Das dreitägige Holzstock-Festival in Holzmengen
Ausgabe Nr. 2974

Entspannte Stimmung auf dem Pfarrhof. Foto: Mara DELEANU
Es ist kein Geheimnis, dass es im Sommer für Musik- und Festivalfans an Veranstaltungen nicht mangelt. Das Line-up bekannter Festivals wie „Electric Castle” oder „Untold” wird von Jahr zu Jahr besser. Im Gegensatz zu diesen Großveranstaltungen verwandeln sich jeden Sommer die idyllische Kirchenburg von Holzmengen/Hosman und ihre Umgebung, unweit von Hermannstadt, in einen kleinen, friedlichen Treffpunkt: das dreitägige Holzstock-Festival.
Das Holzstock-Festival hat etwas Familiäres an sich. Vielleicht liegt das an den Mauern der Kirchenburg, in deren Innenhof die Besucher ihre Zelte aufschlagen können, denn der Campingbereich ist meist gut gefüllt. Verlässt man den Campingplatz, so sind am Hügel mit der Hauptbühne zahlreiche gemütliche Ecken mit Hängematten, Heuballen und Holzpaletten zu finden, perfekt für lange Gespräche mit Freunden.

Verschiedene Geschicklichkeitsspiele für Kinder standen auch im Angebot.
Foto: Holzstock
Tagsüber, wenn die Stimmung noch nicht ganz auf Konzertniveau war, gab es dieses Jahr zahlreiche Workshops: Singen in der Kirche, Broschen bemalen, Holzschnitzen, Improvisationstheater, ein Sukkulenten-Workshop, ein Erste-Hilfe-Kurs und sogar ein Workshop zur Musikaufnahme. An einem Ort wie diesem kam so schnell keine Langeweile auf. Auch beim Merchandise gab es dieses Jahr etwas Besonderes: die Initiative „Holzstock Reworked“, eine Kollektion von Second-Hand-T-Shirts, die engagierte Freiwillige in den unterschiedlichsten Farben und Mustern und mit dem Holzstock-Logo handbemalt und gestaltet hatten. Für alle, die ihre Kinder mitgebracht hatten, gab es außerdem eine Kinderecke am Eingang, vollgepackt mit analogen Zweipersonen-Spielen, Büchern und sogar Brettspielen.

Andrei Proca, der Sänger der Band „Robin and the Backstabbers“, legte sich richtig ins Zeug.
Nach den zahlreichen Aktivitäten warteten in der Nähe des Lagerfeuers Foodtrucks mit süßen und herzhaften Speisen, und für Getränke standen gleich zwei Bars bereit. Der eigentliche Spaß begann mit Einbruch der Dämmerung: Vom Brooklyner Komponisten „Membra”, der einen Vorgeschmack auf experimentellen Pop bot, bis hin zu der beliebten rumänischen Band „Robin and the Backstabbers“, bot das diesjährige Musikprogramm für jeden Geschmack etwas. Am Abend wurde das Lagerfeuer entfacht, und die Party war perfekt: mit Discolicht, DJ, Tanz und bester Stimmung.
Ich würde Holzstock als entspanntes Indie-Festival beschreiben, eine Art Geheimtipp für alle, die im Sommer ein einzigartiges, persönliches und vielleicht sogar etwas nischenhaftes Erlebnis suchen. Lassen Sie sich also nicht vom Wortspiel täuschen (Holzstock klingt wie Woodstock), denn hier verbringen Sie bestimmt eine großartige Zeit.
Mara DELEANU