Die wichtigsten Projekte vorgestellt

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Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor beim DWS-Mitgliedertreffen

Ausgabe Nr. 2952

Konsulin Wiebke Oeser, DWS Geschäftsführer Stadtrat Wolfgang Alexander Guib, Bürgermeisterin Astrid Fodor, Vorstandsmitglied Roxana Dobrilă, Vorstandsmitglied Mathias Wichtler und DWS-Vorsitzender Wolfgang Köber (v. l. n. r.) bei der DWS-Mitgliederversammlung im Festsaal der EAS.                                               Foto: der Verfasser

Hermannstadts Bürgermeisterin Astrid Fodor war Gast bei dem ersten Mitgliedertreffen des Deutschen Wirtschaftsklubs Siebenbürgen (DWS) in seinem neuen Sitz im Tagungshaus der Evangelischen Akademie Siebenbürgen in Neppendorf am 11. März. Die Bürgermeisterin stellte die wichtigsten Projekte der Stadt vor und im Anschluss konnten die Anwesenden Fragen stellen.

Ein wichtiges Projekt für einen verbesserten Verkehrsfluss ist die Modernisierung der Großscheuerner Straße/Calea Șurii Mari, die nun in eine vierspurige Straße umgewandelt werden soll. Vorgesehen sind Arbeiten am Wasser- und Abwassernetzwerk, an der Beleuchtung, wobei die neue LED-Beleuchtung digital gesteuert werden soll, die unterirdische Verlegung der Kabel. Falls alles nach Plan läuft, sollen die Arbeiten Anfang Oktober abgeschlossen werden. Im nächsten Frühjahr soll auch die Brücke über die Eisenbahnlinien, die diese Straße mit dem Theresianum-Viertel verbindet, modernisiert werden. Die Brücke soll in Zukunft dreispurig sein. Breiter kann man sie leider wegen mangelndem Platz nicht machen. Die mittlere Spur wird eine reversible sein, wo man in der Früh in Richtung Stadt fährt und am Nachmittag Richtung Großscheuern.

Gründliche Sanierungsarbeiten gibt es auch auf an der Schewisgasse/Bd. Victoriei. Hier werden auch alle Kabel unter der Erde verlegt und die Beleuchtungsmasten ersetzt, wobei auf LED-Beleuchtung gewechselt wird. Gearbeitet wird nicht nur an der Fahrbahn, sondern auch die Gehsteige werden neu gemacht. Geplant wird die Arbeiten Ende Juni abzuschließen. Weiterhin sollen die Arbeiten vor dem Armeehaus bald abgeschlossen werden.

Ein nächstes Großprojekt ist die Calea Șurii Mici, das sich gegenwärtig in der Phase der Vertragsvergabe befindet. Falls alles gut läuft, hofft man bis Juni einen Vertrag abzuschließen. 18 Monate dauert die Ausführung der Arbeiten. Geplant werden hier insgesamt sechs Spuren, je drei in eine Richtung und von denen je eine den Bussen gedacht ist. Fahrradwege sind natürlich auch vorgesehen. Alle Kabel werden unter der Erde verlegt sowie die nötigen Arbeiten am Wasser- und Abwassernetzwerk getätigt. Vorgesehen sind neue Beleuchtungsmasten mit LED Beleuchtung.

Ein weiteres großes Projekt, das den Kfz-Verkehr lockern soll, ist die Unterführung von der Str. Vasile Milea nach Schellenberg. Gegenwärtig wird am technischen Projekt gearbeitet und wahrscheinlich im nächsten Jahr ausgeschrieben.

Geplant wird auch eine S-Bahn die Schellenberg und den Flughafen verbinden soll. Vorgesehen sind in Schellenberg zwei und in Hermannstadt elf Haltestellen. Weiterhin ist auch eine Verbindung zwischen dem Neppendorfer Bahnhof über das Tilișca-Stadtviertel und den Flughafen vorgesehen. Dieses Projekt wird aus Mitteln des Transportministeriums durchgeführt. Nötig waren viele Bewilligungen, die nun alle vorliegen. Gearbeitet wird jetzt an der Machbarkeitsstudie.

Es gibt auch wichtige Projekte für Parks. Ein solches Großprojekt ist die Sanierung des Erlenparks. Gegenwärtig läuft die Ausschreibung der Arbeiten. Weiterhin hofft man einen Vertrag abzuschließen, der den Harteneckpark betrifft. Für den Astra-Park läuft gegenwärtig die Ausschreibung.

