,,Denkmalambulanz“ in Feigendorf/Micăsasa

Ausgabe Nr. 2725

In Feigendorf/Micăsasa beteiligten sich am Wochenende auf Initiative des Bürgermeisters Timotei Păcurar 34 Freiwillige der ,,Denkmalambulanz“ (Ambulanta de monumente) und des Vereins Tășuleasa Social – Via Transilvanica an der Sicherung des ehemaligen Brukenthal-Schlosses. Zugleich wurde hier die vorerst letzte graue Steinstele des inzwischen 800 km langen Wanderwegs Via transilvanica aufgestellt. Darauf eingemeisselt ist das Bildnis des Barons Samuel von Brukenthal, dessen 300. Geburtsjahr beide Aktionen gewidmet waren.         

Foto: Bürgermeisteramt Micăsasa

 

Unvorstellbare Ungerechtigkeit

Ausgabe Nr. 2725

,,DDR-Frauen nach der Wende“: Ein neues Buch von Monika Herrmann

Herrmann, Monika: DDR-Frauen nach der Wende: Im mutigen Einsatz für die Rechte von Frauen und für bessere Lebensverhältnisse, BoD Norderstedt 2020, 104 Seiten, ISBN-13: 9783750495517.

 

Das Buch „DDR-Frauen nach der Wende“ der deutschen Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Monika Herrmann verschafft uns einen Einblick in die 1990er Jahren nach der politischen Wende und Wiedervereinigung, und zwar aus der Sicht von Frauen aus Ostdeutschland.

 

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„Contrarevoluționar“ in der Steppe

Schriftsteller als Zeitzeuge der Bărăgan-Siedlungen / Von Luzian GEIER

Ausgabe Nr. 2721

Kopie (Vorderseite) der Personalakte (Vordruck 1952) des verbannten Schriftstellers Hans Bergel (geboren 1925).

Vor dem 70. Jahrestag der Massendeportation von etwa 40.000 Personen im Frühsommer 1951 aus Südwestrumänien (Banat und Mehedinți) in die Bărăgan-Steppe – Siebenbürgen war verschont geblieben -, stellte die rumänische Archiv-Zentralstelle CNSAS u. a. über 56.000 Personalakten von ehemaligen Zwangsumsiedlern ins Internet. In dem halben Jahrhundert Kommunismus in Rumänien war das Thema weitgehend tabu. Zum 50. Jahrestag hatte der gewählte Abgeordnete der deutschen Minderheit in Rumänien im Parlament, Wolfgang Wittstock, eine Erinnerungs- und Gedenkrede gehalten über diese Menschenrechtsverletzungen, die im Internet nachzulesen ist (Sitzung der Abgeordnetenkammer vom 19. Juni 2001).Weiterlesen

Ein Tusch auf die Blasia

100 Jahre seit der Gründung der Bläserkapelle der Brukenthalschule

Ausgabe Nr. 2718

Die Blasia 1935, Primus musicus: Oskar Gerber mit Flaus, blau-roter Schärpe, Studentenmütze und Tambourstab

„Musik wird oft als störend empfunden, weil stets sie mit Geräusch verbunden…“ so reimte einst Wilhelm Busch. Ein Enthusiast würde empört antworten: „Da hast du aber nie die Blasia gehört…“ Nun ja, wir waren nicht gerade die Berliner Philharmoniker, doch in der Begeisterung der Musikausübung standen wir ihnen wohl kaum nach. Mit wie viel Enthusiasmus sind wir durch die Stadt gezogen, mit klingendem Spiel, Tra-ra und blitzenden Instrumenten, keck aufgesetzten Studentenmützen, verfolgt von hübschen Mädchenaugen. Dieses Bild dürfte sich vielen Generationen von Spielern eingeprägt haben, denn die Blasia gehörte über Jahrzehnte zum traditionellen und beliebten Stadtbild der Hermannstädter Musikszene.

