Ein umfangreiches Werk

,,Hexenszenen – ein siebenbürgisches Melodram“

Ausgabe Nr. 2877

Die Solisten Melinda Samson und Tim Lucas und der Komponist und Dirigent Heinz Acker (v. l. n. r.).                                        
Foto: Beatrice UNGAR

Noch im Jahr 1697 gab es in Hermannstadt einen Hexenprozess wie es solche in den Jahren zuvor auch gegeben hatte – ebenso wie in anderen Städten Siebenbürgens. Das entsprechende Archivmaterial liegt vor. Mit diesen historischen Dokumenten hat sich der Komponist Heinz Acker beschäftigt, nachdem er einen eindringlichen Bilderzyklus der Künstlerin Sieglinde Bottesch zum selben Thema gesehen hatte. Damit war die Grundlage geschaffen für eine Komposition, die nun im Rahmen des Sachsentreffens am Samstagabend in der evangelischen Stadtpfarrkirche uraufgeführt wurde. Weiterlesen

Kulturelle und wirtschaftliche Leistung

AKSL tagte zum Thema ,,Das Andreanum – Verfassungsgrundlage der Sächsischen Nation”

Ausgabe Nr. 2877

Vom Gebäude der Hermannstädter Filiale des Rumänischen Staatsarchivs bis zum Thaliasaal wurde das Andreanum von Dr. Harald Roth (links) und Dr. Cristian Anița, Direktor des Rumänischen Staatsarchivs, in einer Lade der Riemner-Zunft von 1800 im Umzug getragen, unter der aufmerksamen Begleitung der Leiterin, Ioana Mărginean. Mit der Tafel voran gingen Thomas Șindilariu und sein Sohn Max.                      
Foto: Beatrice UNGAR

Die 56. Jahrestagung des Arbeitskreises für Siebenbürgische Landeskunde zum Thema „Das Andreanum – Verfassungsgrundlage der Sächsischen Nation” fand am 1. August, im Vorfeld des Großen Sachsentreffens, im Spiegelsaal des DFDH statt. Hier kamen Historiker, Siebenbürger Sachsen und allgemein Kulturinteressierte zusammen, um gemeinsam die Geschichte Siebenbürgens zu beleuchten. Das Ziel der Veranstaltung sei es „die kulturelle und wirtschaftliche Leistung der deutschen Minderheit und deren Zusammenleben mit anderen Kulturen zu würdigen“, wie der Moderator Gerald Volkmer vom Bundesinstitut für Kultur und Geschichte des östlichen Europa in Oldenburg erklärte.Weiterlesen

Der moderne Rechtsanwalt

Wer war und wo wohnte Johann Karl Albrich (1788-1839)?

Ausgabe Nr. 2875

Das Albrichische Haus steht in der Wiesengasse zwischen dem Haus Nr. 25 und dem Haus Nr. 27. Der Eingang erfolgt aus der Harteneckgasse.
Foto: Beatrice UNGAR

Zwischen dem 22. bis 26. August 1912 fanden in Mediasch Vereinstage statt, für die die Stadt zur Erweiterung des städtischen Saales „Zur goldenen Traube“ eine Festhalle angebaut hatte. Hier tagten in jenen Tagen nacheinander Mediascher und Schelker Volksschullehrer, der Mediascher Musikverein, der Sebastian-Hann-Verein, der Siebenbürgische Ärzteverein bei Eröffnung für die Tagungsdauer einer hygienischen Ausstellung, der Frauenverein, der Siebenbürgische Karpathenverein und der Gustav-Adolf-Verein. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen befand sich die 60. Hauptversammlung des Vereins für siebenbürgische Landeskunde mit seinen Sektionen für Geschichte sowie für Naturkunde. Dabei würdigte der Vereinsvorstand Bischof D. Friedrich Teutsch recht ausführlich die in letzter Zeit verstorbenen Ehren- sowie gewöhnlichen Mitglieder. In einem Fall begann der Bischof seine Würdigung sogar bei den Vorfahren des Verstorbenen. Da reihen wir uns ein.Weiterlesen

Ein Wehrturm wird bewohnt

Von Buchdruckern und Umbauten am Kleinen Ring

Ausgabe Nr. 2874

Das Haus Nr. 24 am Kleinen Ring und der zu Wohnzwecken umgebaute und aufgestockte Wehrturm links davon, sind nur aus der Froschperspektive aus zu fotografieren, da eine normale Sicht auf diese Bauten von den vielen Sonnenschirmen verdeckt wird.

Johann Barth senior wurde um das Jahr 1670 geboren. Das Handwerk eines Buchdruckers erlernte er von Stephan Jüngling, der zwischen den Jahren 1660-1687 als Pächter in Hermannstadt die städtische Druckerei betrieb. Er ist diesem auch als Pächter gefolgt. Doch bürgerkriegsähnliche Zustände zwischen den Jahren 1703-1711, als Kurutzenkrieg bekannt, wiederholte Pestausbrüche in Hermannstadt – 1706, 1709, 1710, 1717, 1719 – sowie Hungersnöte ließen Johann Barth – der zudem einen Sohn zur Ausbildung in Leipzig unterhielt – beim Magistrat um Verringerung seiner Pacht zu bitten. Sein Ansuchen wurde günstig geregelt.Weiterlesen

