Aufbruchstimmung statt Schwerfälligkeit

Streiflichter von der Kunstmesse ,,Paris+ par Art Basel“ / Von Claus REHNIG

Ausgabe Nr. 2793

Im Grand Palais Ephémère fand vom 20. bis 23. Oktober die erste Auflage der Kunstmesse ,,Paris+ par Art Basel“ statt.

,,Selten war das Geschiebe auf einer Kunstmesse in Paris größer als auf der ersten ‚Paris+ par Art Basel‘. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich nichts anderes als ein neuer Ableger der weltweit wichtigsten Messe für Gegenwartskunst, der Art Basel“, schwärmte Reporter Thomas Walde im ZDF-Mittagsmagazin am Freitag, dem 24. Oktober 2022. Und tatsächlich herrschte eine äußerst positive Stimmung bei der Nachfolgerin der FIAG, die Jahrzehnte lang die Geschicke dieser Pariser Kunstmesse leitete. Die Stadtverwaltung von Paris, die Paris wohl zur Weltkunst-Hauptstadt  wandeln will, gab diesmal den Zuschlag an Art Basel, die über größere Verbindungen zu internationalen Kunstsammlern verfügt. Weiterlesen

Die Welt von oben

Sonderausstellung im Astra-Freilichtmuseum

Ausgabe Nr. 2793

Blick in die Ausstellung mit Werken von Viorel Marginean im Kellergeschoss des Multikulturellen Pavillons am Haupteingang des Astra-Freilichtmuseums. FOTO: Ruxandra STĂNESCU

Ein Höhepunkt seiner Künstlerlaufbahn sei die Teilnahme an der Biennale in Paris 1967 im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, wo der Schriftsteller und damalige französische Kulturminister André Malraux  und der Kunstkritiker Jaques Lassaigne, damals Präsident der International Association of Art Critics und u. a. Autor einer Monografie des Künstlers Ștefan Luchian, seine Werke betrachteten. Dies betonte Viorel Mărginean (1933-2022) immer wieder in seiner bescheidenen aber bestimmten Art. Weiterlesen

Keine seichte Lektüre

Erster Gedichtband von Brigitte Hermann erschienen

Ausgabe Nr. 2793

,,Eine Sammlung meiner zeitlich, räumlich und inhaltlich unterschiedlich entstandenen poetischen Niederschläge, die hoffentlich nicht schlagen, erschlagen, sondern vielleicht ein wenig berühren“. So beschreibt  die in Hermannstadt geborene und heute in Dachau lebende Brigitte Hermann ihren jüngst im Hermannstädter Armanis-Verlag erschienenen ersten Gedichtband, in dem sie 80 Gedichte veröffentlicht, die „aus der Menge ragen“ – um gleich eine sprachliche Anleihe bei ihr zu machen. Schon im Titel „Untiefenfrei“ lässt sie die Sprache schillern und spielt durch Doppeldeutigkeiten mit Leser und Leserin, deren Aufmerksamkeit sie schnell auf ihre Seite(n) bringt.Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2793

Gottesdienst in der Mundart

Michelsberg. – Am Reformationstag,  Montag, dem 31. Oktober, 17 Uhr, findet in der Michelsberger Dorfkirche der schon zur Tradition gewordene Gottesdienst in siebenbürgisch-sächsischer Mundart statt. Es predigt Pfarrer Michael Reger (Kerz). Musikalisch umrahmt wird der Gottesdienst durch den Heltauer Kirchenchor und Zsuzsánna Molnár an der Orgel. Dr. András Bándi ergänzt die Veranstaltung mit einem Vortrag über den siebenbürgischen Reformator und Verleger Caspar Helth.

