Ausgabe Nr. 2946

Bereits um die Mitte des 18. Jahrhunderts sind in Hermannstadt Kaffeehäuser nach Wiener Vorbild eröffnet worden. Aus einem Erlass des Hermannstädter Magistrats aus dem Jahre 1738 geht hervor, dass es zu jenem Zeitpunkt bereits mehrere Kaffeehäuser gab. Diese mussten infolge des Ausbruchs einer Pestepidemie ihre Tätigkeit einstellen. 1771 eröffnete der ehemalige Theaterdirektor, Livio Cinti, 1771 ein Café im Baron Möhringerschen Haus am Großen Ring 5 (heute Blaues Stadthaus) neben dem Brukenthalpalais. Schon 1776 wird erwähnt, dass die Konditore Anton Geist und Sebastian Wirth in Hermannstadt tätig sind. In der Sporergasse/General Magheru 2, 1933 hieß sie König Karlgasse, befand sich das Café und die Konditorei Seiser, deren Inhaber Oskar Seiser war. Dieser hatte Filialen in der Saggasse/Turnului 12 (heute befindet sich dort das Restaurant Akropolis) und von 1911 bis zur Enteignung 1948 im Erlenpark. Die Konditorei Seiser im Erlenpark (Bild oben) war nur in der Zeitspanne vom 1. Mai bis zum 15. Oktober geöffnet und bot ihren Gästen außer Konditoreierzeugnissen auch kalte Speisen, Wein und Bier an. Außerdem konzertierte hier wöchentlich die Militärkapelle.

Nach der Enteignung gab es hier einen Biergarten, der den Namen „Bolta rece” (Kühle Laube) trug. Nach der Wende wechselten die Betreiber und seit geraumer Zeit wird das Lokal umgebaut und modernisiert. Heute sieht es sehr modern aus, das alte Gebäude wurde erhalten aber es wurden zwei verglaste Trakte angebaut und alles mit einem hohen Draht-Zaun umgeben, an dem sich Efeu emporrankt.
Text und Foto rechts: Beatrice UNGAR









