,,Sie konnte eigentlich alles“

Anita Daniels Feuilletons verzaubern immer noch / Von Matthias BUTH

Ausgabe Nr. 2720

Anita Daniel: Mondän ist nicht mehr modern. Feuilletons über Mode, die Kunst und das Leben. Herausgegeben von Katja Behling und Thomas B. Schumann, Edition Memoria, Hürth bei Köln 2021, 263 Seiten, ISBN

Menschen, die aus Rumänien kommen, entwerfen ihr eigenes Weltmodell. Sie entfalten ein Bild von dem, was sie sehen, empfinden und erleiden in einer oft spielerischen und grazilen Art. Die Lyrik von Rose Ausländer gehört dazu, die 1901 in der damals noch habsburgischen Stadt Czernowitz geboren wurde, die dann von 1918 bis 1947 ein Teil Rumäniens war und deren Dichtung stets etwas Schwebendes hat, einen Klang erzeugt, der ohne Trompeten auskommt und eher in die Harfe der Sprache und Menschen greift. „Wenn ich den blauweißen Schal /nach Osten hänge/schwingt Jerusalem herüber zu mir /mit Tempel und Hohelied//Ich bin fünftausend Jahre jung//Mein Schal/ist eine Schaukel“, dichtete sie im Gedicht „Jerusalem“. Rumänien ist selten auf nur einen Nenner zu bringen. Auch nicht eine Universitätsstadt wie Jassy. Dort wurde Anita Daniel geboren; auch sie war jüdisch, wie um 1900 ja fast die Hälfte der Einwohner.Weiterlesen

Filzen, Backen, Basteln

Im ASTRA-Freilichtmuseum ist immer etwas los

Ausgabe Nr. 2720

Auf dem Gehöft eines siebenbürgisch-sächsischen Weinbauern aus Kleinschelken im ASTRA-Freilichtmuseum ist immer etwas los. Unser Bild: Am orthodoxen Palmsonntag gab es einen Basar des Neppendorfer Handarbeitskreises, über dessen Erfolg sich Maria Rastel, die Museografin Simona Malearov, Elisabeth Rosenauer, die Museografin Camelia Ștefan und Maria Opriș (v. l. n. r.) freuten.   Foto: Beatrice UNGAR

Das ASTRA-Freilichtmuseum ist seit Beginn der Pandemie immer mehr zu einem Zufluchtsort für Veranstaltungen aller Art geworden. So fand letztes Jahr dort das Astra-Filmfestival im Freien statt. Aber auch die Mitarbeitenden des Museums sind fleißig und lassen sich quasi in letzter Zeit für jedes Wochenende etwas einfallen. Weiterlesen

Purzelbäume der Phantasie

Zur Ausstellung ,,Brukenthal 300. Ideen für ein Denkmal. Collagen und Modelle“

Ausgabe Nr. 2720

Blick in die Ausstellung im Terrassensaal des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums: Zu sehen ist auch der Entwurf für ein Standbild des Barons (links im Bild ist der Kopf zu sehen) mit dem Jacobi sich leider erfolglos an dem diesbezüglichen Wettbewerb beteiligt hatte.Foto: Beatrice UNGAR

Schon seit geraumer Zeit setzt sich der international bekannte Bildhauer Peter Jacobi mit Formen der Erinnerungskultur auseinander: Vor einigen Jahren hat er auch in Rumänien Meilensteine  – u. a. mit dem Holocaust-Memorial für Juden und Roma in Bukarest – seiner Memorialkunst geschaffen. Seit über dreißig Jahren beschäftigt ihn auch die Gestaltung eines Denkmals für Samuel von Brukenthal. Zum 300. Geburtstag des Barons zeigt nun der vielseitige Künstler in einer Ausstellung des Landeskirchlichen Museums im Terrassensaal des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums in Hermannstadt mehrere seiner 3D-Konstruktionen und Modelle sowie eine Reihe von Collagen. Weiterlesen

