Emotional und eindringlich

Heinz Bretz beim Seniorentreffen im Spiegelsaal

Ausgabe Nr. 2657

Heinz Bretz (links, stehend) hatte ein sehr interessiertes Publikum.Foto: Fred NUSS

Das erste Seniorentreffen des neuen Jahres hat am 14. Januar  im schön renovierten Spiegelsaal des Forumshauses stattgefunden. So wie es schon lange Zeit gute Tradition ist, konnte die Organisatorin, die Biologielehrerin i. R. Marga Grau, einen Vortragenden zu einem selbst gewählten Thema gewinnen. Der Deutschlehrer Heinz Bretz, ein „arbeitender Pensionär“ wie er sich selbst bezeichnet, war es dieses Mal. Bretz ist in Deutschland Rentner und unterrichtet in dem laufenden Schuljahr als Freiwilliger an dem Pädagogischen Lyzeum in Hermannstadt.Weiterlesen

Ein Buch als Kollateralschaden

Ausstellung, Gedenktafel und Denkmalsanierung zur Revolution von 1989

Ausgabe Nr. 2655

 

Die verirrte Kugel traf einen Band der Kollektion der Literaturzeitschrift Convorbiri literare aus dem Jahr 1899. In der Ausstellung ist der Band so geöffnet, dass man den Anfang eines von Ioan C. Negruzzi gezeichneten Beitrag über Mihai Eminescu vom 15. Januar lesen kann.Foto: Beatrice UNGAR

Ein dickes Buch habe dem damaligen Direktor der Astra-Bibliothek, Ion Mariș das Leben gerettet, kolportierten einige Zeitungen im Dezember 1989 die Nachricht, dass eine verirrte Kugel einen Band in dem Lagerraum in der Mansarde der Astra-Bibliothek getroffen habe und in dem Umschlag stecken geblieben sei. Der inzwischen pensionierte Mariș erinnert sich noch lebhaft an diese Auswüchse der Fabulierkunst und erklärt, dass es sich bei dem Band um die Kollektion des Jahres 1899 der in Jassy herausgegebenen Literaturzeitschrift Convorbiri literare handelt und dass die Kugel vermutlich aus dem Innenhof des benachbarten Volksbades abgeschossen worden sei. Wie dem auch sei, wer das angeschossene Buch sehen möchte, kann es derzeit im Festsaal der Astra-Bibliothek tun, wo kurz vor Jahreswechsel eine dem 30. Jahrestag der Rumänischen Revolution von 1989 gewidmete Ausstellung eröffnet wurde und noch bis zum 15. Januar zu besichtigen ist.Weiterlesen

Wahrheitsfindung ,,unerlaubt lange“ verspätet

Gedenkveranstaltungen in Temeswar und im Rumänischen Parlament

Ausgabe Nr. 2654

Staatspräsident Klaus Johannis bei der Gedenkmesse für die Opfer der Revolution vor der Orthodoxen Kathedrale in Temeswar. Foto: presidency.ro

,,Unerlaubt lange“ verspäte die Wahrheitsfindung in Sachen Rumänische Revolution im Dezember 1989, sagte Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis in seiner Rede bei der feierlichen Sitzung des Rumänischen Parlaments am Montag, den 16. Dezember, aus Anlass der Gedenkstunde zum Auftakt der Rumänischen Revolution in Temeswar vor genau 30 Jahren. Die für die zahlreichen Toten und Verletzten Verantwortlichen müssten endlich der Justiz übergeben werden, für die es ,,ein Prüfstein“ sei, Licht in die Ereignisse zu bringen.Weiterlesen

,,Wir sind frei, Leute, wir sind frei“

Blick zurück 30 Jahre nach der Revolution im Dezember 1989

Ausgabe Nr. 2654

 

Das Standbild des rumänischen Pädagogen Gheorghe Lazar auf dem Großen Ring diente als Denkmal für die Opfer der Revolution in Hermannstadt (unser Bild zeigt es nach einer Kranzniederlegung im Januar 1990). Das Standbild wurde abgetragen und durch eine Bronzestatue ersetzt. Ein nach einem Entwurf des Architekten Gheorghe Septilici errichtetes Mahnmal für die Opfer der Revolution wurde vor dem Gewerkschaftskulturhaus (heute Ion Besoiu-Kulturzentrum) auf dem Hermannsplatz/Piata Unirii aufgestellt.
Foto: Roland Barwinsky

