Herausfordernde Schulreformen

Folgen der Rumänisierung des Bildungswesens in der Bukowina 1919-1940

Ausgabe Nr. 2921

David Fallik (1908-1926).                                      Foto: Archiv Mihuleac

Eine internationale Tagung zur Bildungsgeschichte hatte der Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL) Ende Mai in Hermannstadt veranstaltet. In der Einladung hieß es u. a.: „Als die Vielvölkermonarchie unter habsburgischer Herrschaft 1918 auseinandergebrochen war, versuchten die mittel- und südosteuropäischen Staaten der Zwischenkriegszeit mit verschiedenen gesetzlichen Regelungen die neuen Strukturen und sozialen sowie bildungspolitischen Herausforderungen zu bewältigen. Neben Agrarreformen sahen sie im Bildungswesen und Schulrecht zentralen Handlungsbedarf. In Rumänien wurden nach Übergangsregelungen Ende 1924 das Volksschulgesetz, 1925 das Privat (Partikular-)schulgesetz und das Baccalaureatgesetz im Parlament beraten und beschlossen. Dieses Recht besaß gesamtstaatliche Geltung. Für die angeschlossenen Gebiete hatten die Gesetze und deren Ausführungsbestimmungen aber gravierende Folgen (nicht nur bei den Minderheiten, sondern auch für das von der orthodoxen Kirche getragene Schulwesen). Parallel dazu wurden auch in benachbarten Ländern Schulreformen in Kraft gesetzt, die ebenfalls für Minderheiten herausfordernd waren.” Lesen Sie im Folgenden die gekürzite Fassung des Vortrags von PD Dr. Mariana Hausleitner (Berlin) zum Thema „Die Folgen der Rumänisierung des Bildungswesens für die deutschsprachige Bevölkerung in der Bukowina 1919-1940”.Weiterlesen

Piticot, Pegas und Arădeanca-Puppen

Spielzeugausstellung aus dem Kommunismus im Alten Rathaus eröffnet

Ausgabe Nr. 2920

Die Besucherinnen der Ausstellung wurden oft nostalgisch beim Anblick der Puppen, die sie einst selber besessen hatten und mit denen früher oft gespielt wurde.
Fotos: Cynthia PINTER

„Schau mal, den Affen hatte ich auch und die Puppe auch. Ich hatte sie Carmen getauft“, sagt eine Besucherin der Ausstellung „Copilăria epocii de aur“ zu ihrer Freundin und zeigt auf eine Puppe mit langen schwarzen Haaren. Kindheitserinnerungen bei der Generation Y, oder den „Millenials“, die in den 1980-ern oder früher geboren wurden, sind bei der Ausstellung „Kindheit in der Goldenen Epoche“ wach geworden, die am Freitag, dem 11. Juli im Historischen Museum im Alten Rathaus eröffnet wurde. Zustande gekommen ist die bunte Ausstellung durche eine Zusammenarbeit des Brukenthalmuseums mit dem „Muzeul Jucăriilor“ (Spielzeugmuseum) aus Bukarest. Kuratiert wurde sie von der Museografin Andreea Corca.Weiterlesen

Erhebliche Übertreibungen

Wer war und woher kam der Buchdrucker Philippus pictor?

Ausgabe Nr. 2919

Holzschnitt: Christus und das Hermannstädter Wappen darstellend.

Hier geht es um eine besondere Persönlichkeit Hermannstadts, über die viel auch ohne Fachkenntnis und widersprüchlich geschrieben wurde. Erfassen lässt sie sich nur aus den Umständen seiner Lebenszeit.

Philippus ist ein neutestamentlicher Name, der im zehnten Kapitel des Matthäusevangeliums bei der Aufzählung der Jünger von Jesus genannt wird.

