Nachrichten

Ausgabe Nr. 2757

DFDR-Abgeordneter als ,,Nazi“ bezeichnet

  Hermannstadt. – Der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț hat die Generalstaatsanwaltschaft aufgefordert, von Amts wegen Klage einzureichen, nachdem der AUR-Abgeordnete Titi Stoica ihn am Mittwoch in der Sitzung der Kommission für Geschäftsordnung als „Nazi“ bezeichnet hatte.

Stoica wies die Anschuldigung im Plenum der Abgeordnetenkammer zurück, er habe die in der Kommission verwendeten Methoden als jene der NS bezeichnet, ergänzte jedoch: „Historiker haben festgelegt, dass das DFDR der Rechtsnachfolger der im Prozess von Nürnberg verurteilten Deutschen Volksgruppe in Rumänien (DViR)“ sei.

MP Ovidiu Ganț stellte richtig: Das DFDR ist der vom Gericht anerkannte rechtsmäßige Vertreter der deutschen Minderheit in Rumänien und dessen Repräsentant im Rumänischen Parlament und der Rumänischen Regierung sowie in internationalen Beziehungen und keineswegs der DViR-Nachfolger.

Die Kommission hatte die Vorschläge zur Veränderung der Geschäftsordnung der Kammer infolge der am Montag im Plenum des Parlaments erfolgten Anpöbelung von Energieminister Virgil Popescu durch den AUR-Abgeordneten und Parteichef George Simion untersucht.

Bei diesem Vorfall hatte der DFDR-Abgeordnete umgehend reagiert – mit der Bemerkung ,,ein solches Verhalten wird in keinem Parlament der zivilisierten Welt akzeptiert“ – und die Mitglieder der Fraktion der nationalen Minderheiten hatten aus Protest den Saal verlassen. (HB)Weiterlesen

Einzeln verpackte Krapfen verteilt

15. Auflage des Urzellaufs in Agnetheln nach der Wiederaufnahme

Ausgabe Nr. 2756

Einzeln verpackt, nicht in der Quetsche: ,,Schaut her, wie tolle Krapfen wir gebacken haben“, scheinen diese beiden Urzeln zu rufen, die die rund 500 einzeln verpackte Krapfen in zwei Handwägelchen in der Parade hinter sich herzogen.                                              Foto: Max SCHUZ

„Mer wäinschen vill Gläck än diesem Hais, mer draiwen mät asen Gaußeln och Schallen de Suarjen ais. As Lauder och Wätz koun en jäider hieren, daut mer Ech besecken zaucht daut mer Ech ieren!“ Dieser Urzelspruch war im Vorjahr nicht zu hören, dafür aber am vergangenen Sonntag wieder, nachdem der Urzellauf pandemiebedingt im letzten Jahr nicht hatte stattfinden können. In diesem Jahr feierten die Agnethler Urzeln ein kleines Jubiläum und zwar die 15. Auflage des 2007 wieder aufgenommenen Urzellaufs. Weiterlesen

Einsatz rund um die Uhr gesichert

Neue Salvamont-Hütte auf der Hohen Rinne wurde am 1. Februar d. J. eröffnet

Ausgabe Nr. 2756

Neue Salvamont-Hütte: Seit Dienstag steht den Mitarbeitern des Hermannstädter Bergrettungsdienstes Salvamont auf der Hohen Rinne eine neue Hütte zur Verfügung. Nach 1990 ist es die zweite neu gebaute Hütte für Salvamont, nachdem am 28. Oktober 2011 im Bulea-Kessel im Beisein des damaligen Kreisratsvorsitzenden Martin Bottesch die neue Hütte für die Bergretter eröffnet worden war. Die Hütte im Buleakessel trägt den Namen eines Salvamont-Gründers: Toma Boerescu.                                                         Foto: Werner FINK

Ab Dienstag, dem 1. Februar, können nun die Bergretter ihre Aktivitäten auf der Hohen Rinne mit einer erhöhten Effizienz durchführen, denn die neue Salvamont-Hütte auf der Hohen Rinne wurde eröffnet. Die Investition belief sich auf 3.415.169,09 Lei und wurde vom Hermannstädter Kreisrat aus nicht zurückzahlungspflichtigen Regierungsfonds über das Tourismusministerium sowie aus eigenen Fonds getätigt. Das Grundstück stellte das Hermannstädter Bürgermeisteramt zur Verfügung.Weiterlesen

Lesenswerte Lektüre

Einer näheren Betrachtung wert: Zwei Jahrbücher für 2022 im Überblick

Ausgabe Nr. 2756

Links im Bild: Berthold W. Köber(Hg.): Jahrbuch 2022/Menschen und Zeiten/Siebenbürgisch-Sächsischer Hauskalender, 67. Jahrgang, Im Auftrag der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee und in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien; Schiller Verlag, Hermannstadt – Bonn 2021, 248 Seiten, ISSN-Nr. 0583-192X.Rechts im Bild: Deutsches Jahrbuch für Rumänien 2022, Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien (ADZ), 336 Seiten, ISSN 2559 – 4869, ISSN-L 2559-4869. Foto: Cynthia PINTER

