Ernsthaft, ausgeglichen, engagiert

Dem Historiker Martin Rill zum 75. Geburtstag / Von Dr. Lucian GIURA

Ausgabe Nr. 2959

Martin Rill mit dem Exzellenzdiplom des Brukenthalmuseums, August 2023.           Foto: Werner FINK

Der Historiker und Archäologe Martin Rill wurde am 18. Mai 1951 in Kleinscheuern im Kreis Hermannstadt geboren. Er besuchte die Grundschule in seinem Heimatdorf (Abschluss 1966) und anschließend das Gymnasium in Freck (1970). Von 1972 bis 1976 studierte er an der Fakultät für Philologie und Geschichte in Hermannstadt im Rahmen der Babeș-Bolyai-Universität mit dem Schwerpunkt Geschichte.Weiterlesen

40 Jahre Tschernobyl

Wie die HZ über den schwersten nuklearen Unfall der Geschichte berichtete

Ausgabe Nr. 2959

Zwei Wochen nach dem Super-GAU in Tschernobyl berichtete Die Woche das erste Mal darüber. Die Meldung sollte eher beruhigen als informieren.

Vor gut drei Wochen jährte sich die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl zum 40. Mal. Am 26. April 1986 explodierte im ukrainischen Kernkraftwerk Tschernobyl Reaktorblock 4, mit Folgen, die weite Teile Europas bis heute prägen. Doch wie wurde damals in Rumänien über die Katastrophe berichtet? Ein Blick ins HZ-Archiv zeigt, wie zurückhaltend und kontrolliert die Berichterstattung in den ersten Tagen und Monaten nach dem Super-GAU verlief.Weiterlesen

Denare und Bockelnadeln

Ausstellung über die evangelische Stadtpfarrkirche

Ausgabe Nr. 2958

Blick in die Ausstellung.                                                        Fotos: die Verfasserin

Das Landkartenkabinett im Brukenthalpalais beherbergt seit vergangener Woche die neue Sonderausstellung „Die evangelische Stadtpfarrkirche in Hermannstadt. Geschichte und Archäologie“, die bis Ende Juni besichtigt werden kann. Zu sehen sind teils Fundgegenstände von den archäologischen Grabungen an der evangelischen Stadtpfarrkirche und teils Stücke aus der Sammlung des Brukenthalmuseums, die Stadtpfarrkirche betreffend.Weiterlesen

Heimat ohne Grenzen

Erinnerungen an ein bewegendes Wochenende

Der Trachtenumzug beim Großen Sachsentreffen 2024 führte auch durch die Wiesengasse, wo sich die HZ-Redaktion befindet. Unser Bild: Die Gruppe der Schönauer Heimatgemeinschaft (HOG) mit Hans Gärtner (Bildmitte) an der Spitze, der als Vorsitzender des HOG-Verbands gemeinsam mit dem damaligen Vorsitzenden des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch, das erste Große Sachsentreffen 2017 initiiert hatte. Gärtner hat auch den Vorschlag gemacht, das Sachsentreffen 2026 am 19. und 20. September in Schönau zu organisieren. Foto: Beatrice UNGAR

Historische Aufnahmen aus Siebenbürgen in schwarz-weiß, hinterlegt mit traditioneller Musik. So startet der Film „Heimat ohne Grenzen“, der auf das Große Sachsentreffen 2024 in Hermannstadt zurückblickt, das unter dem gleichnamigen Motto gestanden hat. Nachdem im Rahmen des jährlichen Sachsentreffens in Zeiden bereits ein erster Einblick in den Film präsentiert wurde, wurde nun die Premiere der finalen Fassung am 8. April im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt gefeiert. Ehrengäste waren der Beauftragte der deutschen Bundesregierung für Aussiedlerfragen und Nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, der Unternehmer Michael Schmidt, der den Film in Auftrag gegeben hat und mit seiner Michael Schmidt-Stiftung als Hauptsponsor beim Sachsentreffen sowie als Hauptpartner beim Erstellen des Films fungiert hat, und der Geschäftsführer des Veranstalters und Unterstützers, des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Benjamin Józsa.

