3 Mal Gold und ein Weltrekord

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Rumäniens Ruderteam holte drei WM-Titel

Ausgabe Nr. 2974

Simona Radiș (vorne) und Adriana Adam.                 Foto: Imago Images

Es war ein Wochenende, das im rumänischen Rudersport lange in Erinnerung bleiben wird. Bei den Weltmeisterschaften in Amsterdam, die vergangene Woche stattgefunden haben, setzte die rumänische Mannschaft ein beeindruckendes Ausrufezeichen: Drei Goldmedaillen gingen an Rumänien. Noch außergewöhnlicher ist, dass zwei Ruderinnen an allen drei Erfolgen beteiligt waren: Simona Radiș und Adriana Adam.

Den ersten Weltmeistertitel holte das Duo im Zweier ohne Steuerfrau am Freitag, dem 28. August. Auf der traditionsreichen Bosbaan in Amsterdam ließen die beiden der Konkurrenz keine Chance und bestätigten damit ihre Ausnahmestellung in dieser Bootsklasse. Platz zwei belegte Team Frankreich und Platz drei die USA. Für Radiș war es bereits der Auftakt zu einer außergewöhnlichen WM-Woche. Doch damit war der große Auftritt noch lange nicht vorbei.

Am Sonntag, dem 30. August, wartete der Frauen-Achter mit Steuerfrau. Rumänien erwischte einen furiosen Start und setzte sich bereits nach 500 Metern mit mehr als anderthalb Sekunden Vorsprung an die Spitze. Großbritannien kam auf den letzten Metern noch einmal näher, doch die Rumäninnen behielten die Nerven und brachten ihren Vorsprung sicher ins Ziel. Die Uhr blieb bei 5:51,88 Minuten stehen – ein neuer offizieller Weltrekord. Großbritannien gewann Silber, die USA Bronze. Der Frauen-Achter mit Steuerfrau bestand aus: Adriana Adam, Simona Radiș, Magdalena Rusu, Roxana Anghel, Amalia Bereș, Maria Lehaci, Iuliana Bălăucă, Geanina Juncanariu und Victoria Petreanu.

Normalerweise wäre nach einem Weltmeisterschaftsfinale erst einmal Zeit zum Durchatmen. Für die beiden Rumäninnen allerdings nicht. Nur etwa 20 Minuten nach dem Sieg im Frauen-Achter mussten sie schon wieder ins Boot steigen.

Diesmal ging es im Mixed-Achter mit Steuerfrau um Gold. Auch dort zeigte die rumänische Mannschaft keine Schwäche. Das Boot setzte sich früh an die Spitze und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Rumänien verteidigte damit seinen Weltmeistertitel aus dem vergangenen Jahr in Shanghai. Die Niederlande holten Silber, die USA Bronze. Der Mixed-Achter mit Steuerfrau bestand aus: Cristina Drugă, Amalia Chelaru, Adriana Adam, Simona Radiș, Florin Lehaci, Cosmin Iulian Pleșescu, Ciprian Tudosă, Ștefan Berariu und Victoria Petreanu.

Drei Rennen, drei Siege – für Radiș und Adam eine außergewöhnliche Belastungsprobe und gleichzeitig ein historischer Triumph. Was die beiden Ruderinnen in Amsterdam geschafft haben, gab es zuvor bei einer Weltmeisterschaft noch nie: Noch nie hatten zwei Athletinnen bei einer einzigen Weltmeisterschaft drei Goldmedaillen gewonnen.

Für die erst 27-Jährige Simona Radiș war es zugleich ein weiterer Meilenstein ihrer bereits beeindruckenden Karriere. Mit den drei Titeln von Amsterdam kommt sie nun auf acht Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften. Damit gehört sie zu einem äußerst kleinen Kreis der erfolgreichsten Ruderinnen und Ruderer der Geschichte.

Und auch für Rumänien selbst war Amsterdam ein großer Erfolg. Mit drei Goldmedaillen gehörte die Mannschaft zu den erfolgreichsten Nationen der Weltmeisterschaft und belegte Platz 4 im Medaillenspiegel.

Der Erfolg von Amsterdam kam zudem nicht aus heiterem Himmel. Bereits wenige Wochen zuvor hatte Rumänien bei den Europameisterschaften in Varese groß aufgetrumpft und den Medaillenspiegel angeführt. Insgesamt gewann das rumänische Team 6 Goldmedaillen, eine Silber- und eine Bronzemedaille.

Cynthia PINTER

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Sport.