Gewundene Wurzeln und verwegene Wege

Soziolinguistische Untersuchung zur Gretchenfrage in der EKR

Ausgabe Nr. 2668

Gerhild Rudolf: Wurzeln und Wege. Soziolinguistische Studie zur kirchlichen Sprachenwahl der Siebenbürger Sachsen, Honterus-Verlag, Hermannstadt, 2019, 403 Seiten, ISBN 978-606-008-037-4.

Es ist nicht jedem Forscher gegönnt, an seinen Untersuchungsgegenstand durch persönliche und berufliche Einbindung dauerhaft und aus unmittelbarer Nähe heranzutreten. Dr. Gerhild Rudolf, seit 2012 Leiterin des „Begegnungs- und Kulturzentrums Friedrich Teutsch“ der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR), darf sich insoweit als doppelt glücklich schätzen. Ihre kürzlich im Honterus-Verlag veröffentlichte Dissertation ,,Wurzeln und Wege. Soziolinguistische Studie zur kirchlichen Sprachenwahl der Siebenbürger Sachsen“, vom angesehenen Marburger Sprachforscher und evangelischen Theologen, Professor Heinrich J. Dingeldein, betreut, nimmt sich nämlich einem wichtigen, nicht minder gewagten Vorhaben an, die Entwicklung der Sprachsituation der siebenbürgisch-sächsischen Lutheraner empirisch zu dokumentieren, um der Sprachenwahl des Gottesdienstes in der EKR nachzugehen.Weiterlesen

Stalins Order 7161 vor 75 Jahren

Marc Schroeders Zeitzeugenporträts einer Deportation

Ausgabe Nr. 2668

Marc Schroeder (links) und Heinke Fabritius bei der Vernissage der Ausstellung in Berlin.                     Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Im Rahmen der Ausstellung ,,Order 7161 – Zeitzeugenportraits einer Deportation“ von Marc Schroeder aus Luxemburg in der Galerie des Rumänischen Kulturinstituts in Berlin, fand am 14. Januar 2020 ein literarischer Abend zu diesem schweren politischen Thema statt. Monica Broos, die Schauspielerin, las Textpassagen aus dem gerade in deutscher Übersetzung erschienenen Buch „Diesseits und jenseits des Tunnels 1945“ von Mariana Gorczyca und der Schauspieler Konstantin Bez aus Herta Müllers „Atemschaukel“. Dr. Heinke Fabritius, die Kulturreferentin für Siebenbürgen führte durch den Abend, erinnerte an die 70.000 Deutsche, die vor 75 Jahren in die Sowjetunion deportiert wurden. Die Berliner Fotografin und Autorin Christel Wollmann-Fiedler war dabei und berichtet im Folgenden von ihrer Begegnung mit dem Luxemburger Fotografen Marc Schroeder.Weiterlesen

Sprünge, Loopings und Vorwärtssaltos

Neue, unbekannte Sportarten (IV) / Von Cynthia PINTER

Ausgabe Nr. 2668

Als Trendwassersportart ist Kitesurfing auch in Urlaubsparadiesen wie auf diesem Foto, auf Mallorca beliebt. Foto: www.watersportsmallorca.com

Fußball, Basketball, Boxen, Tennis, Schwimmen oder Eishockey. Das sind einige der bekanntesten Sportarten der Welt. Aber es entstehen immer wieder neue Sportarten. Meistens sind es Abwandlungen alter Sportarten, manchmal aber auch total neue Disziplinen. In dieser Reihe stellen wir einige der im letzten und diesen Jahrhundert erschienenen Sportarten vor. Heute geht es um Kitesurfing.

 100-Meter Sprünge, Loopings und Vorwärtssaltos. Wenn an der Nordseeküste Deutschlands Kitesurfing-Wettbewerbe stattfinden, dann lockt das Tausende von Zuschauern an. Windstärken sieben bis zehn sind hier keine Seltenheit und bieten hervorragende Bedingungen für Wassersportarten mit Segeln oder bei der die Windkraft nötig ist. Eine der neueren Sportarten ist Kitesurfing, das in Deutschland in den letzten Jahren sehr beliebt geworden ist. Meistens findet auch der Weltcup im Kitesurfing in Norddeutschland statt. Er fand von 2006 bis 2015 jährlich über 10 Tage in St. Peter-Ording (Schleswig-Holstein) statt.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2668

In eigener Sache

Da der Karfreitag für alle christlichen Konfessionen in Rumänien seit letztem Jahr ein gesetzlicher Feiertag und deshalb arbeitsfrei ist, erscheint unsere nächste Ausgabe erst am 24. April 2020.

Die Redaktion ist am 10. April und dann vom 13. April bis 20. April für den Publikumsverkehr geschlossen. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis und wünschen unseren Leserinnen und Lesern ein frohes und besinnliches Osterfest im Kreise Ihrer Lieben.        

