„Allen Unkenrufen zum Trotz“

Ausgabe Nr. 2399
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Beim 24. Sachsentreffen in Mühlbach feierte das DFDR sein 25. Jubiläum

 

 

Die Straßen um die Stadtpfarrkirche in Mühlbach sind an diesem Samstag, den 20. September 2014, abgesperrt. An den Durchgängen stehen Polizeibeamte. Vom Innenhof der Kirche dringen Geräusche über die Mauer: deutsche Sprachfetzen, Schritte auf Stein- und Grasboden, vereinzelt der Klang einer Trompete. Es ist 9.30 Uhr, in einer halben Stunde beginnt der Festgottesdienst des 24. Sachsentreffens, das erstmals in Mühlbach stattfindet.

 

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Weltrekord auf dem Großen Ring

Ausgabe Nr. 2399
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Die kräftigsten Männer traten gegeneinander an

Die mächtigsten und kräftigsten Männer der Welt trafen sich in Hermannstadt. Nein, es hat kein UNO-Gipfeltreffen stattgefunden. Dennoch hatten diese Männer die Power, das Publikum auf dem Großen Ring zu begeistern. Eine Etappe der „Strongman Champions League“ fand zum ersten Mal in Rumänien, in Hermannstadt, statt. Acht der stärksten Menschen der Erde maßen ihre Kräfte in sechs Proben an zwei Tagen, am Samstag und Sonntag (20. und 21. September).Weiterlesen

„Im Wahlkampf schlagen die Wellen hoch”

Ausgabe Nr. 2399
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Hochrangige deutsche Politiker auf Besuch in Hermannstadt

Eine Tagung zum Thema „Europa und die deutschen Minderheiten“ organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) am vergangenen Freitag im Hermannstädter Forumshaus. Am Ende der Konferenz sprachen die deutschen Politiker mit Vertretern der Hermannstädter Presse – die wenigen, die auch tatsächlich kamen – über die Ergebnisse der Tagung, aber auch über die Kandidatur von Klaus Johannis für das Staatspräsidentenamt.Weiterlesen

Eine literarische Einladung

Ausgabe Nr. 2399
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Anthologie Im Schatten der Kirchenburgen" im Wunderwaldverlag erschienen

Die Anthologie „Im Schatten der Kirchenburgen“ überrascht mit einem erfrischenden Ansatz – doch scheitert stellenweise an der Ausführung. Auf knapp hundert Seiten setzen sich zehn Autoren mit dem Thema „Kirchenburgen“ auseinander. Oder mit den Worten der Herausgeberin Michaela Stadelmann gesprochen: In den Kurzgeschichten muss „eine existierende Wehrkirche bzw. Kirchenburg vorkommen“. 

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Nachrichten

2398

Volle Unterstützung für Johannis; 24. Sachsentreffen in Mühlbach; Internationales Poesiefestival; 42 Jahre Bergfreunde-Verein; Lesung in Wuppertal; Festival für die Geschlechtergleichheit; Buchvorstellung am Dienstag; Transilvanian Brunch; Gesucht wird der stärkste Mann”; Publikumspreis bei HOP-Gala; Radio Neumarkt auf Deutsch; Rumänisches Fernsehen in deutscher Sprache.Weiterlesen

Lobby in Berlin

Ausgabe Nr. 2398
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Pressemitteilung von der DFDR-Vorstandssitzung

 

Der Vorstand des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) trat am vergangenen Freitag zu einer ordentlichen Sitzung zusammen. Die Sitzung wurde vom DFDR-Vorsitzenden Dr. Paul-Jürgen Porr geleitet, an ihr nahmen Repräsentanten aller fünf Regionalforen teil sowie der Ehrenvorsitzende Dr. Paul Philippi, der Abgeordnete Ovidiu Ganţ und Christiane Cosmatu, Unterstaatssekretärin im Departement für interethnische Beziehungen. Auf der Tagesordnung standen insgesamt acht Punkte, die in der fast vierstündigen Besprechung behandelt wurden.

 

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Heißer Schnaps für den „Genossen“

Ausgabe Nr. 2398
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Am 20. September 1974 wurde die Transfogarascher Hochstraße eröffnet

 

Als greatest driving road in the world" (tollste Verkehrsstraße der Welt) bezeichnete ein Reporter der BBC-Sendung Top Gear" (Höchstgang) 2009 die Transfogarascher Hochstraße, die auf der Nord-Süd-Achse die Südkarpaten überquert. Gebaut wurde die Straße von 1970 bis 1974, am 20. September 1974, also vor genau 40 Jahren wurde sie feierlich eröffnet. Ursprünglich war sie als einspurige Forststraße geplant, aber der damalige Staatschef und Generalsekretär der Rumänischen Kommunistischen Partei forderte zwei Spuren, in der gleichen Bauzeit…Weiterlesen

Neues Sportzentrum

Ausgabe Nr. 2398
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Erstes DWS-Treffen nach der Sommerpause

 

Vergangenen Freitag fand das 134. Mitgliedertreffen des Deutschen Wirtschaftsclubs und zugleich das erste in diesem Jahr nach der Sommerpause statt. Nach der bergüßung von Neumitgliedern stellte Verkaufsleiter Philip Sunley das Unternehmen DB Schenker vor, das die Verköstigung sponsorte. Maria Ciolan stellte das Aria Zentrum, eine medizinische Klinik und ein Sportzentrum vor. DWS-Geschäftsführer Wiegand Fleischer machte auf einige Termine aufmerksam.

