Als Hermannstadt auf die Landkarte kam…

Ausgabe Nr. 2461
 

„Erfolgsgeschichte mit Folgen“, der 2. Band der „Leseproben einer Seelenverwandtschaft“

 

Die Luxemburger Politikerin Erna Hennicot-Schoepges und die HZ-Chefredakteurin Beatrice Ungar im Gespräch über die Folgen der Titelvergabe der Europäischen Kulturhauptstadt an Hermannstadt in Partnerschaft mit Luxemburg im Jahr 2007. Ein Austausch zu Identität, dem Leben in der Diktatur sowie der Rolle der Presse gestern und heute. Die Dialoge zeugen von einer Seelenverwandtschaft – nicht nur der beiden Autorinnen zueinander, sondern auch der Regionen Luxemburg zu Siebenbürgen, im Besonderen zu Hermannstadt.Weiterlesen

Humanistische Glanzleistung

Ausgabe Nr. 2458
 

„Rudimenta cosmographica" von Johannes Honterus neu aufgelegt

 

Die 'Rudimenta cosmographica' ('Grundzüge der Weltbeschreibung') ist das weltweit bekannteste Druckwerk des Kronstädter Humanisten Johannes Honterus, des historisch wohl berühmtesten Siebenbürger Sachsen. (…) Dabei handelt es sich um eine frühneuzeitliche Schulenzyklopädie. Sie war bei ihrem Erstdruck im 16. Jahrhundert einzigartig und sehr modern, wurde aber trotz ihrer beeindruckenden Verbreitung auf dem 'alten Kontinent' von der wissenschaftlichen Fachwelt – sehr zu Unrecht – kaum rezipiert. Um so aktueller ist das Bedürfnis, diese humanistische Glanzleistung europäischen Ranges aus Siebenbürgen an den Platz zu rücken, der ihr in der europäischen Kulturgeschichte wohlverdient zukommt".Weiterlesen

Religion und Literatur

Ausgabe Nr. 2458
 

Hermanns Literarisches Stadtcafé" im vierten Jahr

 

„Kann man das Café mieten?" wollte ein Besucher der Facebook-Seite der Evangelischen Akademie Siebenbürgen (EAS)wissen. Programmleiter Roger Pârvu wusste zunächst nicht, was damit gemeint war. Es stellte sich heraus, dass sich die Frage auf die Veranstaltungsreihe „Hermanns Literarisches Stadtcafé" bezog, die nun schon im vierten Jahr ein wichtiger Bestandteil des Programms der EAS ist, auch wenn die Lesungen nicht regelmäßig wie das Männerfrühstück stattfinden.Weiterlesen

Heinrich Böll Preis für Herta Müller

Ausgabe Nr. 2458
 

Die erste öffentliche Amtshandlung der nach einem Attentat genesenen frisch gewählten Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (rechts) galt am Freitag der Schriftstellerin und Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller (links). Reker überreichte Müller im Historischen Rathaus den Heinrich-Böll-Preis. An den Büchern Herta Müllers und denen von Heinrich Böll schätzt Reker besonders deren Sensibilität und Detailgenauigkeit. „Das hat beide davor bewahrt, ihre Wahrheiten in die Aufklärungs-Klischees zu pressen. Ja, Herta Müllers Literatur ist für uns alle verfügbar. Aber nicht allzu leicht.“ In ihrer Dankesrede legte die Preisträgerin den Schwerpunkt auf die Situation der Flüchtlinge in Deutschland und Europa: „Krieg ist ein politischer Feind, und Kriegsflüchtlinge sind politisch verfolgt, und jeder einzelne braucht Schutz.“ Dieser Schutz könne nicht begrenzt werden, nur weil ihn so viele brauchen.           

Foto: Jürgen SCHÖN

Blick hinter die Kulissen

Ausgabe Nr. 2455
 

Wegweiser zu einem unbekannten Nachbarn

 

 

Kürzlich erschien „Rumänien – der unbekannte Nachbar“ von Manfred Kravatzky im Schiller Verlag. Das Buch soll weder Reiseführer, noch wissenschaftliche Auseinandersetzung sein: Es ist eine geeignete, hinreichend umfassende Einführung für alle Interessenten, für alle Neugierigen.

