Carl-Wolff-Gedenktage

Der Volkswirt, Politiker und Publizist wird an seinen Wirkungsstätten gewürdigt

Ausgabe Nr. 2884

Der Bau des neuen Hotels „Zum Römischen Kaiser” wurde durch die damals von Dr. Carl Wolff geleitete Hermannstädter Alllgemeine Sparkasse nach Plänen des Architekten Friedrich Maetz am 12. Juni 1894 begonnen. Die feierliche Eröffnung fand am 7. November 1895 statt. Lesen Sie dazu die neue Folge der Reihe „Aus der Vergangenheit” auf Seite I.   Foto: Beatrice UNGAR

Aus Anlass der 175 Jahre seit der Geburt des Volkswirts, Politikers und Publizisten Carl Wolff (1849–1929) organisiert der Dr. Carl-Wolff-Verein der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien in Zusammenarbeit mit der Carl-Wolff-Gesellschaft (München) vom 11. bis 13. Oktober Tage des Gedenkens an ihren Namensgeber. Im Programm stehen Schülerprojekte, Vorträge, die Besichtigung von Wirkungsstätten in Hermannstadt/Sibiu und Umgebung und die Enthüllung einer Gedenkplakette. Weiterlesen

Der Kunstschlosser

Spuren von Rudolf Heinrich Bock in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2884

Das Gebäude der Hermannstädter Allgemeinen Sparkasse am Großen Ring um 1900.                                                                                    
Foto: HZ-Archiv

In Kronstadt wurde am 5. Mai 1858 dem Geometer – also dem Fachmann für Landvermessung – Heinrich Book und seiner Frau Katharina, geborene Welther, ein Sohn geboren, der den Namen Rudolf Heinrich Bock erhielt. Dieser wuchs in Kronstadt auf, wo er eine Schlosserlehre hinter sich brachte. Danach begab er sich auf Wanderschaft. Im Ausland erreichte er die Würde eines Meisters und heiratete Maria, geborene Lange. Sie bekam am 28. Februar in Wien eine Tochter, die auf den Namen Rudolfine Johanna Marie Bock getauft wurde. Danach kehrten sie nach Siebenbürgen zurück und ließen sich in Hermannstadt in der Lederergasse Nr. 2 – in einem Eckhaus an der Burgergasse – nieder.Weiterlesen

Russisches Archivgut erschlossen

Neue Erkenntnisse zur Deportation in die Sowjetunion

Ausgabe Nr. 2883

Ilie Schipor: Die Deportation von Rumäniendeutschen in die UdSSR. Argumente aus russischen Archiven. Honterus Verlag Hermannstadt 2023, 230 Seiten. Deutsche Fassung: Ruxandra Stănescu. ISBN 978-606-008-144-9.

Wer dieser Tage am Hermannstädter Bahnhof mit dem Zug verreist, kann vor der Abfahrt noch gemütlich spätsommerliche Sonnenstrahlen genießen. Viel schlimmer muss die Stimmung hier, in Heltau, Mediasch oder Freck Mitte Januar 1945 gewesen sein, als etliche Waggons mit Rumäniendeutschen in die Sowjetunion abfuhren. Ein nun in deutscher Übersetzung erschienenes Buch zeigt, was zu dieser Deportation in russischen Archiven zu finden ist.Weiterlesen

Hilfswerk für verarmte Bauern

Aus der Geschichte der Raiffeisen-Vereine in Siebenbürgen

Ausgabe Nr. 2882

Straßenfront der Firma W. Krafft mit Verlag und Buchhandlung in Hermannstadt, Reispergasse 10. Ansichtskarte um 1910, Sammlung Ioan Dejugan.

Der Sprachwissenschaftler Fritz Keintzel-Schön dürfte kaum bekannt sein. Er wurde am 31. August 1904 in Klausenburg geboren, wo er auch aufwuchs und danach sein Hochschulstudium aufnahm. Er studierte ferner auch in Wien, Marburg, Königsberg und Dijon. Heimgekehrt war er zunächst Lehrer in Klausenburg, dann in Straßburg am Mieresch sowie danach Pfarrer in der etwa 14 Kilometer nördlich von Fogarasch gelegenen Gemeinde Felmern. Nach seiner Rückkehr von der Zwangsarbeit in der Sowjetunion ließ er sich bis zu seinem Lebensende in der etwa sechs Kilometer östlich von Felmern gelegenen Gemeinde Deutsch-Tekes nieder, bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1964 wieder als Lehrer wirkend. Allerdings im Alter von 66 Jahren, am 4.Juli 1970, wurde er auf Grund einer Dissertation über die siebenbürgisch-sächsischen Familiennamen – an der er jahrzehntelang gearbeitet hatte – von der Universität in Bukarest zum Dr. phil. promoviert. Zu einer Veröffentlichung dieser Doktorarbeit kam es zunächst nicht, da Fritz Keintzel-Schön am 9. Juli 1971 starb.Weiterlesen

