Niedrigste Wahlpräsenz seit 1989

PSD hat landesweit die meisten Stimmen erhalten, in Bukarest führt USR-Plus

Ausgabe Nr. 2702

Der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganț – hier beim Wahlgang am Sonntag in Temeswar – hat ein neues Mandat in der Abgeordnetenkammer des Rumänischen Parlaments erzielt. Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) hat seine Kandidaten in allen Landkreisen aufgestellt und erzielte über 7500 Stimmen. 2016 waren es 12.254.          Foto: Adrian ARDELEAN

Die Sozialdemokratische Partei (PSD) hat die Parlamentswahlen am 6. Dezember d. J.  mit knapp 29 Prozent der Stimmen gewonnen, sowohl für den Senat als auch für die Abgeordnetenkammer. Die große Überraschung kam von AUR, der Allianz für die Vereinigung der Rumänen (Alianţa pentru Unirea Românilor), einer rechtsextremen Partei, die mit rund 9 Prozent der Stimmen ins Parlament zieht. Der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ hat ein neues Mandat für die Abgeordnetenkammer gewonnen.

Die Wahlen am 6. Dezember hatten die niedrigste Teilnahme bei einem Wahlgang in Rumänien nach 1989: 33,24 Prozent der Wahlberechtigten haben ihre Stimme abgegeben. Bei den Parlamentswahlen 2016 waren es noch 39,49 Prozent der Wahlberechtigten.Weiterlesen

,,Bereitet dem Herrn den Weg“

Ein Wort aus Mediasch zum 3. Advent

Ausgabe Nr. 2702

Ist es, wie es immer schon war?

Bevor ein König eine Reise machte, mussten Vorbereitungen getroffen werden. Er sollte eine angenehme und gute Reise haben und darum wurden die Straßen repariert. Das hat sich bis heute nicht geändert, wenn ein Staatsbesuch kommt, werden die Straßen repariert und asphaltiert. Die Straße wird repariert – sagen die Leute – denn es kommt der Präsident. Ähnlich ist auch die Vorstellung im Alten Testament, wo der Prophet Jesaja schreibt: „Bereitet dem Herrn den Weg, denn siehe der Herr kommt gewaltig.“ Johannes, der auch der Täufer genannt wird, übernimmt diesen alten Aufruf und leitet damit die Ankunft Jesu ein. Er versteht sich als Wegbereiter Jesu. So ähnlich war die Vorbereitung auf den Messias, und Johannes der Täufer bereitet ihm den Weg.Weiterlesen

Weit mehr als marginale Sichten

Kalender von Martin Eichler lassen wunderbares Siebenbürgenbild entstehen

Ausgabe Nr. 2702

Landschaften Siebenbürgens 2021 von Martin Eichler, Querformat ca. 50 x 35 cm, Bilderdienst Eichler, München 2019, ISBN: 978-3-942424-60-8. Die Schönheit der verschiedenen Landschaften in Siebenbürgen zeigt dieser Wandkalender. Ein Blickfang für jede Wand und ein wirklich repräsentatives Geschenk. Unser Bild: Das Oktoberblatt zeigt eine Herbstlandschaft bei Rosenau mit Blick auf das Butschetsch/Bucegi-Gebirge.

Ein Kalender ist kurz zusammen gefasst eine verdichtete Übersicht über Tage, Wochen sowie Monate eines Jahres. Vielleicht reicht diese eher wortkarge Beschreibung aus, um dieses Produkt nüchtern und ohne weiteren Tiefensinn zu klassifizieren. Wer sich aber den kulturellen Schätzen – welche im Bildverlag von Martin Eichler entstehen – sinnvoll nähern möchte, sollte wohl eine weitaus größere Vorstellungswelt mitbringen. Weiterlesen

Rumänien ist weiter

Handball-EM-Qualifikation in die Hauptrunde

Ausgabe Nr. 2702

Cristina Neagu (am Ball) warf in dem Gruppenspiel gegen Norwegen ihr 250. Tor bei einer Europameisterschaft.                  Foto: kolektiffimages

