Oblemenco wäre auch froh

Teile diesen Artikel

Craiova holte Rumänienpokal in Hermannstadt

Ausgabe Nr. 2958

Am Ende durfte die Mannschaft aus Craiova den Pokal in die Höhe stemmen und gemeinsam mit ihren mitgereisten Fans jubeln. Foto: Tobias JARITZ

Nach einem Jahr Pause fand das Finale des Rumänienpokals wieder im Städtischen Stadion in Hermannstadt statt. Am Mittwoch, dem 13.5., traf Universitatea Cluj auf Universitatea Craiova. Diese beiden Mannschaften belegen auch zwei Spieltage vor Schluss in der Superliga die Plätze Zwei und Eins. Die Tickets für das Spiel waren innerhalb von nur drei Minuten ausverkauft.

Der Anstoß erfolgte um 20:00 Uhr, doch bereits am Nachmittag waren überall in Hermannstadt Fangesänge zu hören und es füllten sich die Plätze, die als Treffpunkte für die zwei Fanszenen aus Siebenbürgen und der Walachei ausgewählt wurden. Die Klausenburger trafen sich am großen Ring in der Altstadt, während die Fans aus Craiova am Platz des 1. Dezember 1918 vor dem Bahnhof zusammenkamen.

Die Choreografien der Fans aus Klausenburg…                         Fotos: Tobias JARITZ

Eine Stunde vor Ankick befanden sich die Fanmärsche der beiden Teams auf dem Weg zum Stadion am Erlenpark, während zwischen den endlosen Menschenzügen immer wieder Fans der beiden Vereine aufeinandertrafen und sich freundlich austauschten und auf das Endspiel einstimmten.

...und Craiova. Fotos: Tobias JARITZ

In den jeweiligen Kurven wurden von den Fanclubs die Choreografien für Spielbeginn vorbereitet, während am Feld eine Blaskapelle unter anderem „Bella Ciao“ spielte und aus der Klausenburger Kurve immer wieder Böller auf die Laufbahn hinter dem Tor flogen. Die rumänische Nationalhymne grölte das ganze Stadion noch inbrünstig gemeinsam, bevor beide Fanlager ihr eigenes Ding durchzogen und den Stadionbesucherinnen und -besuchern eindrucksvolle Choreos präsentierten.

Die blau-weiße Kurve der Craiova-Fans wurde mit Fähnchen in den Farben Dunkelblau, Hellblau und Weiß ausgestattet. In der Mitte ging ein Überzieher hoch, der Vereinslegende Ion Oblemencu vor dem Stadion des Vereins, das seinen Namen trägt, beim Kicken zeigte. Die Klausenburger Fans zeigten einen riesigen Überzieher, auf dem alle Trikots der Mannschaft abgebildet waren, mit denen sie in den bisherigen Pokalfinali gespielt hatte (1934, 1942, 1949, 1965, 2015 und 2023) und daneben das Trikot, das ihre Mannschaft beim diesjährigen Finale trug. Abgerundet wurde das Bild von zahlreichen bengalischen Fackeln.

Nach einer heiteren Anfangsphase folge in Minute 26 das erste Highlight: Ein Hoher und weiter Pass auf Macalou, Popescu im Tor von Craiova ging Richtung Ball, verschätzte sich und ließ sich vom Klausenburger Stürmer austanzen. Der musste den Ball nur noch ins leere Tor schieben. 1:0 für Cluj! Die schwarz-weiße Seite des Stadions jubelte. Aber nur kurz, denn das Schiedsrichterteam sah eine Abseitsposition des Ivorers und erkannte das Tor nicht an. Der VAR bestätigte die Entscheidung.  Nach einer Minute Nachspielzeit ging eine spannende, aber torlose erste Halbzeit zu Ende. Beide Mannschaften hatten zahlreiche Chancen, die durchaus schon zu Toren hätten führen können.

In der zweiten Hälfte spielten die Mannschaften dann auf ihre jeweiligen Fankurven zu, was das Stadion noch lauter werden ließ. Außer ein paar kleinen Chancen auf beiden Seiten passierte jedoch nichts Nennenswertes. Nach einem 0:0 in der regulären Spielzeit ging es also in die Verlängerung, um einen Sieger zu ermitteln. Da das auch nach 120 Minuten nicht gelang, brauchte es dafür das Elfmeterschießen. Da verschoss der sechste Schütze von Universitatea Cluj, Iulian Cristea, und bescherte damit Universitatea Craiova den dritten Pokalsieg der Vereinsgeschichte.

Tobias JARITZ

Veröffentlicht in Aktuelle Ausgabe, Sport.