„Ein Theater, das nie schläft“

Ausgabe Nr. 2398
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Spielzeitbeginn am Radu Stanca-Nationaltheater in Hermannstadt

 

Mit der Vorpremiere des Stückes „Marat/Sade“, eine Adaptation des Textes „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade“ von Peter Weiss, in der Regie von Charles Müller, eröffnete das Radu Stanca-Nationaltheater Hermannstadt am Sonntag seine neue Spielzeit.Weiterlesen

Liebe zur Musik geweckt

Ausgabe Nr. 2398
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Der siebenbürgische Musiker Michael Beck ist tot

 

Der 1955 in Urwegen geborene Michael Hamlescher, als Musiker unter dem Namen Michael Beck bekannt, wurde in der Wuppertaler Zeitung vom 23. Oktober 2004 anlässlich seines 25. Jubiläums an der Bergischen Musikschule als „Wanderer zwischen den Musikwelten bezeichnet" und als einer „der regelmäßig auszieht, Toleranz zu leben". Am 11. September 2014 kam Michael Beck bei einem schweren Verkehrsunfall bei Konstanza ums Leben. Eine seiner ehemaligen Kolleginnen an der Hermannstädter Kunstschule, die in Frankfurt an der Oder tätige Violonistin Simona Böhm, erinnert sich im Folgenden an den viel zu früh Verstorbenen:Weiterlesen

„Bildung kann man dir nicht nehmen“

Ausgabe Nr. 2398
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Großzügige Sachspende der Michael Schmidt-Stiftung zum Schulbeginn

 

65.000 Schülerinnen und Schüler gehen seit Montag im Kreis Hermannstadt wieder zur Schule. Während ca. 8.000 Erst- und Zweitklässler auf ihre Lehrbücher noch warten müssen, dürfen sich die Kinder freuen, die an einer der 19 Schulen mit deutschen Abteilungen die Vorbereitungsklassen besuchen. Die Michael Schmidt-Stiftung und die Bayerische Staatsregierung schenkten diesen entsprechende Lehrmittel.Weiterlesen

„Jedes Töpfchen find‘ sein Deckelchen“

Ausgabe Nr. 2397
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Streiflichter vom 48. Töpfermarkt auf dem Großen Ring in Hermannstadt

 

Jedes Töpfchen find' sein Deckelchen". Mit diesem Vers begann der Refrain eines Liedes, das Lieselotte Pulver seinerzeit  im Spielfilm Kohlhiesels Töchter" zum Hit gemacht hat und das auch heute noch bei Karnevalsfesten in Deutschland zum Standardrepertoire gehört. Wäre dies Lied nicht schon in dem 1962 gedrehten Film gesungen worden, es hätte der Hit des seit 1968 stattfindenden Töpfermarktes in Hermannstadt sein können.

 

Töpfer aus allen Regionen Rumäniens hatten am vergangenen Wochenende ihre Meisterwerke im Rahmen des 48. Töpfermarktes auf dem Großen Ring zur Ansicht oder zum Verkauf gebracht.

Auf einem seit langem nicht mehr so ruhigen Großen Ring konnte man am Wochenende eigentlich alles finden, was aus Ton gefertigt werden kann. Man fand also wirklich für jedes Töpfchen ein Deckelchen.

Viele fragen sich jetzt wieso gerade Hermannstadt? Was hat die Stadt mit der Töpferei zu tun?

Als schon im späten Mittelalter etabliertes Handelszentrum, ist Hermannstadt über die Jahrhunderte hinweg ein interessanter Absatzmarkt für Händler, Handwerker und Manufakturen aller Art gewesen. Die unterschiedlichen Zünfte sind auch heutzutage noch wohl bekannt, vor allem da viele der Straßen in der Altstadt ihre Namen tragen und dadurch Zeugen der Geschichte bleiben.

Eine der ersten Zünfte der Stadt, erstmals im Jahr 1376 urkundlich erwähnt, die einen besonderen Einfluss auf die damalige Gesellschaft ausübte, war diejenige der Töpfer. Dokumente aus den Jahren 1376, 1539 und 1776 aus dem Hermannstädter Archiv zeugen von Anfang und Verlauf der Töpfergeschichte. Zahlreiche Kacheln fanden ihren Platz nach dem 18. Jahrhundert in den wichtigsten Museen Rumäniens und im Ausland. 252 Töpfer lebten damals allein in der Umgebung von Hermannstadt und hatten zu Gast eine große Anzahl von Töpfergesellen aus dem Ausland, die drei bis vier Jahre lang das Handwerk erlernen und ausüben durften. Dokumente weisen die Existenz des Töpfermarktes  auf der Wiesengasse (rum. Tipografilor) bis Ende des 19. Jahrhunderts nach.

Horst Klusch, unter dessen Koordination im Jahr 1968 der erste Töpfermarkt in Hermannstadt  mit 25 ausstellenden Hafnern organisiert wurde, schreibt im Artikel „Der Töpfermarkt in Hermanstadt – zwischen Tradition und Moderne" in der ersten Ausgabe des Ziarul Olarilor (Töpferzeitung), dass zu Ende des 19. Jahrhunderts die Hermannstädter Zunft der Töpfer über 200 Mitglieder zählte. Schon bei der ersten Auflage des „modernen“ Töpfermarktes im Jahr 1968 wurde die Organisierung dieser Veranstaltung dem Zentrum für Konservierung und Förderung der Traditionellen Kultur, Cindrelul –  Junii Sibiului, überlassen, das in Partnerschaft mit dem Astra-Museum bedeutungsvolle Änderungen für die Veranstaltung einführten. So ist es auch dazu gekommen, dass heutzutage der Töpfermarkt auf dem Großen Ring gehalten wird.

Auch dieses Jahr konnte man einige Stunden in der bunten und beruhigenden Welt der Keramik und des Lehms verstreichen lassen.  Nur die Vogelwasserpfeifen, die die Ruhe des Wochenendes unterbrachen, erinnerten noch an den Alltag auf dem Großen Ring, welcher bei anderen Events bei weitem nicht so ruhig ist.

Ein Töpfer führte seine Kunst an der Töpferscheibe Live vor, und in kurzer Zeit sammelten sich mehrere Interessierte im Kreis rund um ihn herum.