Die rumänische Frauen-Nationalmannschaft im Handball hat sich trotz Niederlagen gegen Deutschland (19:22) und Norwegen (20:28)durch den Sieg gegen Polen (28:24) ein Ticket für die Hauptrunde der Europameisterschaft in Dänemark erkämpft. Rumänien hatte den Einzug in die Hauptrunde bereits vor dem Anwurf im Spiel gegen Norwegen, das am Montag, dem 7. Dezember stattfand, sicher. Weiterlesen

,,…dies einzige Band“

Siebenbürgisch-sächsischer Hauskalender 2021

Ausgabe Nr. 2702

Jahrbuch 2021. Auf der Suche nach Frieden. Siebenbürgisch-sächsischer Hauskalender 66. Jahrgang. Im Auftrag  der Gemeinschaft evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee und in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche A. B. in Rumänien herausgegeben von Berthold W. Köber. Schiller Verlag, Hermannstadt – Bonn, 2020, 255 Seiten, ISSN-Nr. 0583-192X.

,,Der Krieg und die Zwietracht verwüsten das Land,/Sie stürzen die Schutzmauern nieder./Nur Frieden und Eintracht, dies einzige Band,/Sie bauen Zerfallenes wieder.“ Der Wortlaut der Inschrift über dem Eingang zur Kirchenburg in Wolkendorf im Burzenland, der auf dem Umschlag des Jahrbuchs 2021 der Gemeinschaft evangelischer Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben im Diakonischen Werk der EKD – Hilfskomitee abgebildet ist, passt zu dem Motto dieses 66. Jahrgangs des Siebenbürgisch-Sächsischen Hauskalenders: ,,Auf der Suche nach Frieden“. Weiterlesen

Ein Schlager des Barock

Vesper zum 2. Advent in der Stadtpfarrkirche

Ausgabe Nr. 2702

Brita Falch-Leutert, Jürg Leutert, Maximilian Braisch und Klaus Philippi (v. l. n. r.) bestritten die musikalische Vesper zum 2. Advent.            Foto: Privat

,,Von Gott will ich nicht lassen“ und ,,Mit Ernst, ihr Menschenkinder“, die beiden Choräle aus dem Gesangbuch der Evangelischen  Kirche A. B. in Rumänien standen im Mittelpunkt der Vesper zum 2. Advent, die am Sonntag Nachmittag auf der Homepage der Hermannstädter evangelischen Kirchengemeinde A. B. ausgestrahlt worden ist. Das Konzert war am 4. Dezember in der Sakristei der evangelischen Stadtpfarrkirche aufgezeichnet worden.Weiterlesen

Mit Bären als Zuhörer

Beethoven-Konzert im Spiegelsaal des DFDH

Ausgabe Nr. 2702

Die drei Protagonisten des Konzerts – der Cellist Makcim Fernandez Samodaiev, die Pianistin Monica Florescu und der Schauspieler Pali Vecsei (v. l. n. r.) – hatten als Zuhörer 250 Bären aus Ton.             Foto: Cristina BOBE

Die beiden Cellosonaten Opus 102, welche die Spätphase des Werkes von Ludwig van Beethoven einläuten, brachten Makcim Fernandez Samodaiev (Cello) und Monica Florescu (Klavier) in dem letzten Konzert des Jahres in der von dem Musikerehepaar veranstalteten Kammermusikreihe Florescu-Fernandez & Friends am vergangenen Freitag im Spiegelsaal zu Gehör. Weiterlesen

Celan sang rumänische Volkslieder

55 Stimmen von Zeitzeugen aus der Welt der Poesie

Ausgabe Nr. 2702

Petro Rychlo (Hg.): Mit den Augen von Zeitgenossen, Erinnerungen an Paul Celan, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2020, 469 Seiten, ISBN: 978-3-518-42964-8

„Dann trank er zu einer Hammelkeule eine Flasche Mirabelle, einen starken Schnaps, seine Frau und wir tranken Bordeaux, er trank eine zweite Flasche Mirabelle, Bordeaux dazwischen, in der Pergola vor der Küche, am Himmel die Sommersterne. …er begann zu tanzen, sang rumänische Volkslieder, kommunistische Gesänge, ein wilder, gesunder, übermütiger Bursche.“ So konnte er auch sein, der große deutsche Dichter, der aus den Quartieren von Friedrich Hölderlin und Georg Trakl kam. Friedrich Dürrenmatt berichtet so von einem Besuch von Paul Celan in Neuchâtel.Weiterlesen

