,,Ein jeder forsche und sammle“

Ausgabe Nr. 2881

175 Jahre seit der Gründung des Siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaften

Der Treppenaufgang in der Halle des Naturwissenschaftlichen Museums mit dem Fries, auf dem die Namen der Gründer und Vorläufer zu lesen sind.

Der Aufschwung der Naturwissenschaften im 18. und 19. Jahrhundert führte zu anhaltenden Bestrebungen, die Kenntnisse über die heimischen Naturschätze zu vermehren, sie durch wissenschaftliche Forschungen voranzubringen und sie auch in weiteren Kreisen bekannt zu machen und zu verbreiten. Diese Initiative führte zu Gründungen wissenschaftlicher Vereine, wie sie in Hermannstadt, aber auch auf europäischer Ebene, ins Leben gerufen wurden. Ein Funke sprang bereits 1841 durch die Gründung des „Deutschen Vereines für Vaterlandskunde“ über, dem heute bekannten Landeskundeverein, bzw. Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL), der 1841 in der Festhalle des Baron Brukenthalischen Gartens in Hermannstadt ins Leben gerufen wurde.

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Geschichtenerzähler und Glücksritter

Ausgabe Nr. 2881

Anton Maly wäre in diesem Jahr 140 geworden und wird für sein Verdienst geehrt

Anton Maly (1884-1959) um 1905-1909.
Foto: Firma Streich in Mendoza/ Argentinien

 

Er verwaltet das Erbe des Großvaters und möchte mit der Neuauflage von „Der entfesselte Tod“ die Erinnerung an einen erfolgreichen Romanschriftsteller wieder aufleben lassen: Lothar Höchsmann, der jüngste Enkelsohn Anton Malys, hat sich unter den über 100 hinterlassenen Werken bewusst für diesen Abenteuerroman entschieden. „Ich sehe durchaus Parallelen zu der heutigen Zeit, da Krieg und Völkermord genauso gegenwärtig sind wie damals“, sagt Höchsmann. Im November 1939 – der Zweite Weltkrieg hatte gerade erst begonnen – vollendete Maly sein Buch über einen der grausamsten Indianerkriege, der als „die Verschwörung des Pontiac“ in die Historie eingegangen ist. Diese in amerikanischen Geschichtsbüchern dokumentierte Episode von 1763 schrieb Maly auf, natürlich mit einer ordentlichen Portion Fiktion, hier und da versehen mit einer Prise wahrer Begebenheiten. „Zum Beispiel wäre da die Sache mit den Decken von Pockenkranken, die man an die Indianer verteilt hat, um die hochansteckende tödliche Seuche unter ihnen zu verbreiten“, erklärt Höchsmann. Glaubt man der Geschichte, ist dieser perfide Plan eines britischen Oberbefehlshabers einer der ersten Versuche, biologische Waffen einzusetzen.

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Streben nach der gegebenen Einheit

Ausgabe Nr. 2880

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) tagte in Hermannstadt

 


Pfarrer Ștefan Cosoroabă (links) gratuliert Pfarrerin Rita Famos zur Wahl, Pfarrer Gerhard Servatius-Depner (Bildmitte), einer der gewählten stellvertretenden Ratsmitglieder der GEKE, schließt sich an.

„Europa ringt darum, nicht auseinanderzubrechen“, und man müsse „Nach der Einheit streben, ohne die Wahrheit preiszugeben“, sagte die neugewählte geschäftsführende Präsidentin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die Schweizer Pfarrerin Rita Famos, in ihrer Predigt zu Epheser 4, 1-15 im Abschlussgottedienst der neunten Vollversammlung der GEKE in der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt am Sonntag, dem 1. September. Famos ist Präsidentin der Evangelisch-Reformierten Kirche in der Schweiz (EKS).Weiterlesen

58. Hermannstädter Töpfermarkt

Ausgabe Nr. 2880

Der traditionelle Töpfermarkt auf dem Großen Ring fand am vergangenen Wochenende zum 58. Mal statt und war wie immer sehr gut besucht. Aus der Vogelperspektive sah der Töpfermarkt überschaubar aus, aber sobald man sich zwischen den zahlreichen Ständen bewegte und immer wieder Bekannte traf, konnte es durchaus geschehen, dass man nicht mehr wusste, wo man schon gewesen und was man schon gesehen hatte. Es gab nämlich für jeden Geschmack etwas.                                          Foto: Beatrice UNGAR

