,,Um Gottes Willen, das sind Menschen wie wir“

Ausgabe Nr. 2769

,,Hermannstädter Gespräche“ und Filmabend mit Peter Miroschnikoff im Spiegelsaal

Beim Filmabend am Mittwoch der Vorwoche im Spiegelsaal des DFDH: Peter Miroschnikoff (links) und Aurelia Brecht (stehend). Foto: Dragoș DUMITRU

„Ich hatte ein bisschen Orientierungsprobleme“, meinte der Journalist Peter Miroschnikoff zu seinem Besuch in der Stadt. „Hermannstadt von heute ist nicht mehr, wie ich es kannte. Es hat sich viel getan hier“, so der ehemalige Mittel- und Südosteuropakorrespondent der ARD in seiner Einleitung zur ersten diesjährigen Auflage der „Hermannstädter Gespräche“ des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) am Dienstag der Vorwoche.

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Einige Freiräume bewahrt

Ausgabe Nr. 2769

Dokumentation zur EKR 1945-1969

Hannelore Baier (Hg.): Überwachung und Infiltration. Die Evangelische Kirche in Rumänien unter kommunistischer Herrschaft (1945-1969). Friedrich Pustet Verlag, 2022, 423 Seiten, 39,95 Euro, ISBN: 3791733303

Unter dem Titel ,,Überwachung und Infiltration. Die Evangelische Kirche in Rumänien unter kommunistischer Herrschaft (1945-1969). Dokumentation“ ist der von Hannelore Baier herausgegebene Band 143 der im Verlag Friedrich Pustet, Regensburg, publizierten wissenschaftlichen Reihe „Veröffentlichungen des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der Ludwig-Maximilians-Universität München“ erschienen.

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,,Etwas ganz Neues, Schwervorstellbares“

Streiflichter von der Jubiläumstagung der Evangelischen Akademie Siebenbürgen

Ausgabe Nr. 2768

Maiblasen mit der Neppendorfer Blaskapelle:  Gemeinsam mit dem  EAS-Vorstandsvorsitzenden Dietrich Galter (2. v. r. Bassflügelhorn) bot die Neppendorfer Blaskapelle nach dem Festgottesdienst in der Neppendorfer evangelischen Kirche am 1. Mai ein Ständchen. Zunächst auf dem Kirchhof, danach im Hof des EAS-Tagungshauses und schließlich in den Gassen von Neppendorf.                                              Foto: Beatrice UNGAR

Über drei Tage verteilt beginnend am vergangenen Freitag feierte die Evangelische Akademie Siebenbürgen (EAS) gemeinsam mit dem Demokratischen Forum der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) als Mitveranstalter ihr 30. Jubiläum. Pandemiebedingt fand die Tagung ein Jahr verspätet statt, aber bei schönem Wetter und in der Gesellschaft vieler langjähriger Vorstands- und Vereinsmitglieder sowie Freundinnen und Freunden der Akademie. Auch das 20-jährige Bestehen des „Hans Bernd von Haeften” Tagungs- und Konferenzzentrums wurde zelebriert. Weiterlesen

,,In Wechselwirkung zueinander“

Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (II)

Ausgabe Nr. 2766

Porträt des Johann Michael Soterius von Sachsenheim (1742-1794) in der Brukenthalschen Gemäldesammlung, unbekannter Maler des 18. Jahrhunderts.

,,Ereignet es sich endlich, dass auch in dem weiblich Samuel von Brukenthalschen Stamme die männlichen Nachkommen erlöschen sollten, so verordne ich, dass mein ganzes liegend und fahrendes Vermögen mit alleiniger Ausnahme derer gleich nachher zu benennenden Sammlungen sofort auf die Linie meines Neffen Johann Michael Soterius von Sachsenheim, eben auch in der Eigenschaft eines Fidei Comissi übergeben werden.“ So lautet ein Passus aus dem ,,im Prozess stehenden Samuel Freyherr von Bruckenthalischen Testament“ (siehe Gudrun-Liane Ittu, ,,Geschichte des Brukenthalmuseums“, S. 85). In der zweiten Folge der Reihe ,,Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal“ stellt  der für die Bibliothek zuständige Kurator Alexandru-Ilie Muntean Brukenthals Neffen Johann Michael Soterius vor.Weiterlesen

