Den Cognac-Streich werde ich nie vergessen

Ein Leben auf der Bühne: Renate Müller-Nica im Gespräch
Ausgabe Nr. 2564

 

Renate Müller-Nica bei sich zu Hause, in der Friedenfelsgasse.
Foto: Cynthia PINTER

Sie ist die Grande Dame des Hermannstädter „Radu Stanca“-Theaters. Renate Müller-Nica wurde am 1. September 1953 in Hermannstadt geboren und arbeitet seit 1982 am Theater, was sie zur Dienstältesten macht. Sie war Gründungsmitglied und Geschäftsführerin der Deutsch-Rumänischen Kulturstiftung und Leiterin der Deutschen Abteilung des „Radu Stanca“-Theaters. Die meisten Hermannstädter kennen sie allerdings als die Seele des deutschsprachigen Theaters in Hermannstadt. Ihre Leidenschaft gab sie an ihren Sohn Radu-Alexandru Nica weiter, der als Regisseur erfolgreich tätig ist. Sie steht immer noch gerne auf der Bühne und wird Anfang März im Theaterstück „R.U.R.“ von Karel Čapek zu sehen sein.

Was Theater und die Schauspielkunst für sie bedeuten, darüber sprach Renate Müller-Nica mit der HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r.   Weiterlesen→

„Ich bin ein alter Landler“

Gespräch über Siebenbürgen und Bukarest mit Hans Liebhardt (1934-2017)

Ausgabe Nr. 2563

Hans Liebhardt (1934-2017).
Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Der Nachlass des am 30. September 2017 verstorbenen Journalisten und Autors Hans Liebhardt konnte, laut einer Meldung der Literaturwissenschaftlerin Michaela Nowotnick Ende 2017 in das Zentralarchiv der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (ZAEKR) übernommen werden. Liebhardt, am 30. Januar 1934 in Großpold geboren, war seit 1952 für die Redaktion des Neuen Wegs bzw. der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien (ADZ) in Bukarest tätig und festes Mitglied des deutschsprachigen Rundfunks und Fernsehfunks in Rumänien. Der Privatnachlass Hans Liebhardts enthält Manuskripte in unterschiedlichen Bearbeitungsstufen, Fotografien sowie Dokumente wie Ausweise und Auszeichnungen. Neben Zeichnungen, u. a. von Roswith Capesius, mit der Liebhardt bis zu deren Tod im Jahr 1984 zusammenlebte, finden sich darin auch einige Widmungsexemplare.

Der Bestand wird laut Nowotnick nach der Erschließung durch das ZAEKR für die Forschung zugänglich sein.

Aus aktuellem Anlass, Hans Liebhardt würde am 30. Januar 2018 seinen 84. Geburtstag feiern, veröffentlichen wir im Folgenden ein Interview, das Hans Liebhardt am 17. September 2014 der Berliner HZ-Mitarbeiterin Christel W o l l m a n n – F i e d l e r in Bukarest gewährt hat.Weiterlesen→

„Mein Herz will nach Hause…“

Christl Servatius Schullerus ist tot

Ausgabe Nr. 2561

Christl Servatius Schullerus, 1933 in Kronstadt geboren, hat Jahrzehnte lang in Hermannstadt als Religionslehrerin gewirkt und zusammen mit ihrem Gatten, Pfarrer Siegfried Schullerus Bibelkreise und Jugendstunden angeboten und damit viele junge Leute vor und nach der Wende geprägt. Am 27. Dezember 2017 ist Christl Servatius Schullerus gestorben. Aus ihrem Gedichtband „Schritte zu Dir“ stammt das unten stehende Gedicht:Weiterlesen→

„Eine freudige Überraschung“

Gespräch mit dem Deutschen Konsul Hans Erich Tischler

Ausgabe Nr. 2560

Besuch in der HZ-Redaktion: Konsul Hans Erich Tischler (links) im Gespräch mit HZ-Chefredakteurin Beatrice Ungar.
Foto: Cynthia PINTER

