Den Film im Blut

Ausgabe Nr. 2868

8. Auflage des ESTE Film Festivals hat stattgefunden

Gemütliche Filmvorführungen auf Matratzen im „Filmschlafzimmer“, im Spiegelsaal des DFDH. Foto: Ștefan DRAGOMIR

Vielen Hermannstädtern ist das „ESTE Film Festival“ schon bekannt, andere kennen die wöchentliche Veranstaltung „ESTE Filmul de Miercuri“. Eines ist inzwischen klar, wie der Name schon sagt: „ES IST ein Filmfestival“, das in den letzten Jahren gewachsen ist. Das sagen die Hermannstädter Organisatoren rund um Festivalleiterin Ioana Ciuban, und das kann man auch an den vollen Sälen erkennen. So auch am vergangenen verlängerten Wochenende, als vom 29. Mai bis zum 2. Juni die 8. Auflage des „ESTE Film Festivals“ in Hermannstadt stattgefunden hat.Weiterlesen

Eine Premiere:

Ausgabe Nr. 2868

Laut Stadtpfarrer Kilian Dörr erlebten die Anwesenden bei der Abendmusik am Samstag eine Premiere. Zum ersten Mal erklang in der Hermannstädter evangelischen Stadtpfarrkirche ein Violoncello da spalla, auch Schultercello genannt. Der Kronstädter Musiker Előd Gábor brachte auf diesem besonderen Instrument, es soll das einzige in Rumänien sein, vier Sätze aus der Suite G-Dur BWV 1007 von Johann Sebastian Bach zu Gehör, nachdem er Werke von Bach und Ståle Kleiberg auf der Violine gespielt hatte. Unser Bild: Előd Gábor und Musikwart Jürg Leutert mit dem Schultercello vor der Sakristeitür.                 Foto: Beatrice UNGAR            

Dankbarkeit

Ausgabe Nr. 2868

KODAK Digital Still Camera

 

Beim Anblick des aktuellen Zustandes „seiner Fabrik” hätte man erwartet, dass Harry H. Binder (unser Bild unten zeigt ihn bei dem Besuch in der HZ-Redaktion) Wehmut oder gar Wut überwältigen würden. Keine Rede: „Ich empfinde bloß Dankbarkeit dafür, dass ich hier im Independența-Werk in Hermannstadt am Fuße der Altstadt unweit des Zibins den Grundstein für meine Karriere setzen durfte”. Damals, 1952 als 18jähriger Elektromechaniker in der Stahlgießerei, die Halle ist heute eine Ruine (unser Bild oben).

In diesem Jahr feiert der am 7. Oktober 1934 in Hermannstadt geborene Harry H. Binder seinen 90. Geburtstag und im Vorfeld haben ihm seine beiden Söhne den Wunsch erfüllt, das Werk in Hermannstadt besuchen zu können. Hoch erfreut war Binder, dass der amtierende Direktor der Aktiengesellschaft Independența S. A. ihn nicht nur empfangen, sondern ihn auch in seinem Privatwagen durch das Gelände der früheren Independența-Werke geführt hat. Nach dem Wehrdienst studierte Harry H. Binder Physik und Chemie in Klausenburg und wurde Nuklearphysiker, arbeitete bis zu seiner Auswanderung 1971 u. a. im Chemiekombinat in Turnu Măgurele. In Deutschland arbeitete er bei Siemens im bereich Reaktortechnik, forschte an der Universität Darmstadt im Bereich Schwerjonen, war an Erfahrungsaustausch in Sachen Nuklearforschung in der Sowjetunion, den USA, Japan und Südafrika beteiligt, hat u. a. die Protonentherapie mit- und weiterentwickelt. Der Besuch in Hermannstadt habe ihn glücklich gemacht und er sagte der HZ: Mit 100 komme ich noch einmal her”. „Es war uns eine Ehre, Sie zu empfangen, wir danken Ihnen für den Besuch und erwarten Sie auch ein nächstes Mal”, schrieb Generaldirektor Ion Stăneci von Independența S.A. Beatrice UNGAR

,,Wien, Wien, nur du allein“

Ausgabe Nr. 2868

Band II der Episoden eines Bildungs- und Lebensweges von Dr. Kurt Thomas Ziegler

Kurt Thomas Ziegler: Von den Doppelschwertern zum Doppeladler. Der transsilvanisch-austriakische Nährboden meiner Erinnerungen. Episoden eines Bildungs- und Lebensweges. Band I ,,Anders rinnt hier die Zeit…“. Schiller Verlag Bonn-Hermannstadt 2022, 479 S., ISBN 978-3-949583, 19,90 Euro/89 Lei.

