Schneller gelernt als Twain behauptete

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Verleihung der Deutschen Sprachdiplome am Samuel von Brukenthal-Gymnasium

Ausgabe Nr. 2958

Gruppenbild mit Vizekonsul Sven Kunert, Fachberaterin, Schulleiterin, Lehrerinnen und Zwölftklässlerinnen und Zwölftklässlern vor dem Gebäude des Samuel von Brukenthal-Gymnasiums in Hermannstadt.                               
Foto: Johanna MÜNZNER

Punkt 13 Uhr – erkennbar am Ringen der Schulklingel – werden die Türen zur Aula des Brukenthal-Gymnasiums am Montag geschlossen und die Verleihung der Deutschen Sprachdiplome kann beginnen. Zwei Schülerinnen leiten die Festlichkeiten musikalisch auf der Gitarre und mit Gesang ein, die meisten ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler lauschen ihnen, andere rutschen auf ihrem Stuhl und tuscheln untereinander. Es liegt eine gewisse Nervosität und Anspannung in der Luft – Sehr verständlich, wenn man bedenkt, dass diese Veranstaltung ein großer Meilenstein in der Schullaufbahn aller Anwesenden ist.

Verliehen bekommen die Zwölftklässlerinnen und Zwölftklässler hier nichts Geringeres als das Deutsche Sprachdiplom, das Ergebnis einer nicht leichten Prüfung, wie Schulleiterin Monika Hay betont. Sie zitiert Mark Twain, welcher scherzhaft behauptete, man könne „Englisch in dreißig Stunden, Französisch in dreißig Tagen und Deutsch in 30 Jahren“ lernen. Die Schülerinnen und Schüler des Brukenthal-Gymnasiums hätten dafür eindeutig weniger gebraucht, so Hay. Das Deutsche Sprachdiplom sei der Schlüssel zu besseren Studienmöglichkeiten in Deutschland und Berufsmöglichkeiten in Rumänien. Insgesamt wurden vier Fertigkeiten in vier Prüfungsteilen abgeprüft: Hörverstehen, Leseverstehen, schriftliche und mündliche Kommunikation.

In der Aula werden nun nach und nach die Namen der Absolventinnen und Absolventen aufgerufen, sie holen sich ihr Diplom und den Glückwunsch der Lehrerinnen ab und setzen sich mit sichtlich entspannteren Gesichtszügen wieder zurück auf ihren Platz. Vier Schülerinnen und Schüler – Luca-Ionuț Mara, Ana-Irina Cîndea, Antonia Nicula und Celia Orlea – müssen noch etwas länger als die anderen warten: Sie haben die höchsten Punktzahlen in der Prüfung erhalten. Einer von ihnen,  Luca-Ionuț Mara, sogar beeindruckende 96 von 96 Punkten – dafür erntet er besonders lauten Applaus, ohne den heute allerdings niemand nach Hause gehen muss. Von den 113 Kandidatinnen und Kandidaten haben 82 ein C1 und 31 ein B2 Diplom erhalten.

Fachberaterin Annette Richter-Judt, die sich Ende Juni in den Ruhestand verabschiedet, lobte die Schülerinnen und Schüler für die Quote von 100 Prozent, welche das Gymnasium damit zum ersten Mal überhaupt erreichte. „Wenn ich mit diesem Ergebnis meine Tätigkeit hier beende, dann kann ich sagen, das hat sich echt gelohnt“, so Richter-Judt.

Die Verleihung endete mit einer erneuten musikalischen Einlage und dem obligatorischen Gruppenbild vor den Toren des Brukenthal-Gymnasiums.

Johanna MÜNZNER

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Bildung, Schule.