Überangebot an Gerichten und Getränken

Und noch ein Street Food Festival in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2628

 

In großen Kesseln brutzelten Meeresfrüchte einladend vor sich hin.           
Foto: Jan-Christian BREWER

Am vergangenen Wochenende durften die Hermannstädter und die Besucher der Stadt wieder den kulinarischen Kompositionen aus aller Welt frönen. Die Sonne strahlte dazu wie bestellt und die Leute zogen auf dem Großen Ring ihre Bahnen, umgeben von den diversen Food Trucks mit ihren verlockenden Spezialitäten.

 

Wir schreiben das Jahr 2019 und Hermannstadt ist Europäische Gastronomieregion. So ist es auch kein Wunder, dass dieser Tage ein Speisen-Fest das nächste zu jagen scheint. Erst vor kurzem, Mitte Mai, berichtete meine Kollegin Cynthia Pinter über das erste Street Food Festival in diesem Jahr (https://www.hermannstaedter.ro/2019/05/bogenschiessen-und-chinesische-nudeln/). Anders als damals wurde dieses Event aber auf dem Großen Ring ausgetragen und übertraf in der Anzahl der Essens-Stände und somit auch der schieren Größe die Vorgänger-Veranstaltung um einiges. Mehr als 30 Wagen lockten Hungrige an, dazu kamen noch Stände, die Bier, Saft, Kaffee und andere Getränke anboten.

Bereits vormittags war einiges in dem unbestrittenen Zentrum Hermannstadts los, wobei die Anzahl der Tauben mit der der Besucher noch problemlos konkurrieren konnte. Die sengende Sonne des Wochenendes verleitete zunächst viele der Anwesenden dazu, sich beispielsweise an dem mediterranen Seafood, also den Meeresfrüchten zu versuchen. Je voller es in dem kleinen Schlaraffenand jedoch wurde, desto länger wurden auch die Warteschlangen an so ziemlich allen Trucks. Die Auswahl war im Übrigen auch gigantisch: Hotdogs, Chinesisch, Rippchen und Chicken Wings, Cannelloni, Mexikanisch, Fish `n´ Chips, Sandwiches, Gyros, Indisch, Orientalisch, Vegan und unzählige Burger-Sorten in allen Formen und Variationen gehörten dazu, und das waren noch nicht einmal alle Angebote. Wer eher eine Naschkatze ist, wurde ebenfalls nicht enttäuscht, denn dazu gesellten sich Eis-, Nuss- und Waffel-Wagen, wie auch frische Früchte oder die spanischen, frittierten „Churros“.

Durch das Tor des Festivals liefen am Wochenende zahlreiche Gäste auf den Großen Ring.                                                                  Foto: Jan-Christian BREWER

Auch musste keiner an diesen extrem heißen Tagen verdursten, der etwas Geld dabei hatte. Die Brau-Firma Staropramenaus Tschechien hatte ganze vier Bierstände aufgestellt, für jede Himmelsrichtung einen. Des Weiteren gab es eine Kaffee-, eine Saft- und eine Smoothie-Bar, einen Weinstand, und sogar die Marke Pepsi hatte einen Wagen dort. Sogar die deutsche Supermarktkette Kauflandhatte eine eigene Ecke, wo etliche Sitzsäcke und ein großer Bildschirm mit Dauerwerbung aufgestellt worden waren. Kauflandwar offizieller Partner des Events.

Zwischen dem Überangebot an Gerichten und Getränken war es sonst natürlich nicht leer, denn überall befanden sich Stehtische und Fässer, zudem Zelte mit Bierzeltgarnituren (also einfache Tische und Bänke aus Holz), die durch den gespendeten Schatten vielleicht den Einen oder Anderen vor einem Hitzeschlag gerettet haben mochten. Vereinzelt waren hier und da große Aufsteller platziert, die nicht nur die Form einer großen Ketchup- oder Senf-Tube besaßen, sondern auch eben solche Zusätze spendeten. Rund um den alten Brunnen reihten sich kleinere Stände, an denen Waren wie Honig, Marmelade, Brot, Wurst und Käse feilgeboten wurden.

Während den ganzen Tag über auf dem Großen Ring entspannte, aber moderne Musik erschallte, die die Besucher in ausgelassene Stimmung versetzte, traten gegen Abend sogar einige ziemlich fetzige Indie-Bands auf der kleinen Bühne in der Mitte des Platzes auf.

Welche Street Food Festivals auch folgen mögen – sie werden sich bemühen müssen, die Größe dieses Festes überbieten zu können. Doch warten wir einmal ab, denn „Alles ist (un)möglich“.

Jan-Christian BREWER

 

 

 

 

 

 

 

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