Ein Korb voller Lieder

Ausgabe Nr. 2877

„Af deser Ierd dō äs e Lånd,/ ’si hisch äs nichen åndert,/ ich sihnt mich äng no äm zeräck,/ wä ech de Wält durchwåndert“. Emotional wurde es in der Aula des Brukenthalgymnasiums am Samstag, dem 3. August, als im Rahmen des Großen Sachsentreffens, ein Konzert der „Lider-Ziker“ stattfand. Die Sängerinnen Rose Henrich, Helga Meitert, Hildrun Schneider, Ingrid Giresch, Marianne Klein und Dorothea Binder (unser Bild v. l. n. r.) sangen siebenbürgisch-sächsische Lieder und trugen Gedichte in dergleichen Mundart vor. Die Aula war voll, viele Menschen nahmen einen Stehplatz in Kauf, nur um der schönen Musik zu lauschen, die von Gitarrenklang und Flötentönen begleitet wurde. „Äm Hontertstreoch“, „Medche mät de Kirschenuge“, „Et saß e kli wäld Vijeltchen“ oder „Um Brännchen“ waren nur einige der vielen Lieder, die von den Damen in siebenbürgisch-sächsischer Tracht gesungen wurden. Die beiden Lieder „Af deser Ierd“ und „Der Owend kitt errun“ durften die in der Aula Anwesenden mitsingen. Die alten Weisen erklangen wieder laut und deutlich und manch einer in der Aula wischte sich vor Nostalgie eine Träne aus dem Gesicht. Aber die meisten freuten sich, wieder einmal siebenbürgisch-sächsisches Liedgut hautnah zu erleben. Text und Foto: Cynthia PINTER

Für Theaterliebhaber

Ausgabe Nr. 2877

In den Genuss von guten Theaterstücken konnten die Teilnehmer beim Großen Sachsentreffen an allen drei Veranstaltungstagen kommen. Sarah Browns „Eine sächsische Handwerkergeschichte in Siebenbürgen“ der Deutschen Abteilung des „Radu Stanca“-Nationaltheaters Hermannstadt, wurde am Freitagnachmittag in der evangelischen Stadtpfarrkirche gezeigt. Am Samstag und am Sonntag konnten die Theaterliebhaber im Radu Stanca-Nationaltheater der Hermannstadt-Premiere von Thomas Perles „PROTESTANTEN vertreibung aus der heimath“ des Griessner Stadls beiwohnen (unser Bild). Das Stück hat Thomas Perle als Auftragswerk für den Griessner Stadl verfasst. Darin geht es um die brutale Zwangsumsiedlung von evangelischen Bürgern unter Maria Theresia vor 250 Jahren (1773-1776) aus dem Oberen Murtal in Österreich in die Region Hermannstadt, Siebenbürgen. Auf der Bühne wird die Geschichte einer österreichischen Familie porträtiert. Die Mutter, die dem katholischen Glauben treu bleibt, obwohl sie ihren Mann an die neue Heimat Siebenbürgen verloren hat, wiederholt immer wieder „I konnt nit weg. Musst bleiben hier katholisch ich.“ Die Tochter zieht zusammen mit dem Vater ihres Neugeborenen nach Siebenbürgen und muss ihr Kind zurücklassen, damit es von „guten katholischen Eltern“ großgezogen wird. Immer wieder ist die allmächtige, auf einem Dach in rotem Kleid thronende Maria Theresia (gespielt von Schauspieler Ferdinand Nagele) zu sehen, die ihre Machenschaften preisgibt. Auf der Bühne zu sehen sind: Sophie Moser, Susanne Stockinger-Puch, Mino Dreier, Ferdinand Nagele und Walter Ofner.

Text und Foto: Cynthia PINTER

Ein beliebter Treffpunkt

Streiflichter rund um den Jugendpavillon auf dem Kleinen Ring

Ausgabe Nr. 2877

Gute Stimmung herrschte bei der Jam Session mit Mitgliedern der beliebten Combo Band.

Der Jugendpavillon auf dem Kleinen Ring, organisiert vom Deutschen Jugendverein Siebenbürgen und der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland, war täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet und entwickelte sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt. Die Tische, Bänke und gemütlichen Sitzsäcke machten ihn zu einem perfekten Rückzugsort nicht nur für die Jugend, sondern auch für jung Gebliebene. Weiterlesen

Ein umfangreiches Werk

,,Hexenszenen – ein siebenbürgisches Melodram“

Ausgabe Nr. 2877

Die Solisten Melinda Samson und Tim Lucas und der Komponist und Dirigent Heinz Acker (v. l. n. r.).                                        
Foto: Beatrice UNGAR

Noch im Jahr 1697 gab es in Hermannstadt einen Hexenprozess wie es solche in den Jahren zuvor auch gegeben hatte – ebenso wie in anderen Städten Siebenbürgens. Das entsprechende Archivmaterial liegt vor. Mit diesen historischen Dokumenten hat sich der Komponist Heinz Acker beschäftigt, nachdem er einen eindringlichen Bilderzyklus der Künstlerin Sieglinde Bottesch zum selben Thema gesehen hatte. Damit war die Grundlage geschaffen für eine Komposition, die nun im Rahmen des Sachsentreffens am Samstagabend in der evangelischen Stadtpfarrkirche uraufgeführt wurde. Weiterlesen

Erinnerungen und Historie

Zwei sehr gut besuchte Buchvorstellungen im Spiegelsaal des DFDH

Ausgabe Nr. 2877

Gerhard Konnerth und Dagmar Dusil bei der Buchvorstellung am Samstag.