Unser Philippus hingegen lebte am Ausgang des 15. und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Er hatte neben seinem Taufnamen noch keinen Familiennamen. Nach eigener Aussage und festgehalten im Hermannstädter Staatsarchiv stammte er aus der Moldau.Weiterlesen

Pringsheim bei Zieglers

Zum 150. Geburtstag Thomas Manns eine zusätzlich kurze biographische Notiz

Ausgabe Nr. 2916

Es war ein kühler, früh schon abendlich dämmernder Spätnachmittag des 17. März 1965, als die Türschwelle des neben der Hermannstädter Kadettenschule befindlichen Zieglerhauses ein Gast überschritt, der eben erst den musikbestimmten Weg aus dem fernen Tokio ins siebenbürgische Hermannstadt gefunden hatte – es war der Dirigent des Tokyo Nippon Hokkaido Orchestra, Klaus Pringsheim. Auf seiner Tournee durch Rumänien sollte er, dank der Intervention des Direktors und Chefdirigenten Henry Selbing, auch einen interessanten Beethoven-Abend im alten Theater, der damaligen Spielstätte des Hermannstädter Philharmonischen Orchesters gestalten. Als Solist des D-Dur-Violinkonzertes des Bonner Meisters war der vielfach ausgezeichnete Bukarester Stargeiger Daniel Podlovsky ausersehen. Als unsere Mutter dem Vater ein paar Tage vorher diese Neuigkeit verkündete, reagierte er wie elektrisiert und beschwor sie, die beiden unbedingt zu uns einzuladen, schließlich ging es bei dem Gast aus Japan um keinen Geringeren als um den Zwillingsbruder von Katia Mann, Thomas Manns lebenslange treue Begleiterin, kluge Managerin und Beraterin, die jahrzehntelang die Finanzen und den Familien-Haushalt umsichtig leitete, ihrem Gatten die Niederungen des Alltags vom Leibe hielt und ihm noch dazu sechs, zum Großteil interessante Kinder schenkte.Weiterlesen

„Den Verfall verhindern”

Ausgabe Nr. 2914

EU-Gelder: 35 Mio. Euro für Kirchen und Kirchenburgen

Pressekonferenz im Teutsch-Haus (v. l. n. r.): Pressesprecher Hans Königes, Hauptanwalt Friedrich Gunesch, Bischof Reinhart Guib und Stiftungsdirektor Cristian Cismaru. Foto: Ruxandra STĂNESCU

Bischof Reinhard Guib, Hauptanwalt Friedrich Gunesch und Cristian Cismaru, Direktor der Stiftung Kirchenburgen stellten in einer Pressekonferenz im Teutsch-Haus die Strategie der Evangelischen Kirche in Rumänien A. B. (EKR) bezüglich der Situation der Kirchenburgen vor.

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Ein zentraler Impulsgeber

Ausgabe Nr. 2914

Vorschau auf die 13. Ausgabe der Haferland-Kulturwoche 2025

Călin Noru Stamatoiu, Vertreter von Dominic Boutique Transilvania, Cristian Gherghiceanu, Vorsitzender der Stiftung ADEPT, Mihaela Mariș, stellvertretende Vorsitzende The Duke of Edinburgh’s International Award România, Caroline Fernolend, Vorsitzende Mihai Eminescu Trust, Dr. Doz. Paulina Popoiu, Leiterin des „Dimitrie Gusti”-Nationalen Dorfmuseums Bukarest, Michael Schmidt, Vorsitzender der Stiftung M&V Schmidt, Andreea Marin, Bischofsvikar und Dechant Dr. Daniel Zikeli, evangelischer Stadtpfarrer in Bukarest (v. l. n. r.) bei der Pressekonferenz am 28. Mai d. J. in Bukarest. Foto: M&V Stiftung

Die 13. Ausgabe der Haferland-Kulturwoche, des beliebtesten kulturellen und ethnografischen Festivals der Siebenbürger Sachsen, findet dieses Jahr vom 31. Juli bis zum 3. August statt. Erwartet werden rund 10.000 Besucher aus Rumänien und weiteren EU-Mitgliedsstaaten, dem Nahen Osten und Nordamerika. Wie in den vergangenen Jahren wird das Festival in zehn Orten im Haferland stattfinden, die traditionell Gastgeber der Veranstaltung sind: Arkeden/Archita, Keisd/Saschiz, Hamruden/Homorod, Reps/Rupea, Deutsch-Kreuz/Criț, Radeln/Roadeș, Meschendorf/Meșendorf, Klosdorf/Cloașterf, Bodendorf/Bunești und Deutsch-Weißkirch/Viscri.

