Heimat ohne Grenzen

Erinnerungen an ein bewegendes Wochenende

Der Trachtenumzug beim Großen Sachsentreffen 2024 führte auch durch die Wiesengasse, wo sich die HZ-Redaktion befindet. Unser Bild: Die Gruppe der Schönauer Heimatgemeinschaft (HOG) mit Hans Gärtner (Bildmitte) an der Spitze, der als Vorsitzender des HOG-Verbands gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch, das erste Große Sachsentreffen 2017 initiiert hatte. Gärtner hat auch den Vorschlag gemacht, das Sachsentreffen 2026 am 19. und 20. September in Schönau zu organisieren. Foto: Beatrice UNGAR

Historische Aufnahmen aus Siebenbürgen in schwarz-weiß, hinterlegt mit traditioneller Musik. So startet der Film „Heimat ohne Grenzen“, der auf das Große Sachsentreffen 2024 in Hermannstadt zurückblickt, das unter dem gleichnamigen Motto gestanden hat. Nachdem im Rahmen des jährlichen Sachsentreffens in Zeiden bereits ein erster Einblick in den Film präsentiert wurde, wurde nun die Premiere der finalen Fassung am 8. April im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt gefeiert. Ehrengäste waren der Beauftragte der deutschen Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, der Unternehmer Michael Schmidt, der den Film in Auftrag gegeben hat und mit seiner Michael Schmidt-Stiftung als Hauptsponsor beim Sachsentreffen sowie als Hauptpartner beim Erstellen des Films fungiert hat, und der Geschäftsführer des Veranstalters und Unterstützers, des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Benjamin Józsa.

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Ein Buertmes baute das Postgebäude

Post, Telegraph, Telefon in Hermannstadt (II) / Von Manfred WITTSTOCK

Ausgabe Nr. 2950

Das Postgebäude in der Fleischergasse 1905.

In der Unterstadt gab es nach Emil Sigerus seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts einen mit Rasen bepflanzten Platz, der „auf dem Anger“ hieß und an Werktagen als Viehmarkt verwendet wurde. Um den Tierhandel etwas einzuschränken, hatte die Nachbarschaft darauf auch ein kleines öffentliches Gärtchen eingerichtet, welches allerdings mit der Zeit verwilderte. Es handelte sich hierbei – wie der wissenschaftlich begabte Gymnasiallehrer Arnold Pancratz, der im Jahre 1935 im Alter von 33 Jahren seine Schrift „Die Gassennamen Hermannstadts” veröffentlichte – um wild wachsende Heckenrosen. Dieses Gärtchen wurde im Jahre 1716 neu bepflanzt und umzäunt, wonach es vom Kanzleischreiber Dollert im Grundbuch „Rosen Anger” genannt wurde. Dabei erstreckte sich diese Anlage bis zu seiner Auflösung im Jahre 1851 auch auf Wohngebiete des Fischmarktes und des Weinangers.Weiterlesen

Als täglich Postreiter verkehrten

Post, Telegraph, Telefon in Hermannstadt (I) / Von Manfred WITTSTOCK

Ausgabe Nr. 2949

Das ursprüngliche Bielzische Haus in der Heltauergasse (4. v. r.), vor seinem völligen Umbau während den Jahren 1904-1906, war nur einstöckig und gleichhoch wie die Nebengebäude, hatte eine ebene Fassade mit sechs Fenstern zur Straße sowie zwei Gauben am Dach.

Abgesehen von den politischen Verhältnissen: Es hätte unsere Selbstvernichtung bedeutet, hätten wir im 18. Jahrhundert den Habsburgern, die uns katholisch oder im 19. Jahrhundert den Ungarn, die uns madjarisch machen wollten, nachgegeben. So konnten wir nicht nur unsere Sprache und unseren Glauben behalten, sondern auch am allgemeinen Fortschritt teilnehmen.

Da wurde schon im Jahre 1754 zwischen der Reichshauptstadt Wien und der Provinzhauptstadt Hermannstadt ein regelmäßiger Linienverkehr der Post eingeführt. Zwischen beiden Ortschaften verkehrte monatlich über Temeswar je ein Postwagen mit Passagieren und deren Gepäck sowie mit Wertsachen, außerdem täglich Postreiter mit SchriftstückenWeiterlesen

Zwischen Hunger und Neuanfang

Ausgabe Nr. 2947

Lothar Schelenz erinnerte an die Nachkriegszeit in Nidda

Lothar Schelenz (stehend) bei seinem interessanten Vortrag im Spiegelsaal des DFDH. Foto: Beatrice UNGAR

Die Jahre 1945 bis 1950 brachten tiefgreifende Veränderungen für viele Städte in Deutschland. Auch für die hessische Kleinstadt Nidda. Über diese Zeit sprach Lothar Schelenz beim Kaffeenachmittag des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) im Spiegelsaal am 10. Februar d. J..

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Lieder gegen das Vergessen

Lieder aus der Deportation in die Sowjetunion 1945-1949

Ausgabe Nr. 2944

Am 15. Januar 1945, der in die Geschichte als der „Schwarze Sonntag“ eingegangen ist, wurden 69.332 Angehörige der deutschen Minderheit aus Rumänien in die Sowjetunion deportiert, darunter 30.336 Siebenbürger Sachsen, davon 60 Prozent Frauen – ein Ereignis, das zu der Zersplitterung unserer Gemeinschaft führen sollte. (In einigen Orten wurden sie bereits am 13. und 14. Januar 1945 ausgehoben.) Auch 81 Jahre nach diesem folgenschweren Ereignis bleiben uns Gedenken und Erinnerung an dieses Verbrechen und die kollektiven Leiden von damals Bedürfnis und Pflicht.Weiterlesen

Was soll das bedeuten?

