Piticot, Pegas und Arădeanca-Puppen

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Spielzeugausstellung aus dem Kommunismus im Alten Rathaus eröffnet

Ausgabe Nr. 2920

Die Besucherinnen der Ausstellung wurden oft nostalgisch beim Anblick der Puppen, die sie einst selber besessen hatten und mit denen früher oft gespielt wurde.
Fotos: Cynthia PINTER

„Schau mal, den Affen hatte ich auch und die Puppe auch. Ich hatte sie Carmen getauft“, sagt eine Besucherin der Ausstellung „Copilăria epocii de aur“ zu ihrer Freundin und zeigt auf eine Puppe mit langen schwarzen Haaren. Kindheitserinnerungen bei der Generation Y, oder den „Millenials“, die in den 1980-ern oder früher geboren wurden, sind bei der Ausstellung „Kindheit in der Goldenen Epoche“ wach geworden, die am Freitag, dem 11. Juli im Historischen Museum im Alten Rathaus eröffnet wurde. Zustande gekommen ist die bunte Ausstellung durche eine Zusammenarbeit des Brukenthalmuseums mit dem „Muzeul Jucăriilor“ (Spielzeugmuseum) aus Bukarest. Kuratiert wurde sie von der Museografin Andreea Corca.

„Ich freue mich, dass diese die erste Ausstellung ist, die ich als Leiterin ad interim eröffnen darf. Ich gehöre zur Generation, die den Schlüssel um den Hals trug und meine positiven Erinnerung-
en an den Kommunismus sind die von Freundschaft und enger Beziehung zu den Nachbarskindern, Freundschaften, die wir immer noch pflegen. Ich erkenne alle Spielsachen hier, vor allem die Puppe, um die ich geweint habe, als sie meine kleineren Brüder kaputt gemacht haben“, erzählte Dr. Raluca Teodorescu, Interimsleiterin des Brukenthalmuseums bei der Vernissage am Freitag.

In der Ausstellung drehte sich alles um die Kindheit und Schulzeit der 1980-er Jahre. Wer hatte zu jener Zeit keine „Schornsteinfeger“-Puppe oder den Donald Duck im Matrosen-Outfit mit dem blau-weiß gestreiften T-Shirt? Alle waren aus Kautschuk und wurden in der Arădeanca-Spielzeugfabrik in Arad hergestellt. Jeder Junge hatte bestimmt mindestens eine Spielzeugpistole mit Saugnapf oder ein Laubsägeset (rumänisch: set de traforaj). Und zusammen spielte man mindestens einmal die Woche „Nu te supăra, frate!“ oder „Piticot“ und „Păcălici“. All diese Spielsachen kann man im Ausstellungsraum bewundern. Sogar drei „Pegas“-Fahrräder stehen in der Ecke und ein rotes Tretauto wurde von allen männlichen Besuchern bewundert. Nostalgisch wurde man auch bei der Vitrine mit Schulsachen, wo man alte Fibeln, Plastilin-Sets oder chinesische Federmäppchen sehen konnte. Vervollständigt wurde die Ausstellung im Geschichtemuseum mit großen Schautafeln zu Themen wie „Kleidung und Spielzeug im Kommunismus“, „Landwirtschaftliches Praktikum“, „Die Organisation der Pioniere“ oder „Die Falken des Vaterlands“.


Hier ist einer der Schaukästen mit rumänischem Spielzeug der 1980-er Jahre zu sehen. Es gab kaum einen Jungen, der damals nicht eine Saugnapfpistole oder einen Spielzeugbus (am beliebtesten war der auf dem Schaukasten ausgestellte ONT-Bus, vom Rumänischen Touristikamt) hatte.

80 Prozent der Ausstellungsobjekte stammen aus der Sammlung von Dumitru Cristian aus Bukarest, der gerade dabei ist ein Haus für sein „Spielzeugmuseum“ in Bukarest zu finden, um die unzähligen Spielsachen auszustellen.

Die Ausstellung „Copilăria epocii de aur“ ist vor allem für die Hermannstädter, die ihre Kindheit im rumänischen Sozialismus erlebt haben, absolut sehenswert und kann noch bis zum 11. Oktober besichtigt werden. Ein bebildeter Katalog zur Ausstellung mit Interviews mit Zeitzeugen aus dem letzten Jahrzehnt der Ceaușescu-Ära soll auch bald erscheinen und im Museumsshop im Brukenthalpalais erhältlich sein.

Cynthia PINTER

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Geschichte.