Zeitreise ins wilde Mittelalter

Das 18. Mittelalterfestival in Hermannstadt war ein voller Erfolg
Ausgabe Nr. 2591

Mit spitzen Speeren führten die Knappen aus Mediasch Angriffstechniken vor.               
Foto: Cynthia PINTER

Hoch zu Ross und mit Speeren, Äxten und Schwertern bewaffnet. So präsentierten sich manche der Teilnehmer der Parade zu Beginn des diesjährigen Mittelalterfestivals, das am Freitagabend (24. August) in Hermannstadt begann. Bei der 18. Auflage marschierten über 200 mittelalterlich gekleidete Gestalten, angeführt von zwei Trommlern und einem Dudelsackspieler, gefolgt von Fackelträgern und Rittern zu Pferd. Von der Harteneckgasse über die Obere Promenade, durch die Heltauergasse bis auf den Großen Ring ging der lange Zug. Hier wurde auch dieses Jahr ein mittelalterlicher Marktplatz aufgebaut.Weiterlesen

„Es fielen auf einmal Bomben“

Zenderscher gedachten der zivilen Opfer des Luftangriffs vom 9. September 1944

Ausgabe Nr. 2590

Alfred Gross (links) bei seiner Ansprache vor dem Gedenkkreuz, mit Cosmin Blaga, Sprecher des Bürgermeisteramtes von Neumarkt.           
Foto: Privat

„Wir, die ganze Kolonne der Wägen von Büffeln, Ochsen und Pferden  gezogen, hatten angehalten, um eine Rast einzulegen. Auf einmal tauchten Flieger am Horizont auf, die über uns hinwegzogen, es waren ca. 13 an der Zahl. Nach kurzem wendeten sie und kamen im Sturzflug auf uns zu, es fielen auf einmal Bomben. Das Chaos brach los, alle flüchteten, wer sich nur bewegen konnte, in das nahe liegende Maisfeld, auf der linken Seite, ich hatte einen Bombensplitter in der Hüfte, mein Cousin Andreas Weber eine Wunde überm Auge, die stark blutete, aber wir waren noch am Leben.“ So beschreibt die damals 17-jährige Katharina Gross den bei Sângeorgiu de Mureș erfolgten Angriff deutscher Kampfflugzeuge auf den Konvoi der Evakuierten aus Zendersch und fünf anderen Gemeinden, dem am 9. September 1944 zwölf Zenderscher zum Opfer gefallen sind. Am 11. August d. J. wurde der Opfer vor Ort gedacht und daselbst seitens der Heimatortsgemeinschaft Zendersch ein Gedenkkreuz aufgestellt. Lesen Sie im Folgenden die leicht gekürzte Ansprache des stellvertretenden Vorsitzender der HOG Zendersch, Alfred Gross, dem Sohn der eingangs zitierten Katharina Gross.Weiterlesen

Keine interpretatorischen Spielräume

„Hermannstädter Gespräche“ über Schulgeschichtsbücher und das Jahr 1918

Ausgabe Nr. 2584

Die eingeladenen Gäste der Hermannstädter Gespräche: (v. l. n. r.) Dr. Răzvan Părăianu, Dr. Manuela Marin, Winfried Ziegler, Raul Rognean, Prof. Dr. Hans-Christian Maner und Aurelia Brecht.       
Foto: Cynthia PINTER

„Autobiographien der Nation: Schulgeschichtsbücher in Rumänien und das Jahr 1918“, war das Thema der „Hermannstädter Gespräche“, die am Montag im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt stattfand. Die Veranstaltung moderierte Aurelia Brecht (Institut für Auslandsbeziehungen).Weiterlesen

Überraschender Fund in der Stadtpfarrkirche

Grabplatte von Mathias Armbruster von Archäologen entdeckt

Ausgabe Nr. 2580

Die archäologischen Grabungen in der evangelischen Stadtpfarrkirche sind in vollem Gange.                                                        Foto: Cynthia PINTER