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Tradition des Gedenkens fortgesetzt

Bildband mit Denkmälern und Gedenktafeln für Russlanddeportierte erschienen

Ausgabe Nr. 2707

Friedrich Philippi, Erwin Josef Ţigla: Denkmäler und Gedenktafeln für die im Januar 1945 in die Sowjetunion deportierten Rumäniendeutschen/Monumente și plăci comemorative pentru germanii din România deportaţi în ianuarie 1945 în Uniunea Sovietică, Bildband als 105. Buchveröffentlichung des Kultur- und Erwachsenenbildungsvereins „Deutsche Vortragsreihe Reschitza”, „Banatul Montan”-Verlag, Reschitza, 2020, 232 Seiten, ISBN 978-606-9656-08-2

,,Es ist, angefangen von der äußeren Ausstattung, dem dokumentarisch so wichtigen Text  bis hin zu den wunderbaren Bildern, ein großartiges Werk“. So beschrieb Altbischof Christoph Klein den Bildband ,,Denkmäler und Gedenktafeln für die im Januar 1945 in die Sowjetunion deportierten Rumäniendeutschen“, der im Rahmen der in Reschitza organisierten Veranstaltungen zum 76. Jahrestag der Russlanddeportation am Dienstag, dem 26. Januar , online vorgestellt worden ist. ,,Schon Ende März 2019 richtete Erwin Josef Țigla, der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Banater Berglanddeutschen, einen Aufruf an ‚die Foren der Deutschen in Rumänien, die deutschen kirchlichen Gemeinschaften in Rumänien und die Verbände der Rumäniendeutschen weltweit‘ zur Mitarbeit an einer zweiten Auflage des von ihm herausgegebenen und 2010 erschienenen Bildbandes zum selben Thema. Die dabei eingelaufenen 47 Beiträge mit Abbildungen von Denkmälern aus ebenso vielen Ortschaften konnten – zusätzlich zu den von uns erstellten – in diesen Bildband aufgenommen werden, der dadurch eine Gemeinschaftsarbeit wurde. Ein besonderer Dank gilt auch dem Ehepaar Crina und Dorin Dărăban aus Sathmar, welche fast alle Denkmäler in Nordsiebenbürgen und Ungarn dokumentiert haben!“ schreibt Landeskirchenkurator Friedrich Philippi in seinem Vorwort, das im Folgenden auszugsweise zu lesen ist:Weiterlesen

,,Wichtig ist, wer heute da ist“

Online-Konferenz zum Thema ,,Auf dem gemeinsamen Weg“

Ausgabe Nr. 2701

László Surjan, Präsident der Charta XXI und ehemaliger Abgeordneter im Europäischen Parlament.                                           Foto: www.maszol.ro

Mitte November organisierte der Verein Charta XXI aus Budapest zusammen mit dem Verein HID – Ungarisches Kulturbüro Hermannstadt  die Online-Konferenz „Auf dem gemeinsamen Weg. Perspektiven des historischen Kompromisses in Siebenbürgen“, an der ungarische und rumänische Historiker, Politologen Vorträge hielten und die Möglichkeit hatten, sich im kollegialen Ton gegenseitig auszutauschen mit dem Ziel eines besseren Verständnisses der beiden Staaten Rumänien und Ungarn und einer Annäherung von Rumänen und Ungarn. Ähnliche Veranstaltungen wurden bereits 2017 in Arad und 2019 in Budapest veranstaltet.Weiterlesen

Verschleppung und Freikauf

Online-Gespräch über das Schicksal der deutschen Minderheit in Rumänien

Ausgabe Nr. 2687

Moderator Cosmin Budeancă mit Hannelore Baier und Ottmar Trașcă (v. l. n. r.).                                                  Foto: Daniel SECĂRESCU

Theater, Filme und Konzerte gibt es seit Beginn der Covid 19-Pandemie online live zu sehen. Die Organisatoren des Rosenauer Film- und Geschichte(n)-Festivals „Film și istorii Râșnov“, das vom 21. bis 30. August stattfindet, haben sich etwas Neues einfallen lassen. Sie schalteten auch höchstinteressante Gespräche online. So geschehen am Samstag, dem 22. August, als auf der Facebook-Seite des Festivals die Debatte „Deutsche in Rumänien nach dem Zweiten Weltkrieg“ live mitzuverfolgen war. Unter der Moderation von Cosmin Budeancă, Forscher bei der Kulturstiftung „Memoria“ in Bukarest, sprachen Hannelore Baier, Journalistin und Historikerin aus Hermannstadt, Remus Gabriel Anghel, Forscher am Institut für die Erforschung der nationalen Minderheiten in Klausenburg und Ottmar Trașcă vom Klausenburger Institut für Geschichte „George Barițiu“.Weiterlesen

General Bem und die Familie Möferdt

Aus der Geschichte der Revolution von 1848/49 in Hermannstadt / Von Béla János BÁCS

