Polarforscher oder Kolonialist?

Franzobels neuer Roman ,,Hundert Wörter für Schnee“ geht dieser Frage nach

Ausgabe Nr. 2923

Franzobel: Hundert Wörter für Schnee, Roman, Paul Zsolnay Verlag Wien 2025, 2. Auflage, Hardcover, 523 Seiten, ISBN 978-3-552-07543-6. 28 Euro.

„Hundert Wörter für Schnee” kennen die Inuit. Diese Behauptung ist zwar falsch, aber genau um diese Gleichgültigkeit und Respektlosigkeit gegenüber anderen Kulturen geht es im gleichnamigen Roman von Franzobel, erschienen 2025 im Wiener Paul Zsolnay Verlag. Der Roman schildert den Wettstreit um die erste Erreichung des Nordpols und die erbitterte Rivalität zwischen Robert Peary (1856-1920) und Frederick Cook (1865-1940). Beide Entdecker behaupteten zu ihrer Zeit, die ersten am Nordpol gewesen zu sein, wobei dies bis heute umstritten ist und auch im Roman widerlegt wird. Weiterlesen

Faszinierende Choreographie

Studierende interpretieren Volksmärchen neu

Ausgabe Nr. 2923

Szenenfoto aus „Tinerețe fără bătrânețe și viață fără de moarte”.                                                          Foto: Carol HRUBY

Mit den Stücken „Mutter”, einer Inszenierung von Dumitru Acriș nach „Mutter Courage und ihre Kinder” von Bertolt Brecht und „Tinerețe fără bătrânețe și viață fără de moarte” nach Petre Ispirescu, hatte sich das Departement für Schauspielkunst der Hermannstädter Lucian Blaga-Universität (ULBS) an dem Festival der Theater- und Kulturmanagement-Universitäten beteiligt, das zum elften Mal im Rahmen des 32. Internationalen Hermannstädter Festivals stattgefunden hat.Weiterlesen

Nach den Regeln des ESC

,,Sing das DSD“ ging in die zweite Runde

Ausgabe Nr. 2923

Die Fachberaterin aus China, ein Jurymitglied (auf dem Bildschirm) ist gerade zugeschaltet, um ihre Bewertung mitzuteilen.                       Foto: privat

Der internationale Wettbewerb „Sing das DSD“, entstanden im Juni 2023 auf die Aufforderung der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) hin, einen Beitrag für das 50-jährige Bestehen des Deutschen Sprachdiploms (DSD) zu leisten, ging im Schuljahr 2024/25 in die zweite Runde. Die teilnehmenden Länder waren Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, China, Estland, Kroatien, Polen Rumänien, Serbien und die Slowakei. Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2923

Reparaturarbeiten am ehemaligen evangelischen Mädchenlyzeum: Das Gebäude des früheren evangelischen Mädchenlyzeums in der Seilergasse/Banatului wurde vor geraumer Zeit an die Hermannstädter evangelische Kirchengemeinde A. B., die es gebaut und 1927 eröffnet hatte, rückerstattet. Darin befindet sich das „Daniil Popovici Barcianu”-Landwirtschafslyzeum. Derzeit wird das Gebäude saniert. Übrigens: Bald steht für eine andere, Mädchen gewidmete Einrichtung ein Jubiläum an: Am 28. August 1875 wurde der Frauenverein zur Unterstützung der evangelischen Mädchenelementarschule gegründet, die 1921 ihre Tore in der Salzgasse/Constituției eröffnete.                                                                                   Foto: Beatrice UNGAR

 

In eigener Sache:

Nächste Ausgabe am 22. August

Die nächste Ausgabe der Hermannstädter Zeitung erscheint am 22. August 2025, da der Freitag, 15. August (Mariä Himmelfahrt) arbeitsfrei ist, was bedeutet, dass auch die Postämter geschlossen sind. Die HZ wird nämlich gewöhnlich am Freitag, dem Erscheinungstag ausgetragen, was in diesem Jahr nicht möglich ist.

Wir danken für Ihr Verständnis.

Die RedaktionWeiterlesen

Atemberaubende Musik

Die Stadt rockte bei Artmania mit der Nummer 18

Ausgabe Nr. 2922

Zeitreise in die 1990-er Jahre: Die Rockband „Extreme” mit (von links) Patrick Badger, Gary Cherone und Nuno Bettencourt sangen sich im Rahmen der 18. Ausgabe des Artmania Festivals u. a. mit der Ballade „More Than Words” in die Herzen des Publikums.                                  Foto: Cynthia PINTER

Die Götter waren (wieder) in Hermannstadt – nicht die vom Olymp, sondern die des Progressiven Rocks: Die US-Band Dream Theater war Headliner der 18. Auflage des Artmania-Festivals, das am Wochenende stattgefunden hat. Nicht zu übersehen war das Stadtbild, das die Artmania-Fans Jahr für Jahr verändern: dunkle Kleidung, lange Haare, bunte Tattoos und überglückliche Menschen, die ihre Lieblingsmusiker sehen oder wiedersehen.Weiterlesen

Die Dorfgemeinschaft funktioniert

Der 6. Sonntag nach Trinitatis in Michelsberg am Silberbach

Ausgabe Nr. 2922

Das erste der in diesem Jahr insgesamt drei Konzerte der Reihe „Michelsberger Spaziergänge” war sehr gut besucht.
Foto: Michael HENNING

