Nachhaltigkeit und Tradition

Ausgabe Nr. 2831
Kurze Bilanz der Haferland-Kulturwoche 2023

Blasmusik auf dem Tanzplatz in der Kirchenburg in Deutsch-Weißkirch.
Foto:haferland.ro

Die Haferland-Kulturwoche 2023 hat vom 3. bis 6. August  in den Ortschaften Arkeden/Archita, Radeln/Roadeș, Brenndorf/Bunești, Deutsch-Weißkirch/Viscri, Meschendorf/Meșendorf, Keisd/Saschiz, Hamruden/Homorod, Reps/Rupea, Deutsch-Kreuz/Criț und Klosdorf/Cloașterf stattgefunden  und wurde von fast 5.000 Teilnehmern und Zuschauern aus zehn verschiedenen Ländern und im Alter zwischen 5 Monaten und 101 Jahren besucht, teilen die Initiatoren und Mitveranstalter um Michael Schmidt von der Stiftung M&V Schmidt mit.

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Michelsberg im 19. Jahrhundert

Ausgabe Nr. 2830

Foto facebook @Michelsberg heute

Kurz nach Beginn des 19. Jahrhunderts wurde 1804 das Kaisertum Österreich unter Kaiser Franz I. (im Heiligen Römischen Reich: Franz II.) gegründet. Bereits seit 1792 herrschte er als König in Ungarn und als Großfürst von Siebenbürgen. Bis zu seinem Tod im Jahr 1835 leitete er einen konservativen und reaktionären Polizeistaat. Diese Periode wurde wegen Mangels an Reformen und politischer Stagnation oft als ,,stille Jahre“ bezeichnet. Ab 1810/11 wurde in Siebenbürgen der Landtag nicht mehr einberufen. 1817 kam es zu einer verheerenden Hungersnot. Weiterlesen

Buchvorstellung in Großpold

Ausgabe Nr. 2830

Die rumänische Fassung der Ortsmonographie ,,Großpold. Ein Dorf in Siebenbürgen“ von Martin Bottesch und Ulrich Wien, die unter dem Titel ,,Apoldu de Sus. Un sat transilvan“ erschienen ist, wurde am Sonntag, dem 20. August, vor einem zahlreichen Publikum im Kulturheimsaal in Großpold vorgestellt. Mehr dazu lesen Sie in einer unserer nächsten Ausgaben. Unser Bild: Der Übersetzer Adinel Dincă (links) Martin Bottesch präsentierten den reich bebilderten Band.       Foto: Beatrice UNGAR

,,U biden Åwern des Zabeng do lot Grißa“

Die Hahn-Orgel in Großau wurde nach eingehender Restaurierung wiedereingeweiht

Ausgabe Nr. 2829

Beim traditionellen Gang zum Friedhof trug ein junger Mann das Wahrzeichen der HOG mit der Aufschrift „U biden Åwern des Zabeng do lot Grißa de Himet meng“ (An beiden Zibinsufern liegt Großau meine Heimat) voran, ihm folgte die Großauer Blaskapelle unter der Leitung von Hermann Grennerth.                              
Foto: Beatrice UNGAR

„In Siebenbürgen haben wir schon immer MULTIKULTI gelebt. In unserem Dorf Großau leben Menschen, die rumänisch, siebenbürgisch-sächsisch, landlerisch, ungarisch gesprochen haben und noch sprechen. Meine ganz persönliche Erfahrung in Rumänien – es war ein gutes Miteinander“. Dieses Zitat aus einem Zeitzeugenbericht der Großauerin Anna Ramsauer verlas Konsulin Kerstin Ursula Jahn in ihrem Grußwort im Anschluss an den Festgottesdienst zu den Großauer Festtagen am Sonntag.Weiterlesen

Michelsberg im 18. Jahrhundert

Ausgabe Nr. 2829

Ende des 17. Jahrhunderts kam Siebenbürgen unter die Herrschaft der Habsburger. Es wurde aber nicht sofort in ihr Imperium integriert. Zuerst brauchte man das Land als Winterquartier und Proviantlieferant für die an der Zurückdrängung der Osmanen beteiligten Truppen. Der in Ungarn ausgebrochene Aufstand der sog. Kurutzen (1703-1711) hat auch in Siebenbürgen v.a. die Unzufriedenen, die Marginalisierten, die isolierten und schlecht bezahlten Söldner, sowie die Flüchtlinge aus Ungarn angesprochen. Die Sachsen und der Hochadel blieben Habsburg treu. Weiterlesen