 

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„Ein Theater, das nie schläft“

Ausgabe Nr. 2398
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Spielzeitbeginn am Radu Stanca-Nationaltheater in Hermannstadt

 

Mit der Vorpremiere des Stückes „Marat/Sade“, eine Adaptation des Textes „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade“ von Peter Weiss, in der Regie von Charles Müller, eröffnete das Radu Stanca-Nationaltheater Hermannstadt am Sonntag seine neue Spielzeit.Weiterlesen

Liebe zur Musik geweckt

Ausgabe Nr. 2398
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Der siebenbürgische Musiker Michael Beck ist tot

 

Der 1955 in Urwegen geborene Michael Hamlescher, als Musiker unter dem Namen Michael Beck bekannt, wurde in der Wuppertaler Zeitung vom 23. Oktober 2004 anlässlich seines 25. Jubiläums an der Bergischen Musikschule als „Wanderer zwischen den Musikwelten bezeichnet" und als einer „der regelmäßig auszieht, Toleranz zu leben". Am 11. September 2014 kam Michael Beck bei einem schweren Verkehrsunfall bei Konstanza ums Leben. Eine seiner ehemaligen Kolleginnen an der Hermannstädter Kunstschule, die in Frankfurt an der Oder tätige Violonistin Simona Böhm, erinnert sich im Folgenden an den viel zu früh Verstorbenen:Weiterlesen

„Bildung kann man dir nicht nehmen“

Ausgabe Nr. 2398
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Großzügige Sachspende der Michael Schmidt-Stiftung zum Schulbeginn

 

65.000 Schülerinnen und Schüler gehen seit Montag im Kreis Hermannstadt wieder zur Schule. Während ca. 8.000 Erst- und Zweitklässler auf ihre Lehrbücher noch warten müssen, dürfen sich die Kinder freuen, die an einer der 19 Schulen mit deutschen Abteilungen die Vorbereitungsklassen besuchen. Die Michael Schmidt-Stiftung und die Bayerische Staatsregierung schenkten diesen entsprechende Lehrmittel.Weiterlesen

„Jedes Töpfchen find‘ sein Deckelchen“

Ausgabe Nr. 2397
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Streiflichter vom 48. Töpfermarkt auf dem Großen Ring in Hermannstadt

 

Jedes Töpfchen find' sein Deckelchen". Mit diesem Vers begann der Refrain eines Liedes, das Lieselotte Pulver seinerzeit  im Spielfilm Kohlhiesels Töchter" zum Hit gemacht hat und das auch heute noch bei Karnevalsfesten in Deutschland zum Standardrepertoire gehört. Wäre dies Lied nicht schon in dem 1962 gedrehten Film gesungen worden, es hätte der Hit des seit 1968 stattfindenden Töpfermarktes in Hermannstadt sein können.

 

Töpfer aus allen Regionen Rumäniens hatten am vergangenen Wochenende ihre Meisterwerke im Rahmen des 48. Töpfermarktes auf dem Großen Ring zur Ansicht oder zum Verkauf gebracht.

Auf einem seit langem nicht mehr so ruhigen Großen Ring konnte man am Wochenende eigentlich alles finden, was aus Ton gefertigt werden kann. Man fand also wirklich für jedes Töpfchen ein Deckelchen.

Viele fragen sich jetzt wieso gerade Hermannstadt? Was hat die Stadt mit der Töpferei zu tun?

Als schon im späten Mittelalter etabliertes Handelszentrum, ist Hermannstadt über die Jahrhunderte hinweg ein interessanter Absatzmarkt für Händler, Handwerker und Manufakturen aller Art gewesen. Die unterschiedlichen Zünfte sind auch heutzutage noch wohl bekannt, vor allem da viele der Straßen in der Altstadt ihre Namen tragen und dadurch Zeugen der Geschichte bleiben.

Eine der ersten Zünfte der Stadt, erstmals im Jahr 1376 urkundlich erwähnt, die einen besonderen Einfluss auf die damalige Gesellschaft ausübte, war diejenige der Töpfer. Dokumente aus den Jahren 1376, 1539 und 1776 aus dem Hermannstädter Archiv zeugen von Anfang und Verlauf der Töpfergeschichte. Zahlreiche Kacheln fanden ihren Platz nach dem 18. Jahrhundert in den wichtigsten Museen Rumäniens und im Ausland. 252 Töpfer lebten damals allein in der Umgebung von Hermannstadt und hatten zu Gast eine große Anzahl von Töpfergesellen aus dem Ausland, die drei bis vier Jahre lang das Handwerk erlernen und ausüben durften. Dokumente weisen die Existenz des Töpfermarktes  auf der Wiesengasse (rum. Tipografilor) bis Ende des 19. Jahrhunderts nach.

