Michelsberg im 14. Jahrhundert

Ausgabe Nr. 2825

In der Orgelkonzertreihe „Michelsberger Spaziergänge“ spielte Petre Moise aus Ramnicu Valcea am Sonntag byzantinische Musik.

Im 14. Jahrhundert starb im mittelalterlichen Königreich Ungarn die Dynastie der Arpaden aus, was zu einem Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten Karl von Anjou (1301-1342), Wenzel von Böhmen und Otto von Bayern führte. Obwohl er nur mit einem kleinen Gefolge nach Ungarn kam, wurde Karl in Esztergom von Erzbischof Gergely Bicskei gekrönt, allerdings nicht mit der heiligen Krone, sondern mit einer zeremoniellen. So ging der Kampf um die Legitimität seiner Herrschaft weiter. Wenzel hatte keine starke Unterstützung von außen und musste sich zurückziehen, Karl verbündete sich mit dem deutschen König Albert von Habsburg und zog den Großteil der Barone auf seine Seite. Weiterlesen

Ein historisches Ereignis

Katholische Heilige Messe zum Auftakt der 800-Jahr-Feier der Michelsberger Burg

Ausgabe Nr. 2824

Die Michelsberger Burg aus der Vogelperspektive: Bei der Anfahrt gut sichtbar ist das an der Ringmauer angebrachte Banner mit der Zahl 800 für alle, die durch den Kathreinenwald nach Michelsberg fahren. Das Foto wurde mit der Drohne gemacht.                                                                                                                          Foto: Stefan KÈZDI

Ins 13. Jahrhundert versetzt wurden die Pilgerinnen und Pilger, die am Samstagabend zur Michelsberger Burg aufgestiegen waren, um gemeinsam eine katholische Messe in lateinischer Sprache zu feiern, die ,,Heilige Messe zu Ehren der Heiligen Engel“. Die evangelische Kirchengemeinde A. B. Michelsberg hatte die römisch-katholische Kirchengemeinde Hermannstadt intra muros dazu eingeladen, um so den Auftakt zur 800-Jahr-Feier der Burg auf dem ,,mons sancti Michaelis“, dem Berg des Heiligen Erzengels Michael, gebührend zu gestalten. Auch am Tag darauf stand das 13. Jahrhundert im Mittelpunkt.Weiterlesen

,,Wir lebten sehr kameradschaftlich“

Wilhelm Georgs Erinnerungen an das Waisenhaus in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2824

Die drei Georg-Brüder 1897 in Saloniki (v. l. n. r.): Wilhelm  Friedrich Georg (1890-1962), Oskar Gustav Georg (1892-1971) und Heinrich Franz Georg (1893-1988). Wilhelm und Oskar werden Zöglinge des Hermannstädter Waisenhauses.
Foto: Privatarchiv Heinz Acker

2023 wird das „Friedrich Teutsch”-Begegnungs- und Kulturzentrum  in Hermannstadt 20 Jahre alt. Zur Verdichtung des hauseigenen Archivs sind Forschungen im Gange zur nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten Enteignung des damaligen Lutherhauses als Einrichtung für Waisenkinder sowie die dessen Umwandlung in ein studentisches Kulturhaus und Wohnheim während der kommunistischen Zeit. Das Gebäude wurde zur Unterbringung, für Büroräume, Sport und Discos genutzt, im Hof neben der Johanniskirche fanden im Sommer legendäre Jazzkonzerte statt.  In diesem Zusammenhang erging ein Aufruf seitens der Leiterin des Teutsch-Hauses, Dr. Gerhild Rudolf, an eventuelle Zeitzeugen, die sich an solche Aktivitäten erinnern oder die einmal in dem ehemaligen Waisenhaus gelebt haben. Die Zeitzeugen können sich immer noch an Sandra Jordan per Mail unter info.teutsch@gmail.com oder per Telefon 0269-20.67.30 wenden. Einen Bericht über seinen Großvater Wilhelm  Friedrich Georg (1890-1962), der einige Jahre im evangelischen Waisenhaus, das 1883 eingeweiht worden ist, verbracht hat, stellte Prof. Heinz Acker der Hermannstädter Zeitung zur Veröffentlichung zur Verfügung:          Weiterlesen

,,Eine so lange Geschichte ist nicht selbstverständlich “

700 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung von Kleinscheuern

Ausgabe Nr. 2818

Martin Rill (2. v. r.) bei der Eröffnung der Open-air-Ausstellung auf dem Marktplatz vor der evangelischen Kirche am 6. Mai.    Fotos: der Verfasser

Am 5. Mai waren es genau 700 Jahre her seit 1323 Gräf Michael von Salzburg einen Teil der untergegangenen Siedlung Ringelkirch seinem Bruder, dem Gräfen Alardus von Salzburg verkaufte. Pleban Johannes von „Parvo horreo“ (Kleine Scheuer) stimmte dem Kauf zu. Das ist die erste urkundliche Erwähnung von Kleinscheuern. Zu diesem Anlass wurde zwischen dem 4. und 7. Mai in Kleinscheuern gefeiert. Zwischen dem 12. und 15. August soll noch einmal gebührend gefeiert werden, so dass auch die ausgewanderten Sachsen mitfeiern können.  Im Rahmen der Feier wurde u. a. auch die zweisprachige Ortsmonografie von Kleinscheuern vorgestellt, die von Martin Rill herausgegeben wurde.  ,,Eine so lange Geschichte ist nicht selbstverständlich“, sagte Bischof Reinhart Guib in seiner Predigt.Weiterlesen

700 Jahre Parvo horreo

Erste urkundliche Erwähnung von Kleinscheuern

Ausgabe Nr. 2814

Die Originalurkunde des Weißenburger Kapitels befindet sich im Ungarischen Landesarchiv in Budapest.

