Anschreiben gegen das Vergessen

Priester aus der Bukowina wurde 1952 wegen Hochverrats verurteilt

Ausgabe Nr. 2754

Pfarrer Matthias Požar (1912-1978).Foto: Privatarchiv Geier

Vor 110 Jahren  – am 11. Januar 1912 – wurde in Luisenthal, rumänisch Fundu Moldovei, Matthias Požar geboren, Sohn des Mechanikers Julius und der Theresia, geborene Kreuzer. Die Kindheit verbrachte er mit der Familie in Jakobeny/Iacobeni. Früh entschied Matthias Požar sich für den Priesterberuf und musste dafür nach Bukarest, wo er am Seminar das Abitur ablegte und anschließend Theologie studierte. Seine Priesterweihe erfolgte 1939.Weiterlesen

„Um tolle und lustige Spiele nie verlegen“

Erstmals Hauptthema Körperkultur und Sport in der Region Banat

Ausgabe Nr. 2752

Um 1900 entstand dieser Bildbeleg zu den Anfängen sportlicher Betätigung von Frauen auf dem Land im Banat: Lehrerinnen und Kindergärtnerinnen in Jahrmarkt/Giarmata.Foto: Privatsammlung des Verfassers

Vor dem Sport im heutigen Sinne des Wortes gab es das Spiel im Freien. Dazu schrieb ein Kenner der Bereiche im historischen Banat in der Zwischenkriegszeit ein schmales Büchlein, aus dem obiges Titelzitat stammt, das sich auf einfallsreiche alte Kinderspiele im Freien bezog. Dem breiten Thema körperliche Freizeitbeschäftigung verbunden mit Gemeinschaftspflege wollte der Landesverband Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Banater Schwaben seine 57. Kulturtagung in Sindelfingen widmen, unter dem Titel „Sport im Banat – Freizeit, Gemeinschaft und Weltklasse“. Weiterlesen

Eine kurze Erinnerung

100 Jahre Evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien (II) / Von Ulrich A. WIEN

Ausgabe Nr. 2750

Bischofsinstallation 1933 mit Landeskirchenkurator Hans Otto Roth, Bischof Viktor Glondys und Friedrich Müller-Langenthal (v. l. n. r.) auf dem Großen Ring in Hermannstadt.

Herausforderungen und Antworten

Chronologisch lassen sich drei markant unterschiedene Phasen erkennen: 1. Vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs; 2. Von 1945-1989; 3. 1990 bis heute.

Natürlich blieben Herausforderungen auch über diese jeweiligen Schwellenjahre hinaus bestehen, trotzdem gibt es eine deutliche Akzentverschiebung.

In der ersten Phase bis 1945 stand die Landeskirche vor einem Berg von Problemen und Herausforderungen:Weiterlesen

Eine kurze Erinnerung

100 Jahre Evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien (I) / Von Ulrich A. Wien

Ausgabe Nr. 2749

Kolorierte Postkarte mit der evangelischen Kirche in Tarutino, erbaut 1862-1865, dem größten Kirchenbau der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Bessarabien für bis zu 2000 Personen. 1941 ist die Kirche zerstört worden, auf dem Platz steht heute ein anderes Gebäude. Quelle: ome-lexikon.uni-oldenburg.de/regionen/bessarabien

In einer Kirche, die bereits fast 900 Jahre alt ist, und davon auf rund 600 Jahre unter ungarischer und 150 Jahre unter osmanischer Vorherrschaft zurückblicken kann, relativiert sich die heute zu bedenkende Phase der letzten 100 Jahre eminent. Diese Rückschau auf die Evangelische Landeskirche A. B. in Rumänien seit 1921 in dem vorgegebenen, begrenzten Raum zu leisten, ist angesichts der Dramatik dieser Jahrzehnte und den in ihnen erlebten Brüchen, Abbrüchen und Aufbrüchen schlechterdings eine Zumutung. Trotzdem soll diese Herausforderung angenommen werden, wenngleich wesentliche Aspekte und Einsichten praktisch unter den Tisch fallen müssen, aber nicht unter den Teppich gekehrt werden sollen. Dass der derzeitige Staatspräsident als Gemeindeglied dieser Minderheitskirche gewählt wurde, zeigt einerseits den Respekt und historisch begründete Hoffnung auf die in dieser Gemeinschaft vitalen Kräfte und Potenziale auf und hat einen gewissen Stolz geweckt, trägt aber einen ambivalenten Charakter, sofern diese Erwartungen/Zuversicht enttäuscht würden.Weiterlesen

