,,radiance and reflection“

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Ausstellungseröffnung im RKI Wien

Ausgabe Nr. 2958

Michael Hedwig (links) im Gespräch mit einer Besucherin.

In einen Ort lebendiger künstlerischer Begegnung verwandelte sich am Donnerstag, dem 7. Mai, das Rumänische Kulturinstitut Wien. Zur Eröffnung der Ausstellung „radiance and reflection“ versammelte sich ein interessiertes Publikum, um die aktuellen Arbeiten von Simina Badea und Michael Hedwig zu erleben – zwei Künstler, die sich in Technik und Ausdruck deutlich unterscheiden und doch in einem gemeinsamen thematischen Spannungsfeld aufeinandertreffen.

Unter dem Leitmotiv von Licht und Reflexion entfaltet die Ausstellung einen Dialog zwischen Abstraktion und Figuration. Simina Badea, geboren in Hermannstadt und in Wien lebend, präsentierte Werke, die durch filigrane Netzstrukturen, Überlagerungen und meditative Wiederholungen geprägt sind. Ihre Arbeiten laden zum Innehalten ein: Statt lauter Gesten setzt sie auf die Kraft des Zwischentons, auf Transparenz und Verdichtung, auf jene feinen Übergänge, in denen sich Raum für Kontemplation öffnet. Ihre Bildwelten wirken wie visuelle Systeme, die Bewegung und Ruhe zugleich verkörpern und den Blick in die Tiefe lenken.

Simina Badea (links) und Andreea Dincă.                 Fotos: Heinz WEISS

Demgegenüber stehen die Arbeiten des Osttiroler Künstlers Michael Hedwig, dessen Vater ein Siebenbürger Sachse aus Honigberg war. Mit kraftvoller Bildsprache verbindet Hedwig Themen wie Mensch, Natur und Raum. Seine Darstellungen von Gärten und Brücken sind weit mehr als landschaftliche Motive: Sie erscheinen als symbolische Orte der Begegnung und des Übergangs. In seinen Kompositionen scheint die Schwerkraft aufgehoben, Figuren treten in Beziehung zueinander und zur umgebenden Weite. Die Brücke wird zum Sinnbild für Verbindung – zwischen Ebenen, Perspektiven und kulturellen Räumen.

Die Eröffnung bot nicht nur Gelegenheit zur Begegnung mit den Künstlern, sondern auch zu einem intensiven Austausch über die verbindende Kraft der Kunst. In ihrer Ansprache unterstrich Andreea Dincă, Direktorin des RKI Wien mit besonderer Klarheit die Rolle kultureller Initiativen als tragfähige Brücken zwischen Ländern, Gesellschaften und Generationen. Dabei würdigte sie nachdrücklich den ehemaligen rumänischen Botschafter in Wien, Emil Hurezeanu, dessen konsequentes Engagement und diplomatische Weitsicht entscheidend dazu beigetragen haben, Kunst als lebendiges Instrument des Dialogs zu stärken. Er verstand kulturelle Zusammenarbeit nicht als Begleiterscheinung, sondern als ein zentrales Element internationaler Beziehungen – und stellte dem Institut in vorbildlicher Weise Unterstützung, Vertrauen und verlässliche Partnerschaft zur Seite. Seine Haltung und sein Wirken prägten damit nachhaltig jene Atmosphäre der Offenheit, in der Begegnung, Austausch und gemeinsame Projekte gedeihen konnten.

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Mai werktags zwischen 10 und 17 Uhr zu besichtigen.

Zum Abschluss gilt ein ganz besonderer Dank Mag. Andreea Dincă, der in diesen Tagen scheidenden Direktorin des RKI Wien, für die stets bereichernde, vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit. Für ihren weiteren beruflichen Weg seien ihr auch auf diesem Wege von Herzen viel Erfolg, inspirierende Begegnungen und weiterhin so viel Engagement für die Kunst und den internationalen Dialog gewünscht.

Ingrid WEISS

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Kultur.