer Andreas Huber, ein gebürtiger Großauer, vermarktet seit 30 Jahren Liqui Moly-Produkte wie Motorenöle, Additive oder  Schmierstoffe in Rumänien. Inzwischen baute Huber auch das Autohaus Huber auf und wurde auch österreichischer Honorarkonsul in Hermannstadt. Eine ausgiebige Jubiläumsfeier konnte im Rahmen seiner Firma Limorom wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden, allerdings gewährte Huber dem HZ-Redakteur Werner F i n k zu diesem Anlass und zu seinem Werdegang in Rumänien folgendes Interview:

 

Was bedeutet 30 Jahre Liqui Moly in Rumänien?

Wir sind der alleinige Importeur von Liqui Moly-Produkten seit 1990.

Warum gerade Liqui Moly?

Ich habe mein Motorenöl immer selber gekauft. Damals hat man oft auch in Deutschland den Ölwechsel privat gemacht, beim Freund oder Schwager, wenn er Automechaniker war oder sich auskannte. Ich hatte stets Liqui Moly-Öl verwendet, es ist ein gutes deutsches Produkt und so kam mir die Idee, dieses Produkt auch in Rumänien zu verkaufen. Ich bin nach Ulm zu Liqui Moly gefahren, wo meine Idee begrüßt wurde. So habe ich 1990 angefangen, Liqui Moly in Rumänien zu verkaufen, zuerst über ein Einzelhandelsgeschäft und dann ab 1994 exklusiv Liqui Moly-Produkte über den Großhandel.Weiterlesen