Ab Urbe Condita

Ausgabe Nr. 2873

Unter dem Titel „Ab Urbe Condita. Roms Geschichte in der Grafiksammlung des Brukenthalmuseums” steht die Sonderausstellung, die bis zum 28. Juli im Ausstellungsraum im 2. Innenhof im Brukenthapalais zu besichtigen ist. Unser Bild: Kuratorin Alexandra Postelnicu präsentiert die großformatige Darstellung der 113 n. Chr. eingeweihten Trajanssäule – die als eine der monumentalsten Kunst- und Propagandaleistungender römischen Antike gilt – aus dem Album des italienischen Kunststechers Giovanni Battista Piranesi (1720-1778) aus dem Jahr 1770, das nun erstmals ausgestellt ist. Die in der Brukenthalschen Bibliothek befindliche Ausgabe ist eine der ersten Ausgaben dieses Werkes, das Papst Clemens XIV. gewidmet war.                                                                          Foto: Beatrice UNGAR

Kalendarische Ausgangspunkte

Von der ,,Andesit-Sonne“ zum Bestseller ,,Siebenbürgen im Flug“

Die sogenannte „Andesit-Sonne“, zugehörig zu den Ruinen der einstigen dakischen Hauptstadt Sarmizegetusa Regia in den Brooser Bergen.                                       Foto: Bogdan BRYLYNSKI

Ausgabe Nr. 2872

Am 17. und 18. Februar 1989 fand in Klausenburg in englischer Sprache eine Tagung über die Anwendung wissenschaftlicher Methoden in der Altertumskunde statt, zu welcher vorwiegend Vertreter der „Rumänischen Gesellschaft für Physik“ sowie des Forschungsinstitutes von Măgurele bei Bukarest zu Wort kamen. Weiterlesen

Eine Familienfibel?

Raritäten aus den Beständen der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (V)

Ausgabe Nr. 2870

Titelblattfrontispiz der Kölner Bibel. Zu sehen sind Darstellungen biblischer Figuren und Szenen, wie Adam und Eva im Paradies (oben rechts), Moses (Mitte links), die Geburt Jesu (unten links), das letzte Abendmahl (unten Mitte), die Kreuzigung Jesu (unten rechts) und so weiter.

„Er kam aus Deutschland als ein von Wissenschaften und feiner Cultur glänzender junger Mann, eine Schönheit eines Mannes, nach Hermannstadt zurück, aber ausser sich mit keinen andern Mitteln. (…) Damals waren zwei reiche sächsische Frauenzimmer in Hermannstadt, beide von erster sächsischer Geburt. Eine war des verstorbenen Comes Simon v. Baussnern jüngere Tochter, schön, reich, nach der feinern Welt gebildet, aber leichtsinnig, wie solches ihr nachmaliger Lebenswandel beweis. (…) Die andere war des damaligen Hermannstädter Bürgermeisters v. Kloknern noch einzige Tochter und Erbin seines Hauses, ein Frauenzimmer von vielem Verstand, Schönheit und ansehnlichem Reichthum, auch nach der feinern Welt gebildet und sich kennend. Weiterlesen

Ein bunter Veranstaltungsfächer

Ausgabe Nr. 2868

Das Programm und das Festabzeichen zum Großen Sachsentreffen 2024 sind da!

„Heimat ohne Grenzen“ lautet das Motto des Großen Sachsentreffens 2024. Das Programmheft und die Festabzeichen zum Großen Sachsentreffen sind ab sofort auch in Hermannstadt zu erwerben. Das Heft umfasst neben den Veranstaltungen am Festwochenende vom 2. bis 4. August auch das Rahmenprogramm, das vom 26. Juli bis 11. August 2024 rund um Hermannstadt und in ganz Siebenbürgen angeboten wird.Weiterlesen

Dankbarkeit

Ausgabe Nr. 2868

KODAK Digital Still Camera

 

Beim Anblick des aktuellen Zustandes „seiner Fabrik” hätte man erwartet, dass Harry H. Binder (unser Bild unten zeigt ihn bei dem Besuch in der HZ-Redaktion) Wehmut oder gar Wut überwältigen würden. Keine Rede: „Ich empfinde bloß Dankbarkeit dafür, dass ich hier im Independența-Werk in Hermannstadt am Fuße der Altstadt unweit des Zibins den Grundstein für meine Karriere setzen durfte”. Damals, 1952 als 18jähriger Elektromechaniker in der Stahlgießerei, die Halle ist heute eine Ruine (unser Bild oben).

In diesem Jahr feiert der am 7. Oktober 1934 in Hermannstadt geborene Harry H. Binder seinen 90. Geburtstag und im Vorfeld haben ihm seine beiden Söhne den Wunsch erfüllt, das Werk in Hermannstadt besuchen zu können. Hoch erfreut war Binder, dass der amtierende Direktor der Aktiengesellschaft Independența S. A. ihn nicht nur empfangen, sondern ihn auch in seinem Privatwagen durch das Gelände der früheren Independența-Werke geführt hat. Nach dem Wehrdienst studierte Harry H. Binder Physik und Chemie in Klausenburg und wurde Nuklearphysiker, arbeitete bis zu seiner Auswanderung 1971 u. a. im Chemiekombinat in Turnu Măgurele. In Deutschland arbeitete er bei Siemens im bereich Reaktortechnik, forschte an der Universität Darmstadt im Bereich Schwerjonen, war an Erfahrungsaustausch in Sachen Nuklearforschung in der Sowjetunion, den USA, Japan und Südafrika beteiligt, hat u. a. die Protonentherapie mit- und weiterentwickelt. Der Besuch in Hermannstadt habe ihn glücklich gemacht und er sagte der HZ: Mit 100 komme ich noch einmal her”. „Es war uns eine Ehre, Sie zu empfangen, wir danken Ihnen für den Besuch und erwarten Sie auch ein nächstes Mal”, schrieb Generaldirektor Ion Stăneci von Independența S.A. Beatrice UNGAR