100 Jahre deutsche Minderheit in Rumänien

Ausgabe Nr.2627

Rudolf Brandsch (1880-1953).

Vor genau 100 Jahren, zu Pfingsten 1919, wurde der Verband der Deutschen in Großrumänien in Hermannstadt gegründet. Wie kam es dazu? Auf Anregung von Vertretern der Buchenlanddeutschen, die sich schon im November 1918 für die Vereinigung der Bukowina mit Rumänien ausgesprochen hatten, trafen sich zu Pfingsten 1919 (8. – 10. Juni) Repräsentanten der Deutschen Großrumäniens in Hermannstadt und fassten den Beschluss, einen „Verband der Deutschen Großrumäniens“ zu gründen. Weiterlesen

„Wartemit Janiauf einlebenszeichen voneuch.“

Ausstellung zum Gedenken an die Deportation in der Sakristei

Ausgabe Nr. 2621

Der Luxemburger Fotograf Marc Schroeder in seiner Ausstellung.
Foto: Jan-Christian BREWER

In seiner Ausstellung „Deportation der Rumäniendeutschen. Immer war diese Hoffnung. Ehemalige Russlanddeportierte erinnern sich“ setzt sich der Luxemburger Fotograf Marc Schroeder mit der im Januar 1945 erfolgten Deportation der deutschen Minderheit aus Rumänien in die damalige Sowjetunion auseinander – und spiegelt damit auch die Gefühle der Überlebenden wider.Weiterlesen

„Die Schwere einer Banausenstadt…“

Ein Frauenschicksal aus alten Zeiten: Elsa Asenijeff

Ausgabe Nr. 2615

 

Max Klinger: Elsa Asenijeff.

Als „Femme Fatale“ wird sie hin und wieder bezeichnet, die Elsa Asenijeff, die in Wien als Elsa von Packeny im Jahr 1868 geboren wurde. Die Eltern waren angesehen und wohlhabend, die Tochter wollte gegen den Strom der Zeit schwimmen. Doch vorerst heiratete sie im Jahr 1890 den bulgarischen Diplomaten und Ingenieur Ivan Nestoroff, der sehr gut zu ihr war, wie sie oft beteuerte, doch sehr einfach, wie sie meinte. Der Sohn Asen wurde in Sofia geboren, den sie abgöttisch zu Tode liebte. Das Kind starb und ihr Künstlername Asenijeff entstand.Weiterlesen

Ein fast vergessenes Wort

Ausgabe Nr. 2613

Mitten in der Heltauergasse/Str. Nicolae Bălcescu in Hermannstadt gibt es immer noch einen Stand, wo ein älterer Herr gekochte Maiskolben (Porumb fiert) verkauft.                                
Foto: Cynthia PINTER

Bei der Lektüre Gregor von Rezzoris autobiografischem Buch „Mir auf der Spur“ entdeckte ich die Wortverbindung „heimatlicher Kukuruz“.

Der in Czernowitz (Bukowina/Österreichisch-Ungarische Monarchie) geborene Autor verbrachte einige Jahre auch in Siebenbürgen. Da tauchte auch mir, dieses fast vergessene Wort, aus dem Nebel meiner Hermannstädter Erinnerungen wieder in meiner Bewusstheit auf und weckte das Interesse, seine „Herkunftsspuren“ zu verfolgen. Über die Wortherkunft von Kukuruz herrscht allerdings Uneinheitlichkeit in einem Maße, wie man das selten erlebt. Ich versuche jedoch, in diesem „Wortherkunftslabyrinth“ eine logische Spur zu finden.Weiterlesen

„…mit Recht eine musikalische Stadt”

180 Jahre Hermannstädter Musikverein, 70 Jahre Hermannstädter Staatsphilharmonie

Ausgabe Nr. 2610

Postkarte von 1900 mit Blick auf das Musikvereins-Gebäude (heute Hermania-Restaurant) auf der Kleinen Erde (heute Str. Filarmonicii).