Seit August 2017 hat das Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Hermannstadt einen neuen Leiter. Hans Erich Tischler, geboren 1959 in Bad Godesberg, verheiratet, hat von 1979 bis 1982 seine Laufbahnausbildung für den Auswärtigen Dienst absolviert und ist seither im Auswärtigen Amt tätig. Hier seine bisherigen Stationen: Auswärtiges Amt Bonn (1982 – 1984), Botschaft Moskau (1984 – 1987), Botschaft Seoul (1987 – 1993), Botschaft Kairo (1993 – 1994), Generalkonsulat Saratow (1994 – 1997), Generalkonsulat Neapel (1997 – 2001), Auswärtiges Amt (2001 – 2002), Bundesinnenministerium (2002 – 2010), Botschaft Baku (2010 – 2013), Botschaft Pristina (2013 – 2017).

Konsul Hans Erich Tischler gewährte der HZ-Chefredakteurin Beatrice U n g a r kurz vor Jahreswechsel folgendes Interview:Weiterlesen→

„ein buchstabe hat mich erwählt”

Nora Iuga erhielt den Sonderpreis der Spiegelungen-Redaktion

Ausgabe Nr. 2559

Nora Iuga (links) im Gespräch mit dem früheren HZ-Chefredakteur Ewalt Zweyer.                                       Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Versteckt liegt das Lyrikkabinett in der Amalienstraße in München hinter dem imposanten Universitätsgebäude von Friedrich von Gärtner aus dem Jahr 1840. Ein echtes Kabinett ist es. Die Gäste werden in guter Atmosphäre und mit einem feinen Lyrikprogramm empfangen. Am Nikolausabend soll der von der Zeitschrift Spiegelungen des Instituts für deutsche Geschichte und Kultur Südosteuropas (IKGS) in diesem Jahr erstmals ausgelobte Preis für Lyrik vergeben werden. Drei herausragende Lyriker werden geehrt. Kristiane Kondrat, im Banat geboren, die seit den 1970er Jahren in Deutschland, in Augsburg lebt, bekommt den Publikumspreis für ihr Gedicht „Ufer“. Christina Rossi, die Laudatorin, erzählt über Kristiane Kondrat und ihre Gedichte. Den Spiegelungen-Preis für Lyrik erhält der in Bayreuth geborene Lothar Quinkenstein und heute in Berlin lebende Osteuropakenner. Mara-Daria Cojocaru stellt Quinkenstein und seine vier Gedichte vor: „Die Brücke aus Papier“, „März“, „Jenseits des Flusses“ und „alte kleider“.Weiterlesen→

Zwei Jubilare gewürdigt

Jahrestagung des Hermannstädter Forschungsinstituts

Ausgabe Nr. 2559

Schriftleiter Zeno-Karl Pinter (stehend) stellt die 60. Ausgabe der Forschungen zur Volks- und Landeskunde vor, die Jubilare Vasile Ciobanu (1. v. l.) und Paul Niedermaier (2. v. l.) hören gespannt zu.    
Foto: Beatrice UNGAR

Zwei Jubilare gewürdigt wurden bei der Jahrestagung des Hermannstädter Forschungsinstituts für Geisteswissenschaften der Rumänischen Akademie am Freitag der Vorwoche. Zunächst der Institutsleiter und Städtehistoriker Architekt Dr. Paul Niedermaier zu seinem 80. und der Historiker Dr. Vasile Ciobanu zu seinem 70. Geburtstag.Weiterlesen→

Schüler fürs Leben vorbereiten

Gespräch mit Monika Hay, Direktorin des Brukenthalgymnasiums

Ausgabe Nr. 2558

Schuldirektorin Monika Hay im Konferenzraum der Brukenthalschule.
Foto: Cynthia PINTER

Monika Hay bekleidet seit einem Jahr das Amt der Direktorin des Samuel von Brukenthal-Gymnasiums in Hermannstadt. Monika Hay (43) stammt aus Semlak im Kreis Arad, wo sie die ersten acht Schuljahre absolvierte. Nach dem Abschluss des Pädagogischen Lyzeums war sie elf Jahre lang als Grundschullehrerin an der Nicolae Iorga-Schule (Schule Nr. 6) in Hermannstadt tätig. In der Zeit studierte sie Geschichte und war ab 2004 12 Jahre lang Fachinspektorin für den deutschsprachigen Grundschul- sowie Minderheitenunterricht im Hermannstädter Schulamt. Im laufenden Schuljahr besuchen das Brukenthalgymnasium 862 Schüler/innen in den Klassen 5 bis 12. An der Schule unterrichten 62 Lehrerinnen und Lehrer (nicht alle mit vollem Deputat), hinzu kommen 17 Verwaltungsangestellte, die den Schulbetrieb am Laufen halten. Über ihren Beruf und die Schule sprach Monika Hay mit HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r:Weiterlesen→