Die Marburger sind treu

Austausch im Sportbereich wird fortgeführt

Ausgabe Nr. 2720

Sie arbeiten seit zehn Jahren sehr gut zusammen (v. l. n. r.): Peter Schmidt, Adrian Fușle Țană und Wolfgang Strümpfler bei der Übergabe der Sachspende auf dem Parkplatz hinter dem Sportsaal des Samuel von Brukenthal-Gymnasiums.                                       Foto: die Verfasserin

Seit zehn Jahren gibt es zwischen dem Fachdienst Sport der Stadt Marburg und dem Samuel von Brukenthal-Gymnasium in Hermannstadt einen regen Austausch. Der ,,Motor“ dieses Austausches zwischen den Einrichtungen aus den beiden Partnerstädten sei Sportlehrer und Fußballtrainer Adrian Fușle Țană, sagte der stellvertretende Fachdienstleiter Wolfgang Strümpfler der Hermannstädter Zeitung am Montag, anlässlich der Übergabe einer erneuten Sachspende aus Marburg.Weiterlesen

Im Stil des Weidmannes

Gurghiu-Monografie von Oberst von Spiess neu aufgelegt

Ausgabe Nr. 2720

August Roland von Spiess: Gurghiu – Görgény-Szt.-Imre. Das königliche Leibjagdgehege einst und jetzt. Verlag Neumann-Neudamm, Melsungen, 2020, 2. erweiterte  Auflage, mit einem Beitrag von Radu V. Mija. Neu bearbeitet und herausgegeben von Helga Stein. 320 Seiten, ISBN: 978-3-7888-1999-6

,,Das letzte und für mich das leichteste“ sei die Überarbeitung der von ihrem Großvater, dem Hofjagddirektor Oberst August R. von Spiess erstellten Monographie „Gurghiu Görgényi-Szt.-Imre. Das königliche Leibjagdgehege einst und jetzt“ für sie gewesen, sagt Helga Stein. Damit hat sie die Herausgabe aller Schriften ihres Großvaters, dem Namensgeber des Jagdmuseums in Hermannstadt, abgeschlossen.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2720

 

Impfstraße auf dem Parkplatz

Hermannstadt. – In Hermannstadt soll in den nächsten Tagen auf dem Parkplatz 90er Kaserne eine Impfstraße (Drive-through) mit vier Impfstellen eingerichtet werden, meldet das Bürgermeisteramt, das diese Aktion gemeinsam mit der Präfektur plant. Die Personen, die sich impfen lassen wollen, brauchen keine Programmierung, müssen nur im Auto ankommen, als Fahrer oder als Passagier und einen gültigen Personalausweis bei sich haben. Nach der Impfung bleiben die frisch Geimpften 15 Minuten im Auto sitzen, unter ärztlicher Aufsicht. Die Präfektur des Kreises Hermannstadt wird ankündigen, in welchem Zeitraum diese Impfstraße funktionieren soll. Der Parkplatz wird nämlich in diesem Zeitraum für den Normalbetrieb gesperrt sein.

Ab dem 10. Mai soll man sich in allen Impfzentren in Rumänien ohne Programmierung impfen lassen können, allerdings haben die Personen mit Programmierung Vorrang.

31,2 Prozent der Bukarester waren bis Dienstag mit mindestens einer Dosis geimpft, gefolgt von den Kreisen Klausenburg (28,0 %) und Temeswar (22,5 %). Kreis Hermannstadt ist auf Platz 5, mit 21,8 Prozent. Die Kreise mit den wenigsten Geimpften sind Botoșani (10,4 %), Suceava (10,0 %) und Giurgiu (10,5 %).

