Ein Mosaik der Erinnerungen

Ausgabe Nr. 2956

Briefe und Tagebücher erzählen von Deportation und Heimkehr

Reinhardt Schuster, Bernhard Heigl und Manfred Copony bei der Buchvorstellung am 12. März in Kronstadt (v. l. n. r.). Foto: John ASHT

Ein silberner Löffel kann vieles sein: Alltagsgegenstand, Erinnerungsstück oder stiller Begleiter durch Zeiten größter Not. Im Band „Dem Himmel näher als der Heimat. Aus einem Zettelkoffer gesammelt“, herausgegeben von Reinhardt Schuster und Manfred Copony, steht dieser Gegenstand sinnbildlich für das, was dieses Buch leistet: Es bewahrt Erinnerungen, die sonst leicht verloren gehen könnten.

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Ausreisen, aber nicht ankommen…

Ausgabe Nr. 2956

Anton Sterbling und sein neuestes Buch über kulturelle Identität


Anton Sterbling: Fragen der kulturellen Identität. Donauschwäbische Kultur, Schriftsteller in der Fremde, Relevanz der Sprache. Pop Verlag Ludwigsburg, 2026; Reihe Universitas, Bd. 15, 244 S.; ISBN 978-3-86356-434-6; 21,50 Euro.

Es mag ungewöhnlich sein, aber gern beginne ich mit einem Dank an den Ludwigsburger Pop-Verlag, der einmal mehr bei einer Herausgabe seiner Bücher ein gutes Händchen bewiesen hat. Angesichts der schwierigen Situation auf dem Buchmarkt, der allgemeinen in Kriegs- und Krisenzeiten erschwerten Produktions- aber auch Verkaufsbedingungen ist die Herausgabe anspruchsvoller Buchtitel schon ein nicht zu unterschätzender Wert. Umso mehr bei Büchern, die die Bestsellerlisten nicht erobern werden. Nun mag dem Verlag der Bekanntheitsgrad des Autors Anton Sterbling und sein beachtenswertes und vielfach gelobtes Gesamtwerk helfen, auch dieses Buch in der geneigten Leserschaft zu platzieren, gleichwohl selbstverständlich ist das nicht.

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Nachrichten

Ausgabe Nr. 2956

Keine Spielhallen mehr

Hermannstadt. – Die Hermannstädter Stadträte haben am Montag, dem 27. April, für die Schließung der Spielhallen und Casinos in der Stadt gestimmt. Deren Betriebsgenehmigungen sollen vom Bürgermeisteramt nicht mehr erneuert werden, so dass bis Jahresende alle geschlossen sein sollten.

Den Stadträten lagen drei Varianten für die Regelung dieser Branche vor, von dem Umzug in bestimmte Gegenden der Stadt, auf Abstand von Schulen und Lyzeen, bis hin zum kompletten Verbot.

Für das Verbot hatten sich auch über 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger von Hermannstadt in einer, von den Vertretern des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt, initiierten Online-Umfrage des Bürgermeisteramtes entschieden, und auch in den öffentlichen Debatten hatten sich die Hermannstädter mehrheitlich in diesem Sinne geäußert.

An der Umfrage haben 16.759 Personen teilgenommen, 11.989 der Stimmen wurden auch zugelassen. Davon haben sich 11.346 der Personen für ein Verbot ausgesprochen und 643 wollten, dass der Betrieb dieser Glücksspielhallen reglementiert wird. Die meisten der ungültigen Stimmen hatten Personen abgegeben, die laut Ausweis nicht in Hermannstadt wohnen bzw. Minderjährige. (RS)

Die Welt der Pilze im Naturwissenschaftlichen Museum: Im Naturwissenschaftlichen Museum des Brukenthalmuseums ist noch bis zum 15. Mai eine Mykologische Ausstellung zu sehen, die einen spannenden Einblick in die vielfältige Welt der Pilze bietet, auch anhand von Workshops und Führungen durch den Initiator und Hauptveranstalter, dem Hobby-Mykologen Florin Bustan, Anmeldungen telefonisch unter 0754-77.58.09 oder per E-Mail ciupercinorocoase@gmail.com. Unser Bild (v. l. n. r.): die Museografin Ana-Maria Păpureanu vom Naturwissenschaftlichen Museum, die Hobby-Mykologin Roxana Iuliana Pop, die beiden Kuratoren der Ausstellung, das Ehepaar Irina und Florin Bustan, die Managerin des Brukenthalmuseums Raluca Teodorescu und ihr Kollege Adrian Georgescu, Leiter ad interim des Historischen Museums bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: Beatrice UNGAR