„Eine bedachte aber kritische Stimme“

Die Diplomatin Judith Urban wurde mit der Honterus-Medaille geehrt

Ausgabe Nr. 2557

Mit der Honterus-Medaille des Siebenbürgenforums und der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien geehrt wurde am 25. November die Diplomatin Judith Urban. Unser Bild: Bischof Reinhart Guib, Judith Urban und der Vorsitzende des Siebenbürgenforums, Martin Bottesch bei der Übergabe im Spiegelsaal des DFDH.       Foto: Fred NUSS

Als „zu uns gehörend“ hätten die Vertreter des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) und der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien (EKR) die deutsche Diplomation Judith Urban „dank der wiederholten Unterstützung“ kennen und schätzen gelernt, heißt es in der Laudatio, die Ortrun Rhein, Leiterin des Dr. Carl Wolff-Altenheims, des Hospizes und des Kinderhospizes des Dr. Carl Wolff-Vereins, auf die jünst ausgezeichnete Trägerin der Honterus-Medaille am 25. November d. J., im Spiegelsaal des Deutschen Forums in Hermannstadt gehalten hat. Verliehen haben die Auszeichnung das Siebenbürgenforum und die EKR gemeinsam. Weiterlesen→

Ein doppeltes Jubiläum

200 Jahre seit der Geburt von G. D. Teutsch/150 Jahre Bischofssitz in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2557

Das Teutsch-Standbild auf dem Huetplatz.      
Foto: Beatrice UNGAR

Im Dezember dieses Jahres erfüllen sich 200 Jahre seit der Geburt des bedeutenden Mannes, dessen Standbild vor der Evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt, der Schule zugewandt, den Blick auf die Besucher richtet. Bischof Dr. Georg Daniel Teutsch stand mehr als ein Viertel Jahrhundert an der Spitze der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Siebenbürgen, und das in einer Zeit schwerer Anfechtungen und bedeutender Entscheidungen. Seine außerordentliche Fähigkeit in Fragen der Organisation und Verwaltung sowie im Umgang mit Menschen hatte er schon in jüngeren Jahren als Rektor des Gymnasiums in Schäßburg bewiesen, wo er die im ganzen Land angeordnete Schulreform in vorbildlicher Weise durchführte und gleichzeitig an der Vorbereitung der neuen Kirchenverfassung mitarbeitete, die er später als Bischof anwandte und zugleich ins Bewusstsein seiner Kirchenkinder pflanzte. Gelegentlich dieser Arbeit bereitete er mit Anderen schon die Verlegung des Bischofssitzes aus dem entlegenen Birthälm nach Hermannstadt vor, die erst nach seiner Wahl zum Bischof durchgeführt wurde. Diese fiel in das gleiche Jahr mit dem sogenannten „Ausgleich“, der Begründung der österreich-ungarischen Doppelmonarchie, welche die Auflösung ererbter Vorrechte des sächsischen Volkes mit sich brachte und ihn dadurch herausforderte, auch als Bischof in den neuen Verhältnissen politisch tätig zu werden. Weiterlesen→

„Ein unschätzbares Juwel“

Anne-Sophie Mutter mit Kulturverdienstorden geehrt

Ausgabe Nr. 2557

Anne-Sophie Mutter und Botschafter Emil Hurezeanu bei der Ordensübergabe in der Rumänischen Botschaft in Berlin.   Foto: Rumänische Botschaft Berlin

