Eindrücke von der Sommernachtsparty im Innenhof des Teutsch-Hauses
Ausgabe Nr. 2974

Die Neppendorfer Tanzgruppe eröffnete vor Sonnenuntergang mit drei Tänzen die Sommernachtsparty im Hof des Teutsch-Hauses.
Gute Stimmung herrschte bei der Sommernachtsparty im Innenhof des Friedrich Teutsch-Begegnungs- und Kulturzentrums, die wie gewöhnlich am letzten Freitag im August veranstaltet wurde. Dazu trug auch eine Überraschung bei, die DJ Dietrich Galter als „Premiere“ ankündigte: Zum Auftakt trat erstmals bei dieser Veranstaltung die „Neppendorfer Tanzgruppe“ unter der Leitung von Elke Dengel auf und fachte bei den zahlreichen Anwesenden die Lust aufs Tanzen an. Als jemand einen der am Grill Anstehenden fragte, warum er denn nicht tanze, kam prompt die Antwort: Erst tanken, dann tanzen. Das könnte das Motto einer gelungenen Party sein, denn nach einem guten Imbiss und einem guten Trunk lässt es sich natürlich besser feiern. Lesen Sie im Folgenden einen persönlichen Bericht über das Fest:
Wir, das sind meine Frau Vroni und ich, machten uns auf den Weg von Neppendorf nach Hermannstadt. Die Tursib-Buslinie 10 hält direkt vor unserer Wohnanlage an der Str. Eduard Albert Bielz in Neppendorf, sehr bequem. Die Party sollte um 19 Uhr beginnen und der Bus, der wie immer pünktlich gekommen ist, brachte uns ins wenige Kilometer entfernte Hermannstadt.
Im Bus trafen wir eine gute Bekannte, schön zurechtgemacht, die schon etwas aufgeregt über den ersten Auftritt der neugegründeten „Neppendorfer Tanzgruppe“ war, deren Mitglied sie ist. Wir unterhielten uns angeregt, auch nachdem wir an der Bushaltestelle „Casa Armatei“ (Armeehaus) ausgestiegen sind, um zu Fuß die letzten Meter zum Teutsch-Haus und Erasmus-Büchercafe zurückzulegen.
Unsere Begleiterin erzählte uns, dass ihre beiden Töchter kurz entschlossen nach Deutschland geflogen sind und wohl am Montag zurückkehren werden. „Unfassbar, einfach einen Flug buchen und losfliegen, wie ist es doch früher anders gewesen“, und seufzend fügte die Bekannte hinzu: „Hoffentlich geht alles gut“! Ich fragte mich, ob die Sorge den Töchtern galt oder dem eigenen Lampenfieber vor dem ersten Auftritt heute Abend? Jedenfalls war es sehr menschlich! Am Ziel angekommen wurden wir sofort per Handschlag von den beiden DJ‘s herzlich willkommen geheißen. Nun, wir waren etwas früh dran, oder auch nicht, jedenfalls war alles für eine stimmungsvolle Party vorbereitet, nur Gäste sahen wir kaum, nur einige wenige.

DJ Winfried (links) und DJ Dietrich begrüßen die Anwesenden.
Fotos: Beatrice UNGAR
Doch keine Spur von Nervosität bei den Veranstaltern, alles ruhig, der Grill war am Glühen, die Getränke kaltgestellt, es war ja warm. Diese siebenbürgische Gelassenheit und die Freundlichkeit, die echt ist und nicht gespielt, ist etwas, das uns immer wieder beeindruckt. Jeder ist willkommen und fühlt sich sofort heimisch!
Unsere Begleiterin war plötzlich nicht mehr zu sehen, na ja, wir besetzten einen Tisch mit Blick auf die Tanzfläche mit ausreichend Sitzgelegenheiten, erwarteten wir doch noch Freunde. Kaum das wir uns gesetzt hatten, bollerten die Lautsprecher los: „Herzlich willkommen auf unserer Sommernachtsparty, mit DJ Dietrich und DJ Winfried“, schallte es und gleich die erste Attraktion: Die neugegründete „Neppendorfer Tanzgruppe“, und jetzt sahen wir unsere Begleiterin wieder, strahlend so wie alle anderen Mitglieder der Tanzgruppe, marschierten sie auf die Tanzfläche, aus den Boxen donnerte die Musik und die Gruppe nahm Aufstellung zum „Westerndance“.
In Handumdrehen war der Innenhof gefüllt mit Gästen, die sich sofort klatschend im Rhythmus der Musik bewegten. „Der Abend war gelaufen“ – in Anlehnung an einen Song von Juliane Werding klangen deutsche Schlager von Wolfgang Petry („Wahnsinn, warum schickst du mich in die Hölle“) über Drafi Deutscher und seinem „Marmor, Stein und Eisen bricht“ bis zu Roland Kaiser: „Warum hast Du nicht nein gesagt“.
Unsere Begleiterin und ihre Tanzgruppe hat man den ganzen Abend gelöst vom „Lampenfieber“ das Tanzbein schwingen gesehen, so wie es viele Party-Gäste nicht mehr auf ihren Sitzen hielt. Nichts mehr war zu sehen und zu spüren von meiner geschilderten „Ruhe oder Coolness“, alles hatte sich in Minuten zu einem Freudenfest verwandelt!
Da war sie wieder diese nicht erzählbare aber für Gäste in Siebenbürgen spürbare Freude am Leben, die wie ein ‚Willkommen‘ wirkt!
Im Garten des Kulturzentrums waren alle Plätze besetzt, sogar im Innenraum des Büchercafes verweilten Gäste. Vor dem Grill musste man sehr viel Geduld mitbringen, aber keiner wurde nervös, alles blieb cool!
Das Tanzbein wurde bis in den späten Abend geschwungen und wir gingen zurück zur Bushaltestelle in der Mühlgasse/Strada Șaguna, um wieder mit der Linie 10, die auch um 23 Uhr noch pünktlich ist, zurück nach Neppendorf zu fahren. Schweigend saßen wir im Bus, reflektierten über den Abend und zeitgleich kam es aus unserem Mund: „Klasse ist’s gewesen, besonders die ‚Neppendorfer Tanzgruppe‘!“
Lothar SCHELENZ