Die Redaktion

Nachrichten im Überblick: Forellen auf Bestellung; Aktuelles vom Auswärtigen Amt; In eigener Sache; Solidarität für Hermannstadt; Null Toleranz; Alle Gottesdienste fallen aus; Hilfe im Alltag; Notrufnummern; „Isol-art“; Wettbewerb für Journalisten; Band mit Banater Mundarten; Treppenhäuser desinfiziert; Konzerte im Livestream; Deutschkurse; Theaterfestival erst 2021; Drama für Jugendliche; Online-Einblick ins Brukenthalmuseum; Online-Spielzeit; Theater online; Online-Angebote des Gong-Theaters. Weiterlesen

Letzter Schneefall

Ausgabe Nr. 2667

Heftiger Schneefall deckte am letzten Märztag ganz Hermannstadt zu. Die Pflanzen hatten dabei am meisten zu leiden, wie diese leuchtend gelben Osterglocken in einem Garten im Wolfgasse-Viertel. In der Nacht zum 1. April fielen noch ein paar Flocken, man darf hoffen, dass es die letzten der Wintersaison waren. Foto: Cynthia PINTER

Nicht nur für Vegetarier…

Bio-Produkte liegen langsam auch in Rumänien immer mehr im Trend

Ausgabe Nr. 2667

Der Diplom-Agronom Albert Wilhelm (im Bild in der Lagerhalle der Firma mit einer Flasche Olivenöl aus Spanien) hat die Firma Biogama Distribution vor zehn Jahren gegründet, als es in Rumänien noch keinen Markt für Bio-Produkte gab.                                              Foto: Biogama Distribution

Veganern und Vegetariern sind die Bioprodukte des deutschen Unternehmens Rapunzel Naturkost schon längst bekannt und für umweltbewusste Konsumenten inzwischen auch kein Geheimnis mehr. 1974 gründeten Joseph Wilhelm und Jennifer Vermeulen eine Selbstversorger-Gemeinschaft mit kleinem Naturkostladen auf einem Bauernhof im bayerischen Augsburg. Vor zehn Jahren gründete Albert Wilhelm – der Bruder von Joseph Wilhelm – in Michelsberg die Firma Biogama Distribution, die den Vertrieb der Rapunzel-Produkte in Rumänien übernommen hat. Zur Zeit haben – durch die Corona-Krise bedingt – die Angestellten alle Hände voll zu tun, denn Online-Käufe sind jetzt die beste Alternative.

Mit Andi Bota, dem Manager des rumänischen Unternehmens, sprach über die Firma und diesen Markt die HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.

 

Sie sind zur Zeit sehr beschäftigt.

Das ist eine sehr schwierige Zeit. Wir verkaufen zwar besser, können uns aber darüber natürlich nicht freuen, denn da ist diese traurige Seite. Uns ist auch klar, nach jedem Hoch kommt auch ein Tief… Wir müssen sehen, wie es weiter geht.Weiterlesen

,,Dabei nicht ablassen zu beten“

Mediascher evangelisches Gemeindeleben in Zeiten der Corona-Krise

Ausgabe Nr. 2667

Stadtpfarrer Gerhard Servatius-Depner beim Bezirksgemeindefest 2019.

Die Mediascher evangelische Margarethengemeinde reagiert auf die weltweite Corona-Pandemie und schränkt das Gemeindeleben signifikant ein. Gottesdienste und Veranstaltungen finden bis auf Weiteres nicht statt. Auf diese Weise kommt die Gemeindeleitung dem betreffenden Beschluss des Innenministeriums vom 14. März 2020, zur Verhinderung der Verbreitung des Corona-Virus, vollumfänglich nach.

Wie das Gemeindeleben in Mediasch auch in diesem Ausnahmezustand stattfindet, erläutert Stadtpfarrer Gerhard Servatius-Depner in einem Interview mit Moni S c h n e i d e r – M i l d.

 

Gottesdienste, Veranstaltungen sowie regelmäßige Treffen und Termine, sind derzeit auf Eis gelegt. Wie geht ihr mit dieser schwierigen Situation um? Welche Herausforderungen seht ihr?

Die größte Herausforderung für mich und uns, als Seelsorger dieser Gemeinde, ist diese erzwungene, überhaupt nicht gewollte oder geplante Isolation und Distanz zu den Menschen! Diese Situation hat uns fast unvorbereitet überrascht. Dabei helfen uns sicher – und noch vielmehr als vorher – die modernen Medien, und zwar, um mit vielen Menschen in Verbindung zu bleiben. Doch die Nähe und das direkte Gespräch fehlen mir sehr. Da wären jetzt in der Passionszeit mehrere Besuche mit Feier des Hausabendmahls geplant. Leider müssen auch diese ausfallen. Gottesdienste und Andachten können in der bisher gewohnten und so selbstverständlichen Weise eine Zeit zwar nicht mehr gefeiert werden. Trotzdem erreichen wir viele. Ich war positiv überrascht, dass nicht wenige Senioren unserer Kirchengemeinde außer WhatsApp auch Facebook nutzen. Wir haben zügig eine neue Facebook-Seite für unsere Kirchengemeinde erstellt und schon begonnen, schriftliche und Video-Andachten zu veröffentlichen. Auch für die kommenden Sonntage wollen wir das tun, möglichst zweisprachig, wie auch in der Kirche aufgenommene, musikalische Andachten. Auch die Konfirmanden werden durch die Medien erreicht, mehr als bisher, ebenfalls erhalten die Schulkinder auf diesem Weg Aufgaben von ihren Lehrern.Weiterlesen

