Vorboten der Emanzipation

Buch über Erziehung und Emanzipation in Siebenbürgen erschienen

Ausgabe Nr. 2667

Gruppenbild der Schülerinnen der Haushaltungsschule mit ihrer Lehrerin Christine Schuster.  Foto: Wilhelm AUERLICH/Archiv Konrad KLEIN

Keine Zeit zum Lesen? Jetzt kann man diese Ausrede nicht mehr nutzen. Die Auszeit wegen der Coronavirus-Pandemie eignet sich hervorragend zum Lesen. Ein spannender Roman oder, warum nicht, ein Geschichtsbuch.

Neulich im Verlag der Lucian Blaga-Universität 2019 erschienen ist zum Beispiel in rumänischer Sprache „Educație, emancipare, gastronomie: școlile de fete și asociațiile de femei din Sibiu de la sfârșitul secolului al XIX-lea până la 1948“ von Gudrun-Liane Ittu und Constantin Ittu.Weiterlesen

Über Grippe (Influenza)

Beitrag aus dem Agnethler Wochenblatt vom 25. Februar 1922

Ausgabe Nr. 2666

Über Ersuchen hat Herr Dr. Julius Oberth, Direktor des Schäßburger Komitatsspitales dem Großkokler Botenüber obige Frage einen Aufsatz zur Verfügung gestellt, den wir auch in unserm Blatte zum Abdrucke bringen. Er hat folgenden Wortlaut:

Die Älteren unter uns erinnern sich noch deutlich der großen Grippeepidemie von 1889/90 und 91, die, wie das in der Friedenszeit meist der Fall war, aus Russland kommend, ganz Europa durchzog. Ich war damals Operationszögling an der Klinik Billroth. Fast über Nacht erkrankten mehr als die Hälfte der Assistenten und Operationszöglinge an der Klinik, andere folgten nach, so dass der Betrieb der Klinik nur schwer aufrechterhalten werden konnte. Aber jene Epidemie war relativ unschuldig, hatte kaum 0,1-0,8 % Sterblichkeit. Weiterlesen

Trinkwasser in Hermannstadt

Zweites Seniorentreffen hat im Spiegelsaal stattgefunden

Ausgabe Nr. 2660

Petru Scântei, Geschäftsführer des Siebenbürgischen Karpatenvereins (stehend) führte sachkundig und kurzweilig durch die Geschichte des Trinkwassers in Hermannstadt.                                        Foto: Cynthia PINTER

„1584. Die Stadt kauft einen Teich vor dem Heltauertor, um diesen zum Klären des Trinkwassers zu benützen. – Auf dem Großen Ring wird der erste Röhrenbrunnen aufgestellt.“ In der „Chronik der Stadt Hermannstadt“ von Emil Sigerus wird 1584 zum ersten Mal das Thema Trinkwasser erwähnt. Seitdem hat sich Vieles an der Wasserversorgung in der Stadt am Zibin verändert. Darüber berichtete Petru Scântei, Geschäftsführer des Siebenbürgischen Karpatenvereins (SKV), im Rahmen des zweiten Seniorentreffens des Jahres, das am Dienstag, dem 11. Februar im Spiegelsaal des Hermannstädter Forums stattfand. Seinen Vortrag bebilderte er mit Fotos, die er auf eine Leinwand projizierte.Weiterlesen

Wenn Hass die Liebe ersetzt…

Gedenkveranstaltung zum 75. Jahrestag der Russlanddeportation in Reschitza

Ausgabe Nr. 2658

Bei der ökumenischen Andacht am Denkmal im Cărășana-Park (v. l. n. r.): Gastgeber Erwin Josef Țigla, Msgr. József Csaba Pál, Bischof Reinhart Guib, die Überlebenden Ladislaus Höflinger und Elfriede-Helen Polluch, die in der Deportation geborenen Elfriede Chwoika und Adelheid Crețu sowie der Vorsitzende des Vereins der ehemaligen Russlanddeportierten, Ignaz Bernhard Fischer.                         Foto: Beatrice UNGAR