Im Jahre 2023 sind es genau 700 Jahre seit der ersten urkundlichen Erwähnung der Gemeinde Kleinscheuern. Am 5. Mai 1323 verkaufte Gräf Michael von Salzburg – aus der mächtigen Familie des Gaan von Salzburg – einen Teil der untergegangenen Siedlung Ringelkirch seinem Bruder, dem Gräfen Alardus von Salzburg. Pleban Johannes von „Parvo horreo“ (Kleine Scheuer) stimmte dem Kauf zu.Weiterlesen

,,Zeitweise ein absolutes Tabuthema“

Zeugnisse über die Zwangsverschleppung der Deutschen aus Rumänien

Ausgabe Nr. 2804

Dr. Gerhild Rudolf bei ihrem Vortrag.                Foto: Aurelia BRECHT

,,Zeitweise ein absolutes Tabuthema, darf inzwischen frei über die Zwangsverschleppung der Rumäniendeutschen gesprochen werden. Der heute, am 27. Januar 2023 hier in Hermannstadt vorgestellte Band ,Denkmäler und Gedenktafeln für die im Januar 1945 in die Sowjetunion deportierten Rumäniendeutschen‘ von Friedrich Philippi und Erwin Josef Țigla ist eine gründliche Bestandaufnahme der Todesopfer jener kollektiven Strafmaßnahme.“ Mit diesen Worten begann Dr. Gerhild Rudolf, Leiterin des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrum  ihren im Anschluss an diese Buchvorstellung gehaltenen Vortrag mit dem Titel ,,Zur Auseinandersetzung mit der Erinnerung an die Deportation siebenbürgisch-sächsischer Frauen und Männer zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion 1945-1949″, den Sie im Folgenden lesen können.Weiterlesen

,,Warum mussten wir nach Transnistrien?“

Von Radautz nach Haifa: Das Schicksal der Dipl.-Psychologin Erika Feiler

Ausgabe Nr. 2802

Erika Feiler im Mai 2022 in ihrer Wohnung in Haifa.        Foto: Christel WOLLMANN-FIEDLER

Aus Anlass des Internationalen Holocaust-Gedenktages, der heute, am 27. Januar, weltweit begangen wird, veröffentlichen wir im Folgenden einen Beitrag von Christel W o l l m a n n-F i e d l e r, der Berlin-Korrespondentin der HZ, über das Schicksal von Erika Feiler, geborene Weinstein, die heute in Haifa lebt. Sie wurde 1932 eher durch Zufall in Czernowitz geboren.  Die Eltern lebten in Radautz in der Südbukowina, der Vater war dort Kinderarzt. Erika sollte in einem Krankenhaus auf die Welt kommen. In Radautz gab es nur Hausgeburten.Weiterlesen

,,Ein Zeichen der Transparenz“

SRI hat die Revolutionsakte am 22. Dezember 2022 freigegeben

Ausgabe Nr. 2801

Mittags, am 21. Dezember 1989, auf dem Großen Ring.

Noch vor Weihnachten 2022, genauer am 22. Dezember, hat der rumänische Nachrichtendienst (Serviciul Român de Informații, SRI) die Revolutionsakte freigegeben. Es handelt sich um die Akte über die Rolle von damaligen Securitate-Mitarbeitern, die in die SRI übernommen wurden, bei der blutigen Unterdrückung der antikommunistischen Revolution im Dezember 1989 in Rumänien. Weiterlesen

Notizen aus der Studienzeit

Raritäten aus der Bibliothek von Samuel von Brukenthal (III)

Ausgabe Nr. 2801

Lesenotizen in der ,,Elementa iuris civilis“, die Samuel von Brukenthal zugeschrieben werden.

In den ersten beiden Artikeln hatten wir auf zwei wichtige Bücher aus der Bibliothek von Samuel von Brukenthal aufmerksam gemacht. Das erste, ,,Das vollständig vermehrte Hermannstädtische Gesangbuch“ (1766), ist ein siebenbürgisches Buchjuwel, aus dem ein hoffnungsvoller religiöser Hymnus, den Brukenthal selbst ausgewählt hatte, bei seiner Beerdigung gesungen wurde. Das zweite ist der früheste handschriftliche Katalog der Bibliothek des Barons, der von Samuel Hahnemann und Johann Michael Soterius von Sachsenheim um 1780 zusammengestellt wurde. Aber wie hat das alles angefangen? Wann und wie hat Samuel von Brukenthal mit dem Aufbau seiner Bibliothek begonnen? Die Antwort scheint in seiner Studienzeit zu liegen.Weiterlesen