Vasile Rătezeanu aus Găleșoaia, Kreis Gorj, bewegte langsam seinen Fuss auf dem Töpferrad und formte sorgfältig eine Vase, die immer genauere Konturen annahm. Damit die Zuschauer genau sehen, wie alles geht und damit ein bisschen Spannung in der Luft schwebt, drückte er den Lehm ein und die Vase wurde im Nu zu einem kreisenden Lehmball. Man hörte jetzt ein „Oooohhh” aus der Menschenmenge. Doch Rătezeanu lachte und fing an, die Vase wieder zu gestalten.

An den vielen Ständen konnte man u. a. traditionelle Kachelöfen von Teracota Mediasch, lustige Glöckchen und coole Tassen von Tonal, bunt bemalte Schmuckkästchen von Pall Lajos aus Korond, Schmuckzeug, Willkommen-Tontafeln und vieles vieles mehr bewundern und kaufen.

Man konnte einfach Stunden in der Spirale des Tons verbringen, ohne zu bemerken, dass eine Minute vorbeigegangen ist. Man konnte Ungarisch, Deutsch und Rumänisch sprechen hören und sich im nachhinein noch träumend vorstellen, wie es vor Jahrzehnten auf dem Markt auf dem Grossen Ring gewesen sein muss.

Ein Höhepunkt war die Vorstellung der ersten Töpferzeitungim Schatzkästlein, zu der die die Töpferfamilie Sitar aus der Maramuresch mit einer Töpfereiausstellung eingeladen war.

Die Ausstellung, kuratiert von Karla Roșca, verzauberte die Anwesenden mit Keramik aus Baia Mare, Keisd (Saschiz), Vama, Negrești und Bârgău, handgefertigt in der Werkstatt der Familie Sitar. Interviews der Familie Sitar und die Geschichte der ausgestellten Keramik konnte man abgebildet an den Wänden der Kunstgalerie lesen.

Die erste Töpferzeitung wurde unter der Federführung von Karla Roșca und Horst Klusch herausgegeben und soll ein „für Töpfer, über Töpfer und von Töpfern”  geschriebenes Blatt sein. Man kann Geschichten lesen von Menschen, die ihr Leben der Töpferei  gewidmet haben, die Geschichte der Töpferindustrie oder Neuigkeiten aus der Branche finden.

Leider konnte Horst Klusch aus Krankheitsgründen nicht dabei sein. Die Hauptakteure der Vernissage, Cornel Sitar, Angela Sitar,  Ioana Luca und Ilie Moise, haben aber ihr Bestes getan, damit sich die Gäste willkommen fühlen.

Angela Sitar hat zuletzt auch einen kleinen Kurs in Keramikmalerei gehalten, an dem sich auch die deutsche Konsulin Judith Urban beteiligte, und unter den neugierigen Blicken der Zuschauer, achtsam ihren Tonteller bemalte. 

                         Monika TOMPOS

 

Bei wunderschönem Wetter konnten die Besucher nach Lust und Laune auf dem Großen Ring die wie immer reichlich vorhandenen Töpferwaren aller Art betrachten und erstehen.                               Foto: Fred NUSS

Die deutsche Konsulin Judith Urban (links) lässt sich von der bekannten Töpfermeisterin Angela Sitar zeigen, wie man einen Teller bemalt.

Fotos: Fred NUSS

„Ein Buch über die Heimat”

Ausgabe Nr. 2397
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Projektpräsentation und Preisverleihung in Mediasch stattgefunden

 

„Heimat im Spiegel des demografischen Wandels” lautete das Thema des Wettbewerbs, zu dem Schüler deutscher und deutschsprachiger Schulen in Rumänien Projekte vorbereiteten. Fünf der Projekte wurden im Rahmen eines Seminars am vergangenen Wochenende in Mediasch vorgestellt und die besten drei ausgezeichnet. Insgesamt nahmen rund 60 Schüler teil. Parallel zum Schülerseminar gab es ein Seminar für Lehrer, bei dem u. a. Neuerungen in Sachen Deutsches Sprachdiplom besprochen wurden.

 

Betreut wurden die Schüler beim Seminar in Mediasch von den Lehrern Holger Hack aus Craiova, Hugo Alexander Frohn von der Brukenthalschule in Hermannstadt und Tilo Herberholz vom Lenaulyzeum in Temeswar. Eingeteilt waren die Schüler in verschiedene Arbeitsgruppen wie Kunst, Musik, Theater, Tanz, Foto, Film. Das Ergebnis ihrer Aktivitäten stellten sie am vergangenen Dienstagabend im Traubesaal vor. Danach folgte die Vorstellung von fünf der insgesamt 23 Projekte zum Thema „Heimat im Spiegel des demografischen Wandels”, die sie zu Hause vorbereitet hatten.

„Heimat kann die zartesten, aber auch schrecklichsten Gefühle hervorrufen. Jedes Mitglied unserer Projektgruppe kennt Menschen aus der eigenen Familie oder Bekanntenkreis, die Siebenbürgen verlassen haben, um in Deutschland zu leben”, schreiben die Schülerinnen des Johannes Honterus- Lyzeums in dem Vorwort der Broschüre „Heimat im Spiegel des demografischen Wandels”, deren Beitrag zum Wettbewerb. Um herauszufinden, was eigentlich Heimat ist, führten die Schülerinnen Interviews und zeigten somit Lebensgeschichten aus dem persönlichen Bekanntenkreis auf. Interviews führten sie mit Krista Binder, einer Hamrudenerin, die nicht ausgewandert ist, mit Rosina Wilhelm, die aber ausgewandert ist. Angegeben wird auch deren „Rezept gegen das Heimweh”, der „Tag und Nacht”-Kuchen. Interviewt wurde auch der Repser Pfarrer Siegmar Schmidt, laut Nachwort einer „der stolzen Sachsen, die Siebenbürgen nie verlassen würden, aber auch Letiția Pârcălăbescu, die in Deutschland studiert und auch Irina Spânu, die ihren Heimatort Budeniț  bei Czernowitz während des Zweiten Weltkrieges verlassen musste. Zwei der Schülerinnen stellten nun am vergangenen Samstagabend die Broschüre in Form eines Theaterstücks vor, wobei die eine Gestalt ein „Buch über die Heimat“ schreibt und dabei nicht weiß, wie sie Heimat definieren soll, und die andere ihr damit hilft, dass sie auf die Lebensgeschichten der verschiedenen interviewten Personen hinweist.

