Ausgabe Nr. 2440
Es war ein rumänischer Abend, ein Abend der vergangenen Geschichte des Balkanlandes, der kommunistischen Volksrepublik Rumänien in der Zeit des Despoten Nicolae Ceaușescu und seiner machtgierigen Ehefrau Elena. Diese rumänische Geschichte, über die wir gleich hören werden, wurde im ehemaligen Palais Mendelssohn in Berlin-Grunewald erzählt. Architekt Ernst von Ihne, wurde 1848 in Elberfeld geboren, kam über Umwege nach Berlin, stieg zum königlich-preußischen Hofarchitekten auf, bekam den Adelstitel und wurde schließlich von Kaiser Wilhelm II. im 1. Weltkrieg zur Exzellenz ernannt, baute dieses Palais 1908 im englischen Landhausstil im vornehmen Wohngebiet Grunewald für den wohlhabenden Bankier Mendelssohn. Der letzte deutsche Kaiser Preußens war hier zu Gast, Honoratioren und wichtige Wissenschaftler der damaligen Zeit wurden geladen. In der Nazizeit erfolgte 1939 der Zwangsverkauf des jüdischen Besitzes, die Gestapo zog ein, Bombenangriffe zerstörten Teile des prächtigen Baues. Das Johannische Sozialwerk ließ das Haus in den 1950er Jahren auf- und umbauen. Weiterlesen→