Anschließend lädt die Kirchengemeinde auf dem Pfarrhof zu Speis und Trank – insbesondere zu ,,evangelischem Speck” – ein.  (BU)Weiterlesen

Neuer Vorsitzender

Ausgabe Nr. 2792

Der im März 2021 zum Vorsitzenden des Kreisforums Hermannstadt gewählte Gabriel Tischer (rechts) legte infolge seiner am 31. März d. J. erfolgten Wahl zum Vorsitzenden des DFDH dieses Amt ab, sodass die Vertreterversammlung des Kreisforums auf der Tagesordung der Tagung vom 14. Oktober die Wahl eines neuen Vorsitzenden und eines neuen Vorstandsmitglieds hatte. Zum Vorsitzenden gewählt wurde der Jungunternehmer Wolfgang Alexander Guib (links), DFDR-Stadtrat und Geschäftsführer des Deutschen Wirtschaftsclubs Siebenbürgen, bisher Vorstandsmitglied  des Kreisforums. Neu in den Vorstand gewählt wurde Corina Bokor, derzeit Vizebürgermeisterin von Hermannstadt.  Foto: Beatrice Ungar

Ein Synonym für den Herbst

Die Gewinnerfilme des Astra Film Festivals 2022 wurden bekannt gegeben

Ausgabe Nr. 2792

Der ,,Full Dome“, die mobile Kuppel auf dem Großen Ring, in der ca. 20.000 Kinder und Jugendliche an den acht Festivaltagen Kurzfilme im Full Dome-Format sehen konnten, war auch in diesem Jahr die wichtigste Attraktion. Das Bild hat eine 360-Grad-Ausdehnung im Horizont sowie mindestens 180 Grad über den Zenit und umgibt den Betrachter.                                                                                       Foto: Beatrice UNGAR

Ein Synonym für den Herbst in Hermannstadt ist das Astra Film Festival. Seit 29 Jahren lockt das Dokumentarfilmfestival Jung und Alt in seine Kinosäle, sei es wie zu Beginn ins eigene Haus auf dem Kleinen Ring, später ins Gewerkschaftskulturhaus, während der Pandemie ins Freilichtmuseum und dieses Jahr zum ersten Mal ins CineGold, in der Promenada Mall Sibiu. Die Qualität der Filme ist immer gleich gut, das Publikum geht mit dem Gefühl nach Hause, etwas Neues gelernt zu haben, manchmal aus dem Film selber, andere Male aus den Gesprächen, den Q&A Sessions mit den Filmemachern. Weiterlesen

Von Old Shatterhand bis János Xantus

Besuch bei den Filmemachern Gábor und Áron Xantus (I) / Von Werner FINK

Ausgabe Nr. 2792

János (John) Xantus in der Uniform der amerikanischen Marine 1861.

„Die Traumhelden und die Traumlandschaften unserer Jugendjahre – er hat sie erzählt und beschrieben wie kein anderer, ja verkörpert im wahrsten Sinne des Wortes. Ging er doch in seinem blonden deutschen Helden Old Shatterhand alias Kara Ben Nemsi vollends auf. Die Rede ist vom Volksschriftsteller Karl May, der es wie kein anderer verstand, seine Leser zu fesseln“, schreibt Konrad Wellmann in einem Artikel in der Hermannstädter Zeitung von 2012 zum 100. Todestag von Karl May (1842-1912) und stellt ebenda fest:  „Jung und Alt liebten seine starken Helden, hassten die Bösewichte und bewunderten seine angeblich selbst erlebten Abenteuer. Dabei hat Karl May erst im Alter einige Stätten seiner Romane kennen gelernt.“ Wenn Karl May erst im Alter die Stätten seiner Romane kennengelernt hat, wer war es, der ihm als Inspiration diente? Diese Gedanken gingen bestimmt ganzen Generationen Lesern durch den Kopf. Antworten zu finden wird versucht in dem Film ,,Magyar volt-e Old Shatterhand“ (War Old Shatterhand ein Ungar?/ 2006), von Gábor Xantus und dessen Sohn Áron Xantus. Expeditionsreisen sind übrigens eine Herzensangelegenheit der Beiden. Neulich drehten sie einen Film über Emil Racoviță (1868-1947), der 2021 mit dem Preis der Rumänischen Akademie und Ende September d. J. vom  Verband der Rumänischen Filmemacher (UCIN) ausgezeichnet wurde.Weiterlesen