Ausgezeichnet wurden die besten Projekte vergangenen Mittwoch im Festsaal des Stephan Ludwig Roth-Lyzeum. Mit dem ersten Platz belohnt wurden die Schülerinnen Isabella Cîrlănaru, Monica Doris Dumac, Simina Lazăr, Ioana Surdu und Daria Ştefan vom  Johannes Honterus Lyzeum aus Kronstadt. Auf Platz zwei landeten die Schüler vom George Coșbuc-Lyzeums aus Klausenburg, die einen Film über ein verlassenes Dorf gedreht haben, auf Platz drei die zwei Schüler des Decebal-Lyzeums aus Deva, die zum Thema ein Computerspiel gemacht haben.

Organisiert wurden die zwei Parallelveranstaltungen von Dieter Jaeschke, Fachberater und Koordinator und für das deutsche Sprachdiplom in Bukarest, zusammen mit der Kollegin in Temeswar, Birgit Söldenwagner, und der Kollegin in Hermannstadt, Birgit van der Leeden.  Jeder der Fachberater ist übrigens für einen Bezirk zuständig. Die Fachberater werden von der Zentralstelle für Auslandsschulwesen entsendet. „Zu dritt haben wir uns vor einigen Monaten überlegt, wie wir zu einem Pflichtthema im deutschen Sprachdiplom, das ist nämlich der Demographische Wandel, die Schüler und Schülerinnen auffordern kreativ zu arbeiten, weil der demografische Wandel ein sperriges Thema ist, mit dem sich junge Leute nicht so gern beschäftigen, sagte Jaeschke. „Wir haben gesagt, wenn man das in ein Wettbewerb, in dem man etwas kreativ produzieren soll einbindet, dann können vielleicht überraschende und kreative Produkte entstehen und man hat heute sicherlich gesehen, dass das tatsächlich der Fall ist. Ich bin persönlich sehr beeindruckt von den Leistungen, die von den jungen Leuten hier gezeigt worden sind.”

In den letzten Jahren soll es immer wieder mal Projekte gegeben haben, entweder der einzelnen Fachberater die sich auf deren Bezirk bezog oder im ganzen Land. Vor einem Jahr habe es ein ganz großes Projekt gegeben, nämlich „Donau verbindet”, das sogar mehrere Länder miteinbezogen. Die derzeitigen Fachberater sind seit einem Jahr hier in Rumänien und dieses war nun ihr erstes Gemeinschaftsprojekt.

Das Einführungsseminar für Lehrerinnen und Lehrer und die aus Deutschland nach Rumänien vermittelt werden soll jährlich in Mediasch organisiert werden. Die neuen Lehrerinnen und Lehrer in diesem Jahr sind nur drei. Außerdem nahmen allerdings noch etwa 30 Lehrkräfte die schon im Land sind teil. „Wir haben uns auf das  neue Schuljahr eingestellt. Wir haben zu den Neuerungen im Deutschen Sprachdiplom eine Fortbildung gemacht”, sagte Jaeschke. Außerdem habe es für die Lehrer einen Ausflug nach Malmkrog gegeben.

Außerdem nahmen am Schülerseminar noch die zehn neuen Kulturweit-Freiwilligen teil. Kulturweit ist ein Programm des Auswärtigen Amtes, durch das sich junge Leute zwischen 18 und 26 Jahren für eine deutsche kulturelle Einrichtung im Ausland engagieren können.

Die Projekte der Schüler zum Thema Heimat im Spiegel des demografischen Wandels können unter www.pasch-net.de nachgelesen werden.

                             Werner FINK

 

Fachberater Dieter Jaeschke und Gastlehrer Holger Hack zollten allen herzlichen Beifall.                                                                Fotos: der Verfasser

Daria Stefan (links) und Monica Dumac präsentierten das Siegerprojekt.

 

Nachrichten

2397

24. Sachsentreffen in Mühlbach

 

Mühlbach. – Unter dem Motto „Wir sind hier" ist das 24. Sachsentreffen, das am 20. September d. J. in Mühlbach gefeiert wird, dem 25. Gründungsjubiläum des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien gewidmet. Die Predigt im Festgottesdienst hält Dechant Dr. Wolfgang Wünsch, Festredner ist DFDR-Geschäftsführer Benjamin Jozsa, mit der Honterus-Medaille ausgezeichnet wird der DFDR-Vorsitzende Dr. Paul Jürgen Porr.

Für die Fahrt zum 24. Sachsentreffen stellt das Zentrumsforum Hermannstadt seinen Mitgliedern zwei Busse zur Verfügung. Die Hermannstädter können sich beim Forumssitz, bei Helmut Lerner, bis Mittwoch, den 17. September, 11 Uhr, einschreiben. Teilnehmer aus anderen Orten schreiben sich beim jeweiligen Forumsvorsitzenden ein. Abfahrt in Hermannstadt: am Samstag, den 20. September, 8 Uhr, vom Parkplatz „Thalia“- Saal. Für die anderen Ortschaften sind die Abfahrtszeiten von den jeweiligen Forumsvorsitzenden zu erfahren. Nähere Informationen unter 0269-21.54.17.

 

Reservierungen für CibinFest

Hermannstadt. – Das CibinFest 2014 findet zwischen dem 25. und 28 September m Großen Ring statt. Das Reservierungssystem wurde schon aktiviert, so, dass man sich unter www.cibinfest.ro anmelden kann. (WF)

 

 

Festival der lyrischen Kunst

Hermannstadt. – Seit Mittwoch, und bis zum 28. September findet in Hermannstadt das von der Hermannstädter Staatsphilharmonie veranstaltete Internationale Festival der lyrischen Kunst statt. Heute bietet die Bukarester Komische Oper für Kinder um 19 Uhr im Thaliasaal eine Vorstellung mit Donizettis „Don Pasquale", am Sonntag, den 14. September, 19 Uhr, konzertiert das Ensemble „Flauto dolce" aus Klausenburg in der Johanniskirche. Vom 24. bis 28. September findet die fünfte Auflage des „Vox Artis"-Gesanwettbewerbs für jungen Solisten statt. Mehr zu dem Programm auf Seite 8. (BU)

 