,,Erst durch den Roman ‚Atemschaukel‘ von Herta Müller sind die Entbehrungen und die Leiden der Rumäniendeutschen der Welt bekannt geworden (…) Hören wir nicht auf, von all dem zu erzählen und gewissenhaft zuzuhören“, sagte die Ehrenvorsitzende des Verbands der ehemaligen Russlanddeportierten aus Rumänien, Elke Sabiel, in ihrem Grußwort bei der Feierlichen Sitzung des Vorstandes des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien im Rahmen der Gedenkveranstaltung  zum 75. Jahrestag seit dem Beginn der Deportation von Rumäniendeutschen in die Sowjetunion im Januar 1945, die am 24. Januar d. J. in Reschitza stattgefunden hat. Weiterlesen

Emotional und eindringlich

Heinz Bretz beim Seniorentreffen im Spiegelsaal

Ausgabe Nr. 2657

Heinz Bretz (links, stehend) hatte ein sehr interessiertes Publikum.Foto: Fred NUSS

Das erste Seniorentreffen des neuen Jahres hat am 14. Januar  im schön renovierten Spiegelsaal des Forumshauses stattgefunden. So wie es schon lange Zeit gute Tradition ist, konnte die Organisatorin, die Biologielehrerin i. R. Marga Grau, einen Vortragenden zu einem selbst gewählten Thema gewinnen. Der Deutschlehrer Heinz Bretz, ein „arbeitender Pensionär“ wie er sich selbst bezeichnet, war es dieses Mal. Bretz ist in Deutschland Rentner und unterrichtet in dem laufenden Schuljahr als Freiwilliger an dem Pädagogischen Lyzeum in Hermannstadt.Weiterlesen

Ein Buch als Kollateralschaden

Ausstellung, Gedenktafel und Denkmalsanierung zur Revolution von 1989

Ausgabe Nr. 2655

 

Die verirrte Kugel traf einen Band der Kollektion der Literaturzeitschrift Convorbiri literare aus dem Jahr 1899. In der Ausstellung ist der Band so geöffnet, dass man den Anfang eines von Ioan C. Negruzzi gezeichneten Beitrag über Mihai Eminescu vom 15. Januar lesen kann.Foto: Beatrice UNGAR

Ein dickes Buch habe dem damaligen Direktor der Astra-Bibliothek, Ion Mariș das Leben gerettet, kolportierten einige Zeitungen im Dezember 1989 die Nachricht, dass eine verirrte Kugel einen Band in dem Lagerraum in der Mansarde der Astra-Bibliothek getroffen habe und in dem Umschlag stecken geblieben sei. Der inzwischen pensionierte Mariș erinnert sich noch lebhaft an diese Auswüchse der Fabulierkunst und erklärt, dass es sich bei dem Band um die Kollektion des Jahres 1899 der in Jassy herausgegebenen Literaturzeitschrift Convorbiri literare handelt und dass die Kugel vermutlich aus dem Innenhof des benachbarten Volksbades abgeschossen worden sei. Wie dem auch sei, wer das angeschossene Buch sehen möchte, kann es derzeit im Festsaal der Astra-Bibliothek tun, wo kurz vor Jahreswechsel eine dem 30. Jahrestag der Rumänischen Revolution von 1989 gewidmete Ausstellung eröffnet wurde und noch bis zum 15. Januar zu besichtigen ist.Weiterlesen

Wahrheitsfindung ,,unerlaubt lange“ verspätet

Gedenkveranstaltungen in Temeswar und im Rumänischen Parlament

Ausgabe Nr. 2654

Staatspräsident Klaus Johannis bei der Gedenkmesse für die Opfer der Revolution vor der Orthodoxen Kathedrale in Temeswar. Foto: presidency.ro

,,Unerlaubt lange“ verspäte die Wahrheitsfindung in Sachen Rumänische Revolution im Dezember 1989, sagte Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis in seiner Rede bei der feierlichen Sitzung des Rumänischen Parlaments am Montag, den 16. Dezember, aus Anlass der Gedenkstunde zum Auftakt der Rumänischen Revolution in Temeswar vor genau 30 Jahren. Die für die zahlreichen Toten und Verletzten Verantwortlichen müssten endlich der Justiz übergeben werden, für die es ,,ein Prüfstein“ sei, Licht in die Ereignisse zu bringen.Weiterlesen