Nachrichten

Ausgabe Nr. 2761

Alarmzustand nicht verlängert

   Hermannstadt. – Der vor knapp zwei Jahren wegen der Covid19-Pandemie in Rumänien ausgerufene Alarmzustand wurde am 8. März um Mitternacht beendet. Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis erklärte in einer Pressekonferenz am Freitag, den 4. März, dass „die 5. Welle am Abebben ist”, nach zwei schweren Jahren seit dem Debüt der Pandemie, „in denen über 63.000 rumänische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger den Kampf mit der Krankheit verloren haben”.

Alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wurden somit aufgehoben. Das Tragen der Maske ist weder drinnen noch draußend verpflichtend, Gesundheitsminister Alexandru Rafila empfiehlt aber, diese in geschlossenen Räumen, wo sich viele Menschen aufhalten, wie z. B. öffentlichen Transportmitteln, Schulen und Supermärkten, Malls, weiterhin zu tragen.

Seit dem 9. März sind wieder auch alle Treffen mit einer unbegrenzten Anzahl von Personen erlaubt, wie z. B. Demos, Hochzeiten und Kino- oder Theaterbesuche. Desgleichen sind die Öffnungszeiten für Lokale freigegeben, bei voller Kapazität.

Personen, deren offizielle Dokumente wie Personalausweis und Führerschein abgelaufen sind, haben ab sofort 90 Tage Zeit, diese zu erneuern. Bisher waren diese Dokumente weiterhin gültig. (RS)Weiterlesen

Unterführung wieder geöffnet

Ausgabe Nr. 2760

Die Fußgängerunterführung am Ende der Bretterpromenade unter der Mühlgasse/Andrei Șaguna Richtung Schewisgasse&Bd. Victoriei wurde am Freitag der Vorwoche wieder eröffnet. Die Arbeiten im Innenbereich sind bis auf kleine Details fertiggestellt und die noch anstehenden Arbeiten im Außenbereich können fortgesetzt werden, ohne den Betrieb der Unterführung zu beeinträchtigen. Durchgeführt wurden u. a. Arbeiten an der Struktur, dem Regenwasser-Ableitungssystem, dem Bodenbelag und der Wandverkleidung. Unser Bild: Bürgermeisterin Astrid Fodor (rechts vorne) begutachtet die 18 Meter lange aus 45 Bildschirmen gebildete und von Sicherheitsglasplatten geschützte Videowand.                      Foto: Presseamt der Stadt

Ein großes Herz für Flüchtlinge

Spontane Hermannstädter Spendenaktion für die Ukraine war ein großer Erfolg

Ausgabe Nr. 2760

Fleißige Freiwillige griffen den Spendern unter die Arme und sortierten die Güter je nach Inhalt schon vor der Halle.                                                                                           Foto: Cynthia PINTER

Wasserflaschenpacks, Fleischkonserven, Hygieneartikel, Kleidung, Medikamente, Spielzeug, Decken, Matratzen und sogar Hunde- und Katzenfutter. In der 300 Quadratmeter großen Halle in der Tractorului- Straße Nummer 10 in Hermannstadt summte und brummte es am Wochenende (26. und 27. Februar) wie in einem Bienenstock. Säcke und Kisten voll mit Spenden wechselten die Besitzer im Sekundentakt. Der Krieg in der benachbarten Ukraine hat Menschen in Rumänien sensibilisiert und einige ergriffen die Initiative und organisierten Hilfstransporte für Flüchtlinge. „Vă ajutăm din Sibiu“ (Wir helfen euch aus Hermannstadt) ist eine davon, dank derer tausende von Hermannstädter am Wochenende für die Flüchtlinge aus der Ukraine spendeten.Weiterlesen

,,Archivarbeit kann recht emotional sein”

Interview mit Dr. Gerhild Rudolf, Leiterin des Teutsch-Hauses in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2760

Gerhild Rudolf in ihrem Büro.                                                            Foto: Ruxandra STĂNESCU

 

Dr. Gerhild Rudolf feierte am 1. März 10 Jahre, seitdem sie das Teutsch-Haus in Hermannstadt leitet. Über ihre bisherige Arbeit und Zukunftspläne sprach sie mit der HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.