Bastelstunde für Kinder

Hermannstadt. – Am ersten Schultag, also am 15. September, ab 16 Uhr, lädt das Deutsche Kulturzentrum Hermannstadt zur ersten Bastelstunde dieses Herbstes ein. Zur Feier des Tages sollen einzigartige Stundenpläne gebastelt werden. Erwartet werden Kinder zwischen 7 und 11 Jahren. Der Eintritt ist frei. Die TeilnehmerInnenzahl ist begrenzt. Die Anmeldung erfolgt ausschließlich per E-Mail in chronologischer Reihenfolge: E-Mail: kultur@kulturzentrum-hermann stadt.ro. (RS)

 

 

Bücherspenden für BookFest

Hermannstadt. – Die Buchmesse Sibiu Bookfest findet auf dem Großen Ring in Hermannstadt bis 14. September statt. Die Organisatoren rufen auch zu einer Bücherspende auf, für Kinder vom Land, die sich keine Bücher oder Schulsachen leisten können. Spenden werden im Zelt „Born to Play” entgegengenommen. (RS)

 

 

Handball am Sonntag

Hermannstadt. – Der Handballklub Hermannstadt trifft am ersten Spieltag der A-Liga der Herren, Serie B,  am Sonntag, 16 Uhr, CSU Politehnica Temeswar. Der Eintritt ist frei. (RS)

 

Mühlentag in Holzmengen

Holzmengen/Hosman. – Zu einem Mühlentag werden Groß und Klein zu der Alten Mühle in Holzmengen am Samstag, dem 13. September, eingeladen. Organisiert wird ein regionaler Handwerksmarkt, dazu gibt es Leckereien aus der Holzofenbäckerei und Schaumahlen. Für die Kinder werden eine Malwerkstatt und ein Tanzworkshop organisiert.  Näheres unter www.moara-veche.ro (RS)

 

Reformationstagung

Hermannstadt. – Die Evangelische Akademie Siebenbürgen (EAS) lädt zur Reformationstagung 2014 ein, die im eigenen Sitz vom 25. bis 28. September stattfindet. Thema der Tagung ist „Kirche und Politik an der Peripherie. Reformation und Macht an den ,Grenzen' der deutschen, protestantischen Einflusszone im Vergleich von Frühneuzeit und Gegenwart”. Die Teilnahme ist kostenlos, im Tagungshaus in der Livezii-Str.  55 sind Übernachtungen möglich (Einzelzimmer mit Frühstück 25 Euro/Doppelzimmer 35 Euro pro Nacht).

Infos und Programm unter www.eas.neppendorf.de. Anmeldungen unter eas@neppendorf.de oder 0269-21.99.14 bis zum 15. September. (RS)

 

Transilvanian Brunch

Leschkirch/Nocrich. – Der letzte Transilvanian Brunch des Jahres findet am Samstag, den 27. September, ab 11 Uhr, in Leschkirch/Nocrich statt. Einschreibungen und nähere Informationen unter 0722-396.755 sowie per E-Mail transilvanian.brunch@gal-mh.eu (BU)

 

Media Music Awards

Hermannstadt. – Über 30 rumänische Musiker steigen am 18. September ab 19 Uhr auf die Bühne am Großen Ring für die Media Music Awards. Dabei sollen die besten Künstler der letzten zwölf Monate prämiert werden. Die Organisatoren rechnen mit über 30.000 Zuschauern. (RS)

 

Ausstellung über Hermannstadt

Bukarest. – Am Dienstag eröffnete der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Rumänien, Werner Hans Lauk, die Ausstellung „Hermannstadt: Denkmäler – Menschen – Landschaften“. Die Ausstellungseröffnung findet um 17 Uhr im Nationalen Dorfmuseum „Dimitrie Gusti“ in Bukarest (Sos. Pavel Dimitrievici Kiseleff 28-30) statt. Die Ausstellung präsentiert auf 180 großformatigen Farbaufnahmen die Denkmäler, Menschen und Landschaften von Hermannstadt und des Hermannstädter Kreises mit Texten auf Rumänisch und Deutsch. Hergestellt wurden die Exponate im Rahmen des Programms der Europäischen Kulturhauptstadt des Jahres 2007, Hermannstadt, vom 9. September bis 5. Oktober sind sie nun erstmals auch im Nationalen Dorfmuseum in Bukarest zu sehen.

 

Regio-Gelder für Mediasch

 

Mediasch. – Mediasch erhält durch das Regionale Operationelle Programm Regio  17,77 Millionen Lei für die Restaurierung mehrerer Wehrtürme aber auch für die Neugestaltung des Stadtzentrums. Diese Finanzierung ist nur ein Teil des Gesamtprojektes im Wert von rund 26 Millionen Lei, dabei soll das Mediascher Zentrum saniert werden. Langfristig soll das Projekt zu einer Erhöhung der Anzahl der Touristen führen, hoffen die Lokalbehörden, was nicht nur zusätzliche Einnahmen bringen, sondern auch rund 20  neue Arbeitsplätze schaffen soll.

Unter www.regio-adrcentru.ro,/harta proiectelor kann man die Projekte einsehen, die in der Region Mitte durch Regio-Programme finanziert werden, mit Geldern von der Europäischen Union und der rumänischen Regierung. (RS)

 

Astra-Museum in Bulgarien

Hermannstadt. – Das Astra-Museum hat an der 12. Auflage des Internationalen Marktes für traditionelle Handwerke in Gabrovo/Bulgarien teilgenommen,  bzw. bei der Konferenz, die diese Messe begleitet. Das Astra-Museum hat drei rumänische Künstler nach Bulgarien geschickt:  die Weberin Mihaela Gâţă (Sălişte/Kreis Hermannstadt), den Töpfermeister Vasile Chira (Baia Mare/Kreis Maramureş) und die Riemnerin Adél Szasz (Eliseni/Kreis Harghita). Chira hat auch bei einem Wettkampf mitgemacht und als jüngster Teilnehmer einen Preis in Höhe von 200 Leva gewonnen. Mit dabei waren auch die Museografinen Dana Botoroagă und Elena Găvan. (RS)

 

Schulen wurden kontrolliert

Hermannstadt. – Alle Schulen und Kindergärten im Kreis Hermannstadt wurden vom Hermannstädter Gesundheitsamt geprüft und wurden sanitär autorisiert, teilten Vertreter der Präfektur mit.