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Ein Buertmes baute das Postgebäude

Post, Telegraph, Telefon in Hermannstadt (II) / Von Manfred WITTSTOCK

Ausgabe Nr. 2950

Das Postgebäude in der Fleischergasse 1905.

In der Unterstadt gab es nach Emil Sigerus seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts einen mit Rasen bepflanzten Platz, der „auf dem Anger“ hieß und an Werktagen als Viehmarkt verwendet wurde. Um den Tierhandel etwas einzuschränken, hatte die Nachbarschaft darauf auch ein kleines öffentliches Gärtchen eingerichtet, welches allerdings mit der Zeit verwilderte. Es handelte sich hierbei – wie der wissenschaftlich begabte Gymnasiallehrer Arnold Pancratz, der im Jahre 1935 im Alter von 33 Jahren seine Schrift „Die Gassennamen Hermannstadts” veröffentlichte – um wild wachsende Heckenrosen. Dieses Gärtchen wurde im Jahre 1716 neu bepflanzt und umzäunt, wonach es vom Kanzleischreiber Dollert im Grundbuch „Rosen Anger” genannt wurde. Dabei erstreckte sich diese Anlage bis zu seiner Auflösung im Jahre 1851 auch auf Wohngebiete des Fischmarktes und des Weinangers.Weiterlesen

Als täglich Postreiter verkehrten

Post, Telegraph, Telefon in Hermannstadt (I) / Von Manfred WITTSTOCK

Ausgabe Nr. 2949

Das ursprüngliche Bielzische Haus in der Heltauergasse (4. v. r.), vor seinem völligen Umbau während den Jahren 1904-1906, war nur einstöckig und gleichhoch wie die Nebengebäude, hatte eine ebene Fassade mit sechs Fenstern zur Straße sowie zwei Gauben am Dach.

Abgesehen von den politischen Verhältnissen: Es hätte unsere Selbstvernichtung bedeutet, hätten wir im 18. Jahrhundert den Habsburgern, die uns katholisch oder im 19. Jahrhundert den Ungarn, die uns madjarisch machen wollten, nachgegeben. So konnten wir nicht nur unsere Sprache und unseren Glauben behalten, sondern auch am allgemeinen Fortschritt teilnehmen.

Da wurde schon im Jahre 1754 zwischen der Reichshauptstadt Wien und der Provinzhauptstadt Hermannstadt ein regelmäßiger Linienverkehr der Post eingeführt. Zwischen beiden Ortschaften verkehrte monatlich über Temeswar je ein Postwagen mit Passagieren und deren Gepäck sowie mit Wertsachen, außerdem täglich Postreiter mit SchriftstückenWeiterlesen

Zwischen Hunger und Neuanfang

Ausgabe Nr. 2947

Lothar Schelenz erinnerte an die Nachkriegszeit in Nidda

Lothar Schelenz (stehend) bei seinem interessanten Vortrag im Spiegelsaal des DFDH. Foto: Beatrice UNGAR

Die Jahre 1945 bis 1950 brachten tiefgreifende Veränderungen für viele Städte in Deutschland. Auch für die hessische Kleinstadt Nidda. Über diese Zeit sprach Lothar Schelenz beim Kaffeenachmittag des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) im Spiegelsaal am 10. Februar d. J..

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Lieder gegen das Vergessen

Lieder aus der Deportation in die Sowjetunion 1945-1949

Ausgabe Nr. 2944

Am 15. Januar 1945, der in die Geschichte als der „Schwarze Sonntag“ eingegangen ist, wurden 69.332 Angehörige der deutschen Minderheit aus Rumänien in die Sowjetunion deportiert, darunter 30.336 Siebenbürger Sachsen, davon 60 Prozent Frauen – ein Ereignis, das zu der Zersplitterung unserer Gemeinschaft führen sollte. (In einigen Orten wurden sie bereits am 13. und 14. Januar 1945 ausgehoben.) Auch 81 Jahre nach diesem folgenschweren Ereignis bleiben uns Gedenken und Erinnerung an dieses Verbrechen und die kollektiven Leiden von damals Bedürfnis und Pflicht.Weiterlesen