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Nestor der Schulgeschichte der Siebenbürger Sachsen

Ausgabe Nr. 2914

Festvortrag zur Erinnerung des 100. Geburtstags von Walter König in Hermannstadt

Dr. Ulrich Wien bei seinem Festvortrag. Foto: Beatrice UNGAR

Anlässlich der vom 29.-31. Mai abgehaltenen internationalen Konferenz des AKSL-Hermannstadt zur Bildungsgeschichte in Zentraleuropa während der Zwischenkriegszeit, deren Problematik nicht zuletzt von Walter König zum Forschungsgegenstand erhoben worden war, konnte – gewissermaßen als Reverenz gegenüber dem 2015 verstorbenen Nestor der Schul- und Bildungsgeschichte der Siebenbürger Sachsen – diese Tagung in Kooperation von AKSL, Siebenbürgenforum, RPTU Kaiserslautern-Landau und IKGS mithilfe der Förderung des Schroubek-Fonds (München) und des Amtes der Kärntner Landesregierung ausgerichtet werden. Neben dem Bildungshistoriker Prof. Dr. Angelo Van Gorp hatte Prof. Dr. Ulrich Andreas Wien (beide Landau) die Vorbereitung und Leitung übernommen. Letzterer hielt am Freitag, dem 30. Mai, im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums eine würdigende Ansprache, die durch eine kleine, von Friedrich Philippi besorgte Ausstellung mit Quellentexten (Gesetze und Übersetzungen) sowie Schulbüchern ergänzt war. Lesen Sie im Folgenden eine gekürzte Fassung der Würdigung:

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Von begrabenen Träumen

Eine Buchvorstellung der besonderen Art im Spiegelsaal

Ausgabe Nr. 2912

Benjamin Józsa, Beate Kleifgen und Heinz Bretz (v. l. n. r.) bei der Buchvorstellung im Spiegelsaal des DFDH.                        
Foto: Beatrice UNGAR

Anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation hat der Deutschlehrer Heinz Bretz im Honterus-Verlag Hermannstadt ein Buch unter dem Titel „Russland hat meine Träume begraben“ veröffentlicht, in dem er das Leben seiner Mutter Augustine Schuster, verheiratete Bretz, vor und nach der Deportation schildert. Sie hat in ihren Lebenserinnerungen über die leidvollen Jahre der Zwangsarbeit in der heutigen Ukraine berichtet. Dieser Teil ihrer Lebenserinnerungen ist vollständig in dem Buch enthalten, das im Beisein des Autors am 13. Mai im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt vorgestellt wurde.Weiterlesen

,,Es ist eine schöne Ergänzung“

,,Ahnenland oder die Suche nach der Seele meiner Familie“ von Boris Kálnoky vorgestellt

Ausgabe Nr. 2904

Boris Kálnoky nahm sich bei der an die Buchvorstellung anschließenden Autogrammstunde Zeit.                                                             Foto: Werner FINK

Die Neuausgabe der deutschen Version seines Buches „Ahnenland oder die Suche nach der Seele meiner Familie“ stellte Boris Kálnoky am Mittwoch der Vorwoche im Erasmus-Büchercafé in Hermannstadt vor. Erschienen ist das Buch dieses Mal im Schiller-Verlag Hermannstadt-Bonn. Kálnoky las aus dem Buch vor, erzählte den Anwesenden Anekdoten, antwortete auf die Fragen von Jens Kielhorn vom Verlag, der die Lesung moderierte oder auf die Fragen der Anwesenden. Einen Tag davor hatte Kálnoky das Buch auch in der Kronstädter „Inspiratio“-Galerie vorgestellt. In Kronstadt hatte sogar sein Vater Farkas Kálnoky Erinnerungen und Gedanken mit dem zahlreichen Publikum geteilt. Weiterlesen