Die Regierung will noch bis Ende der Woche Lockerungen für Geimpfte einführen, z. B. Restaurants mit maximaler Kapazität eröffnen, Hochzeiten und Taufen erlauben, usw. „Schließlich gibt es einen Weg, die Bevölkerung zu motivieren, sich impfen zu lassen. Jedes Land hat einen Weg, die Bevölkerung zu motivieren. Wir haben gesehen, dass Deutschland diese Methode anwendet. Wenn es für Deutschland ok ist, Vorteile für geimpfte Menschen einzuführen, denke ich, dass es auch für uns ok sein kann”, erklärte der Premierminister Florin Cîţu zum Wochenbeginn. (RS)Weiterlesen

,,Impfmarathon“ in Temeswar

Neue Gesundheitsministerin vereidigt / Ernüchternde Umfrage zur Impfbereitschaft

Ausgabe Nr. 2719

In Hermannstadt liegt der Inzidenzwert noch über 3 (auf Kreisebene liegt dieser Wert bei 2,73) und so kann man vorläufig noch nicht im Innenraum eines Lokals speisen oder trinken. Bei den niedrigen Außentemperaturen sind Bären wohl am besten dafür geeignet, locker draußen auf einer Terrasse zu sitzen, wie diese beiden vor dem Café Wien, die für den Verzehr von lokalen Produkten werben sollen.                      Foto: Beatrice UNGAR

Mit der Endokrinologin Ioana Mihăilă (Jahrgang 1981) stellt die USR-PLUS-Allianz nach einigen Krisensitzungen der Regierungskoalition nun die zweite Frau im Kabinett von Premierminister Florin Cîțu. Die neue Gesundheitsministerin war unter dem abgesetzten Gesundheitsminister Vlad Voiculescu Staatssekretärin und ist am Mittwoch durch Staatspräsident Klaus Johannis vereidigt worden. Sie hatte übrigens bei den Kommunalwahlen 2020 für das Amt des Bürgermeisters in Großwardein/Oradea kandidiert, wo sie und ihr Gatte eine Privatklinik betreiben. Weiterlesen

Torten von der „Süßen Division”

Kuchenlabor durch EU-Fonds in der Luptei-Straße eröffnet

Ausgabe Nr. 2719

Corina Cârcu (links) und Cristina Mustaţă dekorieren während des Interviews eine vegane Schoko-Torte und lassen bei dieser Gelegenheit ausnahmsweise die Masken fallen. Bestellungen nehmen sie über die Internetseite (diviziadulce.ro), per Telefon, (0761-69.08.20), per E-Mail (comenzi@diviziadulce.ro) und per Facebook (https://www.facebook.com/diviziadulceoficial/) entgegen.                                        Foto: die Verfasserin

Begonnen hat die Geschichte der „Divizia Dulce” (Die süße Division) mit einer guten Freundschaft zwischen den zwei Gründerinnen, Corina Cârcu und Cristina Mustaţă, die ihre Liebe zum Kochen und Backen einen Schritt weiter geführt haben und sich vor etwa zwei Jahren für ein europäisches Projekt beworben haben. Die beiden haben die gewünschte Finanzierung erhalten und mitten in der Covid19-Pandemie ihr Labor eröffnet. Trotz ausfallenden Events, haben sie das erste Jahr überlebt und hoffen auf einen Sommer mit Lockerungen, denn sie sind sich sicher: Ihre Torten und Kuchen sind absolut lecker.Weiterlesen

Ein audio-visuelles Erlebnis

Hörspiel der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters ab Mai

Ausgabe Nr. 2719

Unter dem Titel „Zwischen der Welt und den Wänden. Eine Reise durch die ROavant:garDE“ läuft das neueste Projekt der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt, das im Monat Mai online auf der Plattform www.scena-digitala.ro vorgestellt wird.  Unser Bild: Ein visueller Effekt von Dan Basu. Foto: TNRS

