Aus Ferch wurde Lerch

Gedanken zu dem Roman ,,Endzeit“ von Franz Heinz

Ausgabe Nr. 2766

Franz Heinz: Endzeit. Roman. Umschlagbild: Franz Ferch: Maroschhaus (Ausschnitt). Pop Verlag Ludwigsburg 2020, 264 Seiten, ISBN 978-3-863563042. 96 Lei/19,50 Euro. In Hermannstadt im Erasmus-Büchercafé und in der Schiller-Buchhandlung erhältlich.

,,Endzeit“, ein Roman oder eine Biografie? Beim Lesen des im Pop Verlag Ludwigsburg erschienenen Buches, geschrieben vom 1929 in Perjamosch geborenen Schriftsteller und Journalisten Franz Heinz, gibt der Schriftsteller selbst die Antwort im Vorwort: ,,Endzeit“ sei ein Roman, dessen Begebenheiten nicht vordergründig als Biografie zu verstehen sind. Der Roman ist angelehnt an den Lebensweg des Banater Malers Franz Ferch (1900-1981), der im Roman „Lerch“ heißt. Weiterlesen

,,Kultur transportiert Werte“

Streiflichter von der 3. ,,Jahrestagung der Diplomaten, Künstler und Geschäftsleute“

Ausgabe Nr. 2766

Blick in den Sitzungssaal des Hermannstädter Stadtrates bei dem Arbeitstreffen am 1. April d. J..                                                                        Foto: TNRS

,,Die deutsche Abteilung am Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheater (TNRS) versteht sich nicht mehr nur als Minderheitentheater, sondern als europäisches und deutschsprachiges Theaterhaus. Wir sind in einem ständigen Dialog mit dem Goethe Institut in Bukarest, der Deutschen Botschaft in Bukarest, dem Deutschen Konsulat in Hermannstadt, dem Österreichischen Kulturforum, dem Honorarkonsul des Großherzogtums Luxemburg in Hermannstadt und freuen uns sehr über deren jährliche und kontinuierliche Unterstützung. Auch sind wir sehr froh darüber, dass uns das Institut für Auslandsbeziehungen in Stuttgart durch die Vermittlung von deutschen Sprecherziehern unterstützt.“ Das sagte u. a. der Leiter der deutschen Abteilung des TNRS, Hunor Horváth, beim Arbeitstreffen im Rahmen der dritten Auflage der ,,Jahrestagung  der Diplomaten, Künstler und Geschäftsleute“ am 1. April im Sitzungssaal des Stadtrates von Hermannstadt im Rathaus am Großen Ring.Weiterlesen

,,In Wechselwirkung zueinander“

Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (II)

Ausgabe Nr. 2766

Porträt des Johann Michael Soterius von Sachsenheim (1742-1794) in der Brukenthalschen Gemäldesammlung, unbekannter Maler des 18. Jahrhunderts.

,,Ereignet es sich endlich, dass auch in dem weiblich Samuel von Brukenthalschen Stamme die männlichen Nachkommen erlöschen sollten, so verordne ich, dass mein ganzes liegend und fahrendes Vermögen mit alleiniger Ausnahme derer gleich nachher zu benennenden Sammlungen sofort auf die Linie meines Neffen Johann Michael Soterius von Sachsenheim, eben auch in der Eigenschaft eines Fidei Comissi übergeben werden.“ So lautet ein Passus aus dem ,,im Prozess stehenden Samuel Freyherr von Bruckenthalischen Testament“ (siehe Gudrun-Liane Ittu, ,,Geschichte des Brukenthalmuseums“, S. 85). In der zweiten Folge der Reihe ,,Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal“ stellt  der für die Bibliothek zuständige Kurator Alexandru-Ilie Muntean Brukenthals Neffen Johann Michael Soterius vor.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2766

Foto: Cynthia PINTER

In eigener Sache: Die nächste Ausgabe der HZ erscheint am 29. April

Da der Karfreitag für alle christlichen Konfessionen in Rumänien seit letztem Jahr ein gesetzlicher Feiertag und deshalb arbeitsfrei ist, und die rumänische Regierung erwägt, auch den orthodoxen Gründonnerstag, heuer den 21. April, zum arbeitsfreien Tag zu erklären, und folglich die Rumänische Post nicht arbeitet, erscheint unsere nächste Ausgabe erst am 29. April 2022.

Wir danken für Ihr Verständnis und wünschen allen, die an diesem und am nächsten Sonntag Ostern  bzw. die ab heute und bis zum 23. April Pessach feiern, ein frohes Fest im Kreise Ihrer Lieben.