Ein neues Jahr, zwei neue Jahrbücher. „Menschen und Zeiten“ ist der Titel des Jahrbuches bzw. des Siebenbürgisch-Sächsischen Hauskalenders, der im Auftrag der Gemeinschaft Evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee und in Zusammenarbeit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien von Berthold W. Köber herausgegeben wurde und im Schiller Verlag Hermannstadt-Bonn erschienen ist. Und das Deutsche Jahrbuch für Rumänien 2022, von der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien mit Unterstützung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien mit Mitteln des Departements für Interethnische Beziehungen der Regierung Rumäniens in der Honterus-Druckerei gedruckt, ist ebenfalls einer näheren Betrachtung wert.Weiterlesen

,,Mehr als ein Erlebnis“

Ein Buch zum Thema Trekking durch die Mongolei

Ausgabe Nr. 2756

Gerhard M. Bonfert bei einer Dünenwanderung in der Wüste Gobi.                             Foto: Privat

,,Eine Trekkingtour durch die südliche und zentrale Mongolei – Süd Gobi und Kharakhorum“, lautet der Untertitel des Buches ,,Wind zwischen Sandkörner“, das der gebürtige Hermannstädter Journalist Gerhard M. Bonfert 2017 verfasst und 2021 im Eigenverlag in Augsburg, wo er seit 1990 lebt, herausgegeben hat. Mongolei? Mongolen? Die Neugierde des Lesers wird schnell geweckt. Erinnerungen an die Geschichtsstunden werden wach. Die Mongolen hatten ja im 13. Jahrhundert das Land verwüstet, die Bevölkerung niedergemetzelt. Was machen die Mongolen heute? Wie sieht das Zuhause der einst angsteinflößenden Mongolen aus?Weiterlesen

Antrittsbesuch

Ausgabe Nr. 2756

Durch eine ganz unerwartete Fügung fand das erste Treffen zwischen Konsulin Kerstin Ursula Jahn und Otto Deutsch, dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Hermannstadt, ausgerechnet am 27. Januar dieses Jahres, zum Internationalen Holocaust Gedenktag statt.  An diesem frostigen Wintertag fand die Begegnung in der warmen und willkommen heißenden Atmosphäre des Gebets- und Veranstaltungsraums der jüdischen Gemeinde in Hermannstadt statt. Herr Deutsch hat Frau Konsulin Jahn einen ausführlichen und äußerst interessanten geschichtlichen Überblick zu der jüdischen Gemeinde in Hermannstadt, der baulichen Entstehung der Synagoge und dem jüdischen Leben vor Ort sowie der spezifischen Veranstaltungen und Feierlichkeiten der mittlerweile sehr kleinen Gemeinde geboten. Dabei ist er auf ein besonderes historisches, Hoffnung spendendes Ausnahmegeschehen zu sprechen gekommen: Auch wenn sich die Mitglieder der Hermannstädter jüdischen Gemeinde vor und während des Zweiten Weltkrieges erniedrigenden und das Leben erschwerenden Regeln zu beugen hatten, wurde immerhin kein einziges Mitglied der Gemeinde deportiert. Ganz anders als in vielen anderen Regionen des Landes.

Frau Konsulin Jahn wurde zu den zukünftigen Veranstaltungen der Gemeinde herzlich eingeladen, sobald die Entwicklung der Pandemie die Organisation derselben wieder zulässt. Unser Bild: Konsulin Kerstina Ursula Jahn (rechts) und Otto Deutsch in der Synagoge. 

Text und Foto: Konsulat der Bundesrepublik Deutschland

in Hermannstadt

,,Unheilschwangere Wolkengebilde“

Birgit Reiner und ihre ,,Cushioned Clouds“ möbeln Wien auf  / Von Ingrid WEISS

Ausgabe Nr. 2756

Birgit Reiner (links) im Gespräch mit Ingrid Weiss.                                                 Foto: Heinz WEISS

Ob im März 2020 anlässlich der Eröffnung der Wiener Privatgalerie ART 9TEEN in der pandemiebedingten  „Watch Party“, oder als eigene Ausstellung in der Kunstgalerie 7B in Michelsberg (Herbst 2021) und jetzt hier in Wien mit den „Cushioned Clouds“ – die Bilder und Kunstinstallationen von Birgit Reiner sind hochkarätige Eyecatcher! Aber alles der Reihe nach… Bereits im Oktober 2021 stach mir bei der Durchsicht der Hermannstädter Zeitung ein kurzer Bildbericht besonders ins Auge: Thomas Emmerling präsentierte in seiner Galerie Kunsthaus 7B in Michelsberg Bilder der in Hermannstadt geborenen und jetzt in Bonn lebenden Künstlerin Birgit Reiner. Die Vernissage sei gut besucht gewesen, hieß es da, und der kurze Beitrag schloss mit dem Ausblick, dass die faszinierende Ausstellung nach dem 5. Dezember 2021 in Wien gezeigt würde. Die Location dafür wäre ebenfalls bereits fixiert: der Private Art Club ART 9TEEN im noblen Wiener Bezirk Döbling!Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2756

