Jazz und Haltung

Ausgabe Nr. 2402
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10. Auflage des „Jazz & More“-Festivals in Hermannstadt

 

Saxofon-, Trompeten- und Klaviertöne dringen aus einem Gebäude. Ich beobachte eine Gruppe von Menschen, die sich vor dem Eingang versammelt hat. Der Großteil raucht filterlose Zigaretten und trägt schwarze Rollkragenpullover. Ein Mann nimmt den Ohrbügel seiner Hornbrille in den Mund und nuschelt Sätze, wie „Man merkt, dass die Band schon lange zusammenspielt“ und „Dieser Stil funktioniert für mich nur live, in der Improvisation“. Von irgendwoher klingt die Sirene eines Polizeiwagens. Schließt man jetzt die Augen, dann fühlt es sich an, als stünde man vor einer verrauchten Jazzbar in Chicago.

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Von Kiew über Frankfurt ins russische Hinterland

Ausgabe Nr. 2402
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Vier Filmempfehlungen im Nachfeld des Astra Film Festival

 

Vom 6. bis 12. Oktober d. J. liefen hunderte Filmfans durch die Hermannstädter Altstadt. Von der Habitus Bücherei zum Thalia Saal, vom Gong Theater zum Astra Film Kino. Das älteste Dokumentarfilmfestival Rumäniens, das „Astra Film Festival“, ging in die 14. Runde. Am Samstag hat die internationale Jury 10 der 120 Filme prämiert. Doch: Für welchen Streifen lohnt sich ein Gang in die Videothek, eine Markierung in der Fernsehzeitung oder ein Besuch im Kino? Die Hermannstädter Zeitung kürzt noch einmal und präsentiert vier Filmempfehlungen.Weiterlesen

Tagung in Wuppertal

Ausgabe Nr. 2401
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Eine Tagung zum Thema EU-Binnenwanderung, Abschottungsstrategien, Antiziganismus. Die besondere Verantwortung von Bund, Land, Kommunen, Kirchen und Zivilgesellschaft in Nordrhein-Westfalen" veranstaltete die Evangelische Kirche von Westfalen in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche im Rheinland am 19. und 20. Oktober d. J. im Tagungshotel Auf dem heiligen Berg" in Wuppertal. An der Tagung nahmen Vertreter der Kirchen, der Behörden und der einschlägigen Vereine aus Nordrhein-Westfalen, Ungarn, Italien, Serbien und Rumänien teil.  Die Tagung begann mit einem Austausch in Arbeitsgruppen zu der Frage Wie können wir die Herausforderung der Zuwanderung aus Mittel- und Osteuropa in den Städten NRWs konstruktiv und menschenfreundlich gestalten und zugleich darüber minderheitensensibel und diskriminierungsfrei sprechen?" Da es sich bei den Zuwanderern hauptsächlich um Roma aus Bulgarien und Rumänien handelt, gab es am Abend des ersten Tages auch einen literarischen und musikalischen Einblick in die Welt der Roma. Die Musik machte eine Roma-Band aus Köln. Unser Bild: Aus Hermannstadt eingeladen waren die Roma-Schriftstellerin Luminița Mihai Cioabă (im Vordergrund) und ihre Übersetzerin Beatrice Ungar.                                    

Foto: Daniel SCHMITT

 

Ein Stück über verwundete Seelen

Ausgabe Nr. 2401
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Die Inszenierung „Erdbeerwaisen" wurde auch in Hermannstadt gezeigt

 

 

„Erdbeerwaisen", ein Stück über Binnenwanderung,  über Armut, über Menschen, die ihre Familie verlassen, damit sie im Ausland arbeiten (z. B. Erdbeeren pflücken), ein Stück über Kinder, die von ihren Eltern verlassen werden, ein Stück über psychische Traumata, ein Stück über verwundete Seelen, wurde auch in Hermannstadt gezeigt und zwar am Mittwoch der Vorwoche, im Gong-Theater für Kinder und Jugendliche. Weiterlesen

Von der Qual der Wahl

Ausgabe Nr. 2401
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Das internationale Astra Film Festival findet noch bis Sonntag statt

 

„Hermannstadt war nicht nur 2007 Europäische Kulturhauptstadt. Hermannstadt ist heute immer noch Kulturhauptstadt.“ Und das Astra Film Festival für Dokumentarfilm trüge maßgeblich dazu bei. Mit diesen Worten eröffnete Prof. Dr. Adrian Cioroianu, der Dekan der Geschichtefakultät Bukarest, die 14. Auflage des Dokumentarfilmfestivals am Montagabend (6. Oktober) auf der Bühne des Hermannstädter Thaliasaals. Das Wort ergriffen außerdem Dumitru Budrala, Leiter des Astra Film Festivals, Ciprian Anghel Ştefan, Generaldirektor des Astra Museums und Ioan Cindrea, Vorsitzender des Kreisrats Hermannstadt.Weiterlesen

„Ich bin ein neugieriger Mensch“

Ausgabe Nr. 2400
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Hans Peter Connerth spendete seine Sammlung dem Franz Binder-Völkerkundemuseum Hermannstadt

 

Ich habe Zeit. Das Material kostet." Das habe ihm ein afrikanischer Kunsthandwerker gesagt, dem er einen Elefantenrohling abkaufen wollte und dabei überrascht war, dass das unfertige Holzstück genauso viel kosten sollte wie der fertig geschnitzte Elefant. So lernt man Mentalitäten kennen", schlussfolgert der Pädagoge, Sammler und Maler Hans Peter Connerth, der seit Donnerstag der Vorwoche in einer Sonderausstellung im Kellergeschoss des Franz Binder-Völkerkundemuseums am Kleinen Ring einige der rund 300 Artefakte zeigt, die er dem Museum gespendet hat.Weiterlesen

Von der Komik zum Grotesken

Ausgabe Nr. 2400
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„Die Unterrichtsstunde“ in Premiere am Radu Stanca-Nationaltheater

 

Ein Zimmer. Ein Tisch und ein Stuhl. Mit dem Rücken zum Publikum gedreht, sitzt Constantin Chiriac. Nur diesmal ist er nicht der Leiter des Radu-Stanca-Theaters, er ist der Professor in dem Theaterstück „Die Unterrichtsstunde“ von Eugene Ionesco. Die Vorpremiere des Einakters des in Slatina geborenen Autors wurde am Donnerstag, den 25. September, am Nationaltheater Radu Stanca in Hermannstadt, gezeigt.

 

Der Professor wartet schon geduldig auf seine Schülerin. Hereingetrippelt kommt seine Haushälterin, gespielt von Mariana Mihu Plier, in Geisha-Manier. Auch der Professor trägt einen Kimono und schon bald erkennt man die asiatische Inspiration des Regisseurs Mihai Măniuțiu. Spätestens als die Schülerin, Florentina Țilea, in knapper Schülerinnen-Uniform mit Minirock, den Raum betritt, hat man als Zuschauer ein asiatisches Land als Ort der Handlung vor sich. Auch die Art miteinander zu sprechen und die übertriebene Mimik und Gestik erinnern ein bisschen an das japanische Theater.Weiterlesen