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Fünf Alte und vier Neue im Vorstand

Ausgabe Nr. 2955

DFDH-Vorstandswahlen bei der Mitgliederversammlung im Spiegelsaal

Der neue Vorstand des DFDH (v. l. n. r.): Zeno-Karl Pinter, Monika Hay, Friedrich Gunesch, Gertrud Krech, Gabriel Tischer, Andrada Schneider, Wolfgang Alexander Guib, Paul Kuttesch und Christoph Galter. Foto: Beatrice UNGAR

Bei der Mitgliederversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt, die am Donnerstag, dem 16. April, im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums stattfand, wurde Gabriel Tischer erneut zum Vorsitzenden des Hermannstädter Forums gewählt. Auf der Tagesordnung standen aber zunächst ein Bericht des Vorsitzenden, des Jugendreferenten Stefan Kézdi, des Kulturreferenten Sebastian Arion, des Geschäftsführers Raul Rognean, ein Kurzbericht der neuen Leiterin des Forumskindergartens, Alexandra Suciu, die Rechnungslegung 2025 und der Bericht der Rechnungsprüferin sowie die Entlastung des Vorstandes. Die Entlastung erfolgte einstimmig.

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,,Plattformen der Normalität“

Ausgabe Nr. 2955

Deutscher Wirtschaftsclub Siebenbürgen veranstaltete Wirtschaftspanel im Spiegelsaal

Der DWS-Vorsitzende Wolfgang Köber stellt die Panel-Teilnehmer vor: Matthias Wichtler, Markus Teglas, Michael Schmidt, Emil Hurezeanu, Bernd Fabritius, Benjamin Józsa, Bernhard Gehlert und Robert Schwartz (v. l. n. r).
Foto: Laura MICU

Seit mehreren Jahrzehnten ist Deutschland der wichtigste ausländische Investor in Rumänien. Nach Angaben der Rumänischen Notenbank, beliefen sich die deutschen Direktinvestitionen in Rumänien im Jahr 2023 auf 682 Millionen Euro und erreichten insgesamt 17 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 überstieg der bilaterale Handelsaustausch 42.5 Milliarden Euro. Zwischen 1990 und 2025 flossen über 43% der deutschen Investitionen in Rumänien in den Produktionssektor und trugen so zur Modernisierung und Entwicklung der rumänischen Industrie bei. Wie kam es aber zu diesen beeindruckenden Zahlen? Mit dieser Frage hat sich das Panel beschäftigt, zu dem der Deutsche Wirtschaftsclub Siebenbürgen (DWS) eingeladen hatte.

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Heltauerin wird JEV-Präsidentin

Ausgabe Nr. 2955

Hermannstadt. – Zur neuen Präsidentin der Jugend Europäischer Volksgruppen (YEN/JEV) wurde Johanna Kézdi auf der Delegiertenversammlung in Montroulez/Frankreich gewählt. Die 21-jährige Heltauerin ist hauptamtlich Jugendreferentin der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Jugendorganisationen, und war vier Jahre lang als Kommissarin für Kommunikation im JEV-Vorstand tätig.

Johanna Kézdi. Foto: Privat

Die JEV ist das größte Netzwerk von Jugendorganisationen der autochthonen und nationalen Minderheiten in Europa und vertritt die Interessen von jungen Angehörigen nationaler, ethnischer und sprachlicher Minderheiten. Der JEV gehören 41 Mitgliedsorganisationen aus 18 Ländern an. Die JEV wird von jungen Menschen für junge Menschen geleitet und versteht sich als selbstbestimmte und selbstorganisierte Jugendorganisation, deren Tätigkeit von Jugendlichen durchgeführt und bestimmt wird. Die Präsidentin der JEV leitet, verwaltet und baut das internationale Netzwerk aus.

