Der menschliche Holzjunge

Wenig beachtet: Guillermo del Toros ,,Pinocchio“

Ausgabe Nr. 2813

Der menschlich wirkende Holzjunge Pinocchio.  Foto: highonfilms.com

Ein Preisträger der diesjährigen Oscar-Verleihung, der wenig Aufmerksamkeit im öffentlichen Diskurs findet, ist Guillermo del Toros ,,Pinocchio“. Die düstere Filmversion des Kinderbuchklassikers ist ein Antikriegsfilm, hinterfragt die Bedeutung des Lebens und macht Animationsfilme für Erwachsene wieder salonfähig. Daher gewann del Toros Film berechtigt den Preis für den besten Animationsfilm. Weiterlesen

Die innere Heimat entdecken

Ilse Hehn und ihr neuestes Buch ,,Diese Tage ohne Datum“

Ausgabe Nr. 2813

Ilse Hehn bei ihrer Lesung am 18. Mai 2013 aus dem Band ,,Irrlichter. Kopfpolizei Securitate. Gedichte, Notate, Collagen, Malerei/Lumini înşelătoare. Poliţia minții Securitatea“ (Gerhard Hess Verlag Ulm, 2013) im Erasmus-Büchercafé in Hermannstadt.                              Foto: HZ-Archiv

Dieses Sich-aus-dem-Staube-Machen, wie Mücken überfällt es mich manchmal. Entscheidungen aus dem Augenblick heraus. Ich reiße die Außenhaut der Tage auf, sage „Die Welt ist, und sie ist bunt und fassbar“, sage wie Gentleman Phileas Fogg zu Passepartout „In zehn Minuten reisen wir ab!“

Mit Bezug zu den Versen ,,Man müßte sich aus dem Staube machen/Und früh am Morgen unbekannt verreisen“ aus Mascha Kalékos  Gedicht ,,Einmal sollte man…“ beginnt Ilse Hehn in ihrem neuen Buch, ,,Diese Tage ohne Datum“ das Kapitel über eine Reise nach Samos, die sich einreiht in die vielen Reisen in alle Himmelsrichtungen. Es ist ein poetisches Reisetagebuch, wobei das Wort poetisch ganz groß geschrieben werden muss. Denn gleichgültig, wo sich die wissbegierige und gleichzeitig sehr kenntnisreiche Autorin aufhält, geht es ihr darum, wie Ulrich Steenberg in einem Vorwort schreibt, in Landschaften, Kultur, dem unterschiedlichen südlichen oder nördlichen Licht eine innere Heimat zu entdecken.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2813

Maisingen und Maiblasen

Hermannstadt/Michelsberg. – Am 1. Mai, 7 Uhr, findet das traditionelle Maisingen auf der Michelsberger Burg statt. Nach dem Singen folgt eine Andacht in der Burgbasilika und danach das gemeinsame Frühstück auf dem Hügel, bei dem die Gäste jeder Sprache und Konfession das Mitgebrachte teilen.

Ebenfalls am 1. Mai, lädt die evangelische Kirchengemeinde Neppendorf zum traditionellen Maiblasen mit der Neppendorfer Blaskapelle, ab 11 Uhr, auf den Kirchhof ein. Im Anschluss findet ein geselliges Beisammensein im ,,La Sepp“ statt. (BU)Weiterlesen

Sind Sie bereit?

Osterbotschaft von Pfarrerin Angelika BEER

Ausgabe Nr. 2812

Konfirmation am Palmsonntag: Am Palmsonntag wurden in Malmkrog neun Jugendliche aus Malmkrog, Pruden und Rode bzw. Klausenburg konfirmiert (v. l .n. r.): Alex Todea, Elias Schapes, Beatrice Roth, Max Todea, Rutti Wagner, Markus Todea, Stefanie Schirkunger, Tobias Schapes, Melita Schirkonger mit Pfarrerin Angelika Beer.

Alles sollte fertig und vorbereitet sein. Vor Ostern breitet sich ein ähnliches Gefühl aus wie vor Weihnachten. Habe ich an alles gedacht, haben wir etwas vergessen? Braucht es noch etwas, damit das Fest ein schönes wird? Einkaufen, Eier färben, backen, kochen, dekorieren und was sonst noch alles ansteht.Weiterlesen

,,Viel mehr als ein Symbol“

Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz zu Besuch in Rumänien
Ausgabe Nr. 2812

Am Ende seiner Besuchsreise in Rumänien traf Bundeskanzler Olaf Scholz Vertreter der deutschen Minderheit in Rumänien. Unser Bild (v. l. n. r.): der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț, die Vorsitzende des Kronstädter Forums Olivia Grigoriu, Bundeskanzler Olaf Scholz und der DFDR-Vorsitzende Dr. Paul-Jürgen Porr. Foto: Privat