Insgesamt 468 Einrichtungen wurden kontrolliert, u. a. 133 Kindergärten, 161 Schulen, 67 Lyzeen, 12 Internate, 10 Kantinen und 5 Spezialschulen.  (RS)

 

Radio Neumarkt auf Deutsch

Sendezeiten: Mo.-Sa. von 21 bis 22 Uhr auf den Frequenzen der Mittelwelle 1593, 1323, 1197 kHz sowie Ultrakurzwelle 106,8 MHZ und im Livestream unter www.radiomures.ro/de/: Freitag: Jugend und Bildung – Elisabeth Weber – Erfolgsgeschichte einer jungen Sächsin; Samstag: Musikabend bei Radio Neumarkt – Veronika Fischer; Montag: Projekte des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt – Interview mit Anna Neamțu; Dienstag: Menschen bei uns – Monica Vlaicu; Mittwoch: Delegation aus Salzburg in Hermannstadt; Donnerstag: Wirtschaftsmeldungen.

Die Sendung ist montags bis freitags auch in Hermannstadt über die UKW-Frequenz 106,8 zu empfangen.

 

Rumänisches Fernsehen
in deutscher Sprache

TVR 1, Montag  15.  September,  13.00-14.00 Uhr; Deutsch… um 1:  Deutsche Kulturtage im Haferland I; Kirchweih in Deutsch Sanktpeter. 

TVR 2, Dienstag, 16. September, 14.30-15.00 Uhr: Treffen der Zipser in Oberwischau. 

TVR 1,  Donnerstag, 18. September, 15.30-17.00 Uhr: Nachrichten; 20 Jahre Canzonetta Chor; 20 Jahre Dienst am Menschen in Weidenbach; Die Reissner Blaskapelle in Oberwischau.

 

„Jetzt habe ich ein schönes Leben“

Ausgabe Nr. 2397
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Stiftung für verlassene Kinder feierte 20. Jubiläum

 

„Wir haben diese wunderschöne Kirche als Veranstaltungsort gewählt, um unseren Dank vor Gott zum Ausdruck zu bringen, der uns in all diesen Jahren beschützt und gesegnet hat", sagte Sonja Kunz, die derzeit die Gesamtleitung der Aktivitäten der Stiftung für verlassene Kinder (PECA) in Weidenbach inne hat. Die PECA-Stitung feierte am Samstag mit rund 300 Gästen von nah und fern ihr 20. Gründungsjubiläum in der Kirchenburg in Weidenbach.

 

Die zahlreichen Gäste, allen voran der Schweizer Botschafter Jean-Hubert Lebet, stellten unter Beweis: Der erste Vers des Gedichtes „Heimat" von Arnold Scherner, „Heimat, das sind die Menschen, die man kennt, die man Verwandte, Nachbarn und Freunde nennt" ist nicht nur ein geflügeltes Wort.

Die Stiftung versucht seit 20 Jahren verlassenen Kindern in Rumänien ein Zuhause zu bieten. Lidiana, die seit 18 Jahren in einem Haus der Stiftung lebt, brachte auf den Punkt, wie es Kindern geht, die in einem Kinderheim aufgewachsen sind. Eigentlich sollte sie sich in ihrer Ansprache Gedanken machen über das Stichwort „Zuhause". Sie sprach aber von Maria Gavriliu und Sonja Kunz, den beiden Gründerinnen der Stiftung, und darüber, was diese für ihr Leben und das Leben weiterer ca. 37 Kinder bedeuten. Auf die Frage „Wie ist es denn, in einem Kinderheim zu leben?" habe sie im Laufe der Zeit so oft antworten müssen, dass ihr dies irgendwann nichts mehr ausgemacht habe. Doch die Fragen, wie es denn wäre, wenn sie in ihrer biologischen Familie leben würde bzw. wie es wäre, in einer normalen Familie aufzuwachsen, beschäftigen die inzwischen 19-Jährige nach wie vor. Sie sei besonders dankbar, so „außerordentliche" Menschen wie Maria Gavriliu und Sonja Kunz von klein auf um sich gehabt zu haben, die für die Kinder eigentlich alles aufgegeben haben, um ihnen ein Zuhause zu bieten. Lidiana meinte: „Wenn mich Maria damals nicht aus der Klinik geholt hätte, hätte ich jetzt wohl schon drei Kinder und müsste von der Hand in den Mund leben. Aber Dank Maria und Sonja habe ich eine gute Schulbildung genossen und werde jetzt studieren." Im Namen aller Kinder dankte sie für alles: „Ihr habt unserem Leben einen neuen Sinn gegeben!"

Einer der sechs Thalassämie-Kranken, die von der Stiftung betreut werden, ergriff auch das Wort: „Ich heisse Florin und ich bin 16 Jahre alt, ich lebe hier, seit ich zwei Jahre alt bin. Ich habe eine Blutkrankheit und ich brauche viel Pflege.

Für mich ist es ein Vorteil, dass mich die Eltern verlassen haben. Erstens hatten sie mich nicht gewünscht und zweitens hatten sie keine Bedingungen für mich. Natürlich hätte ich  Vater und Mutter gewollt, aber die Eltern kann man sich nicht wählen und auch die Umstände kann man nicht auswählen. Jetzt habe ich ein schönes Leben und fühle mich im Casa Livezii wie in einer großen Familie und deshalb gefällt es mir nicht – und den andern Kindern auch nicht – wenn die Leute sagen: 'arme Kinder'. Ich möchte einfach, dass mich die Leute ganz normal wie die anderen Kinder sehen.  Ich glaube, dass ich andere Menschen gut verstehen kann, die auch etwas Schweres erlebt haben. Das ist auch etwas Gutes, was ich selber gelernt habe."

Diese beiden Wortmeldungen beeindruckten die Anwesenden beim offiziellen Teil des Festes in der Kirche, das musikalisch umrahmt wurde von dem Chor der Stfitung, dem Kronstädter Jugendbachchor und dessen Leiter, dem Organisten Steffen Schlandt. Grußworte sprachen der Schweizer Botschafter Jean-Hubert Lebet, der zuständige evangelische Pfarrer Uwe Seidner, sein orthodoxer Amtskollege Călin Comșa, Weidenbachs Bürgermeister Dorel Toma und der Generaldirektor der Sozialdirektion des Kreises Kronstadt, Gheorghe Durnă. Begrüßt wurden die Anwesenden auch von Carmen Cristureanu, welche die administrative Leitung der Stiftung übernommen hat. Moderatorin war Monika Dănilă, welche die pädagogische Leitung inne hat. Mit den beiden Letzgenannten haben Maria Gavriliu und Sonja Kunz laut Jubiläumsbroschüre „kompetente Nachfolgerinnen, die schrittweise die Leitungsfunktionen übernehmen und dadurch das Weiterbestehen der Stiftung gewährleisten."