Ein Blick hinter das Tor in den Hof

Zu dem Buch ,,Kleine Erde, Hermannstadt“ von Susanne Thrull

Ausgabe Nr. 2667

Susanne Thrull: Kleine Erde, Hermannstadt, Schiller-Verlag Bonn-Hermannstadt, 2019, 132 Seiten, ISBN 9783946954651.

Das Buch ,,Kleine Erde, Hermannstadt – Bericht über eine Zeit, die es gegeben hat“ von Susanne Thrull, erschienen im Jahre 2019 im Schiller-Verlag Bonn-Hermannstadt, ist eine Biografie ihres Mannes Ralf Thrull, Laborarzt im Ruhestand, und seiner Familiengeschichte in Siebenbürgen. Nun im hohen Norden Deutschlands zu Hause aber tief verbunden mit seiner Heimat Hermannstadt ersucht das Ehepaar Thrull mit aufwendiger Recherche in Archiven die Familiengeschichte zusammen. Weiterlesen

Vorboten der Emanzipation

Buch über Erziehung und Emanzipation in Siebenbürgen erschienen

Ausgabe Nr. 2667

Gruppenbild der Schülerinnen der Haushaltungsschule mit ihrer Lehrerin Christine Schuster.  Foto: Wilhelm AUERLICH/Archiv Konrad KLEIN

Keine Zeit zum Lesen? Jetzt kann man diese Ausrede nicht mehr nutzen. Die Auszeit wegen der Coronavirus-Pandemie eignet sich hervorragend zum Lesen. Ein spannender Roman oder, warum nicht, ein Geschichtsbuch.

Neulich im Verlag der Lucian Blaga-Universität 2019 erschienen ist zum Beispiel in rumänischer Sprache „Educație, emancipare, gastronomie: școlile de fete și asociațiile de femei din Sibiu de la sfârșitul secolului al XIX-lea până la 1948“ von Gudrun-Liane Ittu und Constantin Ittu.Weiterlesen

„Wir müssen flexibel reagieren”

Bilanz 2019 und Vorschau 2020 bei Continental

Ausgabe Nr. 2667

Oswald Kolb (3. V. l.) mit Bürgermeisterin Astrid Fodor (2. V. l.) bei der Werkbesichtigung zum 15. Jubiläum von Continental in Hermannstadt. Foto: Werner Fink

Continental hat 2019 in Rumänien etwa 200 Millionen Euro in neue Gebäude, sowie in innovative Technologien investiert, die u. a.  zu einer umweltfreundlichen Mobilität beitragen sollen.  Rund eine Million Euro investierte das Unternehmen hier in Bildungsprojekte, Programme für Studenten, sowie auch in die Entwicklung der dualen Berufsschule in Rumänien. Gegenwärtig ist die Mitarbeiteranzahl von Continental in Rumänien auf insgesamt  20.000 Angestellte  angewachsen, von denen 4.500 in Hermannstadt beschäftigt werden. Hier wurden 2019 nämlich ca. 32 Millionen investiert, wobei Entwicklung und Produktion hier den Megatrends vernetztes und automatisiertes Fahren in der Automobilindustrie folgen. Welche Herausforderungen es für Continental nun 2020 angesichts des Rückgangs der weltweiten Automobilproduktion und der Corona-Pandemie gibt, teilte Oswald Kolb, der Geschäftsführer der Hermannstädter Niederlassung der Hermannstädter Zeitung mit.Weiterlesen

Bogenlampen und Fallrückzieher im Sand

Neue, unbekannte Sportarten (III) / Von Cynthia PINTER

Ausgabe Nr. 2667

In Schwäbisch Gmünd findet seit mehreren Jahren die European Footvolley League statt. Dieses Jahr soll die fünfte Auflage des Wettbewerbs vom 28. bis 31. Mai organisiert werden.Foto: Playa de Gamundia

Fußball, Basketball, Boxen, Tennis, Schwimmen oder Eishockey. Das sind einige der bekanntesten Sportarten der Welt.

Aber es entstehen immer wieder neue Sportarten. Meistens sind es Abwandlungen alter Sportarten, manchmal aber auch total neue Disziplinen. In dieser Reihe stellen wir einige der im letzten und diesen Jahrhundert erschienenen Sportarten vor.

Heute geht es um Footvolley.Weiterlesen