Bitte stellen Sie sich kurz vor?

Ich bin Gerhild Rudolf, ich bin in Kronstadt geboren und aufgewachsen, habe dann in Hermannstadt Germanistik und Anglistik studiert, nachher war ich Hausfrau, Religionslehrerin und Gottesdienstlektorin. Nach-dem die Kinder etwas größer waren, habe ich als Redakteurin der Kirchlichen Blätter, das ist die Monatsschrift der evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, etwa 15 Jahre gearbeitet. Nach dem Studium habe einen Master absolviert und dann 2018-2019 das Doktorat abgelegt. Das Gebiet,  das mich am meisten interessiert hat, war angewandte Linguistik.Weiterlesen

Bin ich eigentlich ,,normal“?

Betrachtungen über Frauen, die als Urzel liefen und laufen / Von Dagmar SECK

Ausgabe Nr. 2760

Schon 1983 wurden in der Hermannstädter Zeitung, die damals Die Woche (Nr. 790/4. März) heißen musste, zahlreiche weibliche Urzeln abgebildet.         Foto: Horst BUCHFELNER

Soweit meine Erinnerungen zurückreichen, wurde in meiner Familie immer Urzel gelaufen. Damit meine ich gar nicht meinen Großvater, der nach der Wiedereinführung des Brauches in Agnetheln 1969 Urzelsprecher war, das war vor meiner Zeit, sondern meinen Vater und meine beiden großen Geschwister: Sie nahmen bereits Anfang der 1990er Jahre am Urzelumzug in Sachsenheim teil, als ich Tummi noch glaubte, die Peitschen würden knallen, weil man sie ganz fest auf den Boden haute. Wenige Jahre später lief (und knallte) ich dann auch selbst, und heute bin ich regelmäßig dabei, wenn die Urzeln unter der Führung meiner Mutter Nürnberg und Umgebung unsicher machen. Soweit so normal. Aber ist es das wirklich? Wo war meine Mutter in den 1990ern? Wo war meine Tante, die heute doch auch so gerne im Umzug mitläuft und Krapfen verteilt? Auf den Fotos von damals sind hauptsächlich Männer zu sehen. Seit wann ist es „normal“, dass Frauen Urzel laufen? Die Frage hat mich umgetrieben. Also habe ich nachgelesen und nachgehakt.Weiterlesen

,,In der Stunde gelöschter Zeichen“

 Der Schriftsteller Hans Bergel ist tot

Ausgabe Nr. 2760

 

Hans Bergel (1925-2022) Foto: Eva SEILER ISZLAI

Der Schriftsteller Dr. h.c. Hans Bergel ist am 26. Februar d. J. in München gestorben. Der am 26. Juli 1925 in Rosen-au bei Kronstadt Geborene wurde im April 1959 verhaftet und im Schriftstellerprozess zu 15 Jahren Zwangsarbeit und fünf Jahren Verlust sämtlicher Bürgerrechte verurteilt. 1964 wurde er befreit und wanderte 1968 nach Deutschland aus, mit Unterstützung von Günter Grass. Als ,,lyrischen Nachruf“ veröffentlicht die HZ ein Gedicht von Hellmut Seiler, das dieser zum 95. Geburtstag des Verstorbenen im Jahr 2020 verfasst hatte.Weiterlesen

Fresken in byzantinischer Tradition

HAWK-Workshop von Dr. Adrian Rauca zu Grundlagentechnik und Materialien

Ausgabe Nr. 2760

Dr. Adrian Rauca zeigt die Technik der byzantinischen Wandmalerei.                        Foto: HAWK