Ausgabe Nr. 2934

Im Zuge der Sanierungsarbeiten an der Fassade des Hauses in der Entengasse/Moș Ion Roată 6 (1790 lautete die Adresse „Saggasse 1103”) legten die Arbeiter ein Relief frei, das im Medaillon eine gekrönte Figur zeigt. Es stammt womöglich aus der Zeit der Spätgotik, also 15. Jahrhundert, wie auch das Haus. Foto: Cosmin LEPĂDAT; In dem besagten Haus befindet sich heute ein Restaurant und eine Pension. Hier wurde u. a. der Grundstein für die erste Waagenfabrik in Siebenbürgen durch die Zeugschmiede Leopold, Josef und Wilhelm Hess gelegt, schreibt Marian Bozdoc in dem Buch „Istoria clădirilor comerciale ale Sibiului” (Geschichte der Handelsräume in Hermannstadt).  

Foto: Beatrice UNGAR

,,Das Feld bleibt nicht unbestellt“

Prof. Dr. Zeno-Karl Pinter bei ,,Militaria“-Konferenz in Hermannstadt geehrt

Ausgabe Nr. 2933

Zeno-Karl Pinter (stehend) bedankte sich bei den Anwesenden für die Festschrift. Unser Bild (v. l. n. r.): Helmut Lerner, Rudolf Gräf, Raluca Teodorescu, Anamaria Tudorie, Zeno-Karl Pinter, Sorin Radu und Thomas Șindilariu.                            
Foto: Cynthia PINTER

„Was ich von Zeno sehr früh gelernt habe, ist, dass Pünktlichkeit wichtig und eine Form von Respekt ist“, sagte Prof. Dr. habil. Ioan Marian Țiplic am Donnerstagabend bei der Eröffnung der diesjährigen 18. Auflage der internationalen Konferenz „Interethnische Beziehungen in Transsilvanien. Militaria Mediaevalia in Zentral- und Südosteuropa“, die vom 16.-19. Oktober in Hermannstadt stattgefunden hat. Im Programm der diesjährigen Konferenz standen u. a. Vorträge, eine Stadtführung und Studienausflüge. Weiterlesen

Kaum verändert

130 Jahre alt ist das Hotel ,,Zum Römischen Kaiser“

Ausgabe Nr. 2928

Die Fassade des neuen Hotels „Zum Römischen Kaiser” in der Heltauergasse wurde vor nicht allzu langer Zeit saniert.

Das Hotel in der Heltauergasse „Zum Römischen Kaiser“ begeht 130 Jahre seit der Eröffnung des neuen Gebäudes am 7. September 1895 am derzeitigen Standort, Heltauergasse Nr. 4. Doch die Webseite des Hotels bezeichnet sich selbst als das „älteste Hotel Rumäniens“, obwohl dieses der Entstehung Rumäniens vorausgeht. Die Geschichte des Gasthauses in Hermannstadt, aus dem der heutige „Römische Kaiser“ hervorgegangen ist, reicht viel weiter zurück und umfasst verschiedene Gebäude und Namen.Weiterlesen

Würdigen, pflegen und bearbeiten

Gedanken zu Geschichte, Identität und Kulturerbe der Siebenbürger Sachsen

Ausgabe Nr. 2928

Die Birthälmer Kirchenburg ist seit 1993 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes und deren Restaurierung wurde 1991 mit dem Europa Nostra-Preis ausgezeichnet.                                                   Foto: Hermann FABINI

In der Siebenbürgischen Zeitung vom 7. Juli 2025 hat Horst Göbbel unter dem Titel „Komplex Artur Phleps II, Vor 80 Jahren: Flucht und Evakuierung aus Nordsiebenbürgen“ Tagebuchaufzeichnungen von General Artur Phleps (1881-1945) veröffentlicht. In einem Diskussionsbeitrag mit dem Titel „Unsere Faschisten“ hat Ortwin-Rainer Bonfert in der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien vom 24. Juli 2025 dazu Stellung genommen. An dessen Ende heißt es: „Dieser Beitrag spiegelt die Meinung von Ortwin-Rainer Bonfert. Welches ist die Ihrige? Wir müssen reden.“Weiterlesen

Spurensuche in einem Land, das es nicht gibt

Was Schwarzmeerdeutsche in Transnistrien hinterlassen haben

Ausgabe Nr. 2922

Die einstige Kirche der lutherischen Siedler ist seit Sowjetzeiten ein Kulturzentrum. Eine vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung angebrachte Glastafel veranschaulicht den ursprünglichen Zustand.

Vor über 200 Jahren haben sich deutsche Siedler auf dem Gebiet zwischen den Flüssen Dnjestr und Bug niedergelassen und den Kolonistenbezirk Glückstal gegründet. Eine Reise nach Transnistrien, in ein Land, das auf den meisten Karten nicht zu finden ist, zeigt, welche Spuren sie trotz Krieg, Flucht und Vertreibung hinterlassen haben. Der aktuelle HZ-Praktikant Tobias J a r i t z hat vor kurzem eine Reise in die „Pridnestrowische Moldawische Republik” unternommen und berichtet im Folgenden davon:Weiterlesen