„Die Minderheit lebt”

Tag der deutschen Minderheit an der Klausenburger Uni
Ausgabe Nr. 2484
 
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Das Departement für Pädagogik und Didaktik in deutscher Sprache der Babeş-Bolyai-Universität Klausenburg hat am Samstag den Tag der deutschen Minderheit gefeiert. Es gab, passend zu diesem Tag, interessante Vorträge, Spiele, siebenbürgische Tänze und leckeres Essen.  

Eröffnet wurde das Programm von der Leiterin des Departements, Dr. Mirona Stănescu, die alle Gäste willkommen hieß.

Der Prorektor der Universität, Prof. Dr. Rudolf Gräf hielt einen kurzweiligen Vortrag über die Deutschen in Rumänien. Die Klausenburger Universität ist laut dem rumänischen Bildungsgesetz von 2011 eine dreisprachige Universität, und somit sprechen die Studienrichtungen auch die deutsche Minderheit an, so der Professor, an der UBB seien nämlich alle „drei fundamentalen Kulturen aus Siebenbürgen vertreten”. Solche Veranstaltungen brächten einerseits  die deutsche Minderheit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, „sie sind Zeichen, dass die Minderheit existiert, dass sie ,lebt‘ und aktiv ist”, andererseits böten sie, so Gräf, den Uni-Mitarbeitern eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen.

Dr. Christian Schuster sprach gleich im Anschluss über das 20. Jubiläum der deutschen Studienrichtungen an der Babeş-Bolyai-Universität, das dieses Jahr mit einer Reihe von Veranstaltungen gefeiert wird und auch mit seinem eigenen Werdegang in Klausenburg übereinstimme.

Diese deutschen Studienrichtungen sind sehr wichtig für die Universität, sagte Dr. Gräf der Hermannstädter Zeitung, und die deutschen Unternehmen seien Hauptabnehmer. Die Studierenden und Absolventen der deutschen Abteilungen finden sehr schnell gute Arbeitsplätze, so dass diesen an der Klausenburger Universität auch eine Zukunft gesichert ist. Dr. Rudof Gräf: „Die deutschen Fachrichtungen haben eine Zukunft, auch weil wir sehr flexibil sind und uns an den Arbeitsmarkt anpassen. Wir wissen, was dort verlangt wird, wir pflegen die Bereiche mit großem Aufwand, wir schauen, was es an Neuem gibt und wo ausgebildete Arbeitskräften gebraucht werden.”

„Eben um dem Arbeitsmarkt gerecht zu werden, bietet die Babeş-Bolyai-Universität in Hermannstadt die anerkannte Grundschullehrerausbildung an”, erklärte die Departementleiterin. Die angehenden Lehrer waren übrigens bei dieser Veranstaltung aktiv impliziert und organisierten Spiele für die Gäste, die ihre Arbeit in der Schule darstellten.

Interessant war auch die Ausstellung der Michael-Weiss-Stiftung „Bildung bei den Siebenbürger Sachsen”, die von Dr. Ioana Velica vorgestellt wurde, aber auch ein kurzweiliger Quiz, durch den Dr. Cristina Bojan die Kenntnisse der Gäste bezüglich der deutschen Minderheit prüfte.

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Und weil nichts ohne Tanz ablaufen kann, lehrte Dr. Mirona Stănescu die Teilnehmer, wie eine siebenbürgisch-sächsische Tanzgruppe auftritt, was nicht nur viel Spaß und Gelächter verursachte, sondern nach zwei Durchgängen auch klappte.

Abgerundet wurde der Tag durch ein Festessen, besser gesagt einen Schmaus, der von den Dozenten des Departements für Pä-
dagogik und Didaktik in deutscher Sprache, Dr. Ioana Velica, Dr. Cristina Bojan, Sorin Țigăreanu und Dr. Mirona Stănescu vorbereitet worden war. Es gab jede Menge Leckereien – vom evangelischen Speck bis zu Rhabarberkuchen und von Grieben bis zu Marmorkuchen, die jede noch so strenge deutsche oder rumänische Oma gelobt hätten.

Finanziell unterstützt wurde dieser Tag, der hoffentlich auch im nächsten Jahr organsiert wird, von der Tourismusfirma Eximtur.

Ruxandra STĂNESCU

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