„Wien, Wien, nur du allein“ lautet der Titel des zweiten Bandes der „Episoden eines Bildungs- und Lebensweges“, wie der in Hermannstadt geborene Arzt Kurt Thomas Ziegler seinen literarischen Rückblick nennt. Der genaue Titel lautet „Von den Doppelschwertern zum Doppeladler. Der transsilvanisch-austriakische Nährboden meiner Erinnerungen. Episoden eines Bildungs- und Lebensweges. Band II „Wien , Wien, nur du allein”.

Auf der Rückseite des Bandes ist eine regelrechte Einladung zur Lektüre abgedruckt: „Der Autor versteht seinen Werdegang auch stets als ein nicht nur vom Verlangen nach materieller Sicherheit für sich und die Seinen, sondern auch vom Durst nach Bildung gekennzeichnetes Durchschreiten seiner Lebensdekaden, deshalb auch die vielen literarischen, musikalischen und sonstigen Verästelungen. Er beschreibt also nicht nur seine sukzessive sich entwickelnde Existenz, zunächst im kommunistischen Osten, dann im freiheitlich-demokratischen Westen im realen Sein des seine Praxistätigkeit ausübenden, niedergelassenen Allgemeinmediziners, sondern auch jene in der fantastischen Welt der Bücher und der Musik, der Gewschichte, religion und Philosophie, die für ihn immer schon eine untrennbare Einheit bildeten.“

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Berührende Begegnungen

Ausgabe Nr. 2868

HZ-Reihe: 30 Jahre Ordination von Frauen in der EKR (I)

Pfarrerin Agnes Schmidt-Köber.

 

Sie wurde in Rumänien ordiniert, hat als Pfarrerin gearbeitet, ist dann in ein anderes Land umgezogen. Agnes Schmidt-Köber erzählt im Folgenden, was ihr kostbar geworden ist und was sie auf ihren Lebensweg mitgenommen hat. Sie tut das anlässlich der 30 Jahre Ordination von Frauen in der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, die in diesem Jahr begangen werden. Diesem Jubiläum gewidmet ist die von Theologin Dr. Elfriede Dörr betreute Reihe „Was haben Sie mitgenommen, Frau Pfarrerin?”, die ab dieser Ausgabe in losen Folgen in der Hermannstädter Zeitung erscheinen wird..

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Barocke Abenddämmerung

Ausgabe Nr. 2868

 

Unter dem Titel „Amurg baroc” (Barocke Abenddämmerung) boten Schauspielstudierende von der Lucian Blaga-Universität am Freitagabend in der Heltauergasse eine Hommage an den Namensgeber des Hermannstädter Radu Stanca-Nationaltheaters und einen Vorgeschmack auf das 31. Internationale Hermannstädter Theaterfestival, das vom 21. bis 30. Juni stattfindet. Unser Bild: Mihai Mocanu (rechts) als Radu Stanca steht seinen in barocke Kostüme gekleideten Begleiterinnen und Beschützerinnen gegenüber.                         Foto: Beatrice UNGAR

Eine unglaubliche Geschichte

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Zu Dagmar Dusils ,,Das Geheimnis der stummen Klänge“

Dagmar Dusil: Das Geheimnis der stummen Klänge, Roman, Pop Verlag Ludwigsburg 2024, 220 Seiten, ISBN 978-3-86356-394-3. 21 Euro/105 Lei. In Hermannstadt in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé erhältlich.

Nach Erzählungen u. a. über Erlebtes in ihrer Jugend („Blick zurück durchs Küchenfenster”) und Geschichten, die sich um Katzendorf drehen, das Dorf im Osten Siebenbürgens, in dem sie 2018 als fünfte „Dorfschreiberin“ gelebt hat, schreibt die in Hermannstadt geborene Autorin Dagmar Dusil nun ihren ersten Roman. Es geht um die achtziger Jahre in Rumänien und um Musik, genauer: Klaviermusik, an der sich eine unglaubliche Geschichte entlangrankt.

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