Transition überstanden

Transilvania-Zeitschrift soll pünktlich erscheinen

Ausgabe Nr. 2612

Christine Manta-Klemens (stehend) wünschte Radu Vancu (Bildmitte) und Dragoș Varga viel Erfolg im neuen Jahr.           
Foto: Ruxandra STĂNESCU

Die Kulturzeitschrift Transilvaniawurde von den Redaktionsmitgliedern vergangene Woche wieder vorgestellt, nach einem Transitionsjahr, wie die Redakteure 2018 bezeichneten. Die Zeitschrift, die 1868 vom Astra-Verein in Kronstadt herausgegeben wurde, ist seit 1881 in Hermanstadt fast durchgehend erschienen und deren Redaktion ist seit 2017 im Astra-Museum untergebracht. Finanziert wird Transilvaniavom Hermannstädter Kreisrat.Weiterlesen

Sie kannten alles und alle

Edgar Hilsenrath und Hedwig Brenners Unterhaltung im Jahr 2007 in Berlin
Ausgabe Nr. 2609

Edgar Hilsenrath (1926 – 2018).                              
Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Einer der großen deutschsprachigen Nachkriegsschriftsteller war er, Edgar Hilsenrath, da gibt es keinen Zweifel. Die Themen seiner Bücher sind schwer, für so manchen kaum lesbar, zimperlich ging er auch mit der Sprache nicht um. Selbst erlebt hat er, worüber er schrieb. Am eigenen Leib hat der die Barbarei der Nazis erlebt. Aus erster Hand erfahren wir über das jüdische Leben damals als er, der in Leipzig 1926 geborene, mit der Mutter und dem Bruder vor Hitler zu den Großeltern nach Rumänien, in die Bukowina flieht. 1938 kamen die Weitgereisten dort an. Sereth/Siret ist der Ort, wo überwiegend jüdische Bewohner, auch Zigeuner, Deutsche, Ukrainer, Russen, Polen und Rumänen miteinader lebten, etwa vierzig Kilometer südlich der Hauptstadt Czernowitz.Weiterlesen

Zerrissen zwischen Aktion und Reaktion

Betrachtungen zu Radu Țuculescus Roman „Stalin, mit dem Spaten voran“
Ausgabe Nr. 2607

Radu Țuculescu: Stalin, mit dem Spaten voran (Originaltitel: Stalin, cu sapa-nainte). Roman. Deutsche Fassung: Peter Groth.  Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale). 256 Seiten. ISBN 978-3-95462-994-7

„Einen der ‚Pulp Fiction‘, der amerikanischen Pop-Kultur, nahekommenden Stil“ nutze Radu Țuculescu in seinem „lakonischen“ Roman „Stalin, mit dem Spaten voran” (Originaltitel: „Stalin, cu sapa-nainte“, Cartea Românească, 2009),  schrieb NZZ-Redakteur Markus Bauer am 14. März 2018 über das Buch, das in der Übersetzung von Peter Groth im Mitteldeutschen Verlag  Halle (Saale) pünktlich zur Leipziger Buchmesse 2018 erschienen war und daselbst vorgestellt wurde. Bauer stellte fest, Țuculescu nutze diesen Stil „um einerseits eine Kindheit in Siebenbürgen und gleichzeitig eine meist sexuell aufgeladene Gegenwart des mit einer Narbe unter dem Auge in Form einer Eidechse auffallenden Helden darzubieten. Gewalt und Sex erscheinen als die Realität unterlaufende oder formende Begehren.“ Diese Einschätzung wird dem Buch nicht gerecht, das übrigens das zweite Buch des 1949 in Neumarkt am Mieresch/Târgu Mureş/Marosvásárhely geborenen Autors darstellt, das in deutscher Übersetzung erschienen ist. Das erste erschien 2008 im Wiener Johann Lehner Verlag in der deutschen Fassung von Zorin Diaconescu unter dem Titel „Der Mikrowellenherd: Der Roman eines Plattenbaus in 10 Aufzügen“.Weiterlesen

„Das Leben schreibt die grausamsten Geschichten”

Gespräch mit Journalist und Autor Ulrich Behmann im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2605

Ulrich Behmann (2. v. r.) nach der Lesung, zusammen mit Moderatorin Beatrice Ungar (1. v. r.) und einigen Lesern.       
Foto: Claudia Behmann