,,Seelengespräche“

Auf den Spuren der Dichterkönigin Carmen Sylva

Ausgabe Nr. 2749

Dr. Anneli Ute Gabanyi. Foto: Wolfram GÖLL

Ein wahrhaft „königliches“ Thema hatte sich die ökumenische Gesellschaft „Ex fide lux – Deutsch-Rumänisches Institut für Theologie, Wissenschaft, Kultur und Dialog“ zum fünfjährigen Gründungsjubiläum ausgesucht. Im Rahmen eines „Ökumenischen Studientags“ beschäftigten sich rund 30 Teilnehmer mit der Geschichte der Monarchie in Rumänien und des deutschstämmigen rumänischen Königshauses sowie besonders der „Dichterkönigin“ Elisabeth zu Wied, besser bekannt unter ihrem Pseudonym „Carmen Sylva“. Die Abendveranstaltung fand in der Kathedrale der Rumänischen Orthodoxen Metropolie von Deutschland, Zentral- und Nordeuropa in Nürnberg statt, die auch Mitveranstalter war. Weiterlesen

,,Resonanzraum für Selbstdarstellung“

Sonderausstellung im Siebenbürgischen Museum in Gundelsheim

Ausgabe Nr. 2747

Bei der Vernissage der Ausstellung am 4. September d. J (v. l. n. r.): Viorel Ştefu, Munizipalmuseum Mediasch, Hansotto Drotloff, Heimatgemeinschaft Mediasch, und Markus Lörz, Siebenbürgisches Museum Gundelsheim, vor dem Bildnis des Gubernialrats Samuel Conrad Edler von Heydendorff (1647-1727).                                                                                 Foto: Alfred GÖKELER

Im Siebenbürgischen Museum auf Schloss Horneck in Gundelsheim ist noch bis zum 28. November die Sonderausstellung „Politik und Gelehrsamkeit. Die siebenbürgische Adelsfamilie Conrad von Heydendorff“ zu sehen, die am 4. September im Anschluss an den Jahresempfang der siebenbürgischen Kultureinrichtungen im Schloss Horneck eröffnet worden ist. Im Zentrum der Ausstellung stehen zwölf Gemälde aus dem Besitz der vornehmen Mediascher Familie Conrad Edle von Heydendorff, die in der Zeitspanne vom Beginn des 18. bis zum zweiten Drittel des 19. Jahrhundert entstanden sind.Weiterlesen

Hermannstadt hat allen gut gefallen

Zur Pop-up-Ausstellung ,,Archäologie und Politik“ auf dem Huetplatz

Ausgabe Nr. 2745

Projektleiterin Dr. Polly Lohmann (rechts) und Assistent Sascha Marschner vor den Tafeln der Ausstellung auf dem Huetplatz in Hermannstadt.                               Foto: Beatrice UNGAR

Die Pop-up-Ausstellung ,,Archäologie und Politik. Die zwei Geschichten des Tropaeum Traiani zwischen Heidelberg und Adamklissi”, die am Beispiel des römischen Siegesdenkmals Tropaeum Traiani verschiedene Perspektiven, Interpretationen und Inszenierungen von kulturellem Erbe zeigt und von Studierenden der Universität Heidelberg unter Leitung von Dr. Polly Lohmann, in Zusammenarbeit mit rumänischen und deutschen Kolleginnen und Kollegen gestaltet wurde, befand sich vom 26. September bis 6. Oktober auf Reisen. Erste Station war am 26. September in Wien vor dem Ephesos Museum. Danach ging es nach Rumänien, wo die Ausstellung in Klausenburg, Hermannstadt, Bukarest und Konstanza zu besichtigen war. Näheres unter aup.hypotheses.org. Über die Station Hermannstadt, wo die Ausstellung am 30. September auf dem Huetplatz aufgestellt war, berichten im Folgenden die Studentinnen Mia Knoch und Henrike Wachsmuth.Weiterlesen

Agnethler Sachsen in Amerika

Zum Vortrag von Helga Lutsch im Terrassensaal im Teutsch-Haus

Ausgabe Nr. 2743

Helga Lutsch während des Vortrags im Teutsch-Haus.                                   Foto: die Verfasserin

Not, Hoffen auf wirtschaftliche Erholung und Besserstellung, Unternehmergeist oder Abenteuerlust. Dies sind die Gründe gewesen, weshalb viele Siebenbürger Sachsen Anfang des 20. Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert sind. Einen hochinteressanten Vortrag zum Thema „Die Auswanderung der Siebenbürger Sachsen nach Amerika am Beispiel von Agnetheln“ hielt Helga Lutsch am Mittwoch, dem 6. Oktober im Terrassensaal des Friedrich Teutsch-Kultur- und Begegnungszentrums in Hermannstadt. Weiterlesen

Tragisch und nachdenklich

Sammelband zum Thema Deportationen

Ausgabe Nr. 2735

Albert Bohn und Anton Sterbling (Hrsg.): Deportationen. Literarische Blickwinkel, Pop-Verlag Ludwigsburg 2021, 275 Seiten, ISBN 978-3-86356-333-2

Erinnerung ist Gegenwart, Erinnerung ist Zukunft. So geht ein Satz, der als Zuschreibung auch über dem Buch „Deportationen. Literarische Blickwinkel“ stehen sollte, das die früheren Mitglieder der Aktionsgruppe Banat, Albert Bohn und Anton Sterbling im Pop Verlag Ludwigsburg herausgegeben haben. Er regt zum Nachdenken an. Weiterlesen