In Erinnerungen schwelgen konnten die Besucher des Großen Sachsentreffens am Samstagnachmittag bei der Vorstellung des Buches „Im Schnee der Erinnerungen. Hermannstadt“, das von Dagmar Dusil herausgegeben und im Spiegelsaal des Forums präsentiert wurde. Zur „Wiederholungstäterin“ wird die HDH (Heimatgemeinschaft der Deutschen Hermannstadts) im Begleitwort des Buches genannt, nachdem 2017 die Anthologie „Fakten Bilder Worte“ und 2022 „Mit Erinnerungen gepflastert“ erschienen ist. Der neue Sammelband handelt von Hermannstadt und ist in drei große Kapitel unterteilt: „Dokumentiert“, „Erinnert“ und „Recherchiert“. Weiterlesen

Kirchenburgen-Panoramen und Dokumentarstreifen

Ausgabe Nr. 2877

Nach Sonnenuntergang gab es auf dem Huetplatz am Freitag und am Samstag verschiedene Angebote. So stellten zum Auftakt am Freitagabend Dr. Ralf Thrull und Dr. Susanne Thrull ihr Projekt Kirchenburgen-Panoramaaufnahmen und -Webseite vor. Dr. Susanne Thrull berichtete kurzweilig und anschaulich über das regelrechte Abenteuer, die bisher insgesamt 153 Kirchenburgen, Wehrkirchen und Kirchen in Siebenbürgen, die man schon auf der Webseite https://kirchenburgen-siebenbuergen.de abrufen kann. Es handelt sich um interaktive sphärische Panoramen von Kirchenburgen in Siebenbürgen. Dazu sagte Dr. Susanne Thrull: Der Vorteil von Panorama-Aufnahmen gegenüber dem herkömmlichen Foto besteht nicht nur darin, dass man einen räumlichen Eindruck bekommt, ähnlich wie in einem Film. Es wird dabei auch buchstäblich jeder Winkel abgebildet. Der Vorteil gegenüber dem Film ist aber, dass man als Betrachter eigene Schwerpunkte setzen kann: verweilen an Stellen, die man genauer betrachten möchte, und Details heranzoomen.” Freitag wurde im Anschluss der Film Auf Brukenthals Spuren” (Regie: Florin Besoiu) gezeigt und am Samstagabend Das Leben und Wirken von Hans-Otto Roth”. Unser Bild: Zwischen Brukenthalschule und evangelischer Stadtpfarrkirche herrschte auch bei der Projektvorstellung durch Dr. Ralf Thrull und Dr. Susanne Thrull eine tolle Stimmung.               Foto: Beatrice UNGAR

Polarisierende Spiele

Rumänien hat bisher 8 Medaillen in Paris geholt

Ausgabe Nr. 2877

Ein goldener Doppelzweier aus Rumänien: Marian Enache (links) und Andrei Cornea.                        Foto: ProSport

Nachdem die Olympischen Spiele bereits auf und neben dem Sportplatz für Furore sorgten ist nun auch eine rumänische Athletin betroffen. Sogar die Politik schaltet sich ein. Was ist passiert? Die 18-jährige Turnerin Ana Bărbosu hatte am Montag im Bodenfinale zunächst punktgleich mit der US-Amerikanerin Jordan Chiles den dritten Platz belegt. Doch die amerikanische Delegation legte Einspruch ein und forderte eine höhere Bewertung. Dieser wurde stattgegeben, sodass Chiles zur alleinigen Drittplatzierten erklärt wurde und Bărbosu leer ausging.Weiterlesen

Zum Thema Liebe

Jugendverein ,,Zurzeit: Kultur” präsentierte Zeitschriften

Ausgabe Nr. 2877

Bei der Vorstellung der Zeitschrift (v. l. n. r): Ema Achim (12. Klasse, Johannes-Honterus-Gymnasium Kronstadt), Sophia Neguț (10. Klasse, „Grigore Moisil”-Informatik- Nationalkolleg Kronstadt), Roberta Petenchea (12. Klasse, Technologisches Lyzeum Rosenau), Irina Bica (11. Klasse, „Dr. Ioan Meșotă”-Nationalkolleg Kronstadt) und Petra Binder (Projektkoordinatorin).                                                                      Foto: der Verfasser

Der Kronstädter Jugendverein „Zurzeit: Kultur” präsentierte am Samstag im Rahmen des Großen Sachsentreffens in der Brukenthalschule die letzten zwei Ausgaben der Jugendzeitschrift „Zurzeit: Jugend” vor. Einleitend bedankte sich die Projektkoordinatorin Petra Binder bei der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Demokratischen Forum der Deutschen aus Kronstadt für die finanzielle Unterstützung. Weiterhin haben vier Schülerinnen aus dem Landkreis Kronstadt Textausschnitte aus den zwei Ausgaben vorgelesen. Weiterlesen