Fünfte Welle ,,schwappt“ übers Land

Bukarest. – Die fünfte Welle der Pandemie ,,schwappt“ über Rumänien. Täglich werden zwischen 35.000 und 40.000  Neuinfizierte gemeldet. Im Kreis Hermannstadt waren es am Mittwoch 1374, die Inzidenz lag bei 17,91 im Kreisvorort bei 28,87. Die höchste Inzidenz verzeichnete der Kreis Temesch mit 24,78.

Inzwischen wurde die ansteckendere Omikron-Variante BA.2 bereits bei 13 Personen nachgewiesen, teilte am Dienstag das Institut für Öffentliche Gesundheit in Bukarest mit. In  Dänemark, wo diese Variante dominiert, hat eine Universitätsstudie ergeben, dass der Subtyp BA.2 der Omikron-Variante dem Impfschutz viel geschickter ausweiche als alle bisher entdeckten und im Umlauf befindlichen Varianten des Coronavirus. Geimpfte Personen würden allerdings das Virus nicht so leicht übertragen wie ungeimpfte. Desgleichen erklärten die Wissenschaftler aus Kopenhagen, dass Personen mit Drittimpfung, so genannte ,,Geboosterte“, diesen Subtyp in noch geringerem Maße verbreiten würden als Personen mit dem vollen Impfschutz (Erst- und Zweitimpfung). (BU)Weiterlesen

Endlich Schnee in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2755

Am Sonntag, dem 23. Januar, hat es in Hermannstadt gehörig geschneit, ebenfalls an diesem Tag wurde um 6.30 Uhr in Elisabethstadt/Dumbrăveni mit minus 20 Grad Celsius die bisher niedrigste Außentemperatur seit Winterbeginn gemessen. Dienstag, den 25. Januar, zog Hermannstadt nach, hier wurde um 8 Uhr morgens die gleiche Außentemperatur gemessen. In den Fogarascher Bergen herrscht bei über 2000 m  Lawinen-Warnstufe 5. Im Buleakessel maß die Schneedecke am Sonntag zweieinhalb Meter. Im Erlenpark waren am arbeits- und schulfreien Montag, dem 24. Januar, Kinder mit Schlitten aber auch Fußgänger zu sehen.                                       Foto: Fred NUSS

 

,,Vom Morden des reichen Mannes“

Thomas Perle und sein Stück ,,ein jedermann“

Ausgabe Nr. 2755

Jedermann im siebenbürgischen Salzburg: Die Premiere des Stücks ,,ein jedermann“ (rum. ,,domnul iedeman”) von Thomas Perle hat am Donnerstag der Vorwoche an der deutschen Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters stattgefunden und erntete Stehapplaus. Das Stück spielt in Salzburg/Ocna Sibiului bei Hermannstadt, wohin sich Jedermann, von den rumänischen Bediensteten ,,domnul iedeman“ genannt, mitsamt Familie und Belegschaft eingekauft hat und von einem Skigebiet ganz wie in Österreich träumt. Unser Bild (v. l. n. r.): Szenenfoto mit  den beiden Trobairitzen Theodora Sandu und Johanna Adam,  Fabiola Petri als ,,Frau Jedermann“, Ali Deac als Universalpriester und Benedikt Haefner als Jedermann.                                                             Foto: Dragoș DUMITRU

Nach der ausgezeichneten Produktion ,,LIVE“ (2020, Regie: Bobi Pricop) kehrte der aus Oberwischau in der Zips stammende und in Wien lebende Dramatiker Thomas Perle mit einer scharfen und auf den rumänischen Kontext abgestimmten Adaption eines der Referenztexte des österreichischen Theaters – „Jedermann“ (ein Text von Hugo von Hoffmannstahl aus dem Jahr 1911) – an die deutsche Abteilung des Radu Stanca-Nationaltheaters zurück. Das explizit gesellschaftskritisch und mit Lokakolorit versehene Stück „ein jedermann/domnul iedeman“ wurde von dem slowakischen Regisseur Dávid Paška inszeniert und hatte am 20. Januar Premiere im Rahmen eines Minifestivals der deutschen Abteilung. Im Vorfeld der Premiere sprach HZ-Redakteurin Beatrice U n g a r mit Thomas Perle.Weiterlesen