Erstes Immersives Museum in der Heltauergasse eröffnet
Ausgabe Nr. 2938

Neue Medien im Stadtzentrum: Ein immersives Museum ist am 14. November in der Heltauergasse in Hermannstadt eröffnet worden. Foto: Ruxandra STĂNESCU
Sobald man durch die Drehkreuze des Immersiven Museums durchgeht, tritt man in eine andere Realität ein: Im riesigen 360-Grad-Raum taucht man in einen bunten Weihnachtsfilm ein, Räume mit Spiegeln und Lichtern scheinen endlos zu sein und wenn man durch den Flur geht, kommt ein Lichter-Strichmännlein gleich mit, das die eigenen Bewegungen nachahmt.
Das Immersive Museum wurde am 14. November in der Heltauergasse eröffnet, im hinteren Teil des (für die Hermannstädter bekannte) „Telefoane”-Gebäudes, wo zur Zeit auch ein Hostel, zwei Restaurants und ein Verkaufsladen untergebracht sind.

Die Lichterketten in diesem Raum erinnern an den Baum der Seelen aus der Avatar-Filmreihe.
Fotos: Ruxandra STĂNESCU
Das Museum ist eine private Initiative, Eigentümer ist Darius Tatu und die Investition betrug etwa eine Million Euro. „Dieses Projekt bringt einen Pluspunkt für Hermannstadt und für Rumänien”, erklärte er, „und wir wollen die Menschen für diese Art von New Media, die gerade im Trend liegt, begeistern. Ich glaube, dass wir das Potenzial sowohl dieses Ortes als auch der Stadt nutzen können, um Touristen anzuziehen.”
Geschäftsführer des Museums ist Silviu Scrob. Er sagte: „Wir sind die ersten in Rumänien, die einem immersiven Raum eine permanente Soundanlage zugefügt haben. Ab jetzt leiten wir die Herausforderung an die Künstler weiter, immersive Inhalte zu schaffen.”
Der immersive Raum, den Scrob erwähnt, ist auch der größte der vier Räume des Museums, das sich insgesamt über 600 Quadratmeter erstreckt. Hier sind zur Zeit drei etwa zehnminütige Filme zu sehen, einer natürlich mit einem Weihnachtsthema, die einige Male im Jahr gewechselt werden sollen.
„Begonnen haben wir im April mit einer gründlichen Recherche und haben festgestellt, dass es keine kleinere Stadt im Land gibt, die über ein immersives Museum verfügt. Da muss ich mich auch bei der Familie Tatu bedanken, die dieses Gebäude besitzt und es zur Verfügung gestellt hat. Dieses Museum ist eine natürliche Ergänzung des kulturellen Angebotes einer Stadt wie Hermannstadt, aber auch eine gute Möglichkeit, den Touristen eine neue kulturelle Erfahrung zu bieten.”

Manager Silviu Scrob, Inhaber Darius Tatu und der Künstler Daniel Popescu begrüßten die ersten Gäste bei der festlichen Eröffnung.
Der ganze Besuch ist technologisiert und wird (fast) menschenlos betrieben: Karten kauft man online (https://www.imsibiu.ro/ims-tickets/) oder beim Automaten vorort, man scannt die Tickets ein, geht durch die Drehkreuze und darf so lange im Museum bleiben, wie man will. Wer sich entscheidet, das Museum zu verlassen, wird rechtzeitig gewarnt, dass man nach dem Ausgang nicht wieder hineingehen kann, denn auch der Ausgang wird von Drehkreuzen „bewacht”. Lediglich wer Cash bezahlen will, muss beim Café im zweiten Stock Karten kaufen, wo man übrigens auch Getränke und Snacks kaufen und sich vom Besuch erholen kann. Der Eintritt kostet 60 Lei pro Person, mit Ermäßigungen für Kinder, Familien und Gruppen.
Übrigens, am Kleinen Ring wurde ebenfalls am 14. November das immersive Pop-Up-Museum „Mina” in einem Riesenzelt eröffnet, das bis zum 1. Februar 2026 zu besichtigen ist. Näheres dazu ist unter minamuseum.com zu finden. Die beiden immersiven Museen sind unterschiedliche Ini-
tiativen, die per Zufall zeitgleich eröffnet wurden.
Ruxandra STĂNESCU