Für die Damen der Kunst

Ausstellung in der Hermannstädter UAP-Galerie eröffnet

Ausgabe Nr. 2761

Bei der Vernissage am Montag, dem 7. März, ergriffen Dozentin Dr. Daniela Maria Bădilă von der Lucian Blaga-Universität Hermannstadt, der UAP-Vorsitzende Florin Viorel, und die Restauratorin Celestina Albișor vom Brukenthalmuseum, das Wort (v. l. n. r.).                                                              Foto: Cynthia PINTER

„Die Kunst ist eine Vermittlerin des Unaussprechlichen“, hat schon Johann Wolfgang von Goethe behauptet. Kunst sollte gefallen, ohne vorher definiert zu werden. Gefallen hat den zahlreichen Besuchern die Vernissage der Ausstellung „Vital 2. Artiste din Sibiu și invitatele lor“ (Vital 2. Hermannstädter Künstlerinnen und ihre Gäste), die am Montag, dem 7. März, in der UAP-Galerie am Großen Ring eröffnet wurde. Damit wollten die Mitglieder des Hermannstädter Künstlerverbands pünktlich zum Internationalen Frauentag die Damen der Kunst ehren. Die Ausstellung wurde von der Hermannstädter Filiale des Rumänischen Künstlerverbands (UAP) in Zusammenarbeit mit der Lucian Blaga-Universität und dem Brukenthalmuseum organisiert.Weiterlesen

Hobby zum Beruf gemacht

Interview mit dem Skeleton-Trainer Wilfried Schneider

Ausgabe Nr. 2761

Wilfried Schneider (rechts) freut sich mit Yan Wengang, der in Beijing Bronze für China geholt hat. Foto: Privat

Der am 12. März 1963 in Mediasch geborene Skeleton-Trainer Wilfried Schneider war als Trainer des chinesischen Nationalteams bei der Winterolympiade 2022 in Beijing dabei. Aus diesem und aus Anlass seines morgigen Geburtstages richtete die HZ-Redakteurin Cynthia P i n t e r einige Fragen an ihn. Diese beantwortete Wilfried Schneider per E-Mail.Weiterlesen

Instrument ist in guten Händen

Orgelaussegnung in der evangelischen Kirche in Kirchberg

Ausgabe Nr. 2761

Blick auf die unspielbare und beschädigte Orgel auf der Empore der evangelischen Kirche in Kirchberg am Tag der Aussegnung.                                                                           Foto: Jürg LEUTERT

Seit geraumer Zeit arbeitet der Orgelausschuss der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien daran, die Orgel in der evangelischen Kirche in Kirchberg/Chirpăr sichern zu lassen. Es handelt sich um ein Instrument von Johannes Hahn sen. aus dem Jahre 1778. Die Orgel wurde 1988 von dem Hermannstädter Orgelbauer Hermann Binder restauriert und befand sich daher lange in gutem Zustand. Weiterlesen

Therapie für einen Neubeginn

Ausgabe Nr. 2761

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Erstmals zeigt im Brukenthalpalais eine Hörgeschädigte ihre Werke. Die 28-Jährige Alexandra Ursu (unser Bild) ist in Braller/Bruiu geboren und wurde im Alter von zwei Jahren verlassen, wuchs in mehreren staatlichen Kinderheimen auf und kehrte mit 18 in ihren Heimatort zurück. Hier wurde sie zum Betteln geschickt und missbraucht und landete vor neun Jahren in dem Sfântul Nectarie-Wohnheim für Personen mit Behinderungen in Mediasch. Hier entdeckte sie die Malerei für sich und wurde gefördert, so dass sie nun mit Unterstützung der Sozialdirektion des Kreises Hermannstadt und des Brukenthalmuseums bis zum 24. April d. J. ihre erste eigene Ausstellung im Ausstellungsraum im zweiten Innenhof des Brukenthalpalais zeigt, unter dem Motto ,,Terapie pentru un nou început“ (Therapie für einen Neubeginn). Die Malereien sind hell und bunt und fantasievoll. Alexandra Ursu sagt dazu: ,,Für mich ist Malen eine Therapie. Malen hilft mir, die Angstzustände zu bewältigen, die Traumata aus der Kindheit zu vergessen und alles in etwas Schönes umzuwandeln.  Das Malen lässt meine Emotionen an die Oberfläche gelangen und schenkt mir Entspannung und inneren Frieden. Jedes Mal, wenn ich meine Malereien zeigen darf, motiviert mich dies, weiter zu malen und zu träumen“.                                Foto: Beatrice UNGAR