Zu dem Jubiläum angereist war auch eine Gruppe Schweizer, ohne die die Stiftung ihre Arbeit gar nicht leisten könnte. Die Schweizer unterstützen die Stiftung, die in Weidenbach inzwischen in drei Häusern verlassene Kinder wie in einer Familie betreut, seit Anfang an. Der Schweizer Verein für verlassene Kinder in Rumänien mit Sitz in Basel feiert 2015 sein 20. Gründungsjubiläum. Seitens des Vereins überbrachte Doris Marti, stellvertretende Vorsitzende, herzliche Grüße.

Als die Schweizer Sonderpädagogin Sonja Kunz 1992 einen achtmonatigen Rotkreuzeinsatz antrat,  hatte sie wohl auch nicht damit gerechnet, dass sie 22 Jahre danach immer noch in Rumänien tätig sein wird. Maria Gavriliu hatte wohl auch nicht damit gerechnet, als sie für die Schweizer damals als Dolmetscherin einsprang, dass sie kurz darauf ihre Stelle als Ingenieurin in einem Kronstädter Betrieb aufgeben würde, und sich der Sache der Kinder annehmen würde. Beide Stiftungsgründerinnen präsentierten kurzweilig und humorvoll anhand von Bildern die Geschichte der Stiftung aber auch die derzeitigen Tätigkeiten.

                              Beatrice UNGAR

 

20 Jahre gemeinsam geschultert": Unter diesem Motto feierte die Stiftung für verlassene Kinder (PECA) am Samstag in der Weidenbächer Kirchenburg ihr 20. Gründungsjubiläum mit mehr als 250 Gästen von nah und fernUnser Bild: Der PECA-Chor", gebildet aus betreuten Kindern und Mitarbeitern der Stiftung brachte einige beliebte Lieder zu Gehör.   Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

 

 

Bürgermeister Dorel Toma (links) im Gespräch mit Botschafter Jean-Hubert Lebet und Sonja Kunz.      Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

 

 

Erstmals in Rumänien

Ausgabe Nr. 2397
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Der alle zwei Jahre in einem anderen Land organisierte Kongress des Internationalen Vereins der Orgelbauer (International Society of Organbuilders, ISO) wird vom 7. bis 14. September d. J. erstmals in Rumänien ausgetragen. Einen Bericht dazu bringen wir in unserer nächsten Ausgabe. Unser Bild: Der Schweizer Orgelbaumeister Ferdinand Stemmer begrüßte am Sonntagabend im Namen der Organisatoren die Teilnehmenden bei der Eröffnungsveranstaltung im Hermannstädter Ratahaus am Großen Ring.                                                             Foto: Beatrice UNGAR

Medien und Minderheiten

Ausgabe Nr. 2397
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ifa veröffentlicht dankenswerte Studie

 

 

Das Institut für Auslandsbeziehungen Stuttgart veröffentlichte in der ifa-Edition Kultur und Außenpolitik eine dankenswerte Studie, die  sich mit „Identität und Hybridität am Beispiel der Medien der deutschen Minderheit in den Ländern Mittel- und Osteuropa (MOE) als Identitätsstifter“ befasst. Die Publikation entstand im Rahmen des Forschungsprogramms Kultur und Außenpolitik", das aus Mitteln des Auswärtigen Amts finanziert wird.

 

Bevor sich die Historikerin und Autorin Lou Bohlen der vergleichenden Analyse im Blick auf die Wirkung der Medien der deutschen Minderheiten in den Ländern Polen, Rumänien und Ungarn widmete, bemühte sie die Geschichte der Psychologie, um anhand so namhafter Autoren wie S. Freud, C. G. Jung und L. Niethammer, eine Begriffsbestimmung zu Minderheit, Identität und Ethnizität vorzunehmen.

Minderheiten waren stets Mittler zwischen den jeweiligen Kulturen, und geben wertvolle Impulse, nicht nur für ein Zusammenleben in kultureller Vielfalt, sondern auch im gesellschaftspolitischen, so, wie wir es im Blick auf die Präsidentschaftswahl im Land, momentan erleben!

Lou Bohlen hat die Medien der deutschsprachigen Minderheiten der drei genannten Länder auf Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Parallelen untersucht. Gemeinsame Sprache, gemeinsame Landesgrenzen, sowie historische und politische Ereignisse sind Merkmale, die das Leben der Gemeinschaft prägen. Seit den Umbrüchen im ehemaligen Osteuropa, wandelte sich das Bild der Minderheiten, da eine nicht unerhebliche Zahl nach Westeuropa auswanderte. Dies offenbarte sich insbesondere in Polen und Rumänien, so dass die Bundesregierung ab 1993 versuchte, die zunehmende Auswanderung durch gesetzliche Zuwanderungshürden zu verzögern.

In Polen haben das jeweilige Wochen- und Monatsblatt, sowie die drei Hörfunkprogramme und die zwei Fernsehsendungen in deutscher und polnischer Sprache, eine bemerkenswerte Konsolidierung der deutschen Minderheit gezeigt. Insbesondere im Jugendbereich zeige sich dies durch eine ausgeprägte Politisierung.

In Rumänien seien sowohl die Tageszeitung ADZ  nebst wöchentlichen Beilagen, als auch die Wochenzeitung HZ, sowie die regionalen Hörfunk- und Fernsehprogramme, in erster Linie ein Indikator für eine stabile und starke Bindung an die deutsche Sprache und Kultur. Es werden unzählige Traditionen, Feste und Bräuche aufgegriffen, ebenso wird die enge Bindung an die beiden Konfessionen der deutschen Minderheit veranschaulicht.

Darüber hinaus spiegeln die Medien die Tätigkeit der Vertreter der deutschen Minderheit in den Stadt- und Kreisräten Rumäniens wieder.