„Ich fühle mich geehrt, zur Präsidentin gewählt worden zu sein, und freue mich darauf, gemeinsam mit den neuen und bisherigen Präsidiumsmitgliedern ein starkes Team aufzubauen und die Ziele der JEV in konkrete Taten umzusetzen“, so Johanna Kézdi. „Meine Vision für die nächsten zwei Jahre ist einfach: Lasst uns wieder enger zusammenrücken. Wir müssen die Brücke zwischen dem Präsidium, unseren Mitgliedsorganisationen und unseren Partnern weiter stärken.“ (ADJ)

Vom Elimheim zum Elimheim

Ausgabe Nr. 2955

Wandertag der Frauenarbeit der EKR

Die Wanderung fand bei wechselhaftem Wetter statt. Foto: die Verfasserin

Summa summarum: 7 km, 11.000 Schritte, Höhenunterschied +200 m. So ließe sich rein objektiv die Strecke von Michelsberg nach Rășinari und zurück zum Elimheim beschreiben. Ein auch von kleineren Grundschulklassen gut besuchter Wanderweg. Diese Wanderstrecke erkundschafteten auch die Teilnehmenden des Wandertags der Frauenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, der am Samstag stattgefunden hat.

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Auf Klangreise

Ausgabe Nr. 2955

Konzertabend in der Kirchenburg in Agnetheln


Die „Maslband” und ihr Gast führten das Publikum in der evangelischen Kirche in der Agnethler Kirchenburg musikalisch durch Südosteuropas Kulturen. Unser Bild: Samuel Freiburghaus, Helga Freude, Monika Nuber und Katharina Wibmer (v. l. n. r.). Foto: Alisa SCHWARZ

Zum Schauplatz eines besonderen musikalischen Abends wurde die Kirchenburg, genauer die evangelische Kirche, in Agnetheln am 16. April: Unter dem Motto „Balkan, Klezmer, Gipsy-Swing, Muzică tradițională“ präsentierte die „Maslband” gemeinsam mit dem Taragot-Spieler Samuel Freiburghaus ein facettenreiches Programm mit Musik aus etwa zehn Ländern Südosteuropas. Bei frühlingshaften 22 Grad und Sonnenschein strömte ein zahlreiches Publikum in die Kirche, die sich rasch bis auf den letzten Platz füllte.

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Sie träumen von Peking

Ausgabe Nr. 2955

Das Team mit Mathematiklehrerin Mihaela Hadăr (2. l.). Foto: Privat

Das Hermannstädter Robotikteam Gear Maniacs Junior hat bei der diesjährigen rumänischen Landesmeisterschaft den ersten Platz in der Kategorie Innovationsprojekt gewonnen und sich für die Asia Championship qualifiziert, die vom 14. bis 16. August in Peking stattfindet.

Die Mannschaft wurde 2020 an der Brukenthalschule gegründet. Jedes Jahr werden neue Mitglieder rekrutiert und in die Welt der Robotik eingeführt. Das Team besteht heute aus 18 Jugendlichen: fünf Lyzeaner bilden den Kern der Mannschaft, der Rest kommt aus der Mittelstufe. Die Schüler sind aus den Klassenstufen 6 bis 10. Der Gründer der Mannschaft ist bis heute als Mentor dabei geblieben.

In diesem Jahr entwickelten sie DigItAll, eine Anwendung, die Archäologen hilft, zerbrochene Artefakte mithilfe von 3D-Scans digital zusammenzusetzen. Die Idee entstand in enger Zusammenarbeit mit Experten vom Historischen Museums des Brukenthalmuseums und vom ASTRA-Museum.

Um den Traum von Peking verwirklichen zu können, sind sie auf Unterstützung angewiesen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 20.000 Euro, ein Großteil davon fehlt noch. Jeder Beitrag bringt das Team einen Schritt näher an die Weltmeisterschaft.

Alle Informationen zur Unterstützung unter: www.acbsb.ro

Radu NICA, 9A

Alles drehte sich um allerfeinste Literatur

Ausgabe Nr. 2955

Streiflichter von den 36. Deutschen Literaturtagen in Reschitza


Gruppenbild mit Organisator Erwin Josef Țigla (links außen), den Teilnehmenden und Bürgermeister Ioan Popa (rechts außen) an der Endstation der neuen Straßenbahn. Foto: DFDBB