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2761

Alarmzustand nicht verlängert

   Hermannstadt. – Der vor knapp zwei Jahren wegen der Covid19-Pandemie in Rumänien ausgerufene Alarmzustand wurde am 8. März um Mitternacht beendet. Rumäniens Staatspräsident Klaus Johannis erklärte in einer Pressekonferenz am Freitag, den 4. März, dass „die 5. Welle am Abebben ist”, nach zwei schweren Jahren seit dem Debüt der Pandemie, „in denen über 63.000 rumänische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger den Kampf mit der Krankheit verloren haben”.

Alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wurden somit aufgehoben. Das Tragen der Maske ist weder drinnen noch draußend verpflichtend, Gesundheitsminister Alexandru Rafila empfiehlt aber, diese in geschlossenen Räumen, wo sich viele Menschen aufhalten, wie z. B. öffentlichen Transportmitteln, Schulen und Supermärkten, Malls, weiterhin zu tragen.

Seit dem 9. März sind wieder auch alle Treffen mit einer unbegrenzten Anzahl von Personen erlaubt, wie z. B. Demos, Hochzeiten und Kino- oder Theaterbesuche. Desgleichen sind die Öffnungszeiten für Lokale freigegeben, bei voller Kapazität.

Personen, deren offizielle Dokumente wie Personalausweis und Führerschein abgelaufen sind, haben ab sofort 90 Tage Zeit, diese zu erneuern. Bisher waren diese Dokumente weiterhin gültig. (RS)Weiterlesen

Unterführung wieder geöffnet

Ausgabe Nr. 2760

Die Fußgängerunterführung am Ende der Bretterpromenade unter der Mühlgasse/Andrei Șaguna Richtung Schewisgasse&Bd. Victoriei wurde am Freitag der Vorwoche wieder eröffnet. Die Arbeiten im Innenbereich sind bis auf kleine Details fertiggestellt und die noch anstehenden Arbeiten im Außenbereich können fortgesetzt werden, ohne den Betrieb der Unterführung zu beeinträchtigen. Durchgeführt wurden u. a. Arbeiten an der Struktur, dem Regenwasser-Ableitungssystem, dem Bodenbelag und der Wandverkleidung. Unser Bild: Bürgermeisterin Astrid Fodor (rechts vorne) begutachtet die 18 Meter lange aus 45 Bildschirmen gebildete und von Sicherheitsglasplatten geschützte Videowand.                      Foto: Presseamt der Stadt

Ein großes Herz für Flüchtlinge

Spontane Hermannstädter Spendenaktion für die Ukraine war ein großer Erfolg

Ausgabe Nr. 2760

Fleißige Freiwillige griffen den Spendern unter die Arme und sortierten die Güter je nach Inhalt schon vor der Halle.                                                                                           Foto: Cynthia PINTER

Wasserflaschenpacks, Fleischkonserven, Hygieneartikel, Kleidung, Medikamente, Spielzeug, Decken, Matratzen und sogar Hunde- und Katzenfutter. In der 300 Quadratmeter großen Halle in der Tractorului- Straße Nummer 10 in Hermannstadt summte und brummte es am Wochenende (26. und 27. Februar) wie in einem Bienenstock. Säcke und Kisten voll mit Spenden wechselten die Besitzer im Sekundentakt. Der Krieg in der benachbarten Ukraine hat Menschen in Rumänien sensibilisiert und einige ergriffen die Initiative und organisierten Hilfstransporte für Flüchtlinge. „Vă ajutăm din Sibiu“ (Wir helfen euch aus Hermannstadt) ist eine davon, dank derer tausende von Hermannstädter am Wochenende für die Flüchtlinge aus der Ukraine spendeten.Weiterlesen