„Wir sind frei, Leute, wir sind frei“, habe ich am 21. Dezember 1989 aufgeschrieben. Es kam wie eine Eruption aus mir heraus. Dabei wussten wir die ganze Zeit über, dass diese Freiheit viel kosten wird. Denn Freiheit ist immer auch Freiheit für die Anderen. Es fühlte sich wie eine Revolution an. Es war eine Revolution! Alles driftete auseinander. Die Zentrifugalkräfte waren überstark. Wir fragten uns: Was wird aus uns? Weiterlesen

Von Verwundungen und Hinterlassenschaften

Zum Thema 30 Jahre Mauerfall in Deutschland, 30 Jahre Revolution in Rumänien

Ausgabe Nr. 2646

Der Journalist Andreas Metz, Konsul Hans Erich Tischler und HZ-Chefredakteurin Beatrice Ungar (v. l. n. r.).                            
Foto: Fred NUSS

2019: 30 Jahre Mauerfall in Deutschland, 30 Jahre Revolution in Rumänien, mehr als eine Generation liegt der Zusammenbruch des sogenannten „Ostblocks“ zurück, mit allen Verwundungen  und Hinterlassenschaften, die bis heute wirken. Anlässlich dieses Jubiläums hat Andreas Metz im September seinen Bildband „Ost Places“ veröffentlicht. Mit den 500 Bildern die darin gezeigt werden, möchte der Autor und Fotograf Andreas Metz, der aus Veröffentlichungen in verschiedenen deutschsprachigen Medien bekannt ist, das Verschwinden und auch das Wiederfinden der DDR zeigen. Im Rahmen einer Präsentation stellte Andreas Metz eine Auswahl seiner Bilder am Freitag im Spiegelsaal des Forums vor. Metz begann seine Bild-Präsentation mit einem Kompliment an die Stadt Hermannstadt, von der er begeistert ist.Weiterlesen

,,Stoppt die Vernichtung!“

Neuauflage eines Buches von August Roland von Spiess

Ausgabe Nr. 2645

Die Neuauflage (links) und die Erstausgabe des Buches (rechts). Die rumänische Ausgabe ist 1942 im Verlag Fundația Regală pentru Literatură și Artă (Königliche Stiftung für Literatur und Kunst) unter dem gleichen Titel erschienen. Das deutsche Originalmanuskript wurde 2015 in dem Melsungener Verlag Neumann-Neudamm unter dem Titel ,,Aus Siebenbürgen zum Kilimanjaro. Jagden in Afrika“ herausgegeben.
Foto: Beatrice UNGAR

,,Zwei Millionen Hektar Wald sind der menschlichen Gier und dem übertriebenen Krämergeist zum Opfer gefallen, durch die der stolze Wald zu einer öden Fläche wurde. Der leichte Humusboden des ehemaligen Waldes wird ausgewaschen, Chausseen, Äcker, Weiden werden mit Schotter bedeckt, aus dem Boden erwachsen leere Felswände, das Grün des Waldes wird Karst, wüst und traurig. Ich war entsetzt, als ich in diesem Herbst sah, wie der Fuß der Berge verschlammt, wie die Bäche sich vertiefen und wie die Gefahr von Überschwemmungen von Jahr zu Jahr wächst. Erwacht, Ihr Patrioten und Bürger, die Ihr diesem schönen Land verbunden seid! Stoppt die Vernichtung Eurer herrlichen Wälder und ihrer schönsten Zierde: der Tierwelt!“Weiterlesen

Lazarettfriedhof entdeckt

Archäologen finden Gräber aus dem 19. Jahrhundert im Lazarettviertel

Ausgabe Nr. 2644

Das Gräberfeld auf dem Gelände der ehemaligen Balanța-Fabrik.
Foto: Privat

Ein Gräberfeld wurde auf dem Gelände der ehemaligen Balanța-Fabrik im Lazarettviertel von Hermannstadt entdeckt. Die Archäologen des Brukenthalmuseums, die vom Kulturministerium autorisiert wurden, um hier Ausgrabungsarbeiten durchzuführen, datieren die Gräber auf die Zeitspanne 1880-1914. Auf dem Gelände sollen in nächster Zeit ein neues Wohnblockviertel, sowie eine Straße, die Iosif Bologa heißen wird, entstehen.Weiterlesen