Nachlese zum 29. Carl Filtsch-Klavier- und Kompositionwettbewerbsfestival
Ausgabe Nr. 2920

Dagmar Dusil von der Heimatgemeinschaft der Deutschen aus Hermannstadt (HDH) überreichte dem Jungpianisten Milan Solomon den diesjährigen Peter Szaunig-Preis.
Foto: Beatrice UNGAR
„Ein Ton stirbt/wird er angeschlagen/sagen manche//Ich sag/er fängt zu leben an/just dann”, paraphrasierte Dagmar Dusil, die Initiatorin und Veranstalterin des musikalisch-literarischen Salons, ein Gedicht von Emily Dickinson, die im gleichen Jahr wie Carl Filtsch geboren ist. Der Salon diente nun schon zum vierten Mal im Rahmen des Carl-Filtsch-Klavier-und Kompositionswettbewerbfestivals, dessen 28. Auflage vom 8. bis 12. Juli stattgefunden hat, dem eingehenderen Kennenlernen des Namensgebers dieser Veranstaltung: Carl Filtsch (1830-1845), seit dessen Geburt am 28. Mai 1830 heuer 195 Jahre vergangen sind.
Liebhaber der klassischen Musik, die auch literarisch interessiert sind, konnten am 8. Juli im bis auf den letzten Platz besetzten Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt eine Veranstaltung erleben, die bezeugt, dass sich der musikalisch-literarische Salon nicht nur richtig etabliert hat, sondern ein Highlight des Filtsch-Festivals geworden ist. Dieses Mal stand sie unter dem Titel „Von Wien nach Mühlbach”. Den, wie sie selbst bescheiden schreibt „Text” dazu hatte Dagmar Dusil verfasst, vorgetragen hat dessen rumänische Fassung in bewährter professioneller Art und Weise der Schauspieler Cătălin Neghină. Sinnigerweise kann man sich weiter in diese Zeilen vertiefen, denn es gibt ein zweisprachiges Programmheft.

Mit Blumen und Applaus beschenkt wurden Cătălin Neghină, Dagmar Dusil, Milan Solomon und Henriette Gärtner (v. l. n. r.). Foto: die Verfasserin
Den ebenfalls von Dagmar Dusil ausgewählten musikalischen Teil bestritten die Pianistin Henriette Gärtner, die in diesem Jahr schon zum zweiten Mal Jurymitglied war, und der Nachwuchspianist Milan Solomon mit Werken von Johann Sebastian Bach, Robert Schumann, Frédéric Chopin, Ludwig van Beethoven, Franz Schubert, Ignaz Moscheles, Gioachino Rossini/Henri Herz und natürlich Carl Filtsch.
Wie Dagmar Dusil bekanntgab plane sie noch weitere drei Salons dieser Art. Desgleichen sprach sie die Hoffnung aus, dass auch die Hermannstädter Kunstschule sich dafür interessieren werde, wie z. B. die Musikschule im oberösterreichischen Wels.

Inya-Maria Cutova freut sich über ihren Erfolg.
Am Galaabend, Samstag, dem 12. Juli, spielten im Thaliasaal die drei Besten der Kategorie C (15-30 Jahre) um die Wette. Das Rennen machte die 16-Jährige Inya-Maria Cutova aus Constanţa, wo sie ab nächstem Schuljahr die zehnte Klasse des Kunstlyzeums „Regina Maria” besucht. Sie interpretierte Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll op. 54. Dieses romantische Solokonzert für Klavier und Orchester interpretierte auch der Drittplatzierte Yang Shiwen. Den zweiten Preis erhielt der aus Taiwan angereiste Huang Tai-Wei für seine einfühlsame und souveräne Interpretation von Beethovens 3. Klavierkonzert c-Moll op. 37. Alle drei wurden von dem sinfonischen Orchester der Hermannstädter Staatsphilharmonie unter der Stabführung des brasilianischen Dirigenten Miguel Campos Neto begleitet.
Die Jury des Wettbewerbs setzte sich aus renommierten Persönlichkeiten aus der internationalen Musiklandschaft zusammen. Neben dem Vorsitzenden der Jury, dem Pianisten Csíky Boldizsár, gehörten die Musikpädagogin Nadja Preissler (Deutschland), der Dirigent Miguel Campos Neto (Brasilien), die Pianistin Henriette Gärtner (Deutschland), der Pianist Alessandro Marano (Italien), der Pianist Michel Bourdoncle (Frankreich) und seitens der Veranstalter der Dirigent und Manager der Hermannstädter Staatsphilharmonie Cristian Lupeș dazu.
Vom 8. bis 11. Juli d. J. waren die begabten Musiker in drei Altersklassen um Preise im Gesamtwert von 10.000 Euro gegeneinander angetreten. Neben Sonderpreisenwurden die Besten der Kategorie A (geboren nach dem 27. Mai 2013), Kategorie B (geboren zwischen dem 27. Mai 2009 und dem 26. Mai 2013) und Kategorie C (geboren zwischen dem 26. Mai 1993 und dem 26. Mai 2009) ausgezeichnet.
Neu war, dass die Preisträgergala für die Kategorien A und B separat stattgefunden hat, und zwar am Freitag, dem 11. Juli, im Henry Selbing-Saal der Hermannstädter Staatsphilharmonie. Dabei konnten 8 der Preisträger ihr Können an dem funkelnagelneuen Yamaha-Flügel beweisen.
Die 30. Jubiläumsausgabe des Carl Filtsch-Klavier- und Kompositionwettbewerbsfestivals wird vom 6. bis 11. Juni 2026 stattfinden, gaben die Veranstalter bekannt.
Beatrice UNGAR
Die Preisträger der 29. Auflage
Kategorie A (bis 11 Jahre)
Interpretation:
- Preis: Noa Maria Catharina Hendrix (Rumänien)
Eliza Vișan (Rumänien)
- Preis: Erik Alexandru Florea (Rumänien)
Milana Vasciaev (Rumänien)
- Preis: Tudor Bugă (Rumänien)
Sofia Maria Crăciun (Rumänien)
Mario Nicolas Ștefan (Rumänien)
Lisa Ciuculescu (Rumänien)
Belobigungen: Vlad Andrei Florescu (Rumänien)
Levi Gyarmati (Rumänien)
Anica-Adriana Hurgoi (Rumänien)
Gabriel Jugănaru (Rumänien)
Dominik Paoulos (Rumänien)
Komposition:
- Preis: Tudor Bugă (Rumänien)
Noa Maria Catharina Hendrix (Rumänien)
Dominik Paoulos (Rumänien)
Kategorie B (11-15 Jahre)
Interpretation:
- Preis: Tudor Matei Jora (Rumänien)
Rareș Andrei Șerban (Rumänien)
- Preis: Milan Raoul Bob Solomon (Rumänien)
Sabin Ioan Patriche
- Preis: Victor Crișan-Curte (Rumänien)
Anastasia Emilia Hurgoi (Rumänien)
Peter Szaunig-Sonderpreis: Milan Raoul Bob Solomon (Rumänien)
Kategorie C (15-30 Jahre)
Interpretation:
- Preis: Inya-Maria Cutova (Rumänien)
- Preis: Huang Tai-Wei (Taiwan)
- Preis: Yang Shiwen (China)