   Das Buch zeichnet einen Querschnitt durch Gesellschaft, Geschichte, Sprache, Kunst und Politik des Landes, das dem unbefangenen deutschsprachigen Publikum noch weitgehend verborgen geblieben ist. Es schaut hinter die Kulissen der häufig voreilig getroffenen Schlagworte: Dracula, Ceaușescu, Korruption. Doch welche Facetten kennzeichnen ein belastbares, reales Bild Rumäniens?Weiterlesen

„Es zieht mich überhaupt nichts hin“

Ausgabe Nr. 2453
 

Eine Unterhaltung mit der Autorin Ursula Ackrill in Hamburg

 

Mit ihrem Debütroman „Zeiden im Januar“, der zu Beginn des Jahres 2015 erschienen und direkt zum Leipziger Buchpreis nominiert worden ist, legt die Autorin Ursula Ackrill eine steile Karriere hin. 1974 wurde Ursula Ackrill in Kronstadt geboren. In Hermannstadt besuchte sie das Pädagogische Lyzeum, in Bukarest studierte sie Germanistik und Rumänisch-Orthodoxe Theologie. Danach wanderte sie nach England aus und promovierte mit einer Dissertation über Christa Wolf. In Nottingham ist sie verheiratet und arbeitet dort als Bibliothekarin und Schriftstellerin.

Mit Ursula Ackrill sprach die Berliner HZ-Korrespondentin Christel Wollmann-Fiedler am Rande einer Lesung in Hamburg.

 In einer zauberhaften Landschaft Europas bist Du geboren worden. In Kronstadt im Karpatenbogen, unterhalb der Zinne. In Siebenbürgen warst Du zuhause, weit weg bist Du gezogen über die Karpaten nach Westeuropa bis auf die Britische Insel nach Nottingham, der Stadt Robin Hoods, wie die Legende sagt. Ja, von den Siebenbürger Sachsen zu den Angelsachsen. Ist das Zufall oder gewollt?Weiterlesen

Herma Kennel und Radu Filipescu

Ausgabe Nr. 2440
 

 

Es war ein rumänischer Abend,  ein Abend der vergangenen Geschichte des Balkanlandes, der kommunistischen Volksrepublik Rumänien in der Zeit des Despoten Nicolae Ceaușescu und seiner machtgierigen Ehefrau Elena. Diese rumänische Geschichte, über die wir gleich hören werden, wurde  im ehemaligen Palais Mendelssohn in Berlin-Grunewald erzählt. Architekt Ernst von Ihne, wurde 1848 in Elberfeld geboren, kam über Umwege nach Berlin, stieg zum königlich-preußischen Hofarchitekten auf, bekam den Adelstitel und wurde schließlich von Kaiser Wilhelm II. im 1. Weltkrieg zur Exzellenz ernannt, baute dieses Palais 1908 im englischen Landhausstil im vornehmen Wohngebiet Grunewald für den wohlhabenden Bankier  Mendelssohn. Der letzte deutsche Kaiser Preußens war hier zu Gast, Honoratioren und wichtige Wissenschaftler der damaligen Zeit wurden geladen. In der Nazizeit erfolgte 1939 der Zwangsverkauf des jüdischen Besitzes, die Gestapo zog ein, Bombenangriffe zerstörten Teile des prächtigen Baues. Das Johannische Sozialwerk ließ das Haus in den 1950er Jahren auf- und umbauen. Weiterlesen

Spurensuche und Spurensicherung

Ausgabe Nr. 2440
 

Volker Wollmann veröffentlichte vier Bände zum Industrieerbe in Rumänien

 

Als sie eines der alten Transformatorenhäuschen irgendwo in Hermannstadt fotografieren wollte, sei sie von Hunden angefallen und fast gebissen worden, erzählte bei der Buchvorstellung im Festsaal der Evangelischen Akademie Siebenbürgen die Hermannstädterin Liliana Oprescu, eine der rund 50 Hobby- und Berufsfotografen, die Volker Wollmann im Anhang des vierten Bandes der Reihe Patrimoniu preindustrial și industrial în România" (Frühindustrielles und industrielles Erbe in Rumänien)  dankend erwähnt.Weiterlesen

„Spannend und tiefsinnig“

Ausgabe Nr. 2435
 

Elena Dumitrescu-Nentwig las im Erasmus-Büchercafé

 

„Zum Blättern"/„De răsfoit". Unter diesem Titel hat Elena Dumitrescu-Nentwig das zweite Buch ihrer spät aber erfolgreich begonnenen Schriftstellerkarriere im Klausenburger Limes-Verlag veröffentlicht, in zwei Sprachen: Rumänisch und Deutsch. Die Anmerkung „Schriftstellerkarriere“ ist wichtig, da die Autorin mit ihrem ersten Karriereweg auch äußerst erfolgreich wurde. Nämlich als Opernsängerin.