Historisch gegenwärtig

Uraufführung von Perle-Stück in der Steiermark

Ausgabe Nr. 2829

Szenenbild von der Uraufführung.
Foto: Philipp RIRSCH / Griessner Stadl

Im Stadl-Predlitz wurde am 10. August das Stück ,,PROTESTANTEN vertreibung aus der heimath“ von Thomas Perle uraufgeführt. Wo ist dieses Stadl-Predlitz? Nicht weit entfernt von Murau, im westlichen Teil der Steiermark, in Österreich. Obwohl nur eine 357-Seelen-Gemeinde gilt sie als kultureller Hotspot, weil es da den Griessner Stadl gibt. Im süddeutschen und österreichischen Sprachraum bezeichnet man eine Scheune oder einen Heuboden als Stadl. Es handelt sich dabei um ein landwirtschaftliches Gebäude, das aber bereits nördlich von Österreich und Bayern Speicher heißt. Weiterlesen

Michelsberg im 17. Jahrhundert

Ausgabe Nr. 2828

Das Jahrhundert, über das heute zu berichten ist, wurde von den Zeitgenossen und den Historikern als wenig erbaulich beschrieben. Georg Daniel Teutsch hat als Zeit des „Schreckens ohne Ende“ bezeichnet. Siebenbürgen war ein Spielball machtpolitischer Auseinandersetzungen zwischen Doppeladler und Halbmond – und alle Seiten übertrafen einander in Zerstörungen, Brandschatzungen, Plünderungen und Morden. Einfälle der Osmanen und der Krimtataren der Goldenen Horde stürzten das Land in Elend und Chaos. Die ins Land herbeieilenden habsburgischen Kräfte, unterbezahlte Söldnertruppen des Generals Giorgio Basta und des walachischen Woiwoden Michael, genannt der Tapfere verwüsteten ihrerseits ganze Gebiete. Weiterlesen

Michelsberg im 16. Jahrhundert

Ausgabe Nr. 2827

Ende des 16. Jahrhunderts spielte neben den sich verändernden landwirtschaftlichen Bedingungen auch der Klimawandel eine Rolle. Ab den 1580er Jahren begannen die Durchschnittstemperaturen auf dem gesamten Kontinent deutlich zu sinken. Die erste Phase dieser Periode, die als frühneuzeitliche Kleine Eiszeit bezeichnet wird, dauerte bis in die 1630er Jahre und führte zu einem starken Anstieg der Lebensmittelpreise.Weiterlesen

Michelsberg im 15. Jahrhundert

Ausgabe Nr. 2826

Die Michelsberger Burg aus der Vogelperspektive: Bei der Anfahrt gut sichtbar ist das an der Ringmauer angebrachte Banner mit der Zahl 800 für alle, die durch den Kathreinenwald nach Michelsberg fahren. Das Foto wurde mit der Drohne gemacht.                                                                                                                          Foto: Stefan KÈZDI

Erfreulicherweise verfügen wir über viele Urkunden zur Geschichte des Dorfes in diesem Jahrhundert, weshalb ich mich beim historischen Kontext sehr kurzfassen werde. Sigismund von Luxemburg regierte zwischen 1403 und 1437. Nach seinem Tod folgte eine lange Zeit des Bürgerkriegs, überlagert von der osmanischen Bedrohung, die der Statthalter Ungarns Johannes Hunyadi eine Zeit lang abwehren konnte. Sein Sohn Mathias wurde 1458 zum König gewählt. Anstatt die Osmanen aufzuhalten, führte er Kriege in Böhmen und Österreich. Nach seinem Tod im Jahr 1490 gelangte die litauisch-polnische Familie Jagiello auf den ungarischen Thron. In diesem Jahrhundert verstärkte Siebenbürgen seine Befestigungen und versuchte, die Osmanen abzuwehren. Weiterlesen