„Hermannstadt kann man mit Recht eine musikalische Stadt nennen, denn in jedem Hause ist gewiss jemand, der wenigstens ein Instrument zu spielen weiß“, schrieb 1828 ein Wiener Schriftsteller über die Pflege der Hausmusik. Elf Jahre danach, am 20. Januar 1839, findet die Gründungsversammlung des Hermannstädter Musikvereins – übrigens der erste überhaupt in Hermannstadt gegründete Verein – statt, 121 Jahre danach, am 1. Januar 1949, wird die Hermannstädter Staatsphilharmonie gegründet. In diesem Jahr dürfen sich die Hermannstädter Musikliebhaber auf zwei Jubiläen freuen: 180 Jahre seit der Gründung des Hermannstädter Musikvereins und 70 Jahre seit der Gründung der aus dem 1935 aufgelösten und 1943 neu gegründeten städtischen philharmonischen Orchester hervorgegangenen Hermannstädter Staatsphilharmonie. Aus diesem Anlass drucken wir in der neuen Rechtschreibung Auszüge aus einem Beitrag des letzten Vorsitzenden des Hermannstädter Musikvereins, dem langjährigen Professor und Direktor am Landeskirchlichen Lehrerseminar Dr. Hans Tobie, ab, der in der Hermannstädter ZeitungNr. 53 vom 24. Januar 1969 veröffentlicht worden ist.Weiterlesen

„Geist von Mediasch“ – 100 Jahre danach

Tagung zur Beitrittserklärung der Siebenbürger Sachsen vom 8. Januar 1919

Ausgabe Nr. 2609

Gruppenbild mit Vortragenden und Organisatoren in der Aula des Stephan-Ludwig-Roth-Lyzeums in Mediasch (v. l. n. r.): Daniela Stanciu, Rudolf Gräf, Thomas Șindilariu, Vasile Ciobanu, Ruxandra Hurezean, Elena-Teodora Ion, Paul-Jürgen Porr, Ovidiu Ganț (1. Reihe), Konrad Gündisch, Alexandru Nicolaescu, Daniel Seiberling und Helmuth Julius Knall (2. Reihe).
Foto: Beatrice UNGAR

Unter dem Titel 100 Jahre seit der Beitrittserklärung der Siebenbürger Sachsen zur Vereinigung mit Rumänien“ veranstalteten das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien und die Hanns-Seidel-Stiftung am vergangenen Samstag eine Tagung im Festsaal des Stephan-Ludwig-Roth-Lyzeums in Mediasch. In diesem Saal des damaligen evangelischen Gymnasiums hatten am 8. Januar 1919 die 138 Delegierten der Sächsischen Nationalversammlung ihre Zustimmung für die Vereinigung Siebenbürgens mit dem Königreich Rumänien ausgedrückt. Sieben Vortragende referierten über die Ereignisse in jenen Jahren und die Folgen dieser Entscheidung. Weiterlesen

Cornel Irimie – 100 Jahre seit der Geburt

Der Ethnologe hat das Brukenthalmuseum geleitet und das Freilichtmuseum gegründet

Ausgabe Nr. 2608

War sehr oft unterwegs: Cornel Irimie in Wien, 1961.

Am 17. Januar 1919 wurde der Hermannstädter Ethnologe Cornel Irimie geboren, der seinen Lebenstraum verwirklicht hat und als Direktor des Brukenthalmuseums 1963 das Freilichtmuseum im Jungen Wald gegründet und bis zu seinem Tod 1983 geleitet hat.