Auch sollen die Sporergasse/General Magheru, die Reispergasse/Avram Iancu und die Fleischergasse/Mitropoliei fußgängerfreundlicher gestaltet werden. Zu erwähnen ist, dass in der Reispergasse weiterhin der Zugang der Eltern erlaubt werden soll, die ihre Kinder mit dem Wagen zur Schule bringen möchten und in der Fleischergasse soll der Kfz-Verkehr weiterhin erlaubt werden. Geplant wird auch, den Platz mit dem Springbrunnen in der Berggasse/Dealului zu sanieren, wo alle Kabel unter der Erde verlegt werden sollen und der Park hergerichtet wird. Der Erlenpark soll wie bereits erwähnt auch an die Reihe kommen und was das Goldtal betrifft, geht es um ein leichteres Projekt, wo es mehr um Ausstattungen geht und wo man noch über die Finanzierung nachdenkt. Beim Zoo ist der Radweg seit dem Herbst fertig und wird schon benutzt.

Die Arbeiten in den Wohnblockvierteln wurden fertiggestellt und man möchte sich jetzt eher auf die Altstadt konzentrieren. Die Stadtmauern betreffend, wurde eine Ausschreibung gestartet für den Teil bei der 90er Kaserne. An die Reihe kommen soll aber auch die Haller-Bastei sowie auch der Turm an der Reitschulgasse/Manejului. Weiterhin wird geplant, in Hammersdorf den Erdweg, der zum Freizeitpark Gușterland führt, zu asphaltieren.

Beginnend mit der Str. Alba Iulia bis einschließlich auf die Junger-Wald-Straße/Calea Dumbrăvii sollen die Busse Vorrang haben, wobei alles digital gesteuert wird und die Ampeln automatisch umschalten.

Eine Frage aus dem Publikum betraf Parkhäuser, vor allem in der Innenstadt. Wir beginnen mit dem Parkhaus im Vasile Aaron-Viertel, weil es dort am engsten ist”, meinte Fodor. Es gibt auf der Str. Siretului ein Parkhaus, aber wir brauchen eines im historischen Teil und hier ist ein Parkhaus auf dem Platz der 90er Kaserne angedacht”. Für die Stadt allein sei dieses Projekt allerdings zu kostspielig und man suche einen Partner für eine öffentlich-private Partnerschaft. Es gab zwar bislang zwei Gespräche mit potentiellen Partnern, allerdings seien diese nicht zufrieden mit der rumänischen Gesetzgebung. Obwohl sich die Gesetzgebung in der letzten Zeit verbessert hat, ist sie noch immer sehr kompliziert”, unterstrich Fodor.

Ein weiterer Punkt waren die Freizeitorte in der Stadt. Früher ging alles in Richtung Zoo, Freilichtmuseum, Junger Wald, Rășinari, um Freizeit zu verbringen. „Mein Konzept war, wir brauchen in allen Himmelsrichtungen Angebote”, sagte Fodor. So kam es zu den Freizeitanlagen am Bindersee, dem Belvedere-Park, Gușterland oder zu den Wanderwegen/Mountainbike-Wegen, die man auf der Thalheimer Höhe anlegen möchte oder dem Aquapark an der Calea Poplăcii, wo es aber auch viele Sportplätze geben soll. Abgegeben und bewilligt wurde das Projekt durch das die Fahrradpisten bis zum Belvedere erweitern werden. Parallel dazu wird entlang des Zibins von der Brücke beim Lidl bis zum nächsten Lidl ein Fussgängerweg geplant.

Was die Kulturveranstaltungen betrifft, konzentrierte man sich darauf, solche auch in den verschiedenen Stadtteilen zu ermöglichen. Jahrelang lief alles nur auf dem Großen Ring.

Inzwischen funktioniere die Sibiu City App sehr gut. Bürgermeisterin Fodor forderte alle auf, diese zu benützen.

DWS-Vorsitzender Wolfgang Köber bedankte sich im Namen der Wirtschaft für die Unterstützung des Baus der neuen Stromstation im Industriegebiet West. Gut angenommen wurde auch das Projekt zur Erweiterung des öffentlichen Nahverkehrs in den Großraum.

Ein Problem, das kurz von der Bürgermeisterin angesprochen wurde, war, dass das ganze Umfeld von Hermannstadt die Ressourcen der Stadt benütze. Beispielsweise investiere man Millionen von Euro in Hermannstadt in Unterrichtseinrichtungen wobei die Gemeinden im Umkreis viel zu wenig machen.

Werner FINK

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Wirtschaft.