Paul Celan, Eugène Ionesco, Max L. Blecher, Rose Ausländer, Gellu Naum, Herta Müller oder Urmuz. Das sind große Namen der deutsch-rumänischen Literatur der Avantgarde. Unter dem Titel „Zwischen der Welt und den Wänden. Eine Reise durch die ROavant:garDE“ läuft das neueste Projekt der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters in Hermannstadt, das im Monat Mai online auf der Plattform www.scena-digitala.ro vorgestellt wird. Es handelt sich um ein Hörspiel mit Gedichten der deutsch-rumänischen Avantgarde, das mit visuellen Effekten des Zeichners und Videokünstlers Dan Basu und der Musik von Vlad Robas und Marin Grigore vervollständigt wird. Es ist ein audio-visuelles Erlebnis der besonderen Art, das von Florian von Hoermann, Julia Schulz und Hunor von Horváth zusammengestellt wurde.Weiterlesen

Freiwillige bei der Arbeit

Ausgabe Nr. 2719

Die ,,Wusch“-Schmalspurbahn (Mocăniţa) fährt mit offenen Waggons jeden Samstag und Sonntag zwei Mal pro Tag, zwischen Holzmengen/Hosman und Harbachsdorf/Cornăţel (Abfahrten 9.45 bzw. 16 Uhr). Eine Karte (hin und zurück) kostet 25 Lei, reduziert 15 Lei. Reservierungen sind nicht nötig. Infos: www.facebook.com/AsociatiaPrieteniiMocanitei. Unser Bild: Freiwillige legten am Wochenende die Schienen Richtung Kastenholz frei.        Foto: Prietenii Mocăniței

Gut und Böse verschwimmen

Neuer Roman von Dana Grigorcea im Penguin Verlag München erschienen

Ausgabe Nr. 2719

Dana Grigorcea: Die nicht sterben. Roman, Penguin Verlag, München, 2021, 260 Seiten, ISBN 978-3-328-60153-1.

Was gruselt mehr, die Fiktion oder die Realität? Diese Frage stellt man sich beim Lesen des neuesten Romans der Autorin Dana Grigorcea „Die nicht sterben“, der Anfang des Jahres im Penguin Verlag erschienen ist. Eine Vampirgeschichte oder ein Gruselroman auf die postkommunistische rumänische Gesellschaft? Auf jeden Fall bietet der Roman passagenweise großen Unterhaltungswert.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2719

Eine Augenweide sind in Hermannstadt derzeit die blühenden Blutpflaumen (Prunus cerasifera Nigra) in der Str. Tudor Vladimirescu, die früher Kappgasse geheißen hat – nach dem von 1877 bis 1878 amtierenden Bürgermeister Gustav Kapp (1831-1884) – und von 1947 bis 1970 Str. București.                   Foto: Cynthia PINTER

 

Die nächste Ausgabe der HZ erscheint am 7. Mai

Da der Karfreitag für alle christlichen Konfessionen in Rumänien seit letztem Jahr ein gesetzlicher Feiertag und deshalb arbeitsfrei ist, und die rumänische Regierung auch den orthodoxen Gründonnerstag, den 29. April, zum arbeitsfreien Tag erklärt hat, erscheint unsere nächste Ausgabe erst am 7. Mai 2021.

Wir bitten Sie um Ihr Verständnis und wünschen allen, die am Sonntag Ostern feiern, ein frohes Fest im Kreise Ihrer Lieben.

Die RedaktionWeiterlesen

Ein Wochenende für Ballettfreunde

Zum ersten Mal internationaler online-Tanzwettbewerb

Ausgabe Nr. 2719

Maia Weisinger Braun (Australien).Screenshot: der Verfasser

Vergangenes Wochenende fand online der von dem Kulturverein  „Pro Balet Sibiu“ veranstaltete internationale Wettbewerb für klassischen und zeitgenössischen Tanz „Sibiu Dance Competition, Virtual Edition 2021“ statt. Teilgenommen haben etwa 700 Tänzer aus der ganzen Welt. Zahlreiche Preise gingen auch an Teilnehmer aus Rumänien. Weiterlesen