,,Hinter Oz” – Theateraufführung in Klausenburg
Ausgabe Nr. 2959

Dorothy schenkte allen Bühnenkolleginnen rote Schuhe. Am Ende gab es auch Blumen von ihrem größten Fan – die kleine Schwester einer der Darstellerinnen. Im Bild (v. l. n. r.): Eliza Gherman, Dr. Mirona Horiana Stănescu, Helga Paulger, Aida Cristina Pascu, Viviana Pascu, Lorelei Schiau und Denisa Cantor. Foto: Ruxandra STĂNESCU
„Hinter Oz”, eine persönliche Variante des „Zauberers von Oz” nach Lyman Frank Baum haben Studierende der Babeș-Bolyai-Universität im modernen Jugendpavillon in Klausenburg aufgeführt. Die Studierenden Denisa Maria Cantor, Eliza Maria Gherman, Helga Gabriela Paulger, Lorelei Anamaria Schiau und Viviana Gabriela Pascu haben unter der Leitung von Dr. Mirona Horiana Stănescu das Stück geschrieben und im Mai aufgeführt. Nach einem bewegten Ende mit Freudentränen führte HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u folgendes Gespräch.
Wie ist es zu diesem Projekt gekommen?
Helga Paulger: Das Projekt ist während des Theaterpädagogik-Kurses entstanden, im Rahmen der Lehrerausbildung der Babeș-Bolyai-Universität in Klausenburg. Den Kurs hat Dr. Mirona Stănescu geleitet und ein Theaterstück auf die Bühne gebracht, damit auch die Lehrenden auf der Bühne stehen und ein Stück mit Laienschauspielern einstudieren. Im September wurden die Studierenden der Grund- und Vorschulpädagogik sowie die Masterstudierenden der Theaterpädagogik gefragt, ob sie später das Stück auf die Bühne bringen wollen. Fünfzehn Studierende sagten zu, viel weniger machten auch tatsächlich mit. Ein Teil waren im Saal und bedauern, nicht dabei gewesen zu sein.
Aus dieser Erfahrung ist auch eine Dissertation entstanden…
Lorelei Schiau: Ich habe meine Dissertation über den Entstehungsprozess dieser Aufführung geschrieben, ohne das Endergebnis zu sehen, und uns versprochen, dass wir das Projekt zu Ende bringen würden: Also bis zur Aufführung heute Abend. Im Laufe der Vorbereitungen haben wir von uns verfasste Passagen in diese Aufführung eingebracht, da wir unter anderem den Text gemeinsam geschrieben haben.
Du warst Dorothy – wie war diese Erfahrung für dich?
Eliza Gherman: Ich glaube, für mich war es ein Heilungsprozess… Ich habe das Theater schon als Kind geliebt und hatte bis jetzt keine Gelegenheit, damit anzufangen, und ich bin den Mädchen einfach nur dankbar, dass wir es geschafft haben, diesen Raum für uns zu schaffen, in dem wir uns erlaubt haben, uns selbst durch die Figuren kennenzulernen und die Figuren durch uns. Die Magie, die wir meiner Meinung nach in unserem kleinen Raum Nummer 206 seit September Wochenende für Wochenende geschaffen haben, lässt sich wohl nicht mehr wiederholen. Es war wunderbar.
Was habt ihr gelernt und was nehmt ihr mit in euer Leben und in den Unterricht?
Viviana Pascu: Wir werden natürlich die Emotionen und all die Gefühle mitnehmen, und natürlich auch den Mut, die Intelligenz und so weiter. Es war in jeder Hinsicht ein sehr schöner Prozess, ich habe mich sehr wohl dabei gefühlt und ich bin froh, dass ich mich selbst entdeckt habe und mir erlaubt habe, das zu tun, was mir Spaß macht, ohne Barrieren.
Wie war es, vor Bekannten und Fremden auf die Bühne zu treten?
Denisa Cantor: Es war vor allem bei den Bekannten schwer… Ich habe ihre Blicke gespürt in meinem Herzen, ich spürte tausend Augen, die mich angesehen haben. Ich habe versucht, mir vorzustellen, dass es nur eine Probe ist und ich mein Bestes geben muss. Dieser Auftritt auf der Bühne war eine der schwersten Sachen, die ich im Leben gemacht habe, viel schwerer als die erste Sitzung mit den Eltern – ich arbeite seit einem Jahr als Grundschullehrerin.
Wie war die Arbeit als Spielleiterin?
Mirona Stănescu: „Hinter Oz“ war für uns eine Reise hinter die bekannten Figuren und Geschichten – hin zu persönlichen Erfahrungen, Ängsten, Wünschen und Fragen. Die Arbeit war sehr intensiv und emotional, weil die fünf Teilnehmerinnen ihre eigenen Texte geschrieben haben. Dadurch entstand eine große Ehrlichkeit auf der Bühne. Besonders wichtig war für mich, dass die Studentinnen nicht nur gespielt, sondern selbst kreativ gearbeitet haben – als Autorinnen, Performerinnen und Mitgestalterinnen des Projekts.
Für mich beweist dieses Projekt sehr deutlich, wie wichtig Theaterpädagogik sein kann. Sie schafft einen Raum, in dem Menschen sich ausdrücken, ausprobieren und weiterentwickeln können. Neun Monate sind eine lange Zeit und der Prozess war fast wichtiger als das Endergebnis, weil sich alle Teilnehmerinnen während dieser Zeit verändert und entwickelt haben. Dieses Projekt hat mir erneut gezeigt, wie kraftvoll Theaterpädagogik sein kann – besonders wenn Menschen ihre eigenen Geschichten erzählen dürfen.
Herzlichen Dank.