„Kunst und Geheimnis“

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Vortrag und Workshop zu den Habanern

Ausgabe Nr. 2980

Dr. Karla Roșca bei ihrem Vortrag im Spiegelsaal des DFDH.

Einen Vortrag mit Workshop zum Thema „Kunst und Geheimnis: Die Habaner in Siebenbürgen“ bot Dr. Karla Roșca, Museografin im ASTRA-Museum Hermannstadt am Freitag, den 9. Oktober, im Spiegelsaal des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH). Im Rahmen des anschließenden Workshops wurde unter Anleitung von Nadia Codreanu von Scouts Nocrich, wie das Nationale Pfadfinderzentrum H. C. Habermann genannt wird, gemeinsam gestaltet und gearbeitet. Das Brennen der gefertigten Produkte ist inbegriffen – diese können zu einem späteren Zeitpunkt im Sekretariat des DFDH abgeholt werden.

In ihrem Vortrag „Kunst und Geheimnis. Die Habaner in Siebenbürgen. Von Unterwintz in die USA und nach Kanada“ ging die Museologin Dr. Karla Rosca vom ASTRA-Museum auf die eingehenden Forschungen des Gründers des Hermannstädter Töpfermarktes Horst Klusch ein. Dieser hatte 1968 in der Zeitschrift „Forschungen zur Volks-und Landeskunde, Bd. 11/2 (21-40) den Beitrag „Die Habaner in Siebenbürgen“ veröffentlicht und damit Aufsehen in der Welt der Keramik erregt. Roșca erwähnte auch weitere von Klusch veröffentlichte diesbezügliche Beiträge: 1985: „Neue Forschungsergebnisse zu dem Thema Habaner in Siebenbürgen. Die Hutterischen Täufer“, herausgegeben vom Bayerischen Nationalmuseum München, Mennonitische Forschungsstelle Weierhof, Bolanden, „Keramik des 17. und 18. Jahrhunderts aus den archäologischen Grabungen im Innenhof des Alten Rathauses in Hermannstadt“. (Studii și Comunicări de Etnologie, Sibiu, 1990), 2005: „Der Kärntner Tansmigrant Matthias Hofer und die ‚Arche der Gerechten’” in „Forschungen zur Volks- und Landeskunde“. Editura Academiei Române, nr. 48 (175-186), 2007: „Der Einfluss von Habaner Fayence auf die siebenbürgische Zierkeramik“, Sonderdruck aus „Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde“, München und nicht zuletzt 2015: „Habaner Hafnerordnungen prägen Habaner Fayence“, in dem Sammelband „Beiträge des 44. Internationalen Symposiums Keramikforschung ‚Keramik im Spannungsfeld zwischen Handwerk und Kunst‘, Koord. Silvia Glaser, Verlag des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg.

Die Geschäftsführerin Nadia Codreanu (im Hintergrund stehend) vom Nationalen Pfadfinderzentrum H. C. Habermann aus Leschkirch/Nocrich leitete den anschließenden Workshop.                                   Fotos: Laura MICU

Aber es ging nicht nur um die von den Habanern, einer religiösen Gemeinschaft der Anabaptisten, geschaffene Keramik, sondern auch um ihren faszinierenden Aufenthalt und Einfluss in Siebenbürgen. In deren Geschichte, so Roșca, „verbinden sich Glauben, Migration und meisterhaft betriebenes Kunsthandwerk zu einem Narrativ, das Jahrhunderte und Kontinente durchquert“.

Die Habaner ließen sich in Siebenbürgen 1621 in Unterwintz/Vințu de Jos nieder und übten einen besonderen Einfluss auf das Töpferhandwerk aus. Diese kulturelle Tradition setzen sie auch heute in Nordamerika und Kanada fort. In der Batthyaneum-Bibliothek in Karlsburg gibt es 19 Manuskripte und Chroniken dieser Gemeinschaft, die Mitte des 18. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Ebenfalls in Karlsburg ist noch bis Januar 2027 die vom ASTRA-Museum und dem Museum Fürstenpalais veranstaltete Ausstellung „Kunst und Geheimnis. Die Habaner Keramik und die Fürsten Siebenbürgens“ im „Centrul Cultural Palatul Principilor“ zu besichtigen.

B. U.

Veröffentlicht in Handwerk, Aktuelle Ausgabe.