Das ,,Hermannstädtische Gesangbuch“

Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (I)

Ausgabe Nr. 2757

Der Gründer und Namensgeber des ältesten Museums in Hermannstadt und Rumänien hat nicht nur Gemälde, Münzen usw. gesammelt sondern auch Bücher. Seine Bibliothek im Brukenthalpalais ist eine Schatzkammer, die zur Zeit für das Publikum geschlossen ist. Der für die Bibliothek zuständige Kurator Alexandru-Ilie Muntean hatte die Initiative, in loser Folge einige Raritäten aus dieser Schatzkammer in der HZ vorzustellen. In der ersten Folge geht es um ein von dem Buchdrucker Samuel Schárdi (1705-1779) dem Baron Samuel von Brukenthal gewidmete Buch, auf dessen Titelblatt zu lesen ist: ,,Das vollständig vermehrte Hermannstädtische Gesang=Buch, darinnen 688. auserlesene, alte und neuere, in der Christlich-Evangelischen Kirche gebräuchliche Lieder, gesammlet, und, nach den Abtheilungen des geoffenbarten Lehrbegriffs, in Ordnung gebracht worden, nebst einem auf ähnliche Art eingerichteten Gebet=Buch./Hermannstadt, in der St. Buchdr. gedruckt und verlegt Samuel Schardi. 1766″.Weiterlesen

Anschreiben gegen das Vergessen

Priester aus der Bukowina wurde 1952 wegen Hochverrats verurteilt

Ausgabe Nr. 2754

Pfarrer Matthias Požar (1912-1978).Foto: Privatarchiv Geier

Vor 110 Jahren  – am 11. Januar 1912 – wurde in Luisenthal, rumänisch Fundu Moldovei, Matthias Požar geboren, Sohn des Mechanikers Julius und der Theresia, geborene Kreuzer. Die Kindheit verbrachte er mit der Familie in Jakobeny/Iacobeni. Früh entschied Matthias Požar sich für den Priesterberuf und musste dafür nach Bukarest, wo er am Seminar das Abitur ablegte und anschließend Theologie studierte. Seine Priesterweihe erfolgte 1939.Weiterlesen

„Um tolle und lustige Spiele nie verlegen“

Erstmals Hauptthema Körperkultur und Sport in der Region Banat

Ausgabe Nr. 2752

Um 1900 entstand dieser Bildbeleg zu den Anfängen sportlicher Betätigung von Frauen auf dem Land im Banat: Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen in Jahrmarkt/Giarmata.Foto: Privatsammlung des Verfassers

Vor dem Sport im heutigen Sinne des Wortes gab es das Spiel im Freien. Dazu schrieb ein Kenner der Bereiche im historischen Banat in der Zwischenkriegszeit ein schmales Büchlein, aus dem obiges Titelzitat stammt, das sich auf einfallsreiche alte Kinderspiele im Freien bezog. Dem breiten Thema körperliche Freizeitbeschäftigung verbunden mit Gemeinschaftspflege wollte der Landesverband Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben seine 57. Kulturtagung in Sindelfingen widmen, unter dem Titel „Sport im Banat – Freizeit, Gemeinschaft und Weltklasse“. Weiterlesen

Eine kurze Erinnerung

100 Jahre Evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien (II) / Von Ulrich A. WIEN

Ausgabe Nr. 2750

Bischofsinstallation 1933 mit Landeskirchenkurator Hans Otto Roth, Bischof Viktor Glondys und Friedrich Müller-Langenthal (v. l. n. r.) auf dem Großen Ring in Hermannstadt.

Herausforderungen und Antworten

Chronologisch lassen sich drei markant unterschiedene Phasen erkennen: 1. Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs; 2. Von 1945-1989; 3. 1990 bis heute.

Natürlich blieben Herausforderungen auch über diese jeweiligen Schwellenjahre hinaus bestehen, trotzdem gibt es eine deutliche Akzentverschiebung.