 

Ein umfangreiches Werk

,,Hexenszenen – ein siebenbürgisches Melodram“

Ausgabe Nr. 2877

Die Solisten Melinda Samson und Tim Lucas und der Komponist und Dirigent Heinz Acker (v. l. n. r.).                                        
Foto: Beatrice UNGAR

Noch im Jahr 1697 gab es in Hermannstadt einen Hexenprozess wie es solche in den Jahren zuvor auch gegeben hatte – ebenso wie in anderen Städten Siebenbürgens. Das entsprechende Archivmaterial liegt vor. Mit diesen historischen Dokumenten hat sich der Komponist Heinz Acker beschäftigt, nachdem er einen eindringlichen Bilderzyklus der Künstlerin Sieglinde Bottesch zum selben Thema gesehen hatte. Damit war die Grundlage geschaffen für eine Komposition, die nun im Rahmen des Sachsentreffens am Samstagabend in der evangelischen Stadtpfarrkirche uraufgeführt wurde. Weiterlesen

Kulturelle und wirtschaftliche Leistung

AKSL tagte zum Thema ,,Das Andreanum – Verfassungsgrundlage der Sächsischen Nation”

Ausgabe Nr. 2877

Vom Gebäude der Hermannstädter Filiale des Rumänischen Staatsarchivs bis zum Thaliasaal wurde das Andreanum von Dr. Harald Roth (links) und Dr. Cristian Anița, Direktor des Rumänischen Staatsarchivs, in einer Lade der Riemner-Zunft von 1800 im Umzug getragen, unter der aufmerksamen Begleitung der Leiterin, Ioana Mărginean. Mit der Tafel voran gingen Thomas Șindilariu und sein Sohn Max.                      
Foto: Beatrice UNGAR

Die 56. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde zum Thema „Das Andreanum – Verfassungsgrundlage der Sächsischen Nation” fand am 1. August, im Vorfeld des Großen Sachsentreffens, im Spiegelsaal des DFDH statt. Hier kamen Historiker, Siebenbürger Sachsen und allgemein Kulturinteressierte zusammen, um gemeinsam die Geschichte Siebenbürgens zu beleuchten. Das Ziel der Veranstaltung sei es „die kulturelle und wirtschaftliche Leistung der deutschen Minderheit und deren Zusammenleben mit anderen Kulturen zu würdigen“, wie der Moderator Gerald Volkmer vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa in Oldenburg erklärte.Weiterlesen

Der moderne Rechtsanwalt

Wer war und wo wohnte Johann Karl Albrich (1788-1839)?

Ausgabe Nr. 2875

Das Albrichische Haus steht in der Wiesengasse zwischen dem Haus Nr. 25 und dem Haus Nr. 27. Der Eingang erfolgt aus der Harteneckgasse.
Foto: Beatrice UNGAR

Zwischen dem 22. bis 26. August 1912 fanden in Mediasch Vereinstage statt, für die die Stadt zur Erweiterung des städtischen Saales „Zur goldenen Traube“ eine Festhalle angebaut hatte. Hier tagten in jenen Tagen nacheinander Mediascher und Schelker Volksschullehrer, der Mediascher Musikverein, der Sebastian-Hann-Verein, der Siebenbürgische Ärzteverein bei Eröffnung für die Tagungsdauer einer hygienischen Ausstellung, der Frauenverein, der Siebenbürgische Karpathenverein und der Gustav-Adolf-Verein. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen befand sich die 60. Hauptversammlung des Vereins für siebenbürgische Landeskunde mit seinen Sektionen für Geschichte sowie für Naturkunde. Dabei würdigte der Vereinsvorstand Bischof D. Friedrich Teutsch recht ausführlich die in letzter Zeit verstorbenen Ehren- sowie gewöhnlichen Mitglieder. In einem Fall begann der Bischof seine Würdigung sogar bei den Vorfahren des Verstorbenen. Da reihen wir uns ein.Weiterlesen

Ein Wehrturm wird bewohnt

Von Buchdruckern und Umbauten am Kleinen Ring

Ausgabe Nr. 2874

Das Haus Nr. 24 am Kleinen Ring und der zu Wohnzwecken umgebaute und aufgestockte Wehrturm links davon, sind nur aus der Froschperspektive aus zu fotografieren, da eine normale Sicht auf diese Bauten von den vielen Sonnenschirmen verdeckt wird.