,,Ein voller Erfolg“

Europäische Woche der Abfallvermeidung 2020

Ausgabe Nr. 2702

So sieht die Upcycling-Idee für alte Jeans der Stadt Neukirchen Vluyn in Nordrhein-Westfalen aus. Foto: https://www.klimaschutz-nv.de/nv-wir-bieten-klima -schutz/upcycling-wettbewerb-2020/

Unter dem Motto „Invisible Waste: Abfälle, die wir nicht sehen – schau genau hin!“ war die diesjährige ,,Europäische Woche der Abfallvermeidung“ ein voller Erfolg – trotz coronabedingter Einschränkungen.  Das Interesse an Abfallvermeidung ist in diesem Jahr ungebrochen hoch – trotz Corona. Europaweit fanden über 10.600 Veranstaltungen rund ums Thema statt, davon allein in Deutschland über 1.000 Aktionen. Weiterlesen

Nachrichten

Ausgabe Nr. 2702

Foto: Cynthia PINTER

Quarantäne verlängert

   Hermannstadt. – Die über Hermannstadt verhängte Quarantäne wurde klammheimlich  und erwartungsmäßig am Abend des Wahlsonntags, dem 6. Dezember, von der Präfektur des Kreises um sieben Tage verlängert. Das heißt bis zum 13. Dezember um Mitternacht. Ebenfalls verlängert wurde die über die Ortschaften Freck, Talmesch, Schellenberg, Heltau und Orlat verhängte Quarantäne.

Als die Quarantäne ab dem 16. November, 5 Uhr, in Hermannstadt, Heltau, Talmesch, Schellenberg und Heltau für zwei Wochen verhängt wurde, betrug die Infektionsrate mit dem Sars-CoV2-Virus in der Stadt Hermannstadt elf Prozent. Am Mittwoch, dem 9. Dezember, betrug sie 6,44 Prozent (in den letzten 14 Tagen wurden 1102 neue Fälle von Infektionen mit dem neuen Corona-Virus verzeichnet). Im Landkreis Hermannstadt war am Mittwoch die Infektionsrate von 9,01 Prozent am 18. November, auf 4,57 gesunken.

Mittwoch waren in Rumänien insgesamt 7365 Fälle von mit dem neuen Corona-Virus Neuinfizierten gemeldet. Seit Beginn der Pandemie sind 12.821 Todesfälle gemeldet worden, allerdings sind immerhin 85 Prozent der  an dem neuen Corona-Virus Erkrankten als geheilt entlassen worden.                 B.U.Weiterlesen

Schwer aber sinnvoll

Ein Wort aus Michelsberg zum 2. Advent

Ausgabe Nr. 2701

Der Adventskranz vom vergangenen Jahr, als im Spiegelsaal des Forums eine Adventsfeier stattfand. Foto: Beatrice UNGAR

Jesus erzählte ein Gleichnis: ,,Seht euch den Feigenbaum an. Sobald ihr seht, dass er Blätter treibt, wisst ihr, dass der Sommer da ist. Genauso sollt ihr erkennen – wenn das alles geschieht – dass das Reich Gottes nahe ist!“ (Lukas 21, 29-31)

Wie leicht!

Eins plus eins ist die einfachste Rechenaufgabe des menschlichen Denkens. Und doch ist es nicht leicht „Eins und eins zusammenzuzählen“. Dort, wo es eine reine arithmetische  Aufgabe bleibt, da sind wir lächelnde Meister, die damit Kindergartenkinder foppen wollen. Dort, wo es allerdings mit unsrer Existenz verknüpft ist, stolpern wir und sind wie mit Blindheit geschlagen. Sonntag ist der Nikolaustag: Irgendwann werden die Kleinen „Eins und eins zusammenzählen“ und sagen: Papa Du bist der Nikolaus! Du legst doch die Schokolade in die Schuhe!“ Halb stolz ob deren Altklugheit, halb traurig, dass die Mythen der Kindheit sich auflösen, bekennen wir uns zu der Täterschaft.  Wir akzeptieren, dass sie jetzt eins und eins zusammenzählen können. Es war ja eigentlich schon an der Zeit.Weiterlesen