In diesem Kontext fällt auf, dass in der Studie die Siebenbürger Sachsen und die Banater Schwaben Erwähnung finden, nicht jedoch die Sathmarer Schwaben, die ja nach der letzten Volkszählung von 2011, im Verbund mit den Banater Schwaben, 13.500 Personen zählen. Die Volkszählung ergab, dass  36.000 Personen der deutschen Minderheit angehören. Dies bedeutet einen Rückgang von 38 Prozent gegenüber der Volkszählung von 2002. 

Auch die Wochenzeitung NZ in Ungarn, neben der täglichen Hörfunksendung und der wöchentlichen Fernsehsendung in deutscher Sprache, offenbaren eine starke  Bindung der Menschen an Traditionen, Bräuche und auch Dialekte. Allerdings zeigt sich hier auch die Schwierigkeiten und Bemühungen, sprachliche und kulturelle Traditionen zu erhalten und an die jüngere Generation weiterzugeben!

Die Studie empfiehlt u.a. die Gründung eines transnationalen Netzwerks für den Kinder- und Jugendbereich. Dies könnte eine lohnenswerte Aufgabe für die Jugendverbände der deutschen Minderheiten sein, indem sie ihre Zielgruppe von Jugendlichen zum Mitmachen motiviert, und Kooperationen mit anderen Jugendformaten im deutschsprachigen Ausland sucht.

Desweiteren empfiehlt die Autorin die Herausgabe einer transnationalen Online-Zeitung in deutscher Sprache. Es würden Ideen und Kompetenzen zusammengeführt und neue Formen einer Zusammenarbeit entwickelt. Darüber hinaus würde die virtuelle Vernetzung den Infor- mationsaustausch zwischen den Jugendverbänden intensivieren. Beide Projektvorschläge könnten ggf. Unterstützung bei transnationalen Dachverbänden finden.

Auch wenn inzwischen die Online-Medien als „eine Abkehr vom Journalismus“ diskutiert werden, so könnte eine solche Initiative, wo regelmäßig aktuelle Texte und Reportagen zu erstellen wären, die sprachliche Kompetenz und das organisatorische Talent der Jugendlichen erheblich fördern.

Das Institut für Auslandsbeziehungen wird diese vergleichende Studie allen dort genannten Medien mit Sicherheit schnellstens zur Verfügung stellen, um insbesondere die Empfehlungen der Autorin Lou Bohlen aufzugreifen und um sie landesweit in den Foren zu diskutieren.    Elke SABIEL

 

Lou Bohlen: Identität und Hybridität – am Beispiel der Medien der deutschen Minderheiten in den Ländern Mittel- und Osteuropas (MOE) als Indentitätsstifter. ifa-Edition Kultur und Außenpolitik, Stuttgart, 2014, 96 Seiten, online kostenfrei abrufbar unter http://www.ifa.de/publikationen/kultur-aussenpolitik.html

 

 

„Warum kommen sie zu uns?“

Ausgabe Nr. 2397
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Delegation aus Salzburg will rumänische Rahmenbedingungen kennen lernen

 

Politiker und Politikerinnen, aber auch NGO-Vertreter aus Salzburg waren in Hermannstadt auf Besuch. Die Bürgermeister-Stellvertreterin Mag. Anja Hagenauer und Michael König von der Geschäftsstelle  Diakonie Salzburg haben über ihre Reise berichtet.

 

„Wir sind eine Delegation aus Salzburg, die sich einfach die Rahmenbedingungen, vor allem das Sozialsystem hier im Land anschauen”, erklärte Anja Hagenauer für die Hermannstädter Zeitung. „Grund dafür ist, dass wir in den letzten Jahren sehr viele Notreisende – also Bettler und Bettlerinnen – haben, die zum großen Teil aus Rumänien kommen, und da wollten wir erfahren, warum sie kommen.”

Die Delegation hat mehrere Ortschaften um Hermannstadt besucht: „Wir haben sehr viele Eindrücke gewonnen, wir haben auch gesehen, dass viele Kommunen bemüht sind, die Situation zu verbessern, aber auch gesehen, dass es noch immer Defizite gibt, und dass es vor allem Menschen betrifft, die benachteiligt sind”, so die Politikerin. „Für uns ist es wichtig zu wissen, wo wir einsetzen können, uns überlegen, ob Zusammenarbeiten mit Kommunen oder Städten möglich sind. "

Organisiert wurde die Reise von der Diakonie Salzburg, die u. a. in Hermannstat eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung führt. Michael König: „Wir haben in Österreich sehr intensive politische Diskussionen und da werden oft sehr verkürzende Meinungen über Rumänien transportiert und meine Überzeugung ist, es ist zu wenig über Medien zu erfahren, wie es Menschen hier geht, man muss Menschen begegnen, man muss sich von den Situationen berühren lassen, man muss spüren, wie hier in Rumänien versucht wird, die Situation zu verbessern, und ich bin der tiefen Überzeugung, wir brauchen viele solche Formen des Austausches.  Zum Beispiel haben in den letzten Jahren 6.000 Ärzte Rumänien verlassen, und auch viele Pflegekräfte verlassen Rumänien. Also wir profitieren davon, dass Menschen weggehen, und in Rumänien  bleibt das Problem, dass im sozialen und im Gesundheitssystem Menschen fehlen.”

Welche Maßnahmen in Salzburg ergriffen werden, soll natürlich noch besprochen werden, doch klar ist es, dass die Behörden zusammen mit den NGOs arbeiten werden, was in Salzburg seit Jahrzehnten üblich ist, denn das ist die „Grundlage für ein gutes Miteinander und vor allem für eine Weiterentwicklung, damit die Standards besser werden für alle”,  so Anja Hagenauer.