Johann Barth senior wurde um das Jahr 1670 geboren. Das Handwerk eines Buchdruckers erlernte er von Stephan Jüngling, der zwischen den Jahren 1660-1687 als Pächter in Hermannstadt die städtische Druckerei betrieb. Er ist diesem auch als Pächter gefolgt. Doch bürgerkriegsähnliche Zustände zwischen den Jahren 1703-1711, als Kurutzenkrieg bekannt, wiederholte Pestausbrüche in Hermannstadt – 1706, 1709, 1710, 1717, 1719 – sowie Hungersnöte ließen Johann Barth – der zudem einen Sohn zur Ausbildung in Leipzig unterhielt – beim Magistrat um Verringerung seiner Pacht zu bitten. Sein Ansuchen wurde günstig geregelt.Weiterlesen

Ab Urbe Condita

Ausgabe Nr. 2873

Unter dem Titel „Ab Urbe Condita. Roms Geschichte in der Grafiksammlung des Brukenthalmuseums” steht die Sonderausstellung, die bis zum 28. Juli im Ausstellungsraum im 2. Innenhof im Brukenthapalais zu besichtigen ist. Unser Bild: Kuratorin Alexandra Postelnicu präsentiert die großformatige Darstellung der 113 n. Chr. eingeweihten Trajanssäule – die als eine der monumentalsten Kunst- und Propagandaleistungender römischen Antike gilt – aus dem Album des italienischen Kunststechers Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) aus dem Jahr 1770, das nun erstmals ausgestellt ist. Die in der Brukenthalschen Bibliothek befindliche Ausgabe ist eine der ersten Ausgaben dieses Werkes, das Papst Clemens XIV. gewidmet war.                                                                          Foto: Beatrice UNGAR

Kalendarische Ausgangspunkte

Von der ,,Andesit-Sonne“ zum Bestseller ,,Siebenbürgen im Flug“

Die sogenannte „Andesit-Sonne“, zugehörig zu den Ruinen der einstigen dakischen Hauptstadt Sarmizegetusa Regia in den Brooser Bergen.                                       Foto: Bogdan BRYLYNSKI

Ausgabe Nr. 2872

Am 17. und 18. Februar 1989 fand in Klausenburg in englischer Sprache eine Tagung über die Anwendung wissenschaftlicher Methoden in der Altertumskunde statt, zu welcher vorwiegend Vertreter der „Rumänischen Gesellschaft für Physik“ sowie des Forschungsinstitutes von Măgurele bei Bukarest zu Wort kamen. Weiterlesen

Eine Familienfibel?

Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (V)

Ausgabe Nr. 2870

Titelblattfrontispiz der Kölner Bibel. Zu sehen sind Darstellungen biblischer Figuren und Szenen, wie Adam und Eva im Paradies (oben rechts), Moses (Mitte links), die Geburt Jesu (unten links), das letzte Abendmahl (unten Mitte), die Kreuzigung Jesu (unten rechts) und so weiter.

„Er kam aus Deutschland als ein von Wissenschaften und feiner Cultur glänzender junger Mann, eine Schönheit eines Mannes, nach Hermannstadt zurück, aber ausser sich mit keinen andern Mitteln. (…) Damals waren zwei reiche sächsische Frauenzimmer in Hermannstadt, beide von erster sächsischer Geburt. Eine war des verstorbenen Comes Simon v. Baussnern jüngere Tochter, schön, reich, nach der feinern Welt gebildet, aber leichtsinnig, wie solches ihr nachmaliger Lebenswandel beweis. (…) Die andere war des damaligen Hermannstädter Bürgermeisters v. Kloknern noch einzige Tochter und Erbin seines Hauses, ein Frauenzimmer von vielem Verstand, Schönheit und ansehnlichem Reichthum, auch nach der feinern Welt gebildet und sich kennend. Weiterlesen