 

Weiterlesen

Ein Genuss für Siebenbürgenkenner

Ausgabe Nr. 2433
 

Zu Iris Wolffs zweitem Roman „Leuchtende Schatten“

 

„Leuchtende Schatten“ heißt der zweite Roman der aus Hermannstadt stammenden Autorin Iris Wolff. „Halber Stein“, ihr Debütroman aus dem Jahr 2012 handelte von der Auswanderung der Siebenbürger Sachsen. Für „Leuchtende Schatten“ geht die 38-jährige Schriftstellerin noch ein Stückchen zurück in die Geschichte und spinnt eine Erzählung um zwei historische Ereignisse: die Rekrutierung der Siebenbürger Sachsen für die deutsche Wehrmacht im Sommer 1943 und der Frontwechsel Rumäniens vom 23. August 1944.

 

Weiterlesen

„Als Lehrer hat man viel zu erzählen!”

Ausgabe Nr. 2431
 

Deutschlehrerin und Autorin Angelika Bohn las im Deutschen Kulturzentrum

 

Deutsch als Fremdsprache zu lernen, ist nicht unbedingt einfach, aber auch Deutsch zu unterrichten kann schwierig sein. Oder auch witzig, wie die Deutschlehrerin und Autorin Angelika Bohn im Laufe der Jahre feststellen konnte. Einen Teil ihrer Erfahrungen hat sie im Buch „Wem die Deutschstunde schlägt” veröffentlicht. Bei der Lesung im Deutschen Kulturzentrum Hermannstadt amüsierte sich das Publikum und so mancher Lehrer oder Deutschlernende konnte sich hie und da erkennen, besonders wer frustriert die „unsinnigen” Regeln und Ausnahmen lernen musste, auch wenn sicherlich kaum einer zugibt, Deutschkurse zu besuchen, nur um Flirtpartner zu finden. Erwachsenen Deutsch beizubringen bringt aber ungeahnte Herausforderungen, wie Angelika Bohn feststellte und glücklicherweise auch mitteilte. Darüber sprach sie mit HZ-Redakteurin Ruxandra S T Ă N E S C U.

 

Sie sind gebürtige Rumänin?

Ich bin in Mediasch geboren, mit 12 sind wir mit meiner Familie nach Deutschland umgezogen, habe dann Germanistik und Anglistik in Heidelberg und North Bay/Kanada studiert. Direkt nach dem Studium habe ich angefangen zu arbeiten und habe diesen Job ausgesucht, ich unterrichte Deutsch für Erwachsene.

Weiterlesen

Neugierig und wissbegierig

Ausgabe Nr. 2430
 

Neues Buch von Hedwig Brenner erschienen

 

Auf  Menschen zugehen zu können ist eine Gabe, mit ihnen zu sprechen, von ihnen zu erfahren, eine Bereicherung des Lebens. Sich Jahrzehnte später an diese Begegnungen zu erinnern, eine Gnade! Hedwig Brenner, die Autorin des Buches „Begegnungen mit Menschen und Städten. 1919-2014", das vor kurzem im Hartung-Gorre Verlag Konstanz erschienen ist, durchstreifte Städte vor unendlich vielen Jahren, begegnete zufällig in Parks und auf Plätzen alten Bekannten oder Unbekannten, die zu Freunden wurden.

Die Schilderungen in diesem Buch sind nicht erfunden, erlebt und aufgeschrieben wurden sie von einer kommunikativen weltoffenen sechsundneunzigjährigen Dame, einer Czernowitzerin, eben Hedwig Brenner, wie bereits erwähnt. Geboren wurde die Schriftstellerin 1918 in der Bukowina, im deutschsprachigen Buchenland, das einst bis zum Ende des Ersten Weltkrieges zur Donaumonarchie gehörte, dann zum Königreich Rumänien kam, 1945 gar zur Sowjetunion und dessen nördlicher Teil mit Czernowitz seit 1990 zur Ukraine gehört.

Weiterlesen