Ausgabe Nr. 2947
Lothar Schelenz erinnerte an die Nachkriegszeit in Nidda

Lothar Schelenz (stehend) bei seinem interessanten Vortrag im Spiegelsaal des DFDH. Foto: Beatrice UNGAR
Die Jahre 1945 bis 1950 brachten tiefgreifende Veränderungen für viele Städte in Deutschland. Auch für die hessische Kleinstadt Nidda. Über diese Zeit sprach Lothar Schelenz beim Kaffeenachmittag des Demokratischen Forums der Deutschen in Hermannstadt (DFDH) im Spiegelsaal am 10. Februar d. J..
Ausgangspunkt seines Vortrags war das Kriegsende im Jahr 1945. Die bisherige Verwaltung war nicht mehr handlungsfähig, sodass unter amerikanischer Aufsicht neue Strukturen aufgebaut werden mussten. Nidda blieb mehrere Jahre unter amerikanischer Verwaltung.
Ein Schwerpunkt lag auf der schwierigen Versorgungslage der unmittelbaren Nachkriegszeit. Lebensmittel waren knapp, Wohnraum fehlte, viele Männer waren gefallen oder noch in Kriegsgefangenschaft.
Ein weiteres zentrales Thema war die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen. Innerhalb kurzer Zeit wuchs die Einwohnerzahl deutlich an. Unterschiedliche Herkunft und Lebensgewohnheiten führten nicht selten zu Spannungen, zugleich begann jedoch ein langsamer Integrationsprozess.
Neben Not und Entbehrung zeigte der Vortrag auch, wie das öffentliche Leben allmählich wieder einsetzte: Schulen nahmen den Betrieb auf und erste Gemeinschaftsveranstaltungen fanden statt. Schritt für Schritt begann eine Phase des Wiederaufbaus.
Im Anschluss an den Vortrag konnte man Fragen stellen und persönliche Erinnerungen teilen. Der nächste Kaffeenachmittag ist für den 10. März angekündigt.
Eduard RESCHKE