Er war der wohl bekannteste Bürgermeister von Hermannstadt vor Klaus Johannis. Mathias Armbruster war im 16. Jahrhundert, in der Reformationszeit, insgesamt neun Jahre lang Bürgermeister (1513, 1523-1525, 1527-1529, 1536-1538, 1541-1542), von 1536-1538 Königsrichter und er hat die Einweihung der Stadtpfarrkirche Hermannstadt 1520 miterlebt. Heute, 498 Jahre später, entdeckten Archäologen seine Grabplatte am Fuß des vordersten Pfeilers auf der Nordseite der Kirche, an einer anderen Stelle als im Gräberplan verzeichnet. Die Grabplatte Mathias Armbrusters war zwar von Historikern des 19. Jahrhunderts beschrieben worden, galt jedoch als verschollen.Weiterlesen

Selbstläufer für historisch Interessierte

Ausgabe Nr. 2578

Historische Reportagen von Rosi Gräfin Waldeck neu ins Deutsche übersetzt

 

R. G. Waldeck: Athénée Palace. Hitlers „Neue Ordnung“ kommt nach Rumänien. Mit einem Nachwort des amerikanischen Diplomaten, Historikers und versierten Rumänien Kenners Ernest H. Latham, Jr. Aus dem Amerikanischen von Dagmar Dusil und Dr. Gerlinde Roth. Pop Verlag Ludwigsburg 2018, 472 Seiten, ISBN: 978-3-86356-218-2.

 

Rosi Gräfin Waldeck, geboren 1898 in Mannheim, starb 1982 einsam und vergessen in den USA. Obwohl die Journalistin einige Jahrzehnte zuvor unstrittig zu den schillerndsten Erscheinungen ihrer Zeit gehörte. Sie legte am Anfang ihrer farbenfrohen Biografie das Abitur ab, eine Seltenheit für eine Frau von damals, studierte später Kunstgeschichte, liebte gern ältere Männer und heiratete öfters. Zunächst den Gynäkologen Ernst Gräfenberg, nach ihm ist der „G-Punkt“ benannt. Als zielstrebige junge Frau ging sie später eine Beziehung mit dem verwitweten Franz Ullstein ein. Eine Liaison, welche am ausgeprägten Standesdünkel der Verlagsfamilie knallhart scheiterte. Ihr blieb als Erbmasse immerhin eine fürstliche Abfindung. Später ehelichte die Jüdin, welche zum Katholizismus konvertierte, in Amerika den ungarischen Grafen Armin von Waldeck.Weiterlesen

„Die Zeitung war mein halbes Leben“

Fünfunddreißig Jahre mit der Hermannstädter Zeitung / Von Horst WEBER

Ausgabe Nr. 2567

Horst Weber, Jahrgang 1944, von 1970 Redakteur dieser Zeitung, zwischen 1996 und 2005 ihr Chefredakteur und als Vorsitzender der gleichnamigen Stiftung auch ihr Herausgeber, an dem Apple-Macintosh-Rechner, mit dem die Redaktion 1997 aus Mitteln des Auswärtigen Amtes durch Vermittlung von Konsul Arnulf Braun ausgestattet worden war.        
Foto: HZ-Archiv

Seinen Einstand als Redakteur der Hermannstädter Zeitung gab der 1944 in Agnetheln geborene Germanist Horst Weber 1970 mit einer „launigen Besprechung“ eines Bunten Abends am Hermannstädter Staatstheater. Von 1996 bis 2005 lenkte er als erfahrener Journalist die Geschicke der Zeitung. Horst Weber lebt heute in Bielefeld/Deutschland und berichtet im Folgenden über fünfunddreißig Jahre in der Redaktion der Hermannstädter Zeitung (die zwischen 1971 uns 1989 den Namen Die Woche tragen musste).Weiterlesen

Zwei Jubilare gewürdigt

Jahrestagung des Hermannstädter Forschungsinstituts

Ausgabe Nr. 2559

Schriftleiter Zeno-Karl Pinter (stehend) stellt die 60. Ausgabe der Forschungen zur Volks- und Landeskunde vor, die Jubilare Vasile Ciobanu (1. v. l.) und Paul Niedermaier (2. v. l.) hören gespannt zu.    
Foto: Beatrice UNGAR

Zwei Jubilare gewürdigt wurden bei der Jahrestagung des Hermannstädter Forschungsinstituts für Geisteswissenschaften der Rumänischen Akademie am Freitag der Vorwoche. Zunächst der Institutsleiter und Städtehistoriker Architekt Dr. Paul Niedermaier zu seinem 80. und der Historiker Dr. Vasile Ciobanu zu seinem 70. Geburtstag.Weiterlesen