Ausgabe Nr. 2686

Rückeroberung Hermannstadts am 19. Juli 1849. (Ganz links unten angeblich General Bem). Lithografie aus der Sammlung Dr. J. Bielz. Foto: Reproduktion aus ,,Vom alten Hermannstadt“ von Emil Sigerus, 3. Folge, Hermannstadt 1928

Von einer für die Stellung des Generals Josef Bem, für sein Leben wichtigen Episode hatte der Verfasser der folgenden Ausführungen, Béla János Bács, aus Hermannstädter Familienschriften erfahren. Die ungewöhnliche Begebenheit veranlasste ihn, die damit verbundenen Örtlichkeiten zu besichtigen und sich mit dokumentarischen Quellen zu befassen, die das Revolutionsgeschehen in Hermannstadt und Umgebung darstellen. Veröffentlichungen von Friedrich Teutsch (Band 3 der „Geschichte der Siebenbürger Sachsen“) und Emil Sigerus („Vom alten Hermannstadt“, Folge 3) waren ihm dabei von Nutzen, auch konsultierte er andere Untersuchungen, von Rikhárd Gelich, József Breit, Tobias Weger u. a. Sein Aufsatz über „Väterchen Bem in einer Hermannstädter Gerberwerkstatt“ wurde in zwei Folgen der Zeitung Hargita Népe publiziert (19. und 26. Juni 2020) und ist aus dem Ungarischen von HZ-Redakteur Werner F i n k  übersetzt worden. Weiterlesen

Von Griechen und Geten, Dakern und Römern

Erzählt der Band „Dacia Felix“ von Kai Brodersen / Von Jürgen HENKEL

Ausgabe Nr. 2683

Sarmizegetusa Regia in den Brooser Bergen. Foto: Bogdan BRYLYNSKI

„In unseren Adern fließt Römerblut“ – so heißt es bis heute in der rumänischen Nationalhymne. Die Rumänen sind stolz auf ihre römischen Wurzeln, die sich in den Auseinandersetzungen zwischen ihren dakischen Vorfahren und den Römern sowie der Zeit als Provinz Dacia des Römischen Reiches ab 106 n. Chr. herausgebildet haben. Für die rumänische Geschichtsschreibung ist diese dakisch-römische Identität freilich nicht nur eine zu beweisende Theorie, sondern Axiom, Prämisse und Prinzip. Doch wie sieht es um die historische Zuverlässigkeit dieser These aus? Weiterlesen

Es gibt keine einzig wahre Geschichte

Gespräch mit dem Hochschulassistenten und Historiker Szabó Csaba

Ausgabe Nr. 2681

Szabó Csaba vor der Kulisse der Wehrtürme in der Harteneckgasse/Str. Cetatii in Hermannstadts Altstadtzentrum.                Foto: Werner FINK

Szabó Csaba kommt aus Sathmar und ist seit zwei Jahren Assistent im Rahmen des Departements für Geschichte an der Lucian Blaga Universität. Er studierte Geschichte an der Babeș-Bolyai Universität in Klausenburg und setzte sein Studium in Pécs (2012-2015) und am Max-Weber-Kolleg in Erfurt (2014-2016) fort. Im Rahmen eines derzeitigen Forschungsprojektes an der Universität von Szeged, fokussiert er sich auf römische Religionskommunikation und sakrale Räume. 

Über dessen Werdegang und einige aktuelle Themen sprach mit Szabó Csaba der HZ-Redakteur Werner F i n k.

Wie kamen Sie nach Hermannstadt?

Das hat das Leben so gebracht. Das Doktorat hatte ich 2012 an der Universität in Pécs begonnen und dann war ich über einen Cotutelle-Vertrag Doktorand an der Universität in Erfurt. 2016 bin ich nach Rumänien zurückgekehrt und von 2016 bis 2018 habe ich versucht, in Klausenburg einen Arbeitsplatz in diesem Bereich zu finden, was nicht gelang. Im Sommer 2018 wies der ehemalige Betreuer meiner Masterarbeit darauf hin, dass es in Hermannstadt eine freie Assistenten-Stelle gibt. Ich habe mich beworben, das Vorstellungsgespräch verlief sehr gut und so bin ich hier gelandet. Das ist ein typisches Beispiel für den akademischen Nomadismus. Ich hatte auch in Erfurt Kollegen, die es an 5-6 Universitäten probiert hatten, bis sie zu einem festen Arbeitsplatz gekommen sind. Das ist jetzt eine dreijährige Stelle.Weiterlesen