Mit dem Kulturverdienstorden im Rang eines Großoffiziers ausgezeichnet hat Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis die Geigenvirtuosin Anne-Sophie Mutter für ihr ehrliches und uneigennütziges Engagement bei der Unterstützung der Kinderheime in Orlat und Viktoriastadt. Die Ordensübergabe erfolgte durch Botschafter Emil Hurezeanu im Rahmen einer Feierstunde am 10. November in der Rumänischen Botschaft in Berlin. Weiterlesen→

Altbischof Klein wurde 80

D. Dr. Christoph Klein feierte Geburtstag

Ausgabe Nr. 2556

Altbischof D. Dr. Christoph Klein (stehend) hat im Bischofspalais am Montag seinen 80. Geburtstag gefeiert. Dabei war (links) seine Ehefrau Gerda Klein und unter anderen gratulierten (v. r. n. l.) der DFDR-Vorsitzende Paul-Jürgen Porr, die Bürgermeisterin Astrid Fodor, der Kirchenkurator Friedrich Philippi und der Bischof Reinhart Guib.                                                                 Foto: Fred NUSS

Altbischof D. Dr. Christoph Klein hat Anfang dieser Woche seinen 80. Geburtstag gefeiert. Eingeladen wurden die Gäste ins Bischofspalais, das aus allen Nähten platzte, denn gratuliert haben ihm Familie, Freunde und jetzige und ehemalige Mitarbeiter. Weiterlesen→

Kritische Zeiten positiv reflektiert und verarbeitet

Besuch bei Pfarrer i. R. Walther Gottfried Seidner in der Kempelgasse

Ausgabe Nr. 2555

 

Walther Gottfried Seidner.
Foto: Hannelore BAIER

Am 12. Oktober, kurz vor elf Uhr, trete ich aus dem Haus, um meiner Anmeldung bei Pfarrfamilie Walther Gottfried und Margot Seidner Folge zu leisten. Ein eifriges Glockengeläut tönt über meinem Kopf und ich frage mich, welchen Heiligen-Gedenktag unserer orthodoxen Mehrheitsbevölkerung ich wohl vergessen haben mag. Meine sakralen Kenntnisse reichen weit, aber man kann nie eingeweiht genug sein.

Nach einigem Suchen finde ich das Haus in der Kempelgasse und trete in die Stube in dem guten Hause unter den Stadtmauern von Hermannstadt ein, ins heimelige, noch im Morgenschatten ruhende Zimmer der Familie Seidner. Frau Seidner hantiert bereits in der Küche, um uns den versprochenen Früchtetee zu bereiten, gut gegen die herbstliche Kälte dieses Vormittags. Weiterlesen→

Herkunft – Eine lebensprägende Mission

Paul Philippi nahm in Berlin den Georg Dehio-Preis entgegen

Ausgabe Nr. 2549

Gruppenbild mit Preisträgern und Veranstaltern: MDg i. R. Winfried Smaczny, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Kulturforums östliches Europa e.V., Jaroslav Ostrčilík, Dr. Paul Philippi, Maria Bering, Gruppenleiterin „Geschichte und Erinnerung“ bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, und Dr. Harald Roth, Direktor des Deutschen Kulturforums östliches Europa (v. l. n.r). Foto: © Deutsches Kulturforum östliches Europa Fotograf Mathias Marx

Klänge von Bachs Cello Suite Nummer eins erfüllen den Otto-Braun-Saal der deutschen Staatsbibliothek zu Berlin. Man versammelte sich, um Paul Philippi und Jaroslav Ostrčilík zu ehren. Seit 2003 verleiht das deutsche Kulturforum östliches Europa den Georg-Dehio-Kulturpreis an Personen und Institutionen, die „sich mit den Traditionen und Interferenzen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa bewahrend, zukunftsorientiert und im partnerschaftlichen Dialog mit den Nachbarn auseinandersetzen.” beschreibt das Kulturforum seine Leitidee. Der Preis ist dem in Reval geborenen Kunsthistoriker Georg Dehio gewidmet, dessen Errungenschaften in der modernen Denkmalpflege auch die Arbeit des Forums inspirierten. Die Tätigkeit des Kulturforums umfasst die Organisation von Veranstaltungen, wie Podiumsdiskussionen, Konzerten und Wanderausstellungen, sowie die Publikation von Kulturreiseführern und historischen Sachbüchern im eigenen Verlag.Weiterlesen→