Ausgabe Nr. 2978

Eine Zeitkapsel wurde am 28. September während der Restaurierungsarbeiten am Dach des Ratturms in Hermannstadt entdeckt. Der etwa 15 Zentimeter breite und 30 Zentimeter lange Zylinder befand sich im Bereich des Daches. Im Inneren steckte ein Bündel von Dokumenten, deren genauer Inhalt noch unbekannt ist. Auf den ersten Blick ließ sich lediglich feststellen, dass die Materialien mehr als hundert Jahre alt sein könnten. Der Restaurator Radu Schuller vom Brukenthalmuseum kann noch nichts Genaues über die sich im schlechten Zustand befindlichen Papiere sagen, die zusammengerollt im metallischen Zylinder lagerten. Es wird spekuliert, dass die Dokumente aus der Zeit der Errichtung des mit Kupfer gedeckten Helmdachs 1826 stammt. In der 1928 erschienenen 3. Folge des Bandes „Vom alten Hermannstadt“ schrieb Emil Sigerus von einer Blechkapsel, die 1826, also vor genau 200 Jahren, in den Turmknopf gesteckt wurde. Darin „wurde ein Schriftstück der Nachwelt übermittelt, aus dem zu erlesen ist, dass die Bürgerschaft damals von schweren Geldsorgen bedrückt war“. Ob es sich um diese Blechkapsel handelt, ist jedoch ungewiss. Das Brukenthalmuseum wird nach Abschluss der Konservierungs- und Dokumentationsarbeiten weitere Informationen zum Inhalt und zur Herkunft der Materialien veröffentlichen. Bis dahin verbleiben die Objekte unter kontrollierten Bedingungen im Labor für Papierrestaurierung. Die Zeitkapsel kann in dieser Phase nicht besichtigt werden. Vorrang haben ihre Konservierung und der Schutz der darin enthaltenen historischen Informationen.
Text: Cynthia PINTER; Foto: Daniel FĂRCAȘIU