Die RedaktionWeiterlesen

Gabriel Tischer ist neuer Vorsitzender

DFDH-Vorstandswahlen bei der Mitgliederversammlung im Spiegelsaal

Ausgabe Nr. 2765

Der neugewählte Vorstand des DFDH:  Wolfgang Köber, Annemarie Fazakas, Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter, Corina Bokor, Gabriel Tischer, Gertrud Krech, Monika Hay, Friedrich Gunesch, Dechant Pfarrer Hans-Georg Junesch (v. l. n. r.).                                                                  Foto: Cynthia PINTER

 

Bei der Mitgliederversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt, die am Donnerstag, dem 31. März, im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums stattfand, wurde Gabriel Tischer als neuer Vorsitzender des Hermannstädter Forums gewählt. Er löst Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter ab, der nach vierjähriger Amtszeit nicht mehr für dieses Amt kandidiert hat.

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,,April April!“

Ausgabe Nr. 2765

Mit diesen Worten empfing die HZ-Chefredakteurin die Neugierigen, die es tatsächlich miterleben wollten, wie die Nepomukstatue wieder an ihren Standort gebracht wird. Das hatte ja in der Ausgabe der Hermannstädter Zeitung vom 1. April 2022 gestanden.  Da die HZ am Stichtag erscheinen durfte, haben wir uns das erlaubt. Die Neugierigen waren zunächst etwas enttäuscht, als sie erfuhren, dass sie einem Aprilscherz auf den Leim gegangen waren und machten noch einen Spaziergang über den Großen Ring zum römisch-katholischen Stadtpfarramt, um die Originalstatue zu bewundern, die nach wie vor in dem Innenhof steht. Einer der Neugierigen hatte sie nur aus den Erzählungen seiner Mutter gekannt…                             Foto: Carla HONOLD

,,Hier im abzweigenden Lassler Tal“

Ordination und Einführung einer Pfarrerin der EKR in Malmkrog

Ausgabe Nr. 2765

Drei Premieren fanden am 2. April d. J. in Malmkrog statt:  Die erste Ordination überhaupt seit es Malmkrog gibt (der Ort wurde vor 717 Jahren erstmals urkundlich erwähnt), die erste Pfarrerin in dieser Kirchengemeinde und die erste Landlerin, die als Pfarrerin der EKR ordiniert wird. Unser Bild: Nach dem Ordinationsgespräch setzten Vikariatsvat er Dietrich Galter, Pfarrer in Neppendorf, die neue Pfarrerin Angelika Beer, Bischof Reinhart Guib und Joachim Lorenz, der frühere Pfarrer in Malmkrog,   der heute in der Honterusgemeinde in Kronstadt dient, ihre Unterschriften in das Ordinationsbuch der EKR.      Foto: Beatrice UNGAR

„Du wirst Pfarrerin“ habe ihr ihre siebenbürgisch-sächsische Großmutter – die mit ihren Enkelkindern Landlerisch gesprochen hat – nach dem Abitur gesagt, erzählte im Rahmen des Ordinationsgesprächs im Gemeinderaum der evangelischen Kirchengemeinde in Malmkrog Angelika Beer, die am 3. März 1982 in Hermannstadt als zweites Kind der Schneiderin Sara Beer, geborene Mesch und des Schlossers Josef Beer geboren wurde. Bei dem Ordinationsgespräch, das dem Gottesdienst zur ,,Ordination der Kandidatin des geistlichen Amtes Angelika Beer“, wie die offizielle Bezeichnung dieser Zeremonie in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien heißt, voranging, stellte Beer nicht nur ihren Lebenslauf sondern auch ihre Thesen vor. Weiterlesen

Bestickte Ostereier

Ausgabe Nr. 2765

55 handbestickte Ostereier zum Aufhängen, beidseitig mit siebenbürgisch-sächsischen Mustern bestickt und mit Schleife und Schlingenborte versehen, fertigten unter Anleitung ihrer Lehrerinnen Bianke Grecu (1. v. l.) und Anca Irimină (2. v. l.) Schülerinnen und Schüler der Klassen 5-10 von der Brukenthalschule an und übergaben sie für die Restaurierung der Sauer-Orgel in der Hermannstädter evangelischen Stadtpfarrkirche am Montag Stadtkantorin Brita Falch-Leutert. Die Ostereier hängen nun an den Ästen eines Osterbaums, die in einer Orgelpfeife stecken und können gegen eine Spende erworben werden.            Foto: Beatrice UNGAR