Nicht gleich um die Ecke ist Reschitza. Nein, kein Katzensprung, eher ein Löwensprung von Berlin ins Banater Bergland, nach Reschitza. Doch ein Katzensprung von Hermannstadt in Siebenbürgen nach Reschitza ist ein Katzensprung. Von ungefähr 50 km vor der serbischen Grenze, im Westen von Rumänien. Die Reise lohnt sich, egal woher angereist wird. Reschitza, die Industriestadt mit einer Eisenhütte und Hochöfen ist das Ziel. Die eiserne Lügenbrücke in Hermannstadt, die jeder kennt, über die schon jeder gelaufen ist, wurde 1859 in dieser Industrie- und Bergstadt gegossen, wo die ersten beiden Hochöfen vor 255 Jahren in Betrieb genommen wurden und der Ort vor 100 Jahren als Stadt anerkannt wurde. Ende März 2026 ging es drei Tage nicht um Eisen und Hochöfen, es drehte sich von morgens bis abends um Literatur, um allerfeinst vorgetragene. Erwin Josef Ţigla, der Meister der Organisation, lud in diesem Jahr bereits zu den 36. Deutschen Literaturtagen in seine Heimatstadt ein.Weiterlesen

,,Diese Tradition ist Identität“

Ausgabe Nr. 2955

In der Projektwoche zehn Jahre Deutsches Lyzeum in Mühlbach gefeiert

Die Grundschüler sangen unter der Leitung von Elena Sorina Petra und Violeta Bota die Hymne des Deutschen Lyzeums, die eigens für diese Gelegenheit von Elena Sorina Petra und Ioana Giurgiuman in Zusammenarbeit mit Robert Anghelescu komponiert wurde.
Fotos: Werner FINK

„10 Jahre Deutsches Lyzeum in Mühlbach” wurden zwischen dem 30. März und 3. April gefeiert, und zwar im Rahmen der Projektwoche „Școala altfel” (Schule anders), wobei es Ausstellungen, Workshops, siebenbürgisch-sächsische Tänze und Gastronomie sowie die Jubiläumsvorstellung gab. Am Mittwoch, dem 1. April, gab es ein Treffen mit den Freunden und Mitwirkenden, wo u. a. das neue Jahrbuch „Etwas Neues“ vorgestellt wurde. „Wir feiern 10 Jahre Bestehen des Deutschen Lyzeums Mühlbach – 10 Jahre Arbeit, Erfolge, erfüllte Träume und vor allem: 10 Jahre der Fortführung einer Tradition, die in Mühlbach nicht nur Geschichte, sondern Identität ist”, betonte Schuldirektorin Verona Maria Onofrei.

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Deutsch als Muttersprache

Ausgabe Nr. 2955

Sieben von 14: Insgesamt 14 Schülerinnen und Schüler der Klassen VII-XII von fünf Schulen aus Hermannstadt (Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium, Schule Nr. 4, Schule Nr. 6, Pädagogisches Lyzeum und Charlotte Dietrich-Schule) haben in diesem Jahr an der Landesphase des Schülerwettbewerbs im Fach Deutsch als Muttersprache teilgenommen, die in Kronstadt im Johannes-Honterus-Gymnasium veranstaltet wurde. Sieben von ihnen brachten Preise bzw. Belobigungen nach Hause mit: Den ersten Preis gewann der Neuntklässler Filip-Christian Jumugă (Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium), je einen zweiten Preis die Zehntklässlerin Anda-Ioana Brodețchi (Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium) und der Elftklässler Tudor Simon Mahl (Charlotte Dietrich-Schule), Belobigungen erhielten die beiden Achtklässlerinnen Emma Bărbat und Anna Voinea bzw. die Elftklässlerin Celia Orlea und der Zwölftklässler Robert Leutschaft (alle vier vom Samuel-von-Brukenthal-Gymnasium). Auch in diesem Jahr haben die Gewinner der ersten Preise je ein Jahresabonnement der HZ erhalten. Das sind: Amalia Neguț (VII. Klasse, Deutsche Schule IDEES, Bukarest), Selina Ariana Fanu (VIII. Klasse, Nikolaus-Lenau-Gymnasium, Temeswar), Filip-Cristian Jumugă, Lara Ioana Rotar (X. Klasse, Nikolaus-Lenau-Gymnasium), Maria Oberreiter (XI. Klasse, Johann Ettinger-Lyzeum, Sathmar) und Noah Nistorescu (XII. Klasse, Nikolaus-Lenau-Gymnasium). Ihre Aufsätze sind in der HZ in loser Folge zu lesen. Unser Bild: Gruppenbild der Hermannstädter nach der Preisverleihung im Festsaal des Andrei-Șaguna-Gymnasiums in Kronstadt. Foto: Privat