Ulrich Behmann, Chefreporter bei der Deister- und Weserzeitung (Dewezet.de) in Hameln, hat vergangenen Freitag im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt aus seinem ersten Roman „Novemberwut: Der Fall Kader K. – ein Verbrechen, das die Welt erschüttert hat” gelesen. Bei der Lesung dabei war auch Ehefrau Claudia Behmann, die zusammen mit dem Journalisten seit über zehn Jahren den gemeinnützigen und mildtätigen Verein „Interhelp – Deutsche Gesellschaft für internationale Hilfe e. V.” leitet. Der Abend im Kulturzentrum wurde sehr interessant, da die Lesung eher ein tolles Gespräch zwischen Autor und Zuhörern wurde; spannend und sehr genau berichtete der Autor im Buch und live über diesen Fall: Kader K., eine Frau aus Deutschland mit kurdischen Wurzeln, überlebt die grausame Attacke ihres Ex-Mannes – ebenfalls mit kurdischen Wurzeln -, der mehrmals mit dem Messer auf sie einsticht, mit einer Axt schlägt und dann an sein Auto bindet und durch die Straßen von Hameln schleift, während ihr gemeinsamer Sohn im Kinderstuhl im Auto sitzt.

Das Buch kann in Hermannstadt in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé gekauft werden, zur Zeit wird es vom Schiller-Verlag auch ins Rumänische übersetzt. Über den dramatischen Fall, der im Jahr 2016 Schlagzeilen gemacht hat, aber auch über seinen ersten Aufenthalt in Rumänien im Januar 1990 sprach Ulrich Behman mit Ruxandra S t ă n e s c u.Weiterlesen

Qualvolles Seelenleben

Rebreanus Klassiker neu übersetzt

Ausgabe Nr. 2603

Liviu Rebreanu: Der Wald der Gehenkten (Originaltitel: Pădurea spânzuraților).Aus dem Rumänischen von Georg Aescht, mit einem Nachwort von Ernest Wichner.Paul Zsolnay Verlag Wien, 2018. 352 Seiten. ISBN 978-3-522-05903-0

Irgendwo in Russland zu Zeiten des Ersten Weltkriegs: In der österreichisch-ungarischen Armee wird ein Soldat, der Desertion überführt, hingerichtet. Der rumänische Leutnant Apostol Bologa, der dem Kriegsgericht angehört, hat ohne zu zweifeln für die Hinrichtung gestimmt. In dieser so düsteren ersten Szene glaubt Apostol Bologa noch an den Krieg und daran, dass er das Richtige tut.Weiterlesen

„Wer Munro schätzt, muss auch Steinhoff lesen”

Lesung mit Dorian Steinhoff im deutschen Kulturzentrum Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2602

Dorian Steinhoff und Beatrice Ungar.                Foto: Ruxandra STĂNESCU

Der deutsche Autor und Literaturvermittler Dorian Steinhoff hat vergangene Woche auf Einladung des Deutschen Kulturzentrums Hermannstadts aus seinem 2013 erschienenen Erzählband „Das Licht der Flammen auf unseren Gesichtern” gelesen. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung, Beatrice Ungar.Weiterlesen

Bald ein Geschichtsbuch

Claudiu M. Florian las im Erasmus-Büchercafé

Ausgabe Nr. 2602

Claudiu M. Florian und Aurelia Brecht.             
Foto: Beatrice UNGAR

„Was ist Heimat?“ Die von dem Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt und dem Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart veranstaltete Lesereihe unter diesem Titel wurde am Montag abgeschlossen mit einer Lesung des Autors Claudiu Mihail Florian.  Dialoge entstehen über das Thema, Fragen werden gestellt und Antworten gegeben, die Zuhörer sind eingestiegen in das sehr aktuelle Thema.Weiterlesen

„Belletristisch schreibende Pfarrer“

Eginald Schlattner und Walther Gottfried Seidner gewidmete Tagung
Ausgabe Nr. 2600

Uwe Seidner, Gerhild Rudolf, Sunhild Galter und Dietrich Galter (v. l. n. r.)
bei der Eröffnung der Tagung.
Foto: Beatrice UNGAR

Zu kurz gekommen seien Lesungen aus dem Werk der beiden Schriftsteller und Pfarrer, denen die Tagung „Zwischen Kanzel und Schreibpult“ gewidmet war, die am 25. und 26. Oktober im Hans Bernd von Haeften-Tagungshaus der Evangelischen Akademie Siebenbürgen stattgefunden hat, meinte eine Teilnehmerin. Zu Recht.  Leider lagen objektive Gründe vor. Eginald Schlattner, der am 13. September d. J. seinen 85. Geburtstag gefeiert hatte und am ersten Abend mit einer Lesung eingeplant war, musste sich einer Not-OP unterziehen und konnte dieser Einladung nicht Folge leisten. Der zweite Geehrte, Walther Gottfried Seidner, genannt „Voltaire“ war knapp vier Monate nach seinem 80. Geburtstag am 26. August d. J. seinem schweren Leiden erlegen.Weiterlesen