Selbst zum Pinsel gegriffen

Workshop zu siebenbürgisch-sächsischer Möbelmalerei

Ausgabe Nr. 2765

Kreative Stimmung herrschte bei dem gut besuchten Workshop am Samstagabend im Spiegelsaal des DFDH.       Foto: DFDH

Schon beim Betreten des Spiegelsaals im Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) wurde klar, dass es bei der Veranstaltung unter dem Titel „Bunte Blumenpracht – Florale Dekorationen auf sächsischen Möbeln“ am vergangenen Samstagabend nicht um passives Zuhören gehen sollte. Hinter der Bestuhlung für den Vortrag mit Restauratorin Cristina Kiru standen Tische mit Pinseln, Bleistiften und Farbtuben bereit. Weiterlesen

Eine Stätte der Geborgenheit und der Zuversicht

Antje Schmidt-Classen und das Hermannstädter Taubstummenheim 

Ausgabe Nr. 2765

Antje Schmidt-Classen zeigt zwei gehörgeschädigten Kindern bei einem ihrer zahlreichen Besuche wie ein Spiel funktioniert.  Foto: Privat

In diesen wirren Zeiten der inneren und äußeren Not und Bedrängnis habe ich nicht in den Medien der Massenkommunikation nach Trost und Hoffnung gesucht, sondern in Schriften, die mit ihren Lesern die Zwiesprache suchen, und bin dabei in der Apostelgeschichte auf folgende Verse gestoßen: „Denn ich habe von niemandem Silber oder Gold oder Kleidung begehrt. Denn ihr wisst selber, dass mir diese Hände zum Unterhalt gedient haben für mich und die, die mit mir gewesen sind.“ (Apg 20,33-34)

Nun war die Zwiesprache mit diesen Zeilen kein Wechselspiel von Frage und Antwort. Sie wirkten vielmehr als Erfahrung, dass im Glaubensleben die Verbindung mit dem Alltag allein gesucht und auf alle persönlichen Fragen eine zusammenhängende Darstellung gefunden werden kann. Somit auch auf solche Vorgänge, die – nach dem historischen Versagen der Mächte dieser Welt  –  im Falle einer totalen Konfrontation alles Leben zu zertrümmern drohen. Weiterlesen

Quasi himmlische Stimmung erzeugt

Kronstädter Bachchor in Paris/HZ-Gespräch mit Chorleiter Steffen Schlandt

Ausgabe Nr. 2765

Sie bedanken sich für den Applaus: Bariton Jean-Pierre Serre, Chorleiter Steffen Schlandt, Sopranistin Andreea Cojoc und Chroleiter Christian Ciuca (v. r. n. l.).                             Foto: Privat

Die riesige Basilique Sainte Clotilde im 7. Arrondissement von Paris mit ihren hohen Glasfenstern ist ein Ort, der selbst vielen Parisern nicht bekannt ist. Hier fand am 1. April 2022 eine ganz außergewöhnliche  Veranstaltung statt, das gemeinsame Singen des ,,Ensemble Vocal Crescendo” und des Kronstädter Bachchors, als franko-rumänischer Chor. Schon der anwesende rumänische Botschafter, S. E. Luca Niculescu, hatte in seiner Begrüßung betont, dass das nicht einfach zu organisieren gewesen war, da neben dem Abend in Paris auch noch ein zweites Konzert in Rumänien geplant ist.  Das Projekt entstand nach einer Begegnung zwischen dem Chorleiter Christian Ciuca und dem Organisten und Chorleiter Steffen Schlandt und brauchte wegen des Covid-Umfelds mehr als zwei Jahre um zu existieren. Die wunderbaren Stimmen von zwei Chören, die vereint die Basilique ausfüllten und wie für sie geschaffen schienen, verliehen dem großen Gebäude doch gleichzeitig eine gewisse Intimität. Der Abend stand auch ganz im Zeichen der Ukraine. Als am Schluss aus der Tiefe der Basilika kommend einige Mädchen  ,,We shall overcome” anstimmten, was von dem großen Chor und dann auch vom anwesenden Publikum gesungen wurde, ging dieser bewegende Abend in einer quasi himmlischen Stimmung zu Ende. Ein reicher Applaus belohnte die Glanzleistung der beiden Chöre. Mit Steffen Schlandt, Chorleiter und Organist aus Kronstadt,  sprach am Ende des Abends der Pariser HZ-Korrespondent Claus R e h n i g.Weiterlesen