Dampflok aus Großbritannien

Ausgabe Nr. 2881

Eine Schmalspurtenderlokomotive aus England, gebaut in Leeds im Jahr 1915 war am vergangenen Wochenende im Einsatz bei den schon traditionellen Fahrten der Schmalspurbahn (Wusch) im Harbachtal auf der Kurzstrecke zwischen Holzmengen und Cornățel. Die Dampflok in Rumänien fahren zu lassen war der Traum des britischen Eigentümers, der nicht genannt werden will und der diese Lok für zwei Jahre zur Verfügung gestellt hat. Bei der Fahrt dabei war außer zehn britischen Eisenbahnfreunden, die schon länger mit dem Hermannstädter Verein „Prietenii Mocăniței” (Freunde der Schmalspurbahn)zusammenarbeiten, der britische Lokführer Chris Phillimore, der auch bei großer Hitze im Führerstand korrekt mit schwarzer Weste über dem karierten Hemd agierte. Die Lok zog am 7. bzw. am 8. September jeweils vier geschlossene und einen offenen Wagen mit zahlreichen Fahrgästen. Foto: Joachim STÜBBEN

,,Ein jeder forsche und sammle“

Ausgabe Nr. 2881

175 Jahre seit der Gründung des Siebenbürgischen Vereins für Naturwissenschaften

Der Treppenaufgang in der Halle des Naturwissenschaftlichen Museums mit dem Fries, auf dem die Namen der Gründer und Vorläufer zu lesen sind.

Der Aufschwung der Naturwissenschaften im 18. und 19. Jahrhundert führte zu anhaltenden Bestrebungen, die Kenntnisse über die heimischen Naturschätze zu vermehren, sie durch wissenschaftliche Forschungen voranzubringen und sie auch in weiteren Kreisen bekannt zu machen und zu verbreiten. Diese Initiative führte zu Gründungen wissenschaftlicher Vereine, wie sie in Hermannstadt, aber auch auf europäischer Ebene, ins Leben gerufen wurden. Ein Funke sprang bereits 1841 durch die Gründung des „Deutschen Vereines für Vaterlandskunde“ über, dem heute bekannten Landeskundeverein, bzw. Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde (AKSL), der 1841 in der Festhalle des Baron Brukenthalischen Gartens in Hermannstadt ins Leben gerufen wurde.

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Geschichtenerzähler und Glücksritter

Ausgabe Nr. 2881

Anton Maly wäre in diesem Jahr 140 geworden und wird für sein Verdienst geehrt

Anton Maly (1884-1959) um 1905-1909.
Foto: Firma Streich in Mendoza/ Argentinien

 

Er verwaltet das Erbe des Großvaters und möchte mit der Neuauflage von „Der entfesselte Tod“ die Erinnerung an einen erfolgreichen Romanschriftsteller wieder aufleben lassen: Lothar Höchsmann, der jüngste Enkelsohn Anton Malys, hat sich unter den über 100 hinterlassenen Werken bewusst für diesen Abenteuerroman entschieden. „Ich sehe durchaus Parallelen zu der heutigen Zeit, da Krieg und Völkermord genauso gegenwärtig sind wie damals“, sagt Höchsmann. Im November 1939 – der Zweite Weltkrieg hatte gerade erst begonnen – vollendete Maly sein Buch über einen der grausamsten Indianerkriege, der als „die Verschwörung des Pontiac“ in die Historie eingegangen ist. Diese in amerikanischen Geschichtsbüchern dokumentierte Episode von 1763 schrieb Maly auf, natürlich mit einer ordentlichen Portion Fiktion, hier und da versehen mit einer Prise wahrer Begebenheiten. „Zum Beispiel wäre da die Sache mit den Decken von Pockenkranken, die man an die Indianer verteilt hat, um die hochansteckende tödliche Seuche unter ihnen zu verbreiten“, erklärt Höchsmann. Glaubt man der Geschichte, ist dieser perfide Plan eines britischen Oberbefehlshabers einer der ersten Versuche, biologische Waffen einzusetzen.

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Streben nach der gegebenen Einheit

Ausgabe Nr. 2880

Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) tagte in Hermannstadt

 


Pfarrer Ștefan Cosoroabă (links) gratuliert Pfarrerin Rita Famos zur Wahl, Pfarrer Gerhard Servatius-Depner (Bildmitte), einer der gewählten stellvertretenden Ratsmitglieder der GEKE, schließt sich an.

„Europa ringt darum, nicht auseinanderzubrechen“, und man müsse „Nach der Einheit streben, ohne die Wahrheit preiszugeben“, sagte die neugewählte geschäftsführende Präsidentin der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die Schweizer Pfarrerin Rita Famos, in ihrer Predigt zu Epheser 4, 1-15 im Abschlussgottedienst der neunten Vollversammlung der GEKE in der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt am Sonntag, dem 1. September. Famos ist Präsidentin der Evangelisch-Reformierten Kirche in der Schweiz (EKS).Weiterlesen

58. Hermannstädter Töpfermarkt

Ausgabe Nr. 2880

Der traditionelle Töpfermarkt auf dem Großen Ring fand am vergangenen Wochenende zum 58. Mal statt und war wie immer sehr gut besucht. Aus der Vogelperspektive sah der Töpfermarkt überschaubar aus, aber sobald man sich zwischen den zahlreichen Ständen bewegte und immer wieder Bekannte traf, konnte es durchaus geschehen, dass man nicht mehr wusste, wo man schon gewesen und was man schon gesehen hatte. Es gab nämlich für jeden Geschmack etwas.                                          Foto: Beatrice UNGAR