Zwischen Presto und Andantino

Erinnerungen an die Hermannstädter Philharmonie zum 70. bzw. 180. Geburtstag

Ausgabe Nr. 2630

Heinz Acker am Pult der Hermannstädter Staatsphilharmonie, Solist: Peter Szaunig, 2. Klavierkonzert von Franz Liszt, 1972

Vor mir tickt ein altertümliches Metronom sein noch immer zuverlässiges Tick-tack und gemahnt an alte Zeiten in Hermannstadt. Ich habe es von meiner bescheidenen Gage beim Debütkonzert als Dirigent der Hermannstädter Staatsphilharmonie (1970) gekauft. Das Gewicht auf der Pendelskala steht auf 70. Ein ruhiges Andantino-Tempo suggeriert relativ stabil verlaufende 70 Jahre seit der Gründung der Hermannstädter Staatsphilharmonie (1949). Nun schiebe ich den Regler auf 180. Ein aufgeregt pulsierendes Presto kündet von den erregenden 180 Jahren seit der Gründung des Hermannstädter Musikvereins (1839). Welches Ereignis feiern die Hermannstädter denn nun eigentlich? Wohl am besten beides, denn das eine ist ohne das andere nicht denkbar und beides verbindet sich in meinem Geist mit einem legendären Saal in Hermannstadt.Weiterlesen

Unfassbar innovative Sounds

Streiflichter vom 49. Internationalen Jazz-Festival in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2625

Der hervorragende Trompeter Lázaro Amauri Oviedo Dilout von der Band „Conexion cubana“, die zum Abschluss des Festivals am Sonntag aufgetreten ist, zog alle Jazzliebhaber in seinen Bann.
Foto: Fred NUSS

Von Donnerstag bis Sonntag Abend hielt das riesige Projekt die Stadt auf den Beinen. Es war das 49. seiner Art und lud erneut Interpreten aus aller Welt nach Hermannstadt ein. Besonders einige von ihnen, wie etwa „Shalosh“ aus Israel und „Electrocutango“ aus Skandinavien lieferten unfassbar innovative Sounds, die den Zuhörer wahrlich in ihren Bann zogen, während andere wie das „Marcin Pater Trio“ aus Polen dem klassischen Jazz die Ehre gaben.Weiterlesen

Abschied von Bojin

Staatsphilharmonie hat Direktor ad interim

Ausgabe Nr. 2619

Der scheidende Philharmoniedirektor Ioan Bojin (rechts) dankt dem treuen Gastdirigenten und Freund François-Robert Girolami.
Foto: Beatrice UNGAR

Bahnt sich zum 70. Gründungsjubiläum dieser Einrichtung eine Führungskrise an der Hermannstädter Staatsphilharmonie an? Nachdem der Direktor Ioan Bojin ab 1. April d. J. in Rente gegangen ist und im Vorfeld kein Kandidat das Rennen für die Besetzung des Direktorenposten geschafft hatte, ist der Pressereferent Laurențiu Străuț zum Direktor ad interim ernannt worden. Bojin hatte es abgelehnt, auf Bitte der Kreisratsvorsitzenden das Amt ad interim zu bekleiden.Weiterlesen

„Bitte die Csárdásfürstin!“

Operettenabend mit Budapester Solisten im Thaliasaal

Ausgabe Nr. 2619

Újhelyi Andrea, Oszvald Marika und Peller Károly (v. l. n. r.)
Foto: Werner FINK

Einen Operettenabend mit Solisten des Operettentheaters aus Budapest konnte das Hermannstädter Publikum am vergangenen Freitagabend in Hermannstadt erleben. Die drei Künstler befanden sich auf Siebenbürgen-Tournee und traten zum ersten Mal in Hermannstadt auf.  Weiterlesen

Pianistennachwuchs ist gesichert

7. Auflage des Pro Piano-Prietenii Muzicii-Klavierwettbewerbs

Ausgabe Nr. 2617

Die 7. Auflage des Pro Piano-Prietenii Muzicii-Klavierwettbewerbs fand am vergangenen Wochenende im Festsaal der Astra-Bibliothek in Hermannstadt. Preisträger und Jurymitglieder stellte sich am Sonntag nach dem Galakonzert zum Gruppenbild auf.
Foto: Beatrice UNGAR

128 Nachwuchspianisten und -pianistinnen aus ganz Rumänien hatten sich bei dem Pro Piano-Prietenii Muzicii-Klavierwettbewerb angemeldet, der dank der Initiative der Hermannstädter Klavierlehrerin Enikő Orth vom 15. bis 17. März nun zum siebenten Mal in Hermannstadt stattgefunden hat. Weiterlesen

Überraschend emotional geladen

Erste Veranstaltung zum 75. Jubiläum des Folkloreensembles „Cindrelul -Junii Sibiului“

Ausgabe Nr. 2616

Im Anschluss an die Gala der Preisträger am Mittwoch, den 6. März, traten auch die Volksmusiksänger Robert Târnăveanu (rechts) und Răzvan Năstăsescu gemeinsam mit dem Folkoreensemble „Cindrelul – Junii Sibiului“ auf.
Foto: Fred NUSS

Das 1944 von Ioan Macrea in Hermannstadt gegründete Folkloreensemble „Cindrelul – Junii Sibiului“ feiert in diesem Jahr sein 75. Jubiläum.  Zum Auftakt fand Anfang März die 4. Auflage des Festivals für Nachwuchssängerinnen und -sänger von rumänischen Volkslieder statt, das den Namen Lucreția Ciobanu (1924-2015) trägt. Diese in Topârcea/Kreis Hermannstadt geborene beliebte Volksliedsängerin habe sie von Kind auf geprägt, sagte die Hauptorganisatorin Silvia Macrea der Hermannstädter Zeitung: „Sie war wie eine Oma für mich, von ihr habe ich die Volkstracht und die Traditionen des Hermannstädter Umlands lieben und schätzen gelernt“.Weiterlesen

Erste Wiener Schule und Zweite Wiener Schule

Konzerte der Reihe „musica suprimata“ in Temeswar, Klausenburg und Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2615

Die Geigerin Marianne Boettcher.

In diesem Jahr bald, Ende März bis Anfang April, wird die Reihe „musica suprimata” wieder im Lande sein: In Temeswar, in Klausenburg und in Hermannstadt. Was heißt eigentlich „musica suprimata“? Das changiert zwischen zwei Bedeutungen: Rumänisch bedeutet es „unterdrückt“. „Verfemt“ heißt es in Deutschland, wo im Nationalsozialismus alles begonnen hatte, die „undeutsche“ Musik mundtot zu machen. Gründlich und für immer. Aber eine kleine Veränderung, nur ein einziger Buchstabe, macht deutlich, um was es sich da gehandelt hat und für immer handelt, nämlich um Musik der höchsten Qualität. Inzwischen weiß es das Publikum in Siebenbürgen ebenso wie im Banat: Da kommt Musik auf’s Podium, der man gespannt zuhören sollte. Weiterlesen