Freiwilliges Helferteam bei Weinlese in Großpold
Ausgabe Nr. 2979

Neun vom freiwilligen Helferteam. Foto: der Verfasser
Der Herbst hält sichtbar Einzug und mit ihm beginnt überall die Saison der Weinlese. So auch in Großpold, wo sich am letzten Septemberwochenende rund zehn freiwillige Helfer zur Weinlese im Kirchenweinberg einfanden. Traditionelle Weinsorten wie Mädchentraube, Gornisch oder Riesling gedeihen hier, ebenso Gutedel, Neuburger und Ruländer. Da sich der Kirchenweinberg nach wie vor im Besitz der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Großpold befindet, wird er das ganze Jahr über von fleißigen Gemeindegliedern gepflegt und bewirtschaftet, ausgewanderte Großpolder reisen zum Teil eigens zur Weinlese aus Deutschland an.
So versammelte sich das stattliche Helferteam am frühen Samstagmorgen am Weinberg, um sich mit einem Panoramablick auf die schmucke Unterwälder Gemeinde an die Traubenernte zu begeben. Ausgerüstet mit Rebscheren arbeitete man sich Reihe für Reihe durch, sammelte die reifen Trauben in Eimern, um sie dann in größere Behältnisse auf dem Anhänger zu leeren. Angenehme Temperaturen, mal Wolken mal Sonnenschein, fügten sich mit den guten Gesprächen und dem Arbeiten wunderbar zusammen.
Die vielen helfenden Hände sorgten für ein gutes Vorankommen, im Anschluss freuten sich alle bei Kaffee und Nussstrietzel über die getane Arbeit. Kurzerhand entschied man gemeinsam, die Gelegenheit zu nutzen, um Wildwuchs wie Brombeersträucher und Unkraut aus dem Weinberg zu entfernen. Daher machte sich das Helferteam noch einmal in die Weinbergreihen auf, diesmal „bewaffnet“ mit Astschere und Reuthacke. Etwas mehr Körpereinsatz als die Weinlese erforderte dies durchaus, dennoch kam man durch den Tatendrang eines Jeden auch hier gut vorwärts. Den Abschluss fand dieser arbeitsreiche Tag schließlich beim gemeinsamen Essen einer stärkenden Tokana, zu welcher der Hauswein aus dem letzten Jahr einen Vorgeschmack auf die diesjährige Ernte bieten konnte.
Noch am selben Abend begannen einige eifrige Hände, die geernteten Trauben zu keltern, was in den nächsten Tagen fortgesetzt wurde. Dabei stellt man sehr erfreut fest, dass heuer die Ernte mit rund 350 Liter eine rund doppelt so große Menge an Most einbrachte als im vergangenen Jahr.
Doch nicht die Menge der geernteten Trauben war an diesem Wochenende in Großpold entscheidend: Viel wichtiger war es das Verrichten von Gemeinschaftsarbeit – im Heimatort. Und als beim Arbeiten am Nachmittag der ferne Klang der Kirchenglocken aus dem Ort ertönte, fühlte man sich um Jahrzehnte in die Vergangenheit versetzt – gleich den Vorfahren, die bei eben diesem Klang schon jene Arbeit verrichteten.
Fabian LUTSCH