„Das Freilichtmuseum war mit Sicherheit ein erfüllter Traum unseres Vaters, Cornel Irimie”, erinnern sich seine Tochter, Rodica Irimie Pascu und sein Sohn, Radu Irimie, kurz vor dem 100. Geburtstag des Ethnologen, der vor knapp 36 Jahren verstorben ist.Weiterlesen

Unsere gemeinsame Aufgabe

Volkstrauertag 2018 auf dem Heldenfriedhof

Ausgabe Nr. 2603

Volkstrauertag auf dem Heldenfriedhof: Gemeinsam mit der Akademie der Bodentruppen „Nicolae Bălcescu” Hermannstadt hatte das Deutsche Konsulat in Hermannstadt am Montag zu einer feierlichen Kranzniederlegung eingeladen, um der Gefallenen und Opfer der beiden Weltkriege zu gedenken. Unser Bild: Konsul Hans Erich Tischler bei seiner Ansprache.                    
Foto: Beatrice UNGAR

Zum Volkstrauertag fand am Montag eine feierliche Kranzniederlegung auf dem Heldenfriedhof im Jungen Wald statt. Für die Gefallenen und Opfer der beiden Weltkriege hielt Metropolit Laurențiu Streza von der Rumänisch-Orthodoxen Kirche eine Andacht, kurze Gebete sprachen im Namen der Römisch-Katholischen Kirche Dechant Oskar Raicea und im Namen der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien der Hermannstädter Stadtpfarrer Kilian Dörr. Kränze legten die Präfektur, der Kreisrat, das Bürgermeisteramt, die Bodentruppenakademie, das Konsulat, das DFDR und die jüdiche Gemeinde, vertreten durch ihren Vorsitzenden Otto Deutsch nieder. Im Folgenden lesen Sie die Ansprache des Deutschen Konsuls Hans Erich Tischler, der gemeinsam mit der Bodentruppenakademie zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte:Weiterlesen

Ein echtes Erlebnis für alle

Hermannstädter Bürgermeisteramt veranstaltete Jahrhundertfeier-Event

Ausgabe Nr. 2597

Als Vertreter von Neppendorf nahm die sächsische Tanzgruppe des Hermannstädter Jugendforums  mit wehenden rumänischen Fahnen an dem Festzug teil.
Foto: Focus Sibiu

„1.1. Der französische General Berthelot wird festlich empfangen. – 2.1. Zu Ehren der Anwesenheit des Generals Berthelot findet auf dem Großen Ring ein Festzug der rumänischen Landbevölkerung statt“. So lauten die ersten beiden Eintragungen für das Jahr 1919 in der „Chronik der Stadt Hermannstadt“ von Emil Sigerus. Diesem Ereignis gewidmet war am Samstag Abend ein Event zu Rumäniens Jahrhundertfeier – gefeiert wird in diesem Jahr die Vereinigung Siebenbürgens mit dem Königreich Rumänien 1918 – das von dem Bürgermeisteramt in Partnerschaft mit der Bodentruppenakademie Hermannstadt und Continental Automotive Systemsveranstaltet und im Rumänischen Fernsehen (TVR1), moderiert von Iuliana Tudor direkt übertragen wurde.Weiterlesen

„Mer hun et noch ist geschafft“

2596

Prauseorgel in Reichesdorf/Richiș nach Restaurierungsarbeiten eingeweiht

 

Orgelbauer Hermann Binder und Organistin Liv Müller auf der Orgelempore.

„Unsere Orgel,  Beweis einer uralten sächsischen Kultur hier in Siebenbürgen, gespielt heute wie in alten Zeiten, erklingt in ihrem alten Ton“ bemerkte Kurator Johann Schaas, der ein Dankeswort an alle Beteiligten sprach. Vergangenen Sonntag luden nämlich das Evangelische Bezirkskonsistorium Mediasch und die Kirchengemeinde Reichesdorf zur festlichen Einweihung der neu restaurierten Johannes Prause-Orgel in Reichesdorf ein. Nach dem Gottesdienst hatten die Anwesenden die Möglichkeit, den besonderen Klang der Prause-Orgel im Rahmen eines kleinen Orgelkonzertes von Organistin Liv Müller zu erleben. Im Anschluss ging es in den Gemeindesaal, wo nach dem Festessen Bezirkskirchenkurator Wilhelm Untch durch die Restaurierungsgeschichte der Orgel führte und den Gästen aus England für ihren Beitrag bedankte. Die Aufsicht über die Restaurierungsarbeiten hatte Orgelbauer Hermann Binder.

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