Horst Klusch, unter dessen Koordination im Jahr 1968 der erste Töpfermarkt in Hermannstadt  mit 25 ausstellenden Hafnern organisiert wurde, schreibt im Artikel „Der Töpfermarkt in Hermanstadt – zwischen Tradition und Moderne" in der ersten Ausgabe des Ziarul Olarilor (Töpferzeitung), dass zu Ende des 19. Jahrhunderts die Hermannstädter Zunft der Töpfer über 200 Mitglieder zählte. Schon bei der ersten Auflage des „modernen“ Töpfermarktes im Jahr 1968 wurde die Organisierung dieser Veranstaltung dem Zentrum für Konservierung und Förderung der Traditionellen Kultur, Cindrelul –  Junii Sibiului, überlassen, das in Partnerschaft mit dem Astra-Museum bedeutungsvolle Änderungen für die Veranstaltung einführten. So ist es auch dazu gekommen, dass heutzutage der Töpfermarkt auf dem Großen Ring gehalten wird.

Auch dieses Jahr konnte man einige Stunden in der bunten und beruhigenden Welt der Keramik und des Lehms verstreichen lassen.  Nur die Vogelwasserpfeifen, die die Ruhe des Wochenendes unterbrachen, erinnerten noch an den Alltag auf dem Großen Ring, welcher bei anderen Events bei weitem nicht so ruhig ist.

Ein Töpfer führte seine Kunst an der Töpferscheibe Live vor, und in kurzer Zeit sammelten sich mehrere Interessierte im Kreis rund um ihn herum.

Vasile Rătezeanu aus Găleșoaia, Kreis Gorj, bewegte langsam seinen Fuss auf dem Töpferrad und formte sorgfältig eine Vase, die immer genauere Konturen annahm. Damit die Zuschauer genau sehen, wie alles geht und damit ein bisschen Spannung in der Luft schwebt, drückte er den Lehm ein und die Vase wurde im Nu zu einem kreisenden Lehmball. Man hörte jetzt ein „Oooohhh” aus der Menschenmenge. Doch Rătezeanu lachte und fing an, die Vase wieder zu gestalten.

An den vielen Ständen konnte man u. a. traditionelle Kachelöfen von Teracota Mediasch, lustige Glöckchen und coole Tassen von Tonal, bunt bemalte Schmuckkästchen von Pall Lajos aus Korond, Schmuckzeug, Willkommen-Tontafeln und vieles vieles mehr bewundern und kaufen.

Man konnte einfach Stunden in der Spirale des Tons verbringen, ohne zu bemerken, dass eine Minute vorbeigegangen ist. Man konnte Ungarisch, Deutsch und Rumänisch sprechen hören und sich im nachhinein noch träumend vorstellen, wie es vor Jahrzehnten auf dem Markt auf dem Grossen Ring gewesen sein muss.

Ein Höhepunkt war die Vorstellung der ersten Töpferzeitungim Schatzkästlein, zu der die die Töpferfamilie Sitar aus der Maramuresch mit einer Töpfereiausstellung eingeladen war.

Die Ausstellung, kuratiert von Karla Roșca, verzauberte die Anwesenden mit Keramik aus Baia Mare, Keisd (Saschiz), Vama, Negrești und Bârgău, handgefertigt in der Werkstatt der Familie Sitar. Interviews der Familie Sitar und die Geschichte der ausgestellten Keramik konnte man abgebildet an den Wänden der Kunstgalerie lesen.

Die erste Töpferzeitung wurde unter der Federführung von Karla Roșca und Horst Klusch herausgegeben und soll ein „für Töpfer, über Töpfer und von Töpfern”  geschriebenes Blatt sein. Man kann Geschichten lesen von Menschen, die ihr Leben der Töpferei  gewidmet haben, die Geschichte der Töpferindustrie oder Neuigkeiten aus der Branche finden.

Leider konnte Horst Klusch aus Krankheitsgründen nicht dabei sein. Die Hauptakteure der Vernissage, Cornel Sitar, Angela Sitar,  Ioana Luca und Ilie Moise, haben aber ihr Bestes getan, damit sich die Gäste willkommen fühlen.

Angela Sitar hat zuletzt auch einen kleinen Kurs in Keramikmalerei gehalten, an dem sich auch die deutsche Konsulin Judith Urban beteiligte, und unter den neugierigen Blicken der Zuschauer, achtsam ihren Tonteller bemalte. 

                         Monika TOMPOS

 

Bei wunderschönem Wetter konnten die Besucher nach Lust und Laune auf dem Großen Ring die wie immer reichlich vorhandenen Töpferwaren aller Art betrachten und erstehen.                               Foto: Fred NUSS

Die deutsche Konsulin Judith Urban (links) lässt sich von der bekannten Töpfermeisterin Angela Sitar zeigen, wie man einen Teller bemalt.

Fotos: Fred NUSS