Ruxandra STĂNESCU

Vor dem Treffen mit Vertretern der Lokalbehörden war Zeit für ein Gruppenfoto auf dem Großen Ring.                                          Foto: die Verfasserin

Musikalische Hommage an Clara Haskil

Ausgabe Nr. 2397
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Jüngstes Festival in Hermannstadt ist der in Rumänien geborenen Pianistin gewidmet

 

Noch ein Festival!" stöhnten einige, als die Ankündigung der ersten Auflage des Internationalen Clara Haskil-Festivals die Runde machte. Nach sechs Tagen Instrumentalmusik fragten sich viele Konzertbesucher: War das alles? Wir wollen noch mehr hören!" Auf jeden Fall ist es bemerkens- und lobenswert, wie es die junge rumänische Pianistin Alina Azario, die heute in Hamburg lebt, versteht, ihrem Vorbild, Clara Haskil, eine Hommage darzubringen. Mit ins Boot holte sie namhafte Virtuosen wie den ungarischen Cellisten István Várdai, die französische Violonistin Marina Chiche und zwei ausgezeichnete rumänische Ensembles: Bucharest Symphony Orchestra und das Klausenburger Arcadia Quartett. Unsere Mitarbeiterin Doina Giurgiu bietet im Folgenden einige subjektive Einblicke in das Geschehen bei diesem Ausnahme-Festival:

 

September 2014, ein ruhiger und schöner Monat in einem hellen und warmen Hermannstadt. Das Gewimmel des Alltags trifft auf jeder Straße der Altstadt auf hunderte vergnügte oder überraschte Worte von Reisenden, die sich auf der Suche nach osteuropäischer Schönheit befinden, die Freunde rufen oder Limonaden und Strudel bestellen. Irgendwo, an einer Straße, die an eine Ansichtskarte von einem Urlaub im Westen erinnert, in einem Gebäude mit zwei Gesichtern und zwei Geschichten – eine alte von Jahrhunderten, die von Armbrustern bewacht wurden, und eine frische, von eleganter Würde – herrscht eine andere Art Bewegung.

Bei dem Gebäude handelt es sich um das alte Theater, heute Thaliasaal. Es ist der 2. September, der vierte Tag des Internationalen Clara Haskil-Festivals und alle warten ungeduldig auf den Auftritt des Stars des Festivals, den französischen Pianisten   Adam Laloum, der Gewinner von 2009 des Internationalen Clara Haskil-Klavierwettbewerbs, der jedes zweiten Jahr in Vevey/Schweiz stattfindet. Laloum kommt dann doch nicht, er hat das Flugzeug verpasst und muss am nächsten Tag in die USA. Die Entscheidung fällt rasch: Die Violonistin Marina Chiche und die Pianistin Alina Azario, die eigentlich am Tag darauf konzertieren sollten, springen in die Bresche. Doch keinesfalls als Lückenbüßer: Chiche, die schon am ersten Festivalstag bei ihrem Auftritt mit dem Bucharest Symphony Orchestra, dirigiert von Tiberiu Soare, Stehapplaus bekommen hatte, spielt virtuos und unvergleichlich zwei Werke von Johann Sebastian Bach: die Sonate in G-Dur BWV1001 und die Partita Nr. 2 in d-Moll BWV 1004.

Im Vorfeld konnte man durch die Fenster des Proberaumes eine schlanke Gestalt erkennen, die fast mit dem massiven Klavier verschmilzt. Vielleicht hat sie die Probe beendet oder denkt noch über etwas nach. Die Regungslosigkeit hält nicht an und die Gestalt hebt sich plötzlich ab von dem Instrument, verändert ihre Form, lässt den langen Schatten der Hände erkennen, dann das klare Profil, aber nur für Sekunden, dann verwischt die Bewegung alle Details. Nun bleibt der Raum erstarrt zurück.

Nach dem Auftritt der französischen Violonistin herrscht im Saal Stimmengewirr, die Stühle knarren trocken. Alle sprechen über die Solistin, die gerade die Bühne verlassen hat: „eine wunderbare Violonistin".

Die Pause ist bald um: In den Kulissen hören sich die Echos aus dem Saal an wie unverständliches Gemurmel, das von der kompakten Dunkelheit aufgesogen wird, die nur von einem kleinen Lichtstrahl durchschnitten wird, der durch die Eingangstür fällt. Hier schwebt eine paradoxe Stille, ein gespanntes Warten. Plötzlich verdeckt eine hochgewachsene Gestalt diesen Lichtstrahl. Ihre Hände streichen über die Stirne, die Finger schlingen sich ineinander, man hört kurze, tiefe Atemzüge, die dann immer leichter und ruhiger werden. Der Kopf ruht in einem stillen Moment auf den Fingerspitzen, dann schnellt er plötzlich hoch, die Form des Schattens verändert sich und verschmilzt mit dem Weiß der Bühne, im schrill tönenden Beifall.

Die Töne steigen und fallen, sie vermischen sich aufstrebend, die Hände jagen einander, kreuzen sich, trennen sich wieder, streifen die Klaviatur hin und zurück, in einem schwindelerregenden Tanz, dem man nur verwandelt von der Kraft und dem  Zauber einer vollkommenen Interpretation entkommen kann.

Wenn Leidenschaft in einer Sekunde überspringen kann, dann geschieht dies auf diese Weise: Man lässt sich überfluten von den Emotionen einer phantasievollen und warmen musikalischen Ausführung, die der Perfektion entsprungen ist. Und man verlässt den Konzertsaal mit zwei neuen Steckenpferden: der Musik von Claude Debussy und der Wertschätzung für deren Interpretin, Alina Azario, die junge rumänische Pianistin, für die das Konzertieren und das Organisieren eines Festivals so natürliche Dinge sind wie der Beifall eines begeisterten Publikums.

Und die Musik verklang nicht  schon als Azario den letzten Finger von den Tasten hob, sondern erst viel später im Rascheln der Lindenblätter am späten Herbstabend.

Eigentlich hätte dieser Abend nicht übertroffen werden können. Die beiden Ausnahmeinterpretinnen belehrten am Abend darauf das Publikum eines Besseren, mit Werken von Johann Sebastian Bach, Claude Debussy, Béla Bartók, Dinu Lipatti und George Enescu.

Die liebevoll fließende Nokturne von Lipatti z. B. ist eine einzige Liebesgeschichte in warmen Tönen, welche die Tasten des Klaviers streicheln wie in einer Liebkosung. Zu ihnen gesellt sich ein dunkler Ton, der von alten Zeiten erzählt, deren Erinnerung nach Heilung heischt. Die letzte Note wird endlich frei gelassen, verschwindet in der Luft und lässt Enescu eintreten, dem das Talent bekanntlich in den Fingern pulsierte, und dessen Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 in f-Moll kraftvoll und stets suchend daherkommt. Am fünften Festivalstag wurde das Duo Azario-Chiche mit minutenlangem Stehapplaus belohnt.

 

Alina Azario (links) und Marina Chiche danken dem Publikum.

 

Das Arcadia Quartett (v. l. n. r.): Ana Török, Răsvan Dumitru,  Zsolt Török und Traian Boală.              Fotos: Christel WOLLMANN-FIEDLER