,,Archivarbeit kann recht emotional sein”

Interview mit Dr. Gerhild Rudolf, Leiterin des Teutsch-Hauses in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2760

Gerhild Rudolf in ihrem Büro.                                                            Foto: Ruxandra STĂNESCU

 

Dr. Gerhild Rudolf feierte am 1. März 10 Jahre, seitdem sie das Teutsch-Haus in Hermannstadt leitet. Über ihre bisherige Arbeit und Zukunftspläne sprach sie mit der HZ-Redakteurin Ruxandra S t ă n e s c u.

Bitte stellen Sie sich kurz vor?

Ich bin Gerhild Rudolf, ich bin in Kronstadt geboren und aufgewachsen, habe dann in Hermannstadt Germanistik und Anglistik studiert, nachher war ich Hausfrau, Religionslehrerin und Gottesdienstlektorin. Nach-dem die Kinder etwas größer waren, habe ich als Redakteurin der Kirchlichen Blätter, das ist die Monatsschrift der evangelischen Kirche A. B. in Rumänien, etwa 15 Jahre gearbeitet. Nach dem Studium habe einen Master absolviert und dann 2018-2019 das Doktorat abgelegt. Das Gebiet,  das mich am meisten interessiert hat, war angewandte Linguistik.Weiterlesen

Bin ich eigentlich ,,normal“?

Betrachtungen über Frauen, die als Urzel liefen und laufen / Von Dagmar SECK

Ausgabe Nr. 2760

Schon 1983 wurden in der Hermannstädter Zeitung, die damals Die Woche (Nr. 790/4. März) heißen musste, zahlreiche weibliche Urzeln abgebildet.         Foto: Horst BUCHFELNER

Soweit meine Erinnerungen zurückreichen, wurde in meiner Familie immer Urzel gelaufen. Damit meine ich gar nicht meinen Großvater, der nach der Wiedereinführung des Brauches in Agnetheln 1969 Urzelsprecher war, das war vor meiner Zeit, sondern meinen Vater und meine beiden großen Geschwister: Sie nahmen bereits Anfang der 1990er Jahre am Urzelumzug in Sachsenheim teil, als ich Tummi noch glaubte, die Peitschen würden knallen, weil man sie ganz fest auf den Boden haute. Wenige Jahre später lief (und knallte) ich dann auch selbst, und heute bin ich regelmäßig dabei, wenn die Urzeln unter der Führung meiner Mutter Nürnberg und Umgebung unsicher machen. Soweit so normal. Aber ist es das wirklich? Wo war meine Mutter in den 1990ern? Wo war meine Tante, die heute doch auch so gerne im Umzug mitläuft und Krapfen verteilt? Auf den Fotos von damals sind hauptsächlich Männer zu sehen. Seit wann ist es „normal“, dass Frauen Urzel laufen? Die Frage hat mich umgetrieben. Also habe ich nachgelesen und nachgehakt.Weiterlesen

,,In der Stunde gelöschter Zeichen“

 Der Schriftsteller Hans Bergel ist tot

Ausgabe Nr. 2760

 

Hans Bergel (1925-2022) Foto: Eva SEILER ISZLAI

Der Schriftsteller Dr. h.c. Hans Bergel ist am 26. Februar d. J. in München gestorben. Der am 26. Juli 1925 in Rosen-au bei Kronstadt Geborene wurde im April 1959 verhaftet und im Schriftstellerprozess zu 15 Jahren Zwangsarbeit und fünf Jahren Verlust sämtlicher Bürgerrechte verurteilt. 1964 wurde er befreit und wanderte 1968 nach Deutschland aus, mit Unterstützung von Günter Grass. Als ,,lyrischen Nachruf“ veröffentlicht die HZ ein Gedicht von Hellmut Seiler, das dieser zum 95. Geburtstag des Verstorbenen im Jahr 2020 verfasst hatte.Weiterlesen