In der ersten Phase bis 1945 stand die Landeskirche vor einem Berg von Problemen und Herausforderungen:Weiterlesen

Eine kurze Erinnerung

100 Jahre Evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien (I) / Von Ulrich A. Wien

Ausgabe Nr. 2749

Kolorierte Postkarte mit der evangelischen Kirche in Tarutino, erbaut 1862-1865, dem größten Kirchenbau der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bessarabien für bis zu 2000 Personen. 1941 ist die Kirche zerstört worden, auf dem Platz steht heute ein anderes Gebäude. Quelle: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/regionen/bessarabien

In einer Kirche, die bereits fast 900 Jahre alt ist, und davon auf rund 600 Jahre unter ungarischer und 150 Jahre unter osmanischer Vorherrschaft zurückblicken kann, relativiert sich die heute zu bedenkende Phase der letzten 100 Jahre eminent. Diese Rückschau auf die Evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien seit 1921 in dem vorgegebenen, begrenzten Raum zu leisten, ist angesichts der Dramatik dieser Jahrzehnte und den in ihnen erlebten Brüchen, Abbrüchen und Aufbrüchen schlechterdings eine Zumutung. Trotzdem soll diese Herausforderung angenommen werden, wenngleich wesentliche Aspekte und Einsichten praktisch unter den Tisch fallen müssen, aber nicht unter den Teppich gekehrt werden sollen. Dass der derzeitige Staatspräsident als Gemeindeglied dieser Minderheitskirche gewählt wurde, zeigt einerseits den Respekt und historisch begründete Hoffnung auf die in dieser Gemeinschaft vitalen Kräfte und Potenziale auf und hat einen gewissen Stolz geweckt, trägt aber einen ambivalenten Charakter, sofern diese Erwartungen/Zuversicht enttäuscht würden.Weiterlesen

,,Seelengespräche“

Auf den Spuren der Dichterkönigin Carmen Sylva

Ausgabe Nr. 2749

Dr. Anneli Ute Gabanyi. Foto: Wolfram GÖLL

Ein wahrhaft „königliches“ Thema hatte sich die ökumenische Gesellschaft „Ex fide lux – Deutsch-Rumänisches Institut für Theologie, Wissenschaft, Kultur und Dialog“ zum fünfjährigen Gründungsjubiläum ausgesucht. Im Rahmen eines „Ökumenischen Studientags“ beschäftigten sich rund 30 Teilnehmer mit der Geschichte der Monarchie in Rumänien und des deutschstämmigen rumänischen Königshauses sowie besonders der „Dichterkönigin“ Elisabeth zu Wied, besser bekannt unter ihrem Pseudonym „Carmen Sylva“. Die Abendveranstaltung fand in der Kathedrale der Rumänischen Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa in Nürnberg statt, die auch Mitveranstalter war. Weiterlesen

,,Resonanzraum für Selbstdarstellung“

Sonderausstellung im Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim

Ausgabe Nr. 2747

Bei der Vernissage der Ausstellung am 4. September d. J (v. l. n. r.): Viorel Ştefu, Munizipalmuseum Mediasch, Hansotto Drotloff, Heimatgemeinschaft Mediasch, und Markus Lörz, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim, vor dem Bildnis des Gubernialrats Samuel Conrad Edler von Heydendorff (1647-1727).                                                                                 Foto: Alfred GÖKELER

Im Siebenbürgischen Museum auf Schloss Horneck in Gundelsheim ist noch bis zum 28. November die Sonderausstellung „Politik und Gelehrsamkeit. Die siebenbürgische Adelsfamilie Conrad von Heydendorff“ zu sehen, die am 4. September im Anschluss an den Jahresempfang der siebenbürgischen Kultureinrichtungen im Schloss Horneck eröffnet worden ist. Im Zentrum der Ausstellung stehen zwölf Gemälde aus dem Besitz der vornehmen Mediascher Familie Conrad Edle von Heydendorff, die in der Zeitspanne vom Beginn des 18. bis zum zweiten Drittel des 19. Jahrhundert entstanden sind.Weiterlesen