Bundeskanzler Olaf Scholz hat am 3. April 2023 Rumänien besucht. Es war der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundeskanzlers in Bukarest seit 2010. Dabei setzte sich Scholz für einen schnellen Beitritt Rumäniens in den Schengen-Raum ein. Trotz der vorhandenen EU-Mitgliedschaft Rumäniens (seit 2007), zählt das Land nicht zum Schengen-Raum. Weiterlesen

Vortrag über Keramik

Spannender Abend im Hermannstädter Forum

Ausgabe Nr. 2812

Die Teilnehmer beim Keramik-Workshop zeigten Kreativität und amüsierten sich über die entstandenen Objekte.                          Foto: Beatrice UNGAR

Das Hermannstädter Forum organisiert seit mehreren Jahren im losen Abstand Vorträge und Werkstätten zu verschiedenen Themen, die vor allem das Kulturerbe der Siebenbürger Sachsen im Fokus haben. Am vergangenen Freitag sprach die Museografin Dr. Karla Bianca Roşca über siebenbürgisch-sächsische Keramik, anschließend wurde mit dem Verein Tonal modelliert.Weiterlesen

Osterbasar im Spiegelsaal

Ausgabe Nr. 2812

Der traditionelle Osterbasar der Handarbeitskreise des evangelischen Frauenvereins Hermannstadt hat am 1. April im Forumshaus stattgefunden. Die Kaffeestube war erstmalig in dem sogenannten ,,Kleinen Spiegelsaal“ eingerichtet, wo man bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen einen schönen Blick auf den Großen Ring genießen konnte. Bei dem Basar dabei waren auch in diesem Jahr als Gast die Handarbeitskreise der evangelischen Kirchengemeinden A. B. Neppendorf und Heltau. Unser Bild: Österliches am Stand des Handarbeitskreises der Heltauer evangelischen Kirchengemeinde A. B..             

Foto: Cynthia PINTER

Neue Besetzung

Ausgabe Nr. 2812

In dem Stück ,,Ein Bett voller Urzeln“ von Dave Freeman, das in der Regie von Șerban Puiu am 20. März 2015 an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters Premiere hatte, mussten drei Rollen neu besetzt werden. Statt Valentin Späth spielt jetzt Gyan Ros Zimmermann den Keksvertreter, statt Anca Cipariu Teodora  Sandu die ,,russische Geliebte“ Simone und Fabiola Petri übernahm die Rolle der Radfahrerin von Renate Müller-Nica. In der Neubesetzung ist das Stück am 20. April, 19 Uhr, zu sehen. Unser Bild (v. l. n. r.): Szenenfoto mit Daniel Plier, Gyan Ros Zimmermann und Emöke Boldizsár.                                     

 Foto: TNRS/Răzvan NEGRU

 

Spiel mir den Blues

Erstes Blues-Festival „Sibiu Blues Nights“ – ein Erfolg

Ausgabe Nr. 2812

George Baicea Blues Band.

Who’s got the blues? Hermannstadt has got the blues. „Sibiu Blues Nights“ fand zum ersten Mal am vergangenen Wochenende, am Freitag und Samstag (31. März und 1. April) im Thaliasaal statt und war ein Riesenerfolg. Lokale und internationale Künstler, Albumveröffentlichungen, fesselnde Blues-, Pop- und Rockrhythmen, lebendige Improvisationen, geniale Riffs und Soli gab es auf der Philharmoniebühne zu sehen und zu hören. Die Organisatoren vom Verein „5F – Concerts & More“ versprachen  „eine unvergesslichen Erstausgabe“ und sie hielten ihr Wort. Jubelnder Stehapplaus beendete fast jedes Konzert.  Weiterlesen

Gemeinsam die Finsternis besiegt

Erste deutsche Premiere des Jahres am Hermannstädter Gong-Theater

Ausgabe Nr. 2812

Die vier Molfare feiern den Sieg über die Finsternis (v. l. n. r.): der Realist (Adrian Prohaska), der Lehrling (Angela Paskuy), der Träumer (Claudia Stühler) und der Nörgler (Jenö Major).                                      Foto: Tudor TROANCA

In der Kultur der Huzulen wird eine Person mit magischen Fähigkeiten ,,Molfar“ genannt. Ihre Fähigkeiten konzentrieren sich auf Kräuterkunde und andere Volksmagie. In dem Stück ,,Der Märchenball“ der ukrainischen Autorin Martusya Hurin, in  der Regie von Iryna Tsypina bestimmen gleich vier Molfare die Handlung: die erfahrenen Molfare – der Nörgler und der Realist – und die Nachwuchs-Molfare – der Träumer und der Lehrling. Sie zaubern nicht und erklären auch nicht, wofür welche Kräuter gut sind, denn sie müssen sich darum kümmern, die Finsternis aus dem Wald zu verjagen, die plötzlich eingezogen ist und die Tiere bedroht. Die Premiere des Stücks, das von Cynthia Pinter aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt worden ist, fand am Donnerstag der Vorwoche an der deutschen Abteilung des Hermannstädter Gong-Theaters für Kinder und Jugendliche statt.Weiterlesen