Trinitatis ist in seiner Bedeutung der Versuch, uns Menschen zu erklären, dass Gott der Schöpfer ist, der seine Welt und den Menschen liebt, der seinen Sohn Jesus Christus uns als Menschensohn schickte und der im Heiligen Geist unter uns weilt. Am Samstag den 26. Juli d. J. konnte man in Michelsberg spüren, dass die Kraft der Natur den Menschen in Michelsberg ihre Energie in Form eines gewaltigen Wolkenbruchs schickte, der den Silberbach, der durch den Ort normal ruhig und leise fließt, in rasendem Tempo zu einem reißenden Fluss mit Schlamm, Wasser und Geröll verwandelte. Weiterlesen

Mit dem Fahrrad durch 13 Länder

Felix Gündisch erfüllte sich einen Traum

Ausgabe Nr. 2922

Felix Gündisch wurde bei seiner Ankunft in Michelsberg feierlich von seinen Großeltern Karin und Dietmar Gündisch empfangen.         Foto: privat

Von München bis Michelsberg: 6.000 Kilometer, 13 Länder und ein roter Teppich zum Finale am Haus seiner Großeltern: Felix Gündisch erfüllte sich nach dem Abitur einen Traum auf zwei Rädern. Die meisten gönnen sich nach dem Abitur ein paar Wochen Urlaub, Felix Gündisch hingegen entschied sich für ein Abenteuer. Mit seinem Fahrrad fuhr der 20-Jährige aus München rund 6.000 Kilometer quer durch Südosteuropa, überquerte etliche Bergpässe, durchradelte 13 Länder und kam nach zwei Monaten bei seinen Großeltern in Michelsberg an, wo ihn Familie und Nachbarn mit einem feierlichen Empfang samt rotem Teppich und Blumen überraschten.Weiterlesen

Spurensuche in einem Land, das es nicht gibt

Was Schwarzmeerdeutsche in Transnistrien hinterlassen haben

Ausgabe Nr. 2922

Die einstige Kirche der lutherischen Siedler ist seit Sowjetzeiten ein Kulturzentrum. Eine vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung angebrachte Glastafel veranschaulicht den ursprünglichen Zustand.

Vor über 200 Jahren haben sich deutsche Siedler auf dem Gebiet zwischen den Flüssen Dnjestr und Bug niedergelassen und den Kolonistenbezirk Glückstal gegründet. Eine Reise nach Transnistrien, in ein Land, das auf den meisten Karten nicht zu finden ist, zeigt, welche Spuren sie trotz Krieg, Flucht und Vertreibung hinterlassen haben. Der aktuelle HZ-Praktikant Tobias J a r i t z hat vor kurzem eine Reise in die „Pridnestrowische Moldawische Republik” unternommen und berichtet im Folgenden davon:Weiterlesen

Herausforderung und Freude

Steffen Schlandt bot Orgelkonzert in Großau

Ausgabe Nr. 2922

Zwei Generationen aus Kronstadt an der Großauer Orgel: Steffen Schlandt und Sohn Felix Schlandt.
Felix, der die Register zog und die Seiten der Partituren umblätterte.               Beatrice UNGAR

Eine Herausforderung und eine Freude zugleich sei es für ihn, an der Hahn-Orgel in der Großauer evangelischen Kirche spielen zu dürfen, sagte der bekannte Kronstädter Organist Steffen Schlandt in seiner Begrüßung bei dem zweiten Konzert des Orgelsommers daselbst am Donnerstag der VorwocheWeiterlesen

Pilz-Zacusca, ein ,,Gaumen-Regenbogen”

,,Schön. Keramisch. Nützlich.” war der Salzburger Keramik gewidmet

Ausgabe Nr. 2922

Mihaela (Miky) Pleșea aus Galaţi (rechts) ist nicht nur die jüngste Teilnehmerin an der Keramik-Messe „Schön. Keramisch. Nützlich.” sondern auch eine Erfolgsgeschichte des Astra-Freilichtmuseums: Sie war gerade mal sieben Jahre alt, als sie zum ersten Mal im Rahmen einer Schülerolympiade in Hermannstadt töpferte, und ist jetzt, mit 18 Jahren, eine der bekanntesten Keramikerinnen Rumäniens. Sie hat bei den Schülerolympiaden nicht nur durchgehend den 1. Preis erhalten, sondern wurde bei vielen Wettbewerben preisgekrönt – viele von ihnen im Freilichtmuseum -, und ist auch bei den Mitarbeitern des Museums für ihr Talent und auch für ihre frohe Natur sehr beliebt. Unser Bild: Miky zeigt den Besuchern, wie man an der Töpferscheibe arbeitet.                           Foto: Beatrice UNGAR

Getöpfert, gekocht, erzählt und verkauft: Nicht einmal der Sturm am Samstag Nachmittag und die vielen Unwetterwarnungen des Inspektorates für Notsituationen konnte die Keramik-Messe „Schön. Keramisch. Nützlich.” im Astra-Freilichtmuseum stören. Gewidmet war die Messe in diesem Jahr der Salzburg-Keramik (Vizakna/Ocna Sibiului, Kreis Hermannstadt).Weiterlesen