Der Wandmalereirestaurator Dozent Dr. Adrian Rauca von der Klausenburger Universität für Kunst und Design besuchte wieder einmal für ein paar Tage die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), um Studierenden der Wandmalerei-Restaurierung im ersten Semester in Hildesheim byzantinische Wandmalerei nahe zu bringen. Er lehrte, wie sich Malereien mit in byzantinischer Zeit üblichen Techniken und Motiven anfertigen lassen. Möglich wurde dies durch einen Kooperationsvertrag zwischen der HAWK und der Universität in Klausenburg, im Rahmen des EU-Programms Erasmus+.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2760

Vortrag im Teutsch-Haus

Hermannstadt. – Das Landeskirchliche Museum bietet den Freunden des Museums auch in diesem Jahr einen Vortrag zu einem für die siebenbürgische Kunstlandschaft aufschlussreichen ikonographischen Thema. In ihrem Vortrag ,,Die Pfeilerfiguren des Mühlbacher Hallenchors“ beleuchtet Heidrun König am Montag, den 14. März, 18 Uhr, im Terrassensaal des Teutsch-Hauses den hagiographischen, politischen und werkgeschichtlichen Kontext der Entstehung der Heiligenfiguren, die als Bauschmuck den Chor der Mühlbacher  evangelischen Kirche schützend umstehen. Der Vortrag richtet sich nach wie vor an alle gestandenen und angehenden Freunde des Museums. Gäste dieser Veranstaltung erhalten die MuseumsCard, die den freien Besuch des Museums für das angebrochene Jahr ermöglicht. (GR)Weiterlesen

Vorfreude

Ausgabe Nr. 2759

Die Vorfreude auf den 1. März, an dem in Rumänien ein mărțisor (Märzchen) genannter Frühlingsbote an rot-weißer Schnur verschenkt wird, ist der Rollstuhlfahrerin anzusehen, die von ihrer Bekannten ein Märzchen geschenkt bekommt. Ab heute sind in Hermannstadt Märzchen an Ständen in der Heltauergasse zu kaufen.          

Foto: Cynthia PINTER

Deeskalation ist gescheitert

Befürchteter Russischer Einmarsch in die Ostukraine hat gestern begonnen

Ausgabe Nr. 2759

Gestern sind Truppen der Russischen Föderation in die ostukrainischen Separatistengebiete einmarschiert, nachdem alle diplomatischen Bemühungen, eine Invasion zu verhindern, gescheitert waren. Montag hatte der russische Staatspräsident Wladimir Putin die ,,Volksrepubliken Luhansk und Donezk“ als unabhängige Staaten per Dekret anerkannt und angeordnet, die Russische Föderation werde Truppen dahin, also in den Osten der Ukraine, entsenden, um in diesen ,,Volksrepubliken“ für ,,Frieden“ zu sorgen.Weiterlesen

,,Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“

Bemerkungen zu dem neuen Buch von Eginald Schlattner, ,,Schattenspiele toter Mädchen“

Ausgabe Nr. 2759

Eginald Schlattner: Schattenspiele toter Mädchen. Roman, Pop Verlag Ludwigsburg, 2022, 401  Seiten,  ISBN 978-3-86356-360-8.

Was bleibt am Ende eines bewegten Menschenlebens? Einzig und allein die Erinnerung an vergangene Zeiten. Die Vergangenheit mutiert deshalb teilweise zur Gegenwart und begleitet uns treu, bis wir unser irdisches Leben beenden; die Zeit weist fließende Grenzen auf und der sich Erinnernde kann nicht mehr unterscheiden, ob seine Wahrheit der erlebten Wirklichkeit entspricht. Die Zeit nehmen wir subjektiv wahr und erinnern uns manchmal selektiv an Vergangenes.

Vergangenheit und Gegenwart, Verblichene und Lebende – darüber schreibt Eginald Schlattner in seinem jüngst im Pop-Verlag, Ludwigsburg, erschienenen Roman ,,Schattenspiele toter Mädchen“.Weiterlesen