Sichtbares Zeichen der Wertschätzung

Christine Manta-Klemens erhielt Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Ausgabe Nr. 2941

Konsulin Wiebke Oeser (links) hielt die Laudatio und übergab die Urkunde und die Ordensinsignien an die Geehrte Christine Manta-Klemens.                                                            
Foto: Beatrice UNGAR

„Um eine Persönlichkeit zu ehren, die zu den engagiertesten Förderern der deutsch-rumänischen Beziehungen zählt und sowohl mit Rumänien als auch mit Deutschland sehr verbunden ist”, habe man sich im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt versammelt, sagte Konsulin Wiebke Oeser in ihrer Begrüßung zum Auftakt der Feierstunde am Dienstag, in der die Pädagogin und Kreisrätin Christine Manta-Klemens das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland entgegennehmen durfte, das ihr von Bundespräsident Frank-Walther Steinmeier verliehen worden ist.Weiterlesen

Gott kommt mitten hinein

Weihnachtsbotschaft / Von Pfarrer Claudiu RIEMER

Ausgabe Nr. 2941

Vor ein paar Tagen saß ich mit meiner vierjährigen Tochter Vilma auf dem Sofa. Draußen war es längst dunkel, und im Fernsehen lief das Sandmännchen. Kurze, fünfminütige Folgen mit einer Geschichte, als Abendroutine vor dem Schlafengehen. In dieser Folge kam das Sandmännchen auf einem fliegenden Teppich angeflogen. Vilma schaute mich an und fragte: „Tati, können Teppiche fliegen?“ Ich antwortete, wie Erwachsene oft antworten: schnell und ziemlich sicher. „Nein. Fliegende Teppiche gibt es nur in Geschichten.“ Und weil ich schon dabei war, schob ich noch hinterher: „So wie Drachen. Richtige Drachen gibt es nicht.“Weiterlesen

Außergewöhnliche Würdigung

MP Ganț erhielt Ehrenorden der jüdischen Gemeinden

Ausgabe Nr. 2941

Silviu Vexler (rechts) nahm die Ehrung von Ovidiu Ganț vor.

Der Ehrenorden der jüdischen Gemeinschaften in Rumänien im Rang des Komturs wurde dem DFDR-Abgeordneten Ovidiu Ganț anlässlich des Chanukka-Festes am Montagabend in der Innerstädtischen Synagoge in Temeswar verliehen. Gewürdigt werde die entscheidende Rolle und der bedeutende Beitrag zur Förderung, dem Schutz, der Unterstützung und Entwicklung des jüdischen Lebens in Rumänien, besagt die Ehrenurkunde. Weiterlesen

Rezepte überleben Kriege

Eine Weihnachtsgeschichte aus Törnen: Motters Knoblauchwurst

Ausgabe Nr. 2941

Blick auf die evangelische Kirche und den Friedhof in Törnen.
Foto: Beatrice UNGAR

Sie hatte die Tradition aus ihrer Heimat Siebenbürgens mitgebracht, jenem Landstrich im Südosten Europas, der nach Knoblauch roch wie andere Orte nach Heu oder Sommerregen. Knoblauch wuchs dort in rauen Mengen und wurde nicht sparsam, sondern mit Überzeugung gegessen: roh zum Schmalzbrot, zu gekochten Kartoffeln – in etwas Salz getaucht, beißend scharf, tränentreibend und trotzdem ein Genuss, der zum Alltag gehörte. Gesund? Darüber dachte niemand nach. Man aß so. Man lebte so. Man blieb dabei erstaunlich robust. Und schließlich half er ja, das wissen wir, auch gegen Dracula, der in derselben Gegend sein Unwesen trieb. Ja, Siebenbürgen ist Transsilvanien.Weiterlesen

Zwischen Herkunft und Gegenwart

Frank Höchsmann und sein Erstlingswerk ,,Hans im Glück. Aus anderen Zeiten“

Ausgabe Nr. 2941

Frank Höchsmann: Hans im Glück. Aus anderen Zeiten. Verlag: BoD Books on Demand GmbH, Hamburg, 2025, 119 Seiten, ISBN 978-3-6951-8919-9. 15 Euro/75 Lei. In Hermannstadt liegt das Buch in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé auf.

Frank Höchsmann, ein waschechter Hermannstädter, geboren 1950, wählte beruflich zunächst den Weg der Wirtschaft und wurde Diplombetriebswirt. Doch jenseits von Normen und Systemen zog es ihn immer wieder zum Erzählen und zum Schreiben. Geschichten sind für ihn eine Form, die Welt zu deuten und Verbindungen sichtbar zu machen zwischen Herkunft und Gegenwart, zwischen Pflicht und Leidenschaft, sowie zwischen nüchterner Analyse und poetischer Erinnerung.Weiterlesen

Der Traum vom Schreiben

Gedanken zu Hans Hamrichs ,,Zeiträume unter dem Atem Gottes“

Ausgabe Nr. 2941

Hans Hamrich: Zeiträume unter dem Atem Gottes. Schiller Verlag Bonn – Sibiu, Hermannstadt, 2025, 192 Seiten, ISBN 978-3-949583-82-7. 59 Lei. In Hermannstadt liegt das Buch in der Schiller-Buchhandlung und im Erasmus-Büchercafé auf.

Der Verfasser Hans Hamrich kam 1957 in Siebenbürgen/Rumänien zur Welt als Sohn einer evangelischen Pfarrersfamilie. Hamrich besuchte das damalige Pädagogische Lyzeum in Hermannstadt und arbeitete nach dem Schulabschluss zehn Jahre als Grundschullehrer. Ab 1988 studierte er dann evangelische Theologie in Hermannstadt und in Erlangen. Er ging zusammen mit seiner Frau Birgit, der ersten ordinierten Pfarrerin der Ev. Kirche A. B. in Rumänien, in das Pfarramt nach Bistritz, von wo aus sie weite Teile Nordsiebenbürgens und der Bukowina betreuten. 2001 zogen die Familie nach Deutschland, wo Hamrich weitere zwanzig Jahre als Pfarrer in drei evangelischen Kirchengemeinden im Taunus tätig war. 2022 ging er in den Ruhestand, was ihm die Muße bescherte, das schon lange angestrebte Schreiben zu beginnen. Sein erstes Buch mit dem Titel „Zeiträume unter Gottes Atem” erschien 2025 im Schillerverlag Bonn-Sibiu und umfasst 192 Seiten.Weiterlesen

Skurrile und spannende Kurzgeschichten

Emeli Glasers Erstveröffentlichung ,,Rahnsdorf Ripper“

Ausgabe Nr. 2941

Emeli Glaser: Rahnsdorf Ripper und andere Männergeschichten, Edition W GmbH, Neu-Isenburg 2025, 142 Seiten, ISBN 978-3-949671-21-0. www.edition-w.de

Über 100 Praktikantinnen und Praktikanten haben die Türschwelle der Redaktion der Hermannstädter Zeitung überschritten und mit Herz und Seele Artikel verfasst, Interviews geführt oder Nachrichten geschrieben. Oft fragt man sich was aus ihnen, den damaligen Studenten geworden ist. Einige arbeiten als Journalisten, andere haben andere Berufswege gewählt, manche hat man aus den Augen verloren. Desto größer war die Freude, als das Buch „Rahnsdorf Ripper“ unserer ehemaligen Praktikantin Emeli Glaser, druckfrisch Anfang Oktober auf unserem Sitzungstisch landete.Weiterlesen

Von der beständigen Kraft der Hoffnung

Der Hermannstädter Bachchor führte Teile des Bachschen Weihnachtsoratoriums auf

Ausgabe Nr. 2941

Beide Aufführungen des Weihnachtskonzertes des Hermannstädter Bachchors waren sehr gut besucht.
Foto: Focus Photo Agency

Im Hauptschiff der evangelischen Stadtpfarrkirche in Hermannstadt erklangen letztes Wochenende, am 13. und 14. Dezember, Teile aus Bachs Weihnachtsoratorium. Der Hermannstädter Bachchor sang die Kantaten I, III und VI unter der Leitung von Dirigent und Musikwart Jürg Leutert. Neben dem Chor sorgte ein sorgfältig besetztes Barockorchester, das Collegium Musicum Brukenthal, für die Klangfülle und die Solisten – Melinda Samson (Sopran), Elisa Gunesch (Alt), Nicolae Simonov (Tenor) und Horațiu Coman (Bass) – gaben den Rezitativen und Arien ein besonderes Klangerlebnis. Weiterlesen

Ausstellung mit Darstellungen von Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2941

Die Vernissage der Ausstellung „Sibiul în colecția Muzeului Național Brukenthal“ mit Malereien und Grafiken aus der Sammlung des Brukenthalmuseums fand am Dienstag, dem 16. März, in der Galerie für Zeitgenössische Kunst des Brukenthalmuseums statt.

Ausgehend von den ersten Darstellungen der Stadt, den Ansichten aus dem 18. Jahrhundert, konnte man den Stich von Hans Jakob Schollenberger aus Nürnberg, die Darstellungen von Johann Böbel und die dokumentarischen Zeugnisse von Glatz und Krabs bewundern. Das 20. Jahrhundert ist in der Ausstellung durch die Werke von Hans Hermann, Karl Closius, Anna Maria Dörschlag, Juliana Fabritius Dancu und durch die Gemälde von Schweitzer Cumpăna und Incze Ferencz vertreten. Aus der Zeit nach 1990 sind Darstellungen oder Allegorien der Stadt von Gheorghe Pârcălăboiu und Eugen Tăutu zu sehen.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Museograf Dr. Alexandru Chituță. Bei der Vernissage sprachen außerdem die Leiterin ad interim des Brukenthalmuseums, Raluca Teodorescu, und Raluca Turcan, Mitglied der Abgeordnetenkammer des Rumänischen Parlaments. Im Rahmen der Eröffnung wurde das gleichnamige Album von Alexandru Chituță vorgestellt, das es beim Brukenthalmuseum zu erwerben geben wird. Die Ausstellung wird noch bis Ende des Monats Dezember zu sehen sein.                                        

Foto: Cynthia PINTER

Chanukka Sameach!

Ausgabe Nr. 2941

Vom 14. bis 22. Dezember wird heuer das jüdische Lichterfest Chanukka gefeiert. Die jüdische Gemeinde Hermannstadt beging das Fest am Sonntagabend. Es zelebrierte ein Gast aus Berlin, Kantor Andreas Laqueur, der alle Besitzer einer Chanukkia aufforderte, sie auf den runden Tisch zu stellen und gemeinsam anzuzünden. Im Vorfeld bat Laqueur alle Anwesenden um eine Schweigeminute und sprach ein Kaddish für die Opfer des verheerenden Terroranschlags am Bondi Beach in Sydney, das alle Chanukka